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Segeln 2015 ( 7.–21. 6. ) AZOREN: Mein erster Hochseetörn Atlantik

24 Juni, 2016
von Jürgen Herter
Azoren
Dufour 450 Grand Large mit Umlenkrolle

Januar 2014, boot, D:
Markus Sellinger und ich entdecken den kleinen Messestand der Fa. Sail Azores, der für das Segeln auf den Azoren wirbt. Schnell kam ein intensives Gespräch zu Stande, in dem wir viel Neues über das Segelrevier Azoren, seine Segelbedingungen, Häfen, Marinas, Buchten, Bootsmaterial, Kosten und Reisebedingungen erfuhren.

Dieses Revier schien für uns, nach den Kanaren 2007, eine weitere Hochseeherausforderung zu sein. Kaum eine Woche später erhielt ich von Sail Azores umfangreiches Infomaterial über ein wenig bekanntes Charterrevier: neu, spannend, anspruchsvoll, aber offenbar nicht so hart wie die Kanaren!
2 Mitsegler, Leszek Guzik, mein Co-Skipper + Thomas Weichelt konnte ich schnell begeistern, so dass ich mit der Törnplanung beginnen konnte. Aus Zeit- und Kostengründen haben wir uns dann auf einen 2-Wochentörn verständigt.

Die Yachtsuche mit Master Yachting war einfach, weil es auf den Azoren nur einen Charter-Yachtanbieter, die Fa. Sail Azores, gibt und diese nur eine für uns geeignete Segelyacht zur Verfügung hatte: eine DUFOUR 450 Grand Large, Bj.2015, mit 4 Kabinen. Auf den Törntermin, 7. – 21.6. konnten wir uns ebenfalls problemlos einigen. Somit konnte ich mit dem Studium des umfangreichen Infomaterials, allerdings in Englisch, beginnen.

Anfang Juli 2014 schloss ich mit Master Yachting den Chartervertrag, buchte unsere Flüge bei SATA von Frankfurt / M nach Ponta Delgada, auf der Hauptinsel St. Miguel, wo ab Mai 2015 eine neue Dufour 450 GL stationiert werden sollte.
Der Abschluss, der für uns obligatorischen Charterversicherung bei Pantänius, Hamburg folgte, ebenso die Mitsegler-Vereinbarung.

Literatur
ATLANTIC ISLANDS, RCC Pilotage Foundation, 2011, I. The Azores Anne Hammick, FRIN
Für die Landausflüge: AZOREN, B. Siegel + Th. Stankiewicz 2014, Bruckmann Verlag

Charterpartner
Durch die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Master Yachting (MY), speziell mit Andrea Barbera, gab es keinen Zweifel, auch diesen Törn wieder über MY zu buchen. Sowohl im Charterkatalog von MY, als auch bei anderen Charterfirmen und im Internet, war nur die eine Bareboatcharter Sail Azores (SA) verfügbar.

Bereits unsere Gespräche auf der „boot“ in D 2014 und die danach folgenden umfangreichen, schriftlichen Informationen, haben bei mir ein hohes Vertrauen in die Seriosität des portugiesischen Unternehmens geweckt.
Diese Erwartungen haben sich dann auch vom Empfang in Ponta Delgada (PD), während des Törns, bis zum Checkout erneut in PD mehr als erfüllt. Während meiner fast 40 Segeljahre habe ich keinen kompetenteren
Yachtvercharterer kennengelernt. Die ständige Kenntnis unseres Standortes über Internet, so wie ein eigenes Handy, zur für uns kostenlosen Verständigung mit Sail Azores, war für uns ein positives Novum.

Die Yacht

Dufour 450 GL (Grand’ Large), “Trevi”.
Der Innenausbau ist klassisch, geschmackvoll in Holz, mit viel Stauraum, kompletter Pantryausstattung incl. Mikrowelle und großem Kühlschrank, TV und guter Zusatzinstrumentierung am großen Naviplatz.
Sehr gute Segeleigenschaften, besonders auf Kreuzkursen!

