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September 2017

13 Sept., 2017
von Markus Völkl
Ägäis, Griechenland
Oceanis 40 Bj 2010

Ankunft in Athen via Flugzeug. Vor dem Törn hatten wir uns schon 3 Tage Athen angesehen. Leider nicht so schön die Stadt wie erhofft, aber die alten Tempel und Ruinen waren interessant anzusehen. 3 Tage hierzu sind aber völlig ausreichend.

Übergabe

Tag 1 am 2 Sept., 2017

Wie im Vertrag beschrieben gab es die Übergabe leider erst um 17.00 Uhr. Da half es auch nichts, dass man sich Wochen zuvor schon für 10 Uhr angemeldet hatte. Es ist erstaunlich mit welcher Pünktlichkeit und Genauigkeit die Leute gearbeitet haben. Hier zu meinem Nachteil. Ansonsten wurde alles wie durch ein Uhrwerk organisiert. Einkäufe wurden nach Bestelllisten erledigt, oder man wurde zum Geschäft gefahren und mit samt der Ware zum Boot gebracht. Und zwar wirklich bis zum Boot, denn die Fahren auf den Betonanlegestegen mit dem Auto.
Leider ist die Marina gigantisch groß und gigantisch hässlich und schmutzig. Am Ende DER GRUND warum ich nicht nochmal hier chartern würde. Für 1100 Yachten gibt es 2 Toilettenhäuschen, wobei eines defekt ist und das andere derart widerlich versch.../-mutzt, dass man es ohne Gefahr sich Krankheiten einzufangen nicht nutzen kann. Das ist einfach nicht akzeptabel. Entsprechend geht jeder auf dem Boot und von dort aus ... naja es gibt zwar Fäkaltanks auf den Booten, aber offensichtlich nicht immer genutzt.
Die Übergabe vom Schiff war korrekt und gut gemacht. Ein bißchen Geschirr hat gefehlt, aber das wurde noch nachgereicht. Ansonsten das Boot für sein Alter gut gepflegt und gut in Schuss.
Bei der Übergabe wurden uns noch wertvolle Tipps für die Reise gegeben wo man in einer Woche so hinsegeln kann. Beispielsweise wurde uns von den von uns ursprünglich bevorzugten Kykladen abgeraten, weil sie im Juli/August und eben Anfang September sehr durch den Meltemi heimgesucht werden und dieses Jahr wohl ganz besonders heimgesucht wurden. Es gab wohl schon sehr viele Schäden und Crews in Not. Wir hielten uns an die Vorschläge von "George" und wurden mit einem landschaftlich sehr schönen Törn belohnt.
Man hat uns auch noch eine Möglichkeit zum Ankern in der Nähe empfohlen, aber nachdem es derart spät war, blieben wir in der Nacht in der Marina. Wie zu erwarten laut, geruchsintensiv und alles andere als schön.

Die Bucht am Fuße des Poseidon Tempel

Tag 2 am 3 Sept., 2017

Am folgenden Morgen wurde die Marina fluchtartig verlassen. Frühstücken tut dort bei der Geruchsbelästigung keiner freiwillig. Lieber unterwegs ein paar Brote zu sich nehmen. Kurs war gen Süden zur Bucht am Fuße des Poseidon Tempel. Eine beliebte Zwischenetappe bei allen, die Richtung Kea und Kykladen wollen. Deswegen darf man auch nicht erwarten dort alleine zu ankern. Aber der Blick hoch zum Tempel ist durchaus ein Highlight. Vor allem nachts, wenn er beleuchtet ist.
Der Tempel ist wie alle Touristenstätten Griechenlands völlig von Touristen überlaufen. Irgendjemand hat mal behauptet, dass es dort den schönsten Sonnenuntergang Griechenlands zu sehen gäbe. Deswegen konnte man zu besagter Stunde am Tempel die Leute wie in einem Ameisenhaufen beobachten und wir haben uns den Sonnenuntergang vom Boot aus angesehen, der wahrscheinlich der zweitschönste von Griechenland ist.

