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Segeltörn „Dodekanes, der Zweite“ vom 27.9. bis 4.10. 2014

2 Nov., 2014
von Ernst Schneider
Ägäis, Griechenland
Bavaria 46 Cruiser

Am Samstag, den 27.September 00:00Uhr beginnt das
Unternehmen Dodekanes der Zweite.
Die Crew trifft sich am Flughafen KölnBonn, der Flieger nach Kos soll um 03:ooUhr starten. Aus Antje, Gisela und Sabine
sowie Jörg, Norbert und Ernst besteht die Segelcrew.
Pünktlich startet der Airbus A320 von Tuifly.
Unterwegs wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt.

Erster Tag

Tag 1 am 27 Sept., 2014

Nach einem ruhigen Flug landet die Maschine zum Sonnenaufgang auf Kos.
Das Wetter zeigt sich anders als erwartet, bewölkt, etwas Regen,
um die 20Grad C, der Wind weht aus Nord mit 3 bis 6 Beaufort und fühlt
sich recht kühl an. Der Bus bringt uns in die Stadt und zum Hafen.
Frühstück – Einkauf bei Kostas – Schiff besichtigen - auch die Übernahme
verläuft in griechischer Manier ohne Aufregung zeitgerecht ab.
Der Eigner der Bavaria 46 CR übergibt uns sein Schiff selbst.
Die „Promitheas“ ist gut gewartet, die Segelgarderobe fast neu,
stehendes und laufendes Gut, es sieht gepflegt aus.
Alles wird ausführlich erklärt – sehr gute Übergabe.
Um 14Uhr ist das Schiff in unserer Hand, wir können uns selbst einrichten.
Kleinere Mängel werden sofort behoben. Die Reinigungscrew hat schnell gearbeitet – fast zu schnell!

Leider ist das Wetter nicht von der feinsten Sorte, es regnet und der Wind
wird stärker. Der Wetterbericht sagt Wind aus Nord bis 40 Knoten voraus,
also bleiben wir im Hafen. In der Nacht und auch am Sonntag kachelt
es heftig. Nur ein Nachbarschiff läuft aus, alle wundern sich, einige Stunden
später geht ein Hilferuf ein! Die Hafencrew bringt das Schiff dann an
seinen Liegeplatz zurück.
Am Sonntagabend ist der Höhepunkt erreicht und so planen wir unseren Törnstart für Montagmittag.
Die Stimmung bei uns an Bord ist locker und gelassen, wenn wir nicht segeln, dann aber gut essen.
Im Hafenlokal „Kos Marina“ essen wir vorzügliche griechische Speisen,
dazu landestypischen Wein.

Zweiter Tag

Tag 2 am 28 Sept., 2014

Als sich recht früh allgemeine Müdigkeit einstellt, wird der Drang zur Waagerechten immer größer.
Nachdem wir Neptun und Rasmus großzügig geopfert haben, nehmen wir an Bord den üblichen Absacker. Mit „Capitän Morgan“ sinken wir in das Traumland „Segeln“. Unterdessen pfeift der Wind durch das Rigg
und zerrt am Mast und den Aufbauten.

Den Sonntagmorgen nützen wir für eine ausgiebige Schiffs.- und Sicherheits-
einweisung der Crew, denn es sind Segelneulinge mit an Bord.

Mit Spazierengehen auf der Promenade und im großen
Hafengelände warten wir die Zeit ab.
Der Windmesser zeigt am frühen Abend 38 Knoten Wind.

Ein Teil der Crew macht sich in der Pantry zu schaffen:

Ziegenkäse mit Mango und Zwiebeln = ungewöhnlich und sehr lecker.
Hähnchencurry, süßsauer auf Reis, dazu gemischter Salat.
Klönschnack an Bord rundet den Sonntag ab.


Montag, Acht Uhr, Wind aus Nord mit 3 Beaufort, keine Wolke am Himmel,
21Grad C - das lässt hoffen!
Schiff klar zum Ablegen! Dann werfen wir die Leinen los, und verlassen
die Marina Kos. In der Großen Bucht vor dem Hafen erwartet uns Wind aus Nordnordost mit 4bis5 Bft.
Groß und Genua werden gesetzt, Motor aus, dann erwartet uns
herrliches Segeln.
Alle Kurse am Wind werden erprobt. Unser Halbwindkurs führt uns schließlich an der Südostseite von Kos entlang bis zum Hafen Kephalos, Ormos Kamari.
Hier gibt es einen Liegeplatz an einer Steinpier, vor Buganker und Heckleinen,
leider nicht ganz Schwellfrei.

Dritter Tag

Tag 3 am 29 Sept., 2014

Die Pantrycrew hat bei heftigem Schaukeln schmackhafte

Croustinis,
Salat mit Hähnchen und Ananas,
Krabben in Soße auf Spaghetti,
Honigjoghurt auf Sesamplätzchenkrümel
auf den Tisch gezaubert.
Alle Achtung!

