Ein schöner Törn in eigentümlichen Zeiten -Dubrovnik im Oktober

Ein schöner Törn in eigentümlichen Zeiten -Dubrovnik im Oktober

A couple explores southern Dalmatia on a sailing yacht during COVID-times

Wie fühlt es sich an , so ein Törn unter Coronabedingungen, in der kroatischen Nachsaison? Gar nicht so unangenehm findet unser Kunde Mario Lopez. Und hat uns mit seiner Zwei - Personen Crew einen wunderschönen Bericht über seine Woche auf einer Dufour 360 ab Dubrovnik mitgebracht.

Freitag, 2.10.2020

Nachdem sich unsere Flüge aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Reisewarnungen und Flugstornierungen mehrfach verschoben haben, geht unser Hinflug nach Dubrovnik heute bereits um 12:45 mittags. Ursprünglich sollten wir erst abends fliegen und hätten dann die erste Nacht in Dubrovnik im Hotel verbracht. Wegen Corona ist aber alles anders. Seit dem 9.9. ist Dubrovnik seitens des Robert Koch Instituts und vom Auswärtigen Amt zum Risikogebiet erklärt worden und es gilt eine Reisewarnung: “...vor nicht notwendigen touristischen Reisen in die Gespanschaft Dubrovnik-Nebrevka wird aufgrund hoher Coronazahlen gewarnt…“. Die Zahlen sind zwar letztlich wieder runtergegangen, aber die Reisewarnung ist noch nicht aufgehoben und leider ist die Reise für den Rest unserer Crew damit einfach zu riskant. Aber wir haben Glück im Unglück und einen Voucher für das nächste Jahr bekommen - Master Yachting sei Dank die alles für uns gemanaged haben. Der Katamaran ist bereits reserviert und am 9.10.2021 werden wir einen neuen Versuch starten, mit der Family auf der Bali 4.1 die Gewässer und Inseln vor Dubrovnik zu erkunden.

Da Mario und ich nach unserer Rückkehr eh ganz normal von zu Hause aus weiterarbeiten, erscheint uns eine eventuelle Quarantäne nicht so schlimm und nachdem wir alle Für und Wider abgewogen haben, haben wir uns entschlossen, trotzdem zu fliegen und segeln zu gehen. Wir haben auf eine Dufour 360 Grand Large umgebucht. Die bietet für uns zwei genug Platz und so können wir alles schon mal in Ruhe für das nächste Jahr erkunden.  Am Flughafen ist es wie erwartet relativ leer. Es gilt natürlich Maskenpflicht im Terminal und wir amüsieren uns über die eigens aufgestellten Hygieneautomaten: statt Cola, Chips und Fruchtgummi kauft man heute ein- oder mehrfach verwendbare Mund-Nasen-Schutzmasken und Desinfektionsspray. Mario und ich haben uns für den optimalen Schutz im Flieger FFP2 Masken besorgt. Der Flieger ist wie erwartet auch nicht voll und es geht pünktlich los. Zum Essen und Trinken dürfen wir die Maske im Flieger absetzen. Eine gute Stunde später landen wir in Dubrovnik. – Uns fällt sofort die amerikanische Maschine vor dem Terminal auf: Pence ist zu Besuch in Kroatien. Über seinen Chef, Donald Trump, haben wir heute Morgen aus den Medien erfahren, dass er an Corona erkrankt sei und leichte Symptome zeige – oder ist alles nur inszeniert und er versucht dann mit einer wie auch immer gearteten Wunderheilung die Wahlen für sich zu beeinflussen? Unser Shuttle zur Marina verzögert sich dann prompt wegen der Amis.

Endlich geht es nach einer gefühlten Ewigkeit weiter zur Marina. Die Übernahme der Yacht geht dann recht flott. Nichts los. Die Saison im Juli und August war wohl noch recht gut, aber seit Mitte September haben viele Segler storniert. Luca macht uns zunächst mit dem Boot vertraut und fährt uns dann mit seinem kleinen grünen Laubfrosch, einem Mazda 2, zum Supermarkt. Der Supermarkt in der Marina ist schon zu und in dem anderen kleinen Supermarkt ca 500m die Straße runter, werden wir laut Luca vermutlich auch nicht alles finden. Wir kaufen für 1 Woche Wasser, Bier, Wein und Essensvorräte ein und verstauen schnell alles in den diversen Stauräumen auf dem Schiff. Mario checked zum 100. Mal den Wind- und Wetterbericht. Sieht nicht gut aus: ab dem frühen Nachmittag bis Sonntag Nacht 1:00 ist heftiger Wind mit bis zu 50 ktn angesagt. Zu riskant zum raussegeln, also stellen wir uns bereits seelisch darauf ein, den Samstag ganz gemütlich in der Marina zu verbringen. Zum Abendessen gehen wir in das kleine Restaurant Azzurro am Eingang der Marina. Danach stöbern wir noch etwas im Internet, schreiben ein paar Whatsapp und fallen dann ziemlich müde um 22:30 in unsere Kojen.