Leider hatte die Yacht erhebliche Sicherheitsmängel, besonders im Cockpit!

1.) Nur 1 Relingsdurchzug im Heck; Absturzgefahr! Wurde von uns zunächst durch eine Leine ersetzt, dann aber von Azores nach 9 Tagen in Horta in Ordnung gebracht.
2.) Der Kartenplotter am Cockpittisch sitzt zu tief , so dass zum Bedienen und Ablesen ein Schemel zu Hilfe genommen werden muss. Ferner kein Schutz des Plotters durch einen Bügel.
3.) Haltebügel fehlen: An beiden Ruderständen, am Cockpittisch vorn + achtern, am Niedergang und an der Decke in der Messe.

4.) Die in die große Heckklappe senkrecht eingelassene Badeleiter hängt bei Benutzung senkrecht nach unten, was das Anbordkommen aus dem Wasser wegen fehlender Griffe erheblich erschwert.
5.) Schlechter Zuschnitt des Biminitops, weil bei Regen oder überkommender Welle, Wasser direkt auf die Sitzduchten fällt.
6.) Keine Fixierösen in der Pflicht zum Einklinken der Lifebelts.

7.) Dringend wünschenswert und somit Erhöhung der Sicherheit beim Reffen des Vorsegels: Leinenverstellbare Holepunkte für die Genuaschot.

8.) Beim Segeln auf Bakbordbug, und der Notwendigkeit das Vorsegel reffen zu müssen, fehlt eine kleine Winsch für die Reffleine, da die große Winsch bereits mit der Vorsegelschot belegt ist.

Das Revier

Sonne, Regen und Nebel zur gleichen Zeit sind auf den Azoren oft tägliches Wettererlebnis. Jede Insel hat ihr Mikroklima, mit Höchstwerten im Sommer von unter 30 ° C. Der PICO, höchster Berg Portugals, mit 2.351 m, trägt fast immer eine Wolkenhaube und im Winter eine weise Kappe.
Die Wassertemperatur beträgt im Juni ca. 20 ° C.

Die Windverhältnisse sind zu dieser Jahreszeit sehr unterschiedlich und sehr schnell wechselnd, aber immer moderat. So hatten wir Tage von 0 – 7 bft aus allen Richtungen, so dass permanentes Anpassen der Segel, in Größe und Stellung, unser tägliches Geschäft war. Bei diesen Wetter- und Windverhältnissen kann ich die Azoren nicht als ideales CHARTER-SEGEL-REVIER bezeichnen.
Ferner sind die Entfernungen von Insel zu Insel und damit von Marina zu Marina für CHARTER-URLAUBS-SEGLER meist ungewöhnlich groß. Ankerbuchten, wie sie z.B. in der Türkei oder Griechenland sehr beliebt und genutzt sind, fehlen gänzlich. Die Küsten sind durch Lavagestein und großen Tiefen fast unzugänglich und an flachen Küstenstreifen steht ständig ein erheblicher Schwell, der das Anlanden mit dem Dinghi unmöglich macht. Somit bleibt pro Insel meist nur eine Marina, aber immer in excellentem Zustand. Durch hohe Molen gut geschützt, sauber und gepflegt, mit Wasser- und Elektroanschlüssen auf Schwimmstegen ausgestattet, elektronisch gesichert, komfortablen und sauberen sanitären Einrichtungen, zu Hafengebühren von € 20 bis € 25, für eine 14 m-Yacht mit 4 Personen.

