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Törnbericht kanadische Westküste und Desolation Sound ab Vancouver

28 Nov., 2012
von Volker Pfau
Kanada
Bavaria 50 / Vancouver

Die Daten zum Törn:

- Zeit: 13.06. – 02.07.2012
- 16 Personen auf 2 Yachten von Cooper Boating
o 1 x Bavaria 50 Bj 2007
o 1 x Bavaria 45 Bj 2011
- Flüge: direkt Düsseldorf – Vancouver mit Air Berlin
- Betreuende Agentur: Master-Yachting
- Organisation Volker Pfau und Ulrich Westermann vom Kaarster Segel-Club
- Planung seit Januar 2011, 3 Vortreffen
- Versicherung über Charterpaket „Premium“ von Pantaenius
- Kosten pro Person ca. 2.300,00 € für
o Flug, Charter, Versicherung, Transfer, Organisation, Tagesausflug mit „Hurrican Jack“
- Beratung: Frau Sabine Keiner über „Charterhorizonte“


Eine Zusammenfassung des Törns vorab:

- Ein grandioses Segelrevier, Natur pur, Tierbeobachtungen
o Seeadler
o Schwarzbären
o Braunbären
o Orcas
o Delphine
o Seelöwen, etc.
- Ein navigatorisch z.T. anspruchsvolles Revier mit bis zu 4m Tide
- Achtung bei Rabbits bis zu 13 kn!!!
- Die Betreuung durch die Agentur Master-Yachting, vertreten durch Frau Barbera, war wie bei allen bisher durchgeführten Törns ausgezeichnet. Alle Fragen und Probleme wurden zur Zufriedenheit aller Teilnehmer gelöst.
- Die gecharterten Yachten von Cooper-Boating waren in einem Top-Zustand . Abstriche sind beim nordamerikanischen Sicherheitsstandard zu machen:
o Keine Rettungsinsel
o Keine Life-Leinen
o Als Rettungswesten gab es lediglich Kajakwesten
- interessierte und hilfsbereite Menschen an Kanadas Westküste
- Wetter: meist trocken, Winde aus SE bis SW meist mit 10 – 20 kn. Temperaturen tags 18-20°, nachts 12-15°. Wassertemperatur 17-19°
- In Häfen und Liegeplätzen, die angefahren werden, unbedingt vorher über VHF anmelden.
- Teure Liegegebühren ( zw. 50 und 85 C$ für 50ft – Yacht)
- Zurückgelegte Strecke: 495 nm, davon 240 nm unter Motor.
- Nautische Literatur: Waggoner Cruising Guide, Kanadische Seekarte Nr. 3001
- Während des Törns: ständige Beobachtung des Wassers vor dem Bug – Ausschau nach Baumstämmen.
- Tägliche Kontrolle des Wasserfilters im Motor bzl. Seegras

Tag 1

Tag 1 am 13 Juni, 2012

Abflug von Düsseldorf nach Vancouver mit Air Berlin, Flugdauer: 11 Stunden, großartiger Blick auf das vergletscherte Grönland.
Ankunft in Vancouver gegen 11.00 Uhr Ortszeit. Fahrt mit dem Taxi zur Basis von Cooper-Boating auf Granville Island – also im Herzen von Vancouver. Wir bleiben nach der Übergabe der Yachten 2 Tage in Vancouver, jeder entdeckt die Stadt nach eigenem Belieben. Für Vancouver sollten unbedingt 2 volle Tage – besser drei – geplant werden. Die vielen Möglichkeiten, die Sehenswürdigkeiten dieser großartigen Stadt anzusehen, sollten als „Heimarbeit“ genau vorbereitet werden. Restauranttipps: Steamworks, 375 Water St. Tel: 604-689-2739 und Steakhouse Granville Island tel: 604-685-4735 unbedingt vorher Tisch reservieren.