Samstag, 3.10.2020

Wir werden um ca 8:30 wach. In der Marina ist es ruhig und von dem Sturm der draußen toben soll auch nur wenig zu spüren. Während ich zum Duschen gehe, erkundet Mario die Lage und den Wetterbericht. Die Marina bleibt heute geschlossen. Windstärke 6-8. Da fährt keiner raus. Es soll aber wenigstens trocken bleiben und es ist angenehm warm. Nach dem Frühstück gehen wir zum nahen Supermarkt um die noch fehlenden Kleinigkeiten einzukaufen, die uns noch aufgefallen sind: Spülmittel, Flüssigseife, ein Feuerzeug für den Gasherd, O-Saft für mich zum Frühstück und noch ein 6-Pack Wasser. Wir überlegen mit dem Bus nach Dubrovnik reinzufahren, bleiben dann aber doch in der Marina. Schließlich soll der Wind im Laufe des Nachmittags weiter auffrischen, und es könnte ab und zu doch ein paar Tropfen regnen. Nächsten Samstag sind wir ja eh noch eine Nacht in Dubrovnik und haben dann bei vorausgesagtem Sonnenschein noch genug Zeit die Altstadt zu erkunden.  Ich mache es mir auf dem Vorschiff bequem, lausche dem Schlagen der Wanten und faulenze und lese. Mario checkt derweil nochmal alles durch und lässt von Luca und Pero die Kleinigkeiten beheben, die uns noch aufgefallen sind. Zum Abendessen bleiben wir heute an Bord – so toll waren die TK-Burger im Restaurant nun auch nicht. Dann lieber Wraps und ein Gläschen Rotwein an Bord.

Über Trump hört man mittlerweile, dass er ins Militärkrankenhaus gekommen sei und nun mit Remdesivir behandelt würde.

Gegenüber haben 5 Österreicher ihre Yacht in Beschlag genommen. Lautes Hallo und die Überraschung das es 46 Fuß Yachten ohne Bugstrahlruder gibt. Wer die ACI Marina in DBV kennt, versteht den trockenen Kommentar eines Crewmitgliedes: „Gut dass ich nicht der Skipper bin“. Wir genießen den Rest vom Rotwein mit ein paar Knabereien und genießen das uns gebotene Hafenkino.

Sonntag, 4.10.2020

Wir werden zeitig durch die zahlreichen Kirchenglocken wach. Der Sturm hat sich offenbar gelegt und es scheint die Sonne. Nach dem Frühstück verschwenden wir nicht viel Zeit und brechen auf. Mario traut sich das Ablegen ohne Hilfe von der Marina zu. Wir haben zwar kein Bugstrahlruder, aber es ist windstill und gegenüber ist eine kleine Lücke. Das müsste reichen. Fast. Wir küssen ganz leicht die uns gegenüberliegende Yacht, von der ich uns dann aber mit der Hand leicht abstoßen kann. Ziemlich eng hier. Würden schon gerne sehen, wie die Österreicher das mit ihrer 46 Fuß Yacht und auch ohne Bugstrahlruder machen. Wir motoren unter der Brücke durch und sehen backbord-seitig den neue Hafen, in dem normalerweise die Kreuzfahrtschiffe aufgereiht liegen. Heute liegt hier kein einziges. Corona sei Dank und Dubrovnik kann sich etwas erholen und hat heute locker 7000 Touris weniger zu bespaßen als zu Non-Corona-Zeiten. Draußen hat sich eine ordentliche Dünung aufgebaut. Die Nachhut vom Sturm. Unsere Krka schaukelt uns auf 2-3 Meter hoher Dünung durch die Adria. Ganz schön „bumpy“. Nächstes Jahr mit der Family sollten wir lieber die Route zwischen den Inseln zur Eingewöhnung wählen. Die ist zwar etwas länger, aber vermutlich weit ruhiger falls wir wieder südliche Winde haben. Wir probieren Groß- und Fock aus, müssen nach einiger Zeit aber dann doch den Motor zur Unterstützung dazu holen - typisches Rückseitenwetter eben. Gegen 14:30 laufen wir eine kleine Bucht an: Luka Saplunara. Hier gibt es ein kleines Bojen Feld und statt zu Ankern machen wir einfach an einer Boje fest. Die sind normalerweise nur für Restaurantbesucher, aber dieses Jahr sind alle Restaurants schon zu und hier keiner und falls doch jemand kommt, kriegt er halt die 100 Kunas – oder wir gehen doch vor Anker. Aber erstmal eine Runde schwimmen. Herrlich. Mein Handy, auf dem ich wegen der Corona App noch die Standortortung eingeschaltet habe, fragt mich, wie es denn in der Pine-Tree-Boutique gewesen sei. Wir nehmen das längst überfällige Anker- pardon, Bojen-Bier zu uns und während Mario schon das Abendessen zubereitet, mache ich es mir wieder auf dem Vorschiff bequem und widme mich dem Chillen und lesen.   