Leider war die Nacht etwas unruhig, weil der Wind ungünstig in die Bucht hineingepfiffen hat und entsprechenden Schwell mitgebracht hat. Der Anker hat bei dem sandigen Grund jedoch super gehalten. Andere hatten da nicht so viel Glück oder wollten ihr Glück nicht strapazieren, sodass es um 4 Uhr nachts zu einem munteren Umparken gekommen ist. Gottseidank hat niemand seinen Anker über den unsrigen gelegt. Dies scheint ein sehr gängiges Problem in Griechenland zu sein.

Lange Überfahrt nach Hydra

Tag 3 am 4 Sept., 2017

Am Folgetag galt es für uns in aller Frühe aufzubrechen, weil wir einen weiten Schlag nach Hydra vor hatten. Der Wind stand äußerst günstig, sodass wir mit einem Halb- bis Am Wind Kurs mit ungefähr 6,5 - 7 Knoten konstant einen Kurs durchfahren konnten. Unter Segel jedenfalls deutlich schneller als mit Motor. Windbedingungen perfekte 3-4 Bft. ohne große Böen. Entspannt waren wir nach 6 1/2 Stunden bei Hydra um dann um 14.30 Uhr festzustellen, dass die Boote dort bereits in 3 Reihen im Paket hängen. Die Marina völlig überfüllt und selbst die nahelegenden Buchten voll und vor allem nicht sonderlich schön. Wir versuchten dann verzweifelt in kleinen Spalten zu ankern und mit Landleine festzumachen, aber es zeichnete sich früh ab, dass das zu hohes Risiko gewesen wäre. Also brachen wir unsere Zelte (Landleinen und Anker) ab und fuhren mit eiserner Genua schnurstracks nach Emioni, weil wir dort genügend Buchten auf der Karte ausfindig machen konnten. Zu unserem Erstaunen war dort sogar noch Platz in der Marina, obwohl wir gegen 19.00 Uhr ankamen. Wir ankerten trotzdem außerhalb der Marina, weil es dort schöner und ruhiger war. Zum Essen sind wir dann mit Dinghi hinein gefahren und hatten Glück ein gutes Restaurant gefunden zu haben. Die Nacht dort war unheimlich ruhig. Die See im Becken spiegelglatt. Perfekt zum Ausruhen für den nächsten Tag.
Unser verpasstes Ziel Hydra haben wir zu keinem Zeitpunkt vermisst. Die Insel ist staubtrocken, wenig bewaldet, ein Hang war reine Mülldepnoie und das Städtchen vom Hafen aus nett anzusehen, aber nichts besonderes. Es scheint so ein bißchen der Ort für Schöne und Reiche zu sein. Cohen hatte dort bis vor kurzem ein Haus und das macht es für viele interessant. Landschaftlich hat es aber nichts zu bieten.

Spetses

Tag 4 am 5 Sept., 2017

Nach einer ruhigen Nacht und kleinem Einkaufsbummel in Emioni ging es dann unter Segel weiter nach Spetses. Weil wir viel zeit vertan haben, sind wir nicht wie geplant einmal um die Insel herum, sondern gleich in eine schöne Bucht, die wir ausgiebig zum Baden genutzt haben. Zunächst waren da noch ein paar nervige Superyachten, aber gottseidank sind das meistens nur Tagesausflügler, die ihre Protzburgen der Welt demonstrieren wollen. Am Abend sind die alle verschwunden und die Bucht war schön ruhig und friedlich. Zu unserer Überraschung haben wir am nächsten Morgen auf der Insel Pfauen entdeckt.