Tag 2

Tag 2 am 14 Juni, 2012

Die Yachtübergabe am 14.06. erfolgte professionell, gute Revierberatung, Hilfe bei Proviantierung, leider keine Lifeleinen, Rettungswesten und Rettungsinsel an Bord. Haben 2 Lifeleinen gekauft ( 125,00 C$ pro Stück!). Eigene Rettungswesten sollten mitgenommen werden. Die Schiffe waren in einem erstklassigen Zustand – am Heckkord großer Gasgrill (amerikanischer Standard). Gutes ausreichendes Kartenmaterial und Revierinformationen an Bord.

Kein Eintrag

Tag 3 am 15 Juni, 2012

Kein Eintrag

Tag 4

Tag 4 am 16 Juni, 2012

erster Schlag Vancouver – Smugglers Cove (49°30,9´N ; 123°57,2`W) 42 nm
- Wind E – SE 3-4 bedeckt, kein Regen 18°C
- Navigatorisch kein Problem, immer Landsicht,
- Schwierige Einfahrt in Smugglers Cove (schmal und nur 2,40m tief bei eigenem Tiefgang von 2m. Im Naturhafen Ruhe und Natur pur.
- Anker muss gut eingegraben werden – benötigen 3 Versuche – lange Landleine, Tide hier 3,40 m.
- Unbedingt Dinghitour und Landgang unternehmen!
- Gegessen wird an Bord

Tag 5

Tag 5 am 17 Juni, 2012

Smugglers Cove – Lund ; 45 nm

- Wind SE 4, bewölkt, 19°
- Bzl. Navigation erneut keine Probleme
- Erste Orcas gesichtet (zwischen Lund und Hernando Island)
- Gehen in Lund an einen schwimmenden Ponton längsseits und zahlen fürs Liegen ohne Strom 65 C$ - es gibt aber Duschen beim Hafenmeister.
- Bummel durch den Ort lohnenswert. Hier beginnt der berühmte Highway Nr. 1, der bis in den Süden von Chile führt.
- Kochen an Bord

Tag 6

Tag 6 am 18 Juni, 2012

Lund – Gorge Harbour ; 17 nm

- starten für den kurzen Schlag erst gegen Mittag – so spielt auch die Tide mit.
- Wetter: Wind SE 3, halb bedeckt, trocken 20°
- Erneut keine navigatorischen Probleme, immer Landsicht
- Begegnung mit einem riesigen Holzfloß ( ca 500m x 50m), das von 2 Schleppern gezogen wird – weiträumig ausweichen!
- Gorge Harbour (tel: 250-935-6433) auf Cortez Island ist eine sehr gepflegte Marina mit Sauna und heißem Pool – zahlen 85 C$ für eine Nacht am neuen Steg.
- Auch in Gorge Harbour unbedingt eine Rundfahrt mit dem Dinghi unternehmen ( Seehunde, Weißkopfseeadler, Rehe) .

Tag 7

Tag 7 am 19 Juni, 2012

Gorge Harbour – Heriot Bay auf Quadra Island (50°06`N ; 125°12,7`W) - 20 nm

- Wetter: Schwachwind SE 1-2, sonnig, 22°
- Start erneut erst gegen Mittag nachdem wir den Wasserfilter von Seegras gereinigt haben. Übrigens: Schleppangeln sinnlos, da die Angelschnur und der Köder sich sehr schnell mit Seegras vollsetzen.
- In Marina Heriot Bay werden mit dem Dinghi zuerst treibende Baumstämme beiseite geräumt, bevor beide Yachten längsseits festmachen. Strom und Wasser am Steg. Liegegebühr für 2 Nächte 110,00 C$. Duschen gibt es beim Hafenmeister, ordentliches Restaurant, wir essen an Bord, es wird wie an den Vorabenden gegrillt.

Tag 8

Tag 8 am 20 Juni, 2012

- für heute ist ein Hafentag vorgesehen: Ausflug mit 2 Zodiak-Schlauchbooten der Firma „Hurrican Jack“. Zahlen für den Tagestrip 120,00 C$ pro Person, aber unbedingt zu empfehlen: pro Zodiak 10 Plätze, 2 x 250 PS, alle Teilnehmer werden in Überlebensanzüge incl. Rettungsweste gepackt.
o 07:30 Uhr Abholung zu Bear and Whale Watching
o wir sehen Weißkopfadler, Schwarzbären, Grizzlys, Delphine
o Fahrt durch diverse Stromschnellen – mit der Yacht sicherlich höchst problematisch: unser Guide: „a river in the ocean!“
o Mittagspause mit Snacks, Kaffee, Kuchen, Melone,… in der Cordero Lodge
o Nachmittags erneut Delphine, Seehunde, Adler, Schwarzbären – leider heute keine Wale.
o Eine Fahrt die unbedingt zu empfehlen ist – wir haben diese außergewöhnliche Tour bereits ab Deutschland gebucht.