Törnverlauf

Tag 1 am 7 Juni, 2015

Meine Planung sollte uns zu 7 Inseln nach NW führen, Zeit für 4 Inselvisiten ermöglichen und ca 500 sm absolvieren. Ob dies gelang, kann der Leser dem nachfolgenden Tönverlauf entnehmen. Nachdem sich Sail Azores entschieden hatte, ab 2015 eine neune Dufour 450 GL in Ponta Delgada auf St. Miguel zu stationieren, konnten wir die Gelegenheit nutzen, um von Frankfurt / M direkt nach P.D. zu fliegen. Diese Strecke bedient
die portugisische Fluglinie SATA tgl. hin und zurück. Wir starten pünktlich am 7.6. um 15.oo und landen nach
4,5 Std. um 17.oo Ortszeit, 19.oo deutscher Zeit in P.D. Ein Taxi erwartet uns schon und bringt uns zur alten Marina von P.D. Hier liegt unsere „TREVI“ und erwartungsvoll kommen uns ANABELA COSTA, eine hübsche Kundenbetreuerin und der Techniker BRUNO freudestrahlend entgegen. Die letzten von uns im Voraus bestellten Verpflegungsutensilien wurden von Bruno an Bord gebracht und wir verlegten uns in die neue Marina, wenige 100 m neben der alten. Die technische Abnahme erledigte Bruno mit Markus an Deck und mit Leszek unter Deck, während ich das Briefing mit Anabela erledigte; ein problemloser, gelungener Start. In 12 Tagen werden wir uns hier bestimmt wiedersehen. Das Abendessen genossen wir im guten und preiswerten Hafenrestaurant.

Fahrt 1: Ponta Delgada > Vila do Porto (Sta. Maria) 49 sm

Tag 2 am 8 Juni, 2015

Fürs erste Frühstück an Bord ist MARKUS verantwortlich. Nach der Stärkung gehen LESZEK und
THOMAS, unser „Proviantmanager“ , noch ein paar Spezialitäten einkaufen, so dass wir um 10.00 die Marina verlassen können.

Die ersten 10 Meilen sind bei Regen und schwachem Wind leider bereits Motormeilen Richtung SSE nach
VILA DA PORTO an der SW-Küste der Insel Sta. Maria. Segeln bei bedecktem Himmel und leicht ansteigendem Wind aus SE wird dann ab 12.00 doch noch möglich. Wir erreichen unser Tagesziel nach 48 sm gegen 18.00. Für mich ein „besch….“ Tag: Ich habe seit Jahren wieder einmal die Fische gefüttert. Dennoch hat das Abendessen mit Fisch und T-boon-Steaks wieder geschmeckt; preiswert für € 95 mit Getränken für 4 Mann war es außerdem.

1. Hafentag in VILA DO PORTO

Tag 3 am 9 Juni, 2015

Auf unserer ersten Inselrundfahrt über 4 Stunden mit dem Taxi für € 68 genossen wir die traumhaft schöne und mit vielen Schluchten gespickte Landschaft, in der wir 50 km alleine auf den, mit Hortensien im Überfluss gesäumten Straßen, unterwegs waren. Gepflegte Straßenraine und schmucke Häuser zwischen teils der Natur überlassenen alten Vulkangesteinbauten charakterisieren die liebliche Landschaft. Zum Abendessen an Bord serviert JÜRGEN, der Skipper, sein bekanntes und unter seinen Crews beliebtes „Blut- / Leberwurst-Parfait“ auf Spagetti und Salat; satt total!

Fahrt 2 Vila do Porto > Vila Franca do Campo (St. Miguel) 48 sm

Tag 4 am 10 Juni, 2015

Die täglichen Wetterberichte, gibt es schriftlich im Marinabüro. Aber auch Markus informiert uns laufend und zuverlässig über die Wetter- und Windverhältnisse der nächsten Stunden und Tage.
Heute wollen wir zurück zur Insel St. Miguel und dort die 2. Marina der Insel, VILA FRANCA DO CAMPO anlaufen. 50 sm, bei durchwachsener Windprognose und fast völlig bedecktem Himmel, liegen vor uns. Zwischen 09.30 und 12.00 ist bei 2 bft Wind an Segeln nicht zu denken; wieder 20 sm unter Maschine!
Danach werden wir bis zur Ankunft in V.F.d.C. um 17.00 mit schönem Wind bis 5 bft, bei zeitweise je 2 Reff
in G und Gen, belohnt. Wir erhalten erneut einen sicheren Stegplatz mit Wasser und Strom, hervorragenden
sanitären Einrichtungen für € 36.- für 2 Nächte.

