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Von MARMARIS nach Westen

20 Okt., 2015
von Hans-Walter Krämer
Türkischen Küste, Türkei
Bavaria 45 Cruiser

Wie segeln 2 Wochen mit einem Crewwechsel nach einer Woche. Leider muss der wieder in MARMARIS stattfinden, da heißt es für diejenigen, die beide Wochen an Bord bleiben, möglichst Abwechslung suchen. Da wir 2012 bereits von MARMARIS aus den östlichen Küstenabschnitt bis FETHIYE kennengelernt haben, ist jetzt die westliche Richtung angesagt: Wir wollen die Buchten von YESILOVA, HISARÖNÜ und DATCA kennenlernen.
Unser Schiff ist - wie schon mehrmals - eine Bavaria Cruiser 45 Avantgarde. Für uns 6 in der 1. Woche bzw. 5 in der 2. Woche saubequem, wir waren allerdings auch schon zu neunt auf so einer Yacht.
Als Segelzeit bietet sich immer wieder die 2. Septemberhälfte an, da ist in der Türkei noch Sommer und das Meer hat angenehme 25° C.

Schiffsübernahme und Einkauf

Tag 1 am 12 Sept., 2015

Da die Ankunftszeiten der Direktflüge von FRANKFURT nach DALAMAN erst am Abend sind, landen wir bereits am Vortag gegen 20 Uhr und lassen uns von einem Taxis zu unserem zuvor gebuchten Hotel (Natalie,s Marmaris Beach Hotel, pro 2-Bett-Zimmer und Nacht 50 €)bringen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück gehen wir zur Netsel Marina und nehmen Kontakt zu Gena Yachting auf. Unsere "Aura" ist bereits übergabeferig. Die Übergabe durch den sehr freundlichen Basisleiter verläuft gründlich und zugleich flott.
Anschließend teilt sich die Crew die Aufgaben: 3 Mann befördern das Gepäck vom Hotel zum Hafen, die anderen kaufen ein. Als die Lebensmittel- und Getränkelieferung kommt, wird alles ordentlich verstaut.
Nach einigen Getränken an der Poolbar essen wir abends sehr gut im DEDE Restaurant in vorderster Linie am Stadthafen.

von MARMARIS nach CIFTLIK

Tag 2 am 13 Sept., 2015

Bei der Abmeldung beim Hafenmeister über Kanal 6 sendet man uns ein Pilotenboot, mit dessen Assistenz wir unseren Liegeplatz an Steg K, den Hafen und die Stadt verlassen.
Wegen des fehlenden Windes laufen wir unter Motor aus der großen Bucht von MARMARIS hinaus. Zunächst suchen wir uns eine Bucht, wo der Anker auf 14 m Sandgrund fällt. Bei dieser 1. Badepause genießen wir das herrlich klare, vor allem aber warme Meerwasser.
Nach einer Sicherheitseinweisung heißt es 3 Stunden später "Anker auf!". Kurz danach sind Groß und Genua ausgerollt und wir segeln zu unserem Etappenziel CIFTLIK KOYU.
In der gleichen Bucht habe ich 3 Jahre zuvor eine Nacht vor Anker verbracht, da es keine andere Möglichkeit gab. Jetzt erkennen wir insgesamt 4 Steganlagen, von denen aus uns jeweils mit bunten Fahnen einladend zugewunken wird. Wir entscheiden uns für den 3. Steg von rechts und liegen kurze Zeit später mit Mooring und Heckleinen bei "AZMAK RESTAURANT, MARKET & BAR".
Toilette, Dusche, Strom, Wasser und WIFI sind frei, wenn wir dort essen. Das tun wir natürlich: 6 große Vorspeisen,2 Zackenbarsche mit Frites und Salat, Rosé und Wasser, Wasser, Wasser ...

von CIFTLIK nach BOZUK BÜKÜ

Tag 3 am 14 Sept., 2015

Nach Frühstück und Schwimmen legen wir ab und motoren zunächst. Später segeln wir - unterbrochen von einer obligatorischen Badepause - nach BOZUK BÜKÜ, einer tief nach NW eingeschnittenen Bucht, 2,2 sm südlich des Kaps KABURUN und nur 10 sm nördlich von RHODOS.
Aus dem Angebot mehrerer Restaurants mit Holzstegen entscheiden wir uns für das "MUSTAFA SAILOR`S HOUSE". Bei gleichen Bedingungen wie am Vortag genießen wir ein ausgiebiges, ordentliches Essen mit Vorspeisen, unterschiedlichen Hauptgerichtsn sowie Getränken. Das Angebot an Speisen ist allerdings vergleichsweise gering.