Beginn der Heimreise

Tag 5 am 6 Sept., 2017

Schwerenherzens mussten wir am nächsten Morgen den Beginn der Heimreise antreten. Aber bis dahin noch mitnehmen was geht. Leider war der Wind nicht mehr so gut, dass selbst unter Gennaker nicht viel ging. Erst später am Nachmittag, als wir das erste mal mit Raumen Kurs vom Gennaker aus dem Wasser gehoben wurden, waren mal 5-6 Knoten drin. Wir passierten wieder Hydra und machten vor Poros halt. Die Marina bei Poros selbst haben wir gemieden, weil sie durch den Schwell des andauernden Fährenverkehrs unangenehm beschrieben wurde. Und so war auch unser Eindruck am Folgetag als wir es passiert haben. Deswegen ankerten wir in einer Bucht bei Aliki. Hier ist der Boden stark mit Seegras übersät. Man muss genau den Anker an den Stellen setzen wo das Gras eine kleine Aussparung hat und reiner Sandboden besteht. Dort hält er gut. An Land gab es eine Taverne, die den Charme einer Würstelbude versprüht, aber erstaunlich gut kocht und günstig war.

Aigistri

Tag 6 am 7 Sept., 2017

Auf dem Weg heim wurde uns noch eine Bucht zwischen Aigistri und der kleinen Nachbarinsel im Südwesten empfohlen. Diese steuerten wir am nächsten Tag an. Der Wind blies aber derart stark, dass wir locker bis Athen gekommen wären, sodass wir ein paar Ehrenrunden drehen mussten. Die Bucht selber ist wunderschön. Es gibt dort mehrere nebeneinander die alle gut windgeschützt sind. Gewonnen hat der, der am nächsten zum Restaurant einen Ankerplatz gefunden hat. Es gibt dort sogar einen Steg für Platz für genau 1 Boot. Mit dem Dinghi ist es nicht immer ganz einfach dort hinzugelangen, weil der Schwell einiger Motorboote in Kombination mit dem normalen Wellengang eine interessante Kreuzsee verursacht. Deswegen haben wir uns auch entschlossen auf zweimal zu fahren.
Der Blick aus dem Restaurant in den Sonnenuntergang hinein war wunderschön und verbreitete noch ein letztes mal Urlaubsgefühl.

Heimfahrt nach Athen Kalamaki

Tag 7 am 8 Sept., 2017

Der letzte Tag wurde uns aus seglerischer Sicht leider vermiest. Kaum ein Wind, sodass wir wieder mit Motor nach Hause mussten und das im bekannten Wettrennen mit all den hunderttausend anderen Charteryachten, die auch auf den letzten Drücker heim wollen. Auf dem Weg dorthin muss man dann auch noch durch ein Verkehrstrennungsgebiet. Das war aber soweit unproblematisch.
In der Marina selbst gab es dann noch eine positive Überraschung. Man muss nicht an irgendeiner Tanke stundenlang anstehen sondern macht schön an seinem Steg fest. Dort angekommen ruft der Chartermanager den Tankwart an und der kommt mit einem Minitankwagen zum Boot und tankt auf. Rechnung ist dann Auge mal pie, aber wir haben sehr wenig motort, sodass es uns egal war und die Freude über den Service überwogen hat. Dann kurzer Rundgang durchs Boot. Endgültige Abnahme gab es dann am Morgen des letzten Tages.
Zum Essen sind wir dann diesmal aus der stinkenden Marina raus und haben ein gutes Lokal in der Nähe gefunden.

Abschied

Tag 8 am 9 Sept., 2017

Gleich früh morgens um 8.00 Uhr wie verabredet begann die Bootsabnahme. Dabei waren sie gründlich, gingen ihre Checklisten durch, waren aber nicht pingelig oder kleinlich. Alles lief glatt und wie versprochen waren wir nach einer knappen Stunde fertig. Er hat uns dann noch mit dem Auto zur Charterbase gefahren wegen der Erstattung des Depostits und zurück wo bereits unser Taxi zum Flughafen gewartet hat. Dieses hatten wir selber organisiert, aber ich bin mir sicher, dass sie es für einen organisieren würden, wenn man darum bittet.
Kleiner Tipp: Für 6 Leute Großraumtaxi hat bei uns 80 Euro gekostet. Ich weiß nicht, ob es das günstigste ist, aber es hilft als Vergleichswert.