Bald ist Ruhe im Schiff, leichtes Schaukeln wiegt uns in den Schlaf.
Später wird der Schwell größer, wir verholen uns weiter weg
von der Pier. Unangenehmes Einrucken in die Heckleinen
verhindern einen erholsamen Schlaf.
Unser Nachbarschiff Hector liegt noch ungünstiger im Schwell,
dann reist ihre Ankerkette los und versinkt auf 20Meter Wassertiefe,
daher müssen sie den Liegeplatz verlassen, es ist 03:oo Uhr.

Schon sehr früh am Morgen verlassen wir den unruhigen Platz und nehmen bei moderaten 3 Bft Kurs auf Astipalaia. Die gut 30 Seemeilen werden auf Backbordbug abgesegelt.
Unverhofft tauchen einige Delphine auf, auch eine Mutter mit einem jungen Delphin ist zu sehen.
Keine Wolke am Himmel, guter Segelwind zum Kurs,
traumhaftes Segeln am Wind. Wir vergessen die unruhige letzte Nacht.

Am Nachmittag erreichen wir die Insel und finden in Analipsi,
Ormos Maltezana einen genialen Liegeplatz.
Längsseits an der Mole, den Bug im Wind, die Fischer, die uns freundlich empfangen, als Nachbarn, den obligaten Anleger trinken wir gemeinsam,
fachsimpeln über Fisch – Schiff- Wind und Wetter – woher und wohin.
Der Name Maltezana leitet sich ab von Piraten aus Malta, die hier ihren Unterschlupf gefunden hatten. Die Nachfahren der Piraten sitzen uns nun freundlich, friedlich gegenüber. Hier scheint die Welt in Ordnung!

Es gibt ein Restaurant in der Fischersiedlung, es bietet alle Köstlichkeiten
der Maltezaner an:
Fisch in allen Variationen, Tsaziki, Brot und Wein.
Es wird ein langer Abend. Ein Sternenhimmel, der alle staunen lässt.

Vierter Tag

Tag 4 am 30 Sept., 2014

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, machen wir uns zu Fuß auf die Suche nach einer historischen Sehenswürdigkeit, einem Mosaik aus frühchristlicher Zeit. Leider finden wir es in einer unwürdigen Umgebung,
dazu noch bedeckt mit Sand zum Schutz vor Umwelt, Wind und Wetter. Schade!

Wir verlassen das gastliche Maltezana mit Kurs auf die Inseln Lipsi oder Leros.
Die Segel stehen Voll und Bei, später müssen wir mehr und mehr anluven und können dann unser angestrebtes Ziel nicht halten.
Die Insel Kalymnos ist aber auch reizvoll, so nehmen wir neuen Kurs
auf Kalymnos Hafen (Pothia), Ormos Kalymnou.

Spät am Nachmittag gehen die Leinen über, röm.kath. liegen wir an der Pier.
Der Stadtbummel führt uns über zahlreiche Mosaike, in die recht große Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, Agios-Christuskirche gegenüber Moschee mit Halbmond über dem Minarett. Kalymnos, die Insel der griechischen Schwammtaucher.
Viele Besucher aus aller Welt sind unterwegs.

In dieser Mischung aus Orient und Okzident bietet unsere Pantry heute ein

„Rheinisches Durcheinander“ an,
das Bier aus Griechenland „Mythos“ tut ein Übriges.

Noch vor dem Frühstück verlassen wir den Hafen um in einer nahen Badebucht vor Anker zu gehen. Hier genießen wir das warme Wasser und lassen es uns gut gehen. Erst zur Mittagszeit geht der Anker auf, die Segel hoch, bei Wind aus Nord der Stärke 3bis 5 erleben wir pures Segelvergnügen.
Unsere Promitheas zieht hoch am Wind die Ostküste von Kalymnos entlang.
Wir kreuzen auf bis zur Insel Kalolymnos, hier machen wir kehrt
und steuern die Bucht Ormos Vathy an.
Diese Bucht schneidet fjordähnlich zwischen hohen Felswänden
weit nach West ins Land ein. An der Fischerpier machen
wir wieder röm.kath. fest.
Das Wasser ist sehr sauber und klar, man kann in 5 oder 6 Meter Tiefe
den Grund sehen.

Fünfter Tag

Tag 5 am 1 Okt., 2014

Unser Schiffsheck liegt genau gegenüber von einem Restaurant – na bitte!

Eingelegtes Gemüse
Grillplatte – Schwertfisch - Tsaziki – Kandierte Tomaten –
Mistacilikör, griechischer Kaffee.

Den Absacker nehem wir an Bord mit Blick auf den zunehmenden Mond.
Ein Sternenhimmel über uns überwältigt immer aufs Neue.

Ein Spaziergang am nächsten Morgen führt uns in ein breites Tal mit bewässerten Feldern und üppigen Zitrushainen.
Zitronen, Mandarinen, Orangen und Granatäpfeln wachsen hier zu Haufe.
Unsere Nasen können nicht genug von den Düften bekommen.

Wir verholen unser Schiff in einer nahen Badebucht „Knisos Spilaio“,
hier ist das Wasser klar und blaugrün, einfach Badespass pur.
Bald geht der Anker auf, wir verlassen Kalymnos, die Insel der Schwammtaucher. Zwei dieser Schwämme gehen als Souvenir
mit auf die Reise.