Nach dem Abendessen genießen wir die Stille bei Rotwein und leckeren Knabbereien. Ich schaue in den Sternenhimmel – eine Milchstraße fast wie im Outback in Australien macht sich über uns breit. Corona sei Dank – sonst wäre hier bestimmt viel mehr los. Wir gehen zeitig schlafen, da morgen ein weiter Schlag nach Lastovo vor uns liegt…

Montag, 5.10.2020

Um 6:30 werde ich wach. Mario ist schon auf – es sei ziemlich garstig da draußen… Oh je. Na ja, so schlimm ist es dann doch nicht: die Sonne ist noch nicht aufgegangen und es ist bewölkt. Wir frühstücken und sind dann um kurz nach 8:00 abfahrbereit. Das Meer ist noch etwas bumpy aber bei weitem nicht mehr so schlimm wie gestern. Oder haben wir uns etwa schon an die Schaukelei und Schläge gewöhnt? Die Sonne bemüht sich, schafft es aber nicht wirklich, sich tagsüber durch die Wolken zu kämpfen. Zwischenzeitlich müssen wir glatt für eine kurze Zeit auf lange Hose und Fleecejacke umsteigen. Aber immerhin hat die Wetter App NICHT recht: es regnet nicht. Hätte viel schlimmer sein können. Nach ca 8 Stunden Fahrt und rund 44 zurückgelegten nautischen Seemeilen nähern wir uns endlich unserem heutigen Etappenziel: die Insel Lastovo liegt vor uns – ein Naturschutzgebiet. Für 100 Kuna (ca 15 Euro) dürfen wir an der Boje festmachen. Plus zusätzlich 15 Euro für Crew & Boot für das Naturschutzgebiet. Die Nachsaisonpreise sind echt zivil. Vor uns ist schon eine andere Segelyacht angekommen. Ob die sich wohl jetzt ärgern, dass wir gekommen und sie nicht alleine sind? Mario geht schnell eine Runde schwimmen, während ich schon mal das Anker- pardon wieder nur Bojenbier und ein paar Salzstangen raushole. Inzwischen kommt noch eine weitere Yacht. Mario macht dem Skipper recht deutlich zu verstehen, dass er sich ja nun nicht wirklich genau an die Boje neben uns legen müsse. Die ganze Bucht ist frei und wir liegen nur mit dem Bug an der Boje. Das Bojenfeld ist für Bug- + Heckboje ausgelegt, so kommen hier im Sommer locker 20 Schiffe unter. Heute sind wir nur zu Dritt. Später kommt noch ein Katamaran, der in der kleinen Marina festmacht. Während Mario sich dem Abendessen widmet, aktualisiere ich meinen Corona-Report und schreibe Törnbericht. Da wir von dem langen Schlag und der kurzen vorherigen Nacht ziemlich müde sind, gehen wir zeitig zu Bett.