von BOZUK BÜKÜ nach DATCA

Tag 4 am 15 Sept., 2015

Das Meer ist glatt also motoren wir westlich der griechischen Insil SIMI vorbei nach N, später nach W unserem Ziel DATCA entgegen. Nach einer herrlichen Schwimmpause mitten auf dem offenen Meer können wir Delfine beobachten.
Am Nachmittag machen wir im Stadthafen von DATCA fest. Wir liegen unter Buganker direkt am Kai dieser kleinen, hübschen Stadt. Die Liegeplatzgebühr beträgt 80 TL, trotzdem erweisen sich die Sanitäreinrichtungen als wenig empfehlenswert. So benutzen wir Toiletten und Duschen im gegenüber unserer Yacht liegenden "EKMEK Restaurant / Captain´s place", die wir samt WIFI kostenlos benutzen dürfen, wenn wir dort essen. So sitzen wir am Abend auf einem Balkon im 1. Stock dieses Restaurants und haben einen wunderschönen Blick über die gesamte Bucht hinaus aufs Meer. Für 6 köstliche Essen mit Vorspeiden und 2 Flaschen Rosé zahlen wir 390 TL, d.h. ca. 130 €.
Ein Stadtbummel und ein Absacker an Bord beschließen den Tag.

von Datca nach BOZBURUN

Tag 5 am 16 Sept., 2015

Endlich Wind, zudem aus der richtigen Richtung: Wir segeln unter Vollzeug mit 6 kn in Richtung der YESILOVA-Bucht. Nach einem Badestopp geht es nordwärts nach BOZBURUN. Gegen 17 Uhr liegen wir im hintersten Winkel des Stadthafens mit Strom und Wasser (60 TL Liegeplatzgebür incl. WIFI).

von BOZBURUN nach CIFTLIK

Tag 6 am 17 Sept., 2015

Kaum Wind, also müssen wir motoren! Da wir wieder in CIFTLIK Station machen wollen, melden wir uns vorsorglich telefonisch bei AZMAK RESTAURANT an.
Gegen 16 Uhr werden wir dort freundlich begrüßt und liegen am gleichen Steg wie am Sonntagabend. Heute essen wir einen hervorragend zubereiteten Red Snapper, für dessen 2700 g wir zuvor einen Preis von 378 TL samt Beileigen ausgehandelt haben. Dazu kommen natürlich noch leckere Vorspeisen und guter Wein.

von CIFTLIK nach MARMARIS

Tag 7 am 18 Sept., 2015

Wegen des Crewwechsels geht es heute zum Heimathafen der "AURA". Der Weg ist kurz, also können wir lange schlafen und dann ausgiebig in der Bucht schwimmen, bervor wir ablegen.
Zum letzten Mal in dieser Woche werden die Segel ausgerollt, aber bald muss uns der Motor voranbringen. Die Tanke im Hafen wird von 12(!) Yachten belagert, da verzichten wir heute lieber, den Tank aufzufüllen und verschieben diesen Vorgang auf Sonntagmorgen.

Hafentag Marmaris

Tag 8 am 19 Sept., 2015

Wir verabschieden am frühen Morgen 2 Crewmitglieder, die zu ihrem Flieger nach DALAMAN müssen, während das neue Crewmitglied erst am Abend zu uns kommt.
Den langen Hafentag verbringen wir mit Shoppen, Stadtbesichtigung, Chillen und Schwimmen im Hafenpool.
Für den Abend haben wir einen Tisch im Highside reserviert. Beim sehr guten Essen ist der Blick über die gesamte Bucht und den Hafen fantastisch!