Tag 9

Tag 9 am 21 Juni, 2012

Hariot Bay – Weddington Harbour (Bute Inlet) 62nm

- Wetter: kaum Wind, halb bedeckt, 18° fahren meist unter Maschine
o An Read Island an Stb vorbei geht es in Richtung Norden zum Bute Inlet, ein Fjord, der ca 45 nm in die Rocky Mountains hinein führt. Unberührte Landschaft, gigantische Wasserfälle, vergletscherte Berge, immer wieder Delphine, keine Menschen.
o Am Kopf des Bute Inlet gehen wir unterhalb des Homethko Snowfield in Weddington Harbour vor Anker (50°55,2`N ; 124°51,1`W) – erst der 2. Versuch gelingt. Der Anleger wird unter dem Motto genommen: „Midsommer unterm Gletscher – Skol!“
o Hier am Weddington Harbour werden riesige Holzflöße zusammen gestellt, z.Zt. sind keine Flößer oder Waldarbeiter da, wir haben die grandiose Natur für uns. Auf den Flößen, die am Ufer verankert sind, liegen hunderte Robben – es stinkt!
o Da der Grund schnell steil abfällt, wird die Nacht über Wache gegangen – aber der Anker hält. Logbuch 01:30 Uhr: NW 4-5, Wassertiefe 16m, Kette ruhig, Anker fest.

Tag 10

Tag 10 am 22 Juni, 2012

Weddington Harbour – Fawn Bluff - 51 nm

- Wetter zunächst SE 3-4, später NE 6-7, bedeckt, später Niesel, 16°
- Kreuzen ab 10:30 Uhr den Bute Inlet hinunter, Wind z.T. bis 30 kn, 2. Reff in Genua und Groß, Ebbstrom hilft.
- Gegen 18:00 Uhr erreichen wir die Bucht von Fawn Bluff (50°28,7`N 125°03,4`W), machen mit Buganker und Leinen zum Land fest.
- Heute kein Landspaziergang, da ein Braunbär unterwegs ist – Begegnung unerwünscht.

Tag 11

Tag 11 am 23 Juni, 2012

Fawn Bluff – Toba Wildernest Marine - 25 nm

- gegen 10:00 Uhr brechen wir auf, Wetter: SW 2, bewölkt, trocken, 18°
- sind jetzt im berühmten Gebiet von Desolation Sound
- problemlose Fahrt zur Ausfahrt Bute Inlet, Raza Passage , an StB Retonda Island zur Einfahrt Toba Inlet. Hier gehen wir längsseits an den Steiger der Toba Wildernest Marina – 65 C$ die Nacht; aber wir haben mal wieder Duschen und Toiletten.
- Aufstieg zu einem großen Wasserfall oberhalb Wildernest. Eine Mitseglerin vertritt sich böse den Fuß, wird auf einer Leiter zum Schiff getragen, hier Erstversorgung. Weitertransport per Wasserflugzeug nach Campell River. Dort wird der Fuß ( 4-facher Bruch) gerichtet und am nächsten Tag operiert. Meldung per E-Mail an Pantaenius zwecks Versicherung. Stimmung an Bord gedrückt.

Tag 12

Tag 12 am 24 Juni, 2012

Toba Wildernest – Toba Inlet – Toba Wildernest 45nm

- Wetter: sonnig bei 21° ; SE 3-4
- Segeln den Toba Inlet hoch: große Wasserfälle, erneut Delphine, großartige Natur.
- Probleme mit dem Motor: wenig Kühlung, Drehzahl schwankt. Kontrolle Wasserfilter und Impeller – nach 2 Stunden läuft Maschine wieder.
- Gegen 19:00 Uhr zurück am Steg. Haben Kontakt mit operierter Mitseglerin, verabreden uns für morgen in Pridaux Haven.