Dienstag, 6.10.2020

In der Nacht weckt mich der Mond. Er ist abnehmend, meint aber, er müsse unbedingt durch die Luke direkt in mein Gesicht scheinen. Ich setze meine Augenklappe auf und schlafe sofort wieder ein. Um kurz vor 8:00 werden wir wieder wach: Es ist wolkenloser Himmel und die Sonne kommt langsam über den Hügel. Es weht ein ziemlich frischer Wind und wir warten noch ein paar Minuten im warmen Bettchen. Schließlich wage ich das Morgenbad. Herrlich. Danach eine kurze Heckdusche mit Haare waschen. Zum Frühstück mache ich uns heute Spiegeleier, allerdings klebt die Pfanne ziemlich. Die Eier schmecken aber trotzdem. Vor uns liegt ein wunderschöner Segeltag. Mario macht die Daheimgebliebenen mit unverschämt gut aussehenden Urlaubsfotos neidisch. In Halle sind 6 Grad und Regen, in Köln und München sieht es offenbar auch nicht viel besser aus. Wir freuen uns über gut 20 Grad und Sonnenschein. Wir segeln zunächst die Insel Lastovo entlang, umrunden sie dann im Norden und segeln dann auf der Ostküste wieder runter. Die kleine Bucht Zaklopatika gefällt uns nicht wirklich. Zwar steht der Restaurantbesitzer schon geschäftstüchtig mit der Mooringleine am Steg, aber wir entscheiden uns spontan doch lieber noch die 2 Stunden weiter bis Korcula, der Insel gegenüber, zu segeln. Eine gute Entscheidung. Die kleine Ankerbucht Pupnatska Luka liegt sehr idyllisch, wir sind das einzige Boot und der Anker hält auf Anhieb. Nur zum Baden erscheint es mir dann doch schon zu kalt: es ist mittlerweile auch schon 17:00 Uhr. Also gleich das Ankerbier, ein paar Salzstangen und dann nahtlos zum Abendessen übergehen. Über uns wieder ein sternenklarer Himmel. Nach dem Abendessen chillen wir noch etwas an Deck: Wir holen uns unsere Decken, da es doch langsam frisch wird hier draußen, aber den bombastischen Sternenhimmel über uns müssen wir erst noch ein wenig genießen. Ich erspähe den Delfin: das Sternbild in dem Christopher seinen Stern hat. Im Laufe des Abends werde ich mit 3 Sternschnuppen belohnt. „Scho schee…. „

Mittwoch, 7.10.2020

Wie unsere Wetter-Apps es richtig voraus gesagt haben, ist es heute grau in grau und Regen angesagt: wir werden durch das Schlagen der Ankerkette an die Bordwand geweckt: der Wind und damit auch das Schiff haben sich gedreht und wir liegen jetzt mit dem Bug zur Öffnung der Bucht. Zum Frühstück haben wir noch Glück und können in Ruhe draußen frühstücken. Doch bereits beim Anker lichten fängt es an zu tröpfeln. Kaum sind wir aus der Bucht raus, geht das Tröpfeln in Regen über und Mario legt sein Ölzeug an. Wenig später greife auch ich zu Regenhose und Kappe sowie weitere 1-2 Stunden später auch zur Regenjacke. Wir beschließen die Sandbucht im Süden von Korcula anzulaufen. Es ist doch zu garstig und wir haben keine Lust bei dem Wetter noch 4 Stunden bis Mijel rüberzufahren. Die Bucht von Przina ist zwar nicht besonders hübsch (welche ist da schon bei Regen?) aber wir beschließen es doch mit dem Ankern zu versuchen. Das Manöver klappt wie bereits am Vortag auf Anhieb. Den weiteren Verlauf des Tages verbringen wir mit Lesen und Chillen. Dabei schaukelt es teilweise ganz schön. Auch fängt es immer wieder an zu regnen. Gegen 18:00 nehmen wir unser Ankerbier an Deck zu uns, um gleich darauf vor dem nächsten Regenschauer wieder ins Innere unserer Krka zu flüchten. Aber: es wird heller. Keine 30min später hat es aufgehört und wir können noch einen schönen Sonnenuntergang erahnen. Das Schaukeln wird weniger und über uns begrüßt uns ein wolkenloser Himmel. Können wir glatt draußen zu Abend essen. Morgen soll es wieder schön werden…

