Sportbootführerschein Binnen oder See, Sportküstenschifferschein, Sportsee- oder Sporthochseeschifferschein – die Liste der Segelscheine ist lang. Aber wer braucht überhaupt welche Führerscheine? Wir geben einen Überblick.
Die Sportbootführerscheine (SBF) Binnen und See bilden den Einstieg in den Bootssport. Mit ihnen können die Inhaberinnen und Inhaber auf Binnenrevieren oder küstennahen Seegebieten – bis zu drei Seemeilen – fahren. Sie sind die Pflichtführerscheine, über die jeder ambitionierte Bootsfahrer mindestens verfügen sollte. Sie sind das Mindestmaß, das Vercharterer von Charterseglern erwarten.
Wer das Mindestmaß erfüllt hat, sich aber noch etwas tiefer mit der Materie befassen möchte, kann den Sportküstenschifferschein anschließen. Dafür müssen Inhaberinnen und Inhaber des SBF See mindestens 300 Seemeilen nachweisen. Einige Vercharterer verlangen international die Vorlage des Sportküstenschifferscheins (SKS). Darüber hinaus dürfen Personen mit SKS gewerblich als Skipper unterwegs sein. Hierbei gilt die 12-Seemeilen-Entfernung als weiteste Distanz zur Küste.
Für ambitioniertere Seglerinnen und Segler bietet der Deutsche Segler-Verband e.V. noch den Sportseeschifferschein (SSS) und den Sporthochseeschifferschein (SHS) an. Sie sind aber nur Voraussetzung für Personen, die gewerblich als Skipper für beispielsweise eine Segelschule unterwegs sein wollen. Der SSS gilt für die Distanz von 30 Seemeilen bis zur Küste sowie auf der gesamten Nord- und Ostsee und dem Mittelmeer. Wer auch weitere Distanzen, wie beispielsweise eine Atlantiküberquerung skippern möchte, muss über den SHS verfügen. Er ist in der weltweiten Fahrt gültig.
Für Chartersegler ist in den meisten Fällen der Sportbootführerschein See absolut ausreichend.
Wer auf Nummer sicher gehen will und auch noch etwas mehr Wissen erwerben möchte, sollte sich mit dem Sportküstenschifferschein befassen. In der Ausbildung zum SKS werden die wichtigsten seglerischen Manöver trainiert und auch die Navigation vertieft.
Wer die 300 Seemeilen zur Prüfungszulassung bereits mitbringt, kann sich mit einer Woche Praxistraining gut auf die praktische Prüfung vorbereiten. Für die Theorieprüfung gibt es verschiedene Kurse, grundsätzlich ist es aber auch möglich, sich in Eigenregie auf die Prüfung vorzubereiten.
.Eine absolute Empfehlung für alle Charterseglerinnen und -Segler ist das Funkzeugnis SCR (Short Range Certificate).
Damit ist es erlaubt am Funkverkehr teilzunehmen. Wer kein SRC hat, darf das Funkgerät strenggenommen nicht bedienen.
Da Charterboote ab einer Länge von 12 Metern mit einem Funkgerät ausgestattet sein müssen, verlangen die Vercharterer auch die Vorlage des Funkzeugnisses. Andernfalls dürfen sie das Boot nicht verchartern.
Doch auch, wer auf kleineren Booten unterwegs ist, sollte die Prüfung zum SRC absolvieren. Dort lernt man, wie die Teilnahme am internationalen Funkverkehr richtig abläuft, wie man das Gerät bedient und wie man sich in Notfällen verhalten sollte.
Welcher Segelschein für einen Charter tatsächlich benötigt wird, hängt immer vom Fahrtgebiet, der Yacht und den Anforderungen des jeweiligen Vercharterers ab.
Mit dem SBF See haben Chartersegler eine wichtige Grundlage. Wer seine Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten erweitern möchte, ist mit dem SKS gut aufgestellt. Auch das SRC ist für Chartersegler sinnvoll, wenn an Bord eine entsprechende Funkanlage genutzt wird.
Gerade bei einem Charter im Ausland sollte vor der Buchung geprüft werden, welche Führerscheine und Nachweise vor Ort tatsächlich akzeptiert beziehungsweise verlangt werden. Einzelne Vercharterer können darüber hinaus weitere Nachweise über die Segelerfahrung fordern, beispielsweise ein Meilenbuch.
Für die meisten Chartersegler bildet der SBF See die Basis. Wer darüber hinaus mehr praktische Erfahrung sammeln und seine Kenntnisse in Navigation und Segelmanövern vertiefen möchte, kann mit dem SKS den nächsten Schritt gehen.
SSS und SHS richten sich dagegen vor allem an Seglerinnen und Segler, die anspruchsvollere Fahrtgebiete ansteuern oder entsprechende gewerbliche Qualifikationen benötigen. Ergänzend gehört für viele Chartersegler auch das SRC zu einer guten Vorbereitung auf den nächsten Törn.
Die Anforderungen können sich je nach Revier, Yacht und Vercharterer unterscheiden. Wer im Ausland chartern möchte, sollte deshalb bereits vor der Buchung klären, ob die vorhandenen Führerscheine und Erfahrungsnachweise für die gewünschte Yacht ausreichen.
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Artikel verfasst von
Maren Christoffer
Segellehrerin
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