Der nächste Tag soll wieder ein Hafentag mit Inselrundfahrt werden. Da die ganze Insel St. Miguel zu groß für einen Tagesausflug zu allen Sehenswürdigkeiten ist, beschließen wir, nur den E-Teil von St. Miguel zu besuchen. Ein freundlicher Taxifahrer zeigt uns in 4.5 Std. für € 80 die Highlights der E-Hälfte von Sao Miguel.

Weiter geht es auf kurvenreicher Bergstrecke zum 2. Highlight, dem LAGO DAS FURNAS, mit seinen zahlreichen heißen, heilenden Quellen, eingebettet in einen Vulkankrater (Caldera) mit einer prächtigen, üppigen
Pflanzenwelt am Seeufer.
In den „Fumarolen“, brodelnde Schlamm- / Dampflöcher, wird von Ausflugsgaststätten das “Cosido“, ein beliebtes und scharf schmackhaftes Essen aus Fleisch-, Wurst- und Gemüsesorten zube reitet. Wir dagegen bevorzugen einen schmackhaften Drink aus frischen Ananas, im Mixer zerkleinert und in der ausgehöhlten Ananasfrucht serviert; köstlich für € 5 pro Portion.

Unser letzter Besuch gilt dem geheimnisvollen Kratersee LAGO DO FOGO, auf 610 m Höhe, eingebettet in Berge bis fast 1.000m Höhe und in Weideland, so weit wie das Auge reicht. Je nach Bewölkung und Sonnen-einstrahlung schimmert er mal in verschiedenen Blautönen, mal in einem intensiven Türkis. Der weise Sand-strand, die hellsten Strände der Insel, sind das Ergebnis heftiger Vulkanausbrüche um 1563 und die damit verbundenen großen Mengen an Bims, der zu Sand vermahlen, die schönen Strände am Seeufer schufen.
Nach Rückkehr vom Ausflug kauft Thomas noch ein paar Kleinigkeiten ein und wir machen unsere „TREVI“ startklar zum Nachtschlag. Nach ANGRA DO HEROISMO auf TERCEIRA liegen immerhin knapp 100 sm vor uns. Die Wetter- und Windvorhersagen sind gut bis sehr gut und geben uns Hoffnung auf einen größeren Schlag unter Segeln.

Tage 4 + 5 - 11.6. + 12.6. 2015 Fahrt 3 V.F.d.C. > Angra do Heroismo (I. Terceira) 93 sm

Tag 5 am 11 Juni, 2015

Um 17.30 verlassen wir die gastliche Marina bei Wind aus NW-N um 2-5 bft. Noch unter Landabdeckung setzen wir Segel und nehmen hoch am Wind schnell Fahrt mit 6-7 ktn. auf. Um 20.30 müssen wir, bei 6 bft. bereits
2 Reff in Gross und Genua rollen. Mit Einbruch der Dämmerung, gegen 21.00 passieren wir LT Farraria an der NW-Huk von Sao Miguel. Beim Dienstantritt der 1. Wache, Jürgen + Thomas, um 22.oo können wir bereits wieder ausreffen und unter Vollzeug unseren Kurs nach NNW aufnehmen.


Daran ändert sich auch beim Wachwechsel um 24.00 von Thomas auf Markus nichts. Erst um 02.00, beim Wechsel zu Wache 2, Leszek + Markus, muss die Genua erneut 2 mal gerefft werden. Ab 03.00 lässt der abflauende Wind wieder die volle Genua zu. Als ich mit Thomas um 06.00 wieder die Frühwache übernahm, war das besondere Erlebnis eines Nachtschlags unter Segeln leider wieder vorbei. Mit noch 3 bft. steuern wir gegen 09.30 nach Sicht die Marina d´Angra an. Um 11.30 sind wir, nach 93 sm, ohne besondere Vorkommnisse, am Steg fest.
Anmeldung im Hafenbüro, zahlen der 21 € Gebühren, Entgegennahme der Magnetkarte für Steg und Sanitäranlagen, sowie Duschen im Nasskomfort sind unsere nächst liegenden Erledigungen.
Am Nachmittag schlendern wir durch die historische Altstadt mit Palästen, ein-drucksvollen Klosterbauten und Befestigungsanlagen. Besonders schön und eindrucksvoll ist der „Jardin Duque da Terceira“ inmitten der Stadt, angelegt im 19. Jahrhundert zwischen 2 benachbarten Klöstern.