von MARMARIS nach ORHANIYE in die MARTI MARINA

Tag 9 am 20 Sept., 2015

Heute ist es bedeckt, schwül-warm, kein Wind, obwohl für die beiden nächsten Tage Sturm aus S angesagt ist.
Wir tanken zunächst als Grundlage für die Abrechnung der Gruppenkasse für die 1. Woche.
Kurz bevor wir die Bucht von MARMARIS verlassen, zieht ein Gewitter knapp an Bb in Richtung unseres Hafens vorbei. Wir ziehen Regenjacken an und staunen über die unbändige Gewalt der Natur. Kurze Zeit später klart es auf und die Sonne scheint wieder bei 27° C.
Unser Ziel ist die HISARÖNÜ-Bucht, und dort die Marti Marina in der Südostbucht ORHANIYE KOYU. Besonders in dieser Bucht sind zumindest die Täler so dicht bewaldet, dass die Farbe grün dominiert.
Kurz vor unserem Ziel wird die Sicht immer schlechter, das nächste Gewitter naht. Plötzlich kommen solche Wassermassen von oben, dass wir zunächst tief in der Bucht kurz vor Land vor Anker gehen. Als sich das Wetter beruhigt, motoren wir die 2 sm zurück zur Marina. Außer dem Kassieren von 400 TL funktioniert dort nichts, das Personal ist inkopetent und hochnäsig. Obwohl gut 1/3 der Liegeplätze frei sind, wird uns nach mehreren Vertröstungen über Kanal 73 nach mehr als 30 Minuten endlich außerhalb des Hafens an einem Betonsteg längs ein Liegeplatz zugewiesen. WIFI funktioniert nicht, der Wetterbericht ist von der vergangenen Woche. Die Marti Marina ist absolut nicht zu empfehlen!

von Marti Marina in ORHANIYE KOYU nach DATCA

Tag 10 am 21 Sept., 2015

Sonnig, warm, gute Sicht, etwas Wind, aber keineswegs Sturm.
Es ist der tollste Segeltag, den man sich vorstellen kann. Wir machen unter Vollzeug bei halbem und achterlichem Wind einen super Zisch mit mehr als 6 kn nach DATCA. Dort legen wir in der uns zugewiesenen schmalen Lücke zwischen 2 Yachten an, obwohl weiter links geräumige Liegeplätze frei sind. Später stellt sich heraus, dass dies unser Glück ist: In der Nacht kam ein Sturm mit 7 - 8 Bf direkt aus der Richtung der Hafenöffnung mit entsprechend vielen und hohen Wellen. An Schlaf ist nicht zu denken, Ankerwache ist angesagt, wer weiß, ob der Anker hält. Er hält, nicht zuletzt deshalb, weil wir etwas mehr als 40 m Kette gesteckt haben.
Von den von uns bevorzugten Liegeplätzen weiter links sind Stege vor die Kaimauer gebaut, die von der Gewalt der Wellen zerfetzt werden. Bretter wirbeln dort durch die Luft und schwimmen anschließen zwischen den Yachten. Einige Yachten schaukeln so stark, dass die Masten aneinanderknallen. Etliche Riggs und Reelings werden so beschädigt, dass für manchen Skipper an eine Fortsetzung des Törns nicht zu denken ist.

Hafentag DATCA

Tag 11 am 22 Sept., 2015

Da der Sturm bis kurz nach Mitternacht des Folgetags anhält, ist heute an eine Fortsetzung des Törns nicht zu denken. Allerdings ist die Situation so, dass nur hin und wieder einer das Schiff verlassen kann, um z.B. einzukaufen. An einen gemeinsamen Stadtbummel oder Essengehen ist nicht zu denken.

von DATCA nach SEMILIYE

Tag 12 am 23 Sept., 2015

Es ist sonnig und warm, typisch Rückfrontenwetter.
Wir legen gegen 10 Uhr ab und zischen mit z.T. mehr als 7 kn unserem Ziel SEMILIYE entgegen. Auf der Südseite des HISARÖNÜ-Golfes liegt SELIMIYE KOYU, ein uriger Fischerort mit insgesamt sieben einladenden Restaurantstegen. Dort haben wir telefonisch am AURORA-Steg einen Liegeplatz reserviert. An diesem Steg gibt es Platz für 10 Yachten an Moorings, Strom, Wasser, WLAN kostenlos, ebenso das Benutzen der sauberen Sanitäreinrichtungen.
Am Abend liegen wir in dieser wunderschönen Bucht an einem Steg, auf dem man zugleich auch essen kann. Der Chef hat sich auf eine feine türkische Küche spezialisiert. Vorspeisen zum Aussuchen wie immer, aber vielfältiger und feiner! Als Hauptgang gibt es für uns die zwei Spezialitäten des Hauses: Rindfleisch gefüllt mit Mozzarella und Tomaten, am Spieß geschmort oder Zackenbarsch, grätenfrei, in der Kasserolle im Fischsud mit Oystersauce. Beides köstlich, ebenso wie der Nachtisch: 2 x Eis mit warmen Feigen und Walnüssen. Mit Wasser und 1 ½ l Rosé zahlen wir für 5 Personen 490 TL.