Donnerstag, 8.10.2020 Gegen 1:00 morgens wird das extreme Geschaukel endlich weniger. Am nächsten Morgen grüßt uns ein wolkenloser Himmel. Es weht allerdings ein ziemlich heftiger und kalter Wind. Da die Sonne bisher nur zaghaft über den Hügel scheint, verzichten wir auf das Guten-Morgen-Schwimmen. Dann doch lieber erst heute Abend! Mario rät zur Eile, da der Schlag heute doch wieder ein wenig länger werden könnte. Wir können nach dem Ablegen sofort die Segel setzen und schaffen bei 25kn Wind an die 6.5 kn. Viel schneller geht bei unserem kleinen Boot kaum. Da der Wind hier und da im Kanal recht böig ist, müssen wir zahlreiche Male reffen. Dann wieder ist kaum Wind und wir können Vollzeug fahren. Wir segeln die Insel Mljet von Nord nach Süd entlang – diesmal allerdings auf der nördlichen Küste entlang. Gegen 15:00 kommen wir an die erste von 2 Buchten, die Mario uns für die Übernachtung ausgeguckt hat. Die erste Bucht „Prozura“ ist zwar recht hübsch und hat zahlreiche Bojen liegen, sie erscheint uns aber nicht geschützt genug bei den herrschendem NW Wind (oder ist es doch eine “kleine” Bora ?) und wir fahren doch noch die ca 30min weiter nach „Okuklje“. Hier gibt es mehrere Restaurants und die Restaurantbesitzer stellen sich auch gleich wieder geschäftstüchtig an die Mole und halten ihre Moorings bereit, um uns einzuweisen. Wir überlegen zunächst zu Ankern, was wir dann aufgrund einer Untiefe in der Buchtenmitte aber schnell wieder verwerfen. Dann doch lieber an die Boje. Es gibt zwei kleine gelbe Bojen auf der Südseite der Bucht. Die Bojen sind allerdings so klein und die Schlaufen unter Wasser, dass wir einige Anläufe benötigen. Schließlich mache ich mich schon fertig, um ins Wasser zu springen, und uns vom Wasser aus festzumachen, als es Mario endlich gelingt, eine Boje zu erhaschen und festzuhalten. Nach dem Festmachen genießen wir schnell ein kühles Bad, bevor es unser Anker- bzw Bojenbier gibt. Dabei beobachten wir die hiesigen Fischer, wie sie in ihren Ruderbooten die Netze kontrollieren. Morgen geht`s schon wieder zurück in die Marina von Dubrovnik.

Den Abend genießen wir noch einmal den Blick in den wolkenlosen Sternenhimmel. Die Woche ist wieder unglaublich schnell vergangen…. 

Freitag, 9.10.2020

Am Morgen lacht wieder die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Allerdings ist es in der Bucht noch schattig und der Wind recht kühl. Also kein Bad sondern sofort Frühstück. Da wir mit den Vorräten sehr gut im Rennen liegen, gibt es neben Brot heute auch Spiegeleier und Obst mit griechischem Joghurt – „Jürgen-Gedächtnis-Frühstück“, wie Mario trocken bemerkt. Dann fahren wir los. Heute ist kein Wind, das Meer liegt wie eine Badewanne vor uns und wir beschließen uns mal die Innenseite der vor Dubrovnik vorgelagerten Inseln anzuschauen. Die Insellandschaft erinnert mich ein wenig an die Marlborough Sounds von Neuseeland, mehrere kleine bis kurz vor die Wasserkante „bewaldete Pilze“. Bevor wir in die Marina fahren geht’s zum Tanken. Ich mache die Fender links und rechts fest, und lege mir vorsorglich die dicke Berta zurecht, da die Einfahrt recht schmal erscheint und wir noch nicht ganz sicher sind, wie wir anlegen müssen. Dann mache ich mich mit dem Festmacherseil am Bug bereit. Das Anlegemanöver klappt aufgrund des fehlenden Windes fast perfekt. Wir Tanken, ich zahle und dann geht’s in umgekehrter Reihenfolge wieder los: erst die Heckleine los, dann die Bugleine auf Slip – und weg sind wir. Mario gibt Luca Bescheid, dass wir fertig getankt haben und jetzt in die Marina kommen. Die Fahrt dorthin dauert von der Tankstelle allerdings noch eine gute halbe Stunde. In der Marina ist nicht viel los, auch kein Wind und Mario legt ein perfektes Anlegemanöver hin. Luca checkt schnell das Boot und bedankt sich, dass wir die Krka so prima behandelt haben. Jetzt fehlen nur noch der Taucher. Derweil bringe ich schonmal den Müll weg und wir genießen unser letztes Anlegerbier – mit Cracker, Salami und Käse. Den Abend lassen wir noch einmal gemütlich an Bord ausklingen. Da es nach Sonnenuntergang doch recht frisch wird, holen wir uns wieder die bewehrten Decken und Kopfkissen. Der Sternenhimmel ist hier längst nicht mehr so imposant wie draußen in den kleinen Buchten. Gegen 21:30 werden wir müde und gehen schlafen. 

Alles in allem ein super Törn und Corona sei Dank keine überfüllten Buchten und überhöhte Preise. Dazu in freiwilliger Quarantäne an Bord mit empfohlener Dauerlüftung – gut daß wir es gemacht haben. Wir freuen uns auf nächstes Jahr !