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Passage Planning: sicher segeln

Segelurlaub Guide

Passage Planning:
gute Planung für einen entspannten Segelurlaub

Eine gute Törnplanung beginnt lange vor dem Ablegen. Boot, Crew, Wetter, Route und sichere Alternativen richtig einzuschätzen, ist die Grundlage für einen entspannten und sicheren Segelurlaub.

Boot finden

„Planung ist das halbe Leben.“ Einem Sprichwort, das uns alle seit der Kindheit begleitet, bekommt beim Segeln eine große Bedeutung: Eine gute Planung entscheidet darüber, ob der Segelurlaub zum Traum oder zum Albtraum wird.

Wir geben Tipps, was dabei alles zu beachten gilt.


1. Das Boot

Die Planung geht schon lange vor dem Ablegen los. Ist das Wunsch-Revier gefunden, steht die Frage nach dem Boot an erster Stelle. Soll es ein Katamaran oder ein Einrümpfer sein? Lieber 37 oder 46 Fuß? Welche Ausstattung sollte das Boot haben?

Diese Fragen muss jeder Skipper für sich entscheiden und die Antworten auch in die weitere Planung einbeziehen. Ein Einrümpfer beispielsweise lässt sich deutlich besser am Wind segeln als ein Katamaran, der wiederum meist einen deutlich geringeren Tiefgang hat.

Der erste Planungsschritt

Das richtige Boot beeinflusst die gesamte Route: Tiefgang, Geschwindigkeit, Komfort und Segeleigenschaften bestimmen, welche Etappen realistisch und angenehm sind.

Noch auf der Suche nach dem passenden Boot?

Ob Segelyacht oder Katamaran: Die richtige Wahl macht die spätere Törnplanung deutlich einfacher.

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2. Vorplanung zu Hause

Wenn die Frage nach dem Boot geklärt ist, lässt sich ein Großteil der Planung bereits bequem von zu Hause aus erledigen. Was sind die gewünschten Ziele? Wie groß sind die Distanzen? Welche Regeln gibt es dort?

Gibt es vielleicht Gezeiten, die berücksichtigt werden müssen? Gibt es lokale Wetterphänomene? Wenn diese Dinge schon im Vorfeld recherchiert wurden, wird der Planungsaufwand im Urlaub selbst deutlich geringer.

Digitale Törnplanung an Bord einer Segelyacht


3. Crew

Bei der Vorbereitung zu Hause sollte auch die Crew berücksichtigt werden. Besteht die Crew aus Anfängern, die sich erst noch an das Gefühl auf dem Wasser gewöhnen müssen? Oder handelt es sich um erfahrene Segler? Oder ist die Crew bunt gemischt?

Gibt es Personen, die mit Seekrankheit oder anderen Einschränkungen zu tun haben? Die Routenplanung sollte sich immer an den schwächeren Crewmitgliedern orientieren, um sie nicht zu überfordern oder den Urlaub für sie zum Albtraum werden zu lassen.

Schließlich sollen alle eine gute Zeit an Bord erleben.

Eine gute Törnplanung orientiert sich nicht an der sportlichsten Person an Bord, sondern an der Crew als Ganzes.


4. Die Route / Navigation

Die grobe Routenplanung lässt sich ebenfalls bereits von zu Hause machen. Gibt es Wunschziele der Crew, können diese als erstes in Betracht gezogen werden und die Route drum herum geplant werden.

Wichtig ist, immer Zeit für Ausweichrouten und Unvorhergesehenes einzuplanen. Eine grobe Richtlinie: Das am weitesten entfernte Ziel sollte nach einem Drittel der Reisezeit erreicht werden. Dann ist ausreichend Zeit für den Rückweg.

Am einfachsten ist es, die Routenplanung auf einer Papierseekarte vorzunehmen. Damit hat man einen guten Überblick über die Gesamtstrecke, aber auch mögliche Gefahren. Die auf der Papierkarte ermittelten Wegpunkte lassen sich dann bequem auf die elektronische Seekarte auf Plotter oder Tablet übertragen.

Wenn die grobe Route steht, geht es in die Detailplanung. Es ist sinnvoll, anhand der Wegpunkte eine Liste oder Übersicht zu erstellen: Diese sollte die Wegpunkte, aber auch Peilungen zu Objekten und andere Möglichkeiten der Positionsbestimmung enthalten.

Dabei sollten auch Navigationshilfen für die Nacht eingetragen werden. Das ist hilfreich, sollte das GPS ausfallen. Wie auch im echten Leben, muss die Routenplanung immer einen Plan B enthalten.

Welche Häfen oder sichere Buchten gibt es entlang der Route? Ist es möglich, dort einzulaufen und festzumachen, sollte das Wetter umschlagen oder andere Probleme dafür sorgen, dass das ursprüngliche Ziel nicht erreicht werden kann?

Was in die Routenplanung gehört

  • Wegpunkte und wichtige Kursänderungen
  • Peilungen und Landmarken
  • Navigationshilfen für Tag und Nacht
  • Gefahrenstellen entlang der Route
  • Ausweichhäfen und sichere Buchten

5. Gezeiten und Gefahren

Bei der Planung müssen auch mögliche Gefahren berücksichtigt werden. Wo darf auf keinen Fall entlanggesegelt werden? Diese Gefahrenstellen sollten unbedingt in der Seekarte markiert und auf der Liste der Wegpunkte und Peilungen eingetragen werden.