Der letzte Segeltag hat damit auch begonnen, also, zum letzten Segelsetzen,
hoch die Segel und rann an den Wind.
Da der Wind etwas nach Ost gedreht hat, können wir mit Halbwindkurs
unseren Heimathafen ansteuern.

Hier müssen wir Rasmus, dem Gott der Winde großes Lob zollen, die ganze Woche schickte er den besten Segelwind von der richtigen Seite.
Auch Masteryachting und der Schiffseigner sorgten für ein gutes
Segelschiff mit bester Segelgarderobe.
So bereitet Segeln einfach große Freude.

Vor der Kos Marina werden die Segel geborgen und sorgfältig verstaut,
für uns bleiben sie nun unten.
Unter Motor warten wir in der zum Tanken anstehenden Schiffe als
Nummer 10. ---
Na, geht doch flott, wenn alle sich an die Regeln halten.
Für 10 Motorstunden tanken wir 31 Liter Diesel, ein guter Wert.
Der Törn ging über 159 Seemeilen.
Bald sind wir an der Reihe und werden an unseren Liegplatz geleitet.
Heckleinen an die Pier, Moorings am Bug, so liegt die Promitheas fest.
Es ist ein gutes Gefühl, wenn Schiff und Crew heil zurück sind.

Sechster Tag

Tag 6 am 2 Okt., 2014

Der Skipper bedankt sich bei seiner Crew für sehr gute Seemannschaft!
Großen Dank an Masteryachting für Organisation und Vertragsabwicklung.
Ebenfalls Dank an Schiffseigner Herrn Yianni Paleologos für ein gepflegtes und einsatzfähiges Schiff.

Wir packen unsere Sachen, das Schiff wird aufgeklart und geht an den Eigner ohne Beanstandung zurück. Auch der Taucher unter dem Boot
gibt sein ok.

Der Anleger wartet, am Abend gibt es ein gepflegtes Resteessen.

Die letzte Nacht an Bord der Promitheas verläuft ruhig,
schon um Acht Uhr gehen wir von Bord und
frühstücken im Hafenrestaurant.

Unser Flieger geht erst um 22Uhr, wir wollen den Tag nutzen, um uns die
Insel Kos aus der Nähe betrachten.

Mit drei gemieteten, Gokart ähnlichen Geländeautos machen wir
uns auf den Weg, die Insel zu erkunden.
Der Weg führt uns am Asklipieion (Hippokrates) vorbei nach Zia, genießen wunderbare Ausblicke auf Landschaft und See.
In der Ferne sehen wir die Inseln des Dodekanes (Zwölfinseln)
Nisyros, Tilos, Kalymnos
und viele kleine Flecken auf der weiten See. Im Osten, ganz nahe,
die Türkische Küste mit Bodrum.
Später erreichen wir den Ort Pyli, hoch gelegen in den Bergen, durch viele
Besucher sehr belebt, noch höher liegt die Ruine der Johanniterfestung aus dem 10th Jahrhundert. Beeindruckende Bauweise der damaligen Baumeister überzeugen uns heute noch.
Torbogen und Gewölbe aus Naturstein geschichtet, haben die
Jahrhunderte überstanden.
Am Rande der Ruine, unterhalb gelegen, ein verlassenes Dorf,
hier hat sich ein gut deutsch sprechender Grieche eine Taverne errichtet,
die von vielen Touristen besucht wird. Auch wir kehren ein.
Der mühevolle Aufstieg wird mit guten traditionellen Speisen und
Getränken, sowie mit einer grandiosen Aussicht belohnt.

Bald geht es weiter mit unserem knatterten Gefährt, die gute Kurvenlage lässt ein rasches Vorwärtskommen zu. Auch ein seit mehr als 2000Jahren bekannten Brunnen liegt am Wege, sauberes klares Trinkwasser sprudelt munter.
Der Löwenbrunnen!

Siebter Tag

Tag 7 am 3 Okt., 2014

Wir erreichen nach zügiger Talfahrt die Hafenstadt Kardamena. Wir erinnern uns gerne an den Aufenthalt vor zwei Jahren, als wir mit dem Segler „Zen“ hier von Anker lagen.


Nach Hafenbummel und dem üblichen Kaffee, nach Griechen Art
machen wir uns auf den Heimweg.
Kurve um Kurve knattern wir die Bergstraße empor.
Der Motor hinter den Sitzen hört sich nach VW ohne Schalldämpfer
oder fernöstlicher Machart an, vor Allem aber laut.
Nach gut einer Stunde geben wir die Knatterbüchsen an den Verleiher zurück.
Der Spaß war groß, der Verbrauch gering!

Den Transfer zum Flughafen absolvieren wir mit einem Taxi.
Der Flieger startet fast pünktlich um 22Uhr.
Weit nach Mitternacht ist unser Unternehmen Dodekanes , der Zweite
zu Ende.

Tag 8 am 4 Okt., 2014