Tag 13

Tag 13 am 25 Juni, 2012

Toba Wildernest – Prideaux Haven 20 nm

- nachdem alle Bilgen trocken gelegt sind, Aufbruch gegen 12:00 Uhr
- Wetter: sonnig, 21°,SE 2-3 Ankunft gegen 17:00 Uhr ; 100m Kette; lange Landleine
- Gegen 18:00 Uhr kommt Flieger und bringt versorgtes Crewmitglied und ihren Mann zurück an Bord – Crew ist wieder komplett – es wird ausgiebig gefeiert!!

Tag 14

Tag 14 am 26 Juni, 2012

Pridaux Haven – Refuge Cove 15 nm

- Wetter: sonnig, SW 3
- Segeln vorbei an einem Robbenfelsen in Richtung Cortez Island und erreichen Refuge Cove – eine Cooperative von 25 Kanadien gegen Mittag -
- Beschließen für den Rest des Tages hier zu bleiben.
- Kaufen für den Abend ein, Duschen und Relaxen

Tag 15

Tag 15 am 27 Juni, 2012

Refuge Cove – Comoc Marina (Vancouver Island) 55 nm

- Wetter: bewölkt, trocken, SE 4 – 6
- Längerer Schlag in Richtung SW, Mitseglerin muss in Comox zur Nachuntersuchung noch einmal zum Arzt.
- Erreichen nach einem wunderbaren Segeltag gegen 18:00 Uhr Comox Marina.
- Im Fischereihafen werden für 18C$ 2 kg frische Garnelen gekauft und als abendliches Festmahl verzehrt – Super!
- Der Arzt ist mit dem Heilungsprozess zufrieden, verpasst C. eine neue Schiene (high-tech) und bescheinigt C. Flugfähigkeit für den anstehenden Rückflug.

Tag 16

Tag 16 am 28 Juni, 2012

Comox – False Bay / Laquiti Island 30 nm

- gegen 15:00 Uhr können wir Richtung Süden starten, das Wetter ist bedeckt, es regnet, kein Wind. Also unter Maschine
- Wir ankern frei mit 80m Kette auf 7m Wassertiefe (fällt bei Ebbe auf 5 m) mit ausreichendem Schwojenraum zu zwei anderen Yachten.

Tag 17

Tag 17 am 29 Juni, 2012

False Bay – Sung Cove / Boven Island 50nm

- das Wetter ist bedeckt, es regent Wind SE 5 (leider genau gegenan)
- entschließen uns zunächst zu Motorfahrt, der Fuß von C. soll durch Lage nicht zu sehr belastet werden. unangenehme Fahrt, da auch die Tide zunächst noch gegen uns läuft.
- Ab 15:00 Uhr Tide mit, Wind nimmt ab, dreht auf SW, wir segeln noch etwas
- Gegen 18:00 Uhr in Sung Cove am Längssteiger fest.
- Vancouver ist nah – hier ist Wochenendbetrieb, gehen im Hafenrestaurant essen.

Tag 18

Tag 18 am 30 Juni, 2012

Letzter Segeltag: Sung Cove – Basis Cooper Boating Vancouver – 12 nm

- Wetter sonnig, 20° - SE 1-2
- Unter Maschine fahren wir zurück nach Granville Island, 230 Liter Diesel werden getankt, wir gehen mit beiden Crews noch einmal essen, die Yachten werden abgetaucht, geben die Schiffe zurück – alles geht reibungslos.

Tag 19

Tag 19 am 1 Juli, 2012

Rückflug nach Düsseldorf, wo wir gegen 10.00 Uhr Ortzeit ankommen.

Letztes Fazit:

- erlebnisreicher Törn, Vancouver hätte mehr als 2 Tage verdient.
- Pantaenius hat die Gesamtkosten des Unfalles von C. komplett reguliert (über 12.000,00 € !)
- Weitere Informationen über Ulrich Westermann: ulli.westermann@arcor.de