Die Suche nach einem Restaurant für unser Abendessen macht uns dann noch Probleme, weil die Stadt offenbar
arm an Restaurants ist. Schließlich finden wir das „As nossas Ilhas“, ein einfaches, preisgünstiges Restaurant in Hafennähe. Um 17.00 sind wir die ersten Gäste und werden entsprechend freundlich empfangen. Dass dieses Kleinod typisch portugisisch sein muss, zeigt der Zustrom an einheimischen Gästen. Leszek und ich wählen aus der reichhaltigen Speisekarte das „Cosido“, ein Fleisch-Gemüse-Eintopf, serviert im heißen und schwarz verbrannten Tontopf; ein köstliches Erlebnis. Mit Fisch und Fleisch für Markus + Thomas, sowie 2 Flaschen Wein von der Insel Pico, zahlen wir 112 €! Das war super! Der Absacker an Bord beendet den Tag.

Fahrt 4 A. d. H. > Vila da Praia (I. Graciosa) 50 sm

Tag 6 am 12 Juni, 2015

Heute geht unser Trip wieder nach NW und woher kommt der Wind? Natürlich von NW mit 2 – 4 bft!
Nach Verlassen der Marina um 10.00 gehen wir zunächst auf Kreuzkurs Richtung NW nach Graciosa, um nach
4 Stunden festzustellen, dass wir unser Ziel bei Tageslicht nicht erreichen können. Konsequenz: wir fallen ab und peilen VELAS im N der Südküste der Insel SAO JORGE an. Bei abflauendem Wind nehmen wir den 2. Kurswechsel vor und motoren ca. 3 Stunden wieder Richtung Graciosa. Ab 18.00 setzen wir wieder Segel und erreichen mit abermaligem Kreuzkurs, nach 49 sm den Fischerhafen VILA DA PRAIA auf Graciosa.
Ein magerer Segeltag: 27 sm unter Segel und 22 sm mit Maschine.
Der Hafen sieht aus wie eine Festung: Hohe Mauern schützen ihn vor der zeitweisen Urgewalt des Atlantiks und eine verschlungene Einfahrt verhindert größeren Schwell im Hafen. Wir sind die 2. größere Segelyacht im Hafen, dessen Platzangebot gleich Null ist. Dennoch können wir an einer kleineren Segelyacht unter deutscher Flagge fest machen und streben, nach Erledigung der Anmeldung, dann in den kleinen, bescheidenen Ort, wo gerade ein Dorffest gefeiert wird. Hier lernen wir unseren Nachbarn und einen weiteren deutschen Segler kennen, der seit 26 Jahren mit seinem Boot auf den Weltmeeren unterwegs ist. Trotz interessanter Gespräche mit beiden Skippern, melden sich unsere Mägen, und wir kehren in der einzigen Kneipe des Ortes ein und genießen ein erstaunlich gutes Speise- und Getränke-Angebot.

Fahrt 5 V. d. P. > Velas (I. Sao Jorge) 33 sm

Tag 7 am 13 Juni, 2015

Unseren netten Nachbarn OLAF, bei dem wir festmachen durften, laden wir als Dankeschön zum Frühstück zu uns aufs Boot ein, worüber er sich sehr gefreut hat. Für diesen Tag prophezeit der Wetterbericht mäßige Winde aus NW über W bis SW. Natürlich liegt unser Kurs wieder auf SW mit ca. 35 sm. Dennoch es läuft auch wieder unter Segel, so dass wir die kleine, aber idyllisch gelegene Marina VELAS auf SAO JORGE gegen 17.00 erreichen.
Hier genießen wir in einem „Felsenbad“ das 20 ° frische Atlantikwasser. Kaffee und Eis verwöhnen den Magen bis zum Abendessen. Selbstverständlich hat auch diese Marina vorbildliche sanitäre Anlagen, mit Magnetkarte gesichert, die ich mit der Anmeldung vom Hafenmeister erhalte. Durch ein massives Tor am Hafen, dem Relikt einer mächtigen Verteidigungsanlage, kommen wir beim Abendsparziergang, zum Hauptplatz mit seinem kunst-vollen Pflasterbild aus schwarzen und weisen Kleinpflastern. Aus dem Brunnen schaut ein Basaltdrache zur Kirche, die dem heiligen Georg geweiht ist.
Zum preiswerten und guten Abendessen im nahe Restaurant genießen wir wieder Wein von der Insel PICO.