von SEMILIYE nach CIFTLIK

Tag 13 am 24 Sept., 2015

Beim Anlegen erhalten wir vom Restaurant zum Abschied ein frisches Fladenbrot an Bord gebracht.
Wir verlassen diese wunderschöne Bucht, die von ihren Farben und ihrem Bewuchs eher an das Allgäu als an das Mittelmeer erinnert.
Günstiger Wind lässt uns die ersten Meilen segeln, später ist der Motor angesagt, da der Wind aus SW kommt, der Richtung, in der unser Etappenziel CIFTLIK liegt.
Nach 35 sm und 8 Stunden einschließlich Badepause legen wir erneut am Steg des AZMAK-Restaurants an. Nach 3 Tagen Schließung ist dieser Steg samt Restaurant wieder geöffnet, 2 andere Stege sind von dem Sturm so weit zerstört, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt unbrauchbar sind.
Bei starkem Wind aus S ist eine nach S offenen Bucht trotz vorgelagerter Insel in hohem Maße den Wellen ausgesetzt.
Wir essen wieder ausgesprochen lecker: Jeder einen gefüllten Champignon, jeder eine Portion Scampis und gemeinsam einen Red Snapper (2,1 kg. Mit 2 Flaschen Rosé zahlen wir 502 TL.)

von CIFTLIK nach MARMARIS

Tag 14 am 25 Sept., 2015

Da es nur ein kurzes Stück bis MARMARIS ist, haben wir viel Zeit, die wir mit Schwimmen und Faulenzen verbringen, bevor wir um 12 Uhr ablegen.
Nach dem Einlaufen in die Marina tanken wir zunächst und lassen die drei Fäkalientanks leerpumpen. Da unser Steg K zu diesem Zeitpunkt kaum belegt ist, erhalten wir keine Assistenz. Nach einer sehr engen Einfahrt zwischen L und K legen wir ohne Probleme im Bereich von Gena-Yachting an, melden uns zurück und checken aus.
Den Tag und den gesamten Törn lassen wir wieder mit einem gemeinsamen Essen ausklingen. Im HIGHSIDE haben wir wieder einen Tisch in der ersten Reihe der Dachterrasse. Es ist warm und die Aussicht einfach gigantisch. Das Essen ist prima, vor allem die Shrimps-Kasserolle ist empfehlenswert.
Ab 23 Uhr ist auf dem Rückweg zum Hafen ein Abstecher in die Disco-Meile angesagt. Hier gibt es ca. 10 riesengroße Diskotheken, jeweils mit mitreißender, aber sehr lauter Musik und Tanzanimation. Leider hört man bei entsprechender Windrichtung den Musikmischmasch bis zum frühen Morgen auch in der eigenen Koje.

Resümee und Abschied

Tag 15 am 26 Sept., 2015

Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück an Bord verlassen wir die "AURA" gegen 9 Uhr. Wir treten die Rückreise an, deren 1. Etappenziel der Flughafen in DALAMAN ist.
Die beiden Wochen waren toll: Die Yacht samt Service, die Zielorte (außer DATCA und BOZBURUN jeweils Buchten und Stege)und natürlich die Versorgung mit Essen. Auch über Wind und Wetter können wir nicht meckern und die Wassertemperatur des sehr sauberen östlichen Mittermeeres lädt auch im Spätsommer und Frühherbst immer wieder zum Baden ein.
Wir haben in der 1. Woche 120 sm, in der 2. 140 sm zurückgelegt und jeweils rund 40 l Diesel verbraucht.
Der Törn hat uns so gut gefallen, dass wir mit Sicherheit alsbald zurückkehren werden, um dann die Stellen, die uns besonders gut gefallen haben, erneut aufzusuchen. Außerdem gibt es eine Reihe von Orten und Buchten, die wir erst noch kennenlernen wollen.