Dabei ist eine Frage zentral: Wie weit darf ich von der Route abweichen, ohne in Gefahr zu geraten?

Dabei müssen auch die Gezeiten in Betracht gezogen werden. Gibt es Flachs, die bei Niedrigwasser zur Gefahr werden könnten? Muss das Ziel zu einer bestimmten Zeit erreicht werden, um in den Hafen oder die Bucht einlaufen zu können?

Die in Gezeitenrevieren üblichen Strömungen müssen bei der Kalkulation des zu steuernden Kurses berücksichtigt werden. Das geht am besten über die Zeichnung eines Strömungsdreiecks, wie es im Rahmen des Sportküstenschifferscheins gelehrt wird.

Wird die Strömung nicht berücksichtigt, kann es schnell passieren, dass man mehrere Seemeilen von der Route abweicht und am Ende gegen die Strömung fahren muss.

Seezeichen und Berufsschifffahrt während eines Segeltörns


6. Ge- und Verbote, Revierinformationen

Wenn dieser Teil der Routenplanung abgeschlossen ist, sollte man sich unbedingt noch mit Ge- und Verboten und weiteren Besonderheiten des Reviers befassen.

Welche UKW-Seefunkkanäle sollten neben Kanal 16 mitgehört werden? Gibt es besondere Ausweichregeln? Gibt es Berufs- oder Großschifffahrt, die berücksichtigt werden muss und weshalb es Sonderregelungen gibt?

Dies sollte unbedingt ebenfalls auf der Planung notiert werden, um nicht später danach suchen zu müssen.

Nicht vergessen

  • UKW-Kanäle des Reviers notieren
  • Lokale Regeln und Sperrgebiete prüfen
  • Berufsschifffahrt und Verkehrstrennungsgebiete berücksichtigen
  • Notfallkontakte griffbereit halten

Bereit für Ihren nächsten Törn?

Erst das passende Boot wählen. Dann die Route planen.

Ob klassische Segelyacht oder komfortabler Katamaran: Mit dem richtigen Boot wird jede Etappe einfacher zu planen.

Verfügbare Boote suchen

7. Wetter

Im Urlaubsrevier angekommen, entscheidet das Wetter über die weitere Routenplanung. Die Strecke sollte immer so gewählt sein, dass mit dem Boot ein komfortabler Kurs gelaufen werden kann.

Ein Am-Wind-Kurs fordert Crew und Boot, ist sehr langsam und sollte daher möglichst vermieden werden. Auch ein Vorwind-Kurs ist eher suboptimal. Das Boot ist schwierig zu steuern, Achtung Gefahr einer Patenthalse, und schaukelt bei achterlichen Wellen, sodass die Gefahr von Seekrankheit steigt.

Der bequemste und auch schnellste Kurs ist daher der Halbwindkurs.

Darüber hinaus spielt selbstverständlich auch die Windgeschwindigkeit eine große Rolle. Ab welcher Windgeschwindigkeit fängt das Boot an zu segeln? Bei Flaute dauert die Strecke wesentlich länger.

Noch wichtiger: Bis zu welcher Windgeschwindigkeit können bzw. wollen Sie rausfahren? Legen Sie im Vorfeld strikte Regeln dafür fest und halten Sie sich daran.

Kein Tagesziel ist wichtiger als die Sicherheit an Bord. Wenn die Bedingungen nicht passen, ist ein kürzerer Schlag oder ein Hafentag oft die bessere Entscheidung.


8. Plan teilen und verfolgen

Ist der Gesamtplan erstellt, steht einem schönen Segelurlaub nichts mehr im Wege. Vor dem Ablegen ist es sinnvoll, den jeweiligen Tagesplan mit einer Person an Land zu teilen.

Meldet sich die Crew dann nicht rechtzeitig und informiert über die sichere Ankunft, kann die Person an Land ggf. die Seenotrettung alarmieren und sie über die geplante Route informieren.

Das ist sinnvoll für den Fall, dass Boot und Crew etwas passiert und sie die Rettungskräfte nicht mehr selbst alarmieren können.

Unterwegs gilt es, den erstellten Plan genau zu verfolgen. Es ist ratsam, jeden Wegpunkt auf der Liste oder Karte abzuhaken und regelmäßig Position, Kurs und Geschwindigkeit im Logbuch zu notieren.

So kann im Falle eines GPS-Ausfalls schnell und einfach die letzte Position gefunden und die weitere Route gekoppelt werden. So lässt sich das Ziel auch ohne Plotter und GPS bequem erreichen und der Segeltag zum vollen Erfolg werden.

UKW-Funkgerät an Bord für Sicherheit und Kommunikation beim Segeln

Vor dem Ablegen

Ein guter Plan soll den Törn leichter machen, nicht starrer.

Das Ziel von Passage Planning ist nicht, jede Minute des Segelurlaubs festzulegen. Es geht darum, genug Klarheit zu haben, um unterwegs ruhig und sicher reagieren zu können: bei Wetteränderungen, längeren Etappen, müder Crew oder neuen Ideen für die Route.

Route planen. Distanzen, Zeiten, Wetterfenster und Alternativen kennen.

Crew berücksichtigen. Die Tagesetappen sollten zur Erfahrung und zum Komfort an Bord passen.

Flexibel bleiben. Die besten Segeltage entstehen oft, wenn man den Plan im richtigen Moment anpasst.

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Artikel verfasst von

Maren Christoffer

Segellehrerin

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