Fahrt 6 Velas > Horta (I. Faial) 22 sm

Tag 8 am 14 Juni, 2015

Heute liegt der kürzeste Schlag mit 22 sm vor uns. Wir freuen uns auf HORTA, der Seglermetropole, dem Hauptstützpunkt von Sail Azores und eines der Hauptorte des Archipels.
Daher verlassen wir Velas erst um 12.00, segeln und motoren abwechseln, weil der Wind, wie gewohnt, mal aufbrisend mal abflauend wieder aus SW, unserer Zielrichtung, kommt. Ein Telefonat, mit dem eigenen Handy von Sail Azores, übrigens eine bisher nicht gekannter Komfort, warnt uns, dass die Marina überbelegt sei, für uns aber ein Kopfplatz am Steg B reserviert sei. Als wir um 16.00 einlaufen und fest machen, werden wir bereits von einem Sail Azores - Mitarbeiter empfangen der sich um unser ausgefallenes Bugstrahlruder kümmert. Es folgt die obligatorische Anmeldetour und der Gang zu den Duschen.
Dabei eröffnet sich uns der Blick über die Marina hinüber zum PICO mit seinem fast immer vorhandenen „Sahnehäubchen“ am Gipfel.
Inzwischen ist ANABELA COSTA eingetroffen, die wir zum Abendessen ins bekannten Fischrestaurant GENUINO. Auch hier, in maritimen Ambiente, genießen wir mit 5 Personen ein köstliches Abendessen mit Wein von Pico für nur 125.- €. Der Tag endet im weltberühmten Seglercafé PETER Sport, in dem sich, beim besten Gin Tonic im Atlantik, die Segler aus aller Welt treffen.
Bunt gespickt ist die urgemütliche Kneipe mit Wimpeln aus aller Herren Länder, Relikte der Atlantiksegler.
Auch ich werde meinen Beitrag zur Wimpelsammlung am nächsten Abend leisten!

2. Hafentag: Inselrundfahrt auf Pico

Tag 9 am 15 Juni, 2015

Das immer wieder faszinierende Bild über die Marina hinüber zum PICO, mit Sahnehäubchen“ unter dem Gipfel, fasziniert uns bereits am frühen Morgen. Bereits um 7.30 legt die Fähre nach MADALENA auf der wenige Meilen gegenüberliegenden Insel PICO ab, die wir nach einer halben Stunde Fahrt erreichen. Welch eine Überraschung: Hier erwartet uns NICOLAU FARIA, der Chef von Sail Azores. Nach kurzem Plausch über unser Tagesprogramm, bringt er uns zu einem Autoverleih, wo wir einen Wagen für unsere Inselrundfahrt mieten und
auch gleich starten. Vorher aber stärken wir uns noch mit einem Frühstück.
Inzwischen öffnen sich die Schleusen des Himmels, auf den Azoren ja nicht ungewöhnlich. Dennoch, das Ziel den Pico zu besteigen, verlieren Markus + Thomas nicht aus den Augen. Je näher wir zum 2.150 m hohen PICO kommen, desto heftiger wird der Regen und dichter Nebel kommt hinzu. Schließlich erreichen wir die Station, in der sich jeder Pico-Wanderer anmelden und einen Obolus von 20 € entrichten muss. Markus + Thomas machen sich auf den Weg nach oben. Leszek + ich kehren mit dem Auto um und beginnen unsere Inselrundfahrt mit der Abfahrt über bessere Feldwege zum Meer.

Fast sind wir wieder an der Küste angekommen, erreicht uns ein Handyanruf mit der Bitte, wieder zurück zu kommen, um unsere beiden „Bergsteiger“ wieder aufzunehmen. Zurück beim Meldebüro: Da stehen sie wie 2 begossene Pudel: nass und frustriert, ob ihrer misslungenen Bergtour. Aber die Entscheidung war vernünftig, denn der Abstieg, über unwegsames Gelände, wäre zu gefährlich gewesen und Markus’ Schuhe hätten auch den Geist aufgegeben.
So machten wir uns zu viert auf die eindrucksvolle und erlebnisreiche Inselrundfahrt. Zuerst wollen wir uns den kleinen Hafen LAJES DO PICO an der S-Küste der Insel anschauen, denn dieses „Schlupfloch“ auf unserem Rückweg von Horta nach Punta del Gado sollte uns für eine Nacht aufnehmen. Doch, wie bereits in der Literatur beschrieben, ist die Tiefe im Hafen mit 2.20 m bei Ebbe für unsere „TREVI“ mit 2.50 m Tiefgang nicht ausreichend, was uns bei der Besichtigung bestätigt wurde. So schauen wir uns die dortige, ehemalige Walverarbeitungsfabrik und die früher unmittelbar angeschlossene Rampe an, über die Pottwale mit großen Seilwinden gezogen wurden. Wir bestaunen die technischen Einrichtungen in der zum Museum umgebauten Fabrik, die bis zum Verbot des Walfangs im Jahr 1987 eine funktionierende Erwerbsquelle für die Einwohner von Lajes war.
Auf der herrlichen, kurvenreichen Küstenstraße eröffnen sich immer wieder neue Ausblicke auf die wilde Küsten-landschaft und die unzähligen kleinen Parzellen, in denen auf steinigem Boden, mit Schutzmauern gegen die Erosion, mühselig Wein angebaut wird. Wir setzen unsere Fahrt zum W-Kap, über die nördliche Küstenstraße bis
SAO RPQUE DO PICO, der einzigen, mit Ankertonnen bestückte sichere Bucht, nach MADALENA fort.

Mit ordnungsgemäßer Rückgabe unseres Leihwagens, zahlen wir 80 € incl. Sprit für einen ganzen Tag Nutzung. Bis unsere Fähre um 17.30 nach Horta zurück fährt, genießen wir in einem netten Gartenlokal am Fährbahnhof ein paar Bierchen mit Nicolau Faria, dem Chef von Sail Azores, der uns zum Abschied einen Kurzbesuch abstattet. Um 18.00 nach Horta zurückgekehrt, ergötzen wir uns beim Duschen und machen uns „landfein“ zum Abendessen in einem nahen urigen Restaurant, dessen Spezialität Fleisch + Fisch auf dem heißen Lavastein serviert wird. Auch diese Köstlichkeit ist incl. Wein recht preiswert.
Danach geht es ins CAFÉ SPORT PETER zum „Sundowner“, mit interessanten, internationalen Gästen, darunter auch einige Deutsche.

3. Hafentag auf Faial

Tag 10 am 16 Juni, 2015

Auf dieser Insel gibt es einiges zu sehen, so dass wir noch einen Hafentag einlegen müssen. Wir mieten uns erneut einen PKW und starten die Inselrundfahrt. Unser erstes Interesse gilt der riesigen Caldeira im Inselin-neren. Schon die Fahrt über die kurvenreiche Strecke, hinauf auf ca. 1.000 m, ist ein Traum. Noch üppiger als sonst verwandeln die Hortensienhecken die Straßenränder und Feldbegrenzungen in ein hellblaues Blumenmeer.
Die 8 km lange, 2,5-stündige Umrundung der Caldera ersparen wir uns, obwohl uns dabei grandiose Ausblicke zu den Nachbarinseln GRACIOSA, PICO und SAO JORGE entgehen.

Der Weg zum nächsten Highlight der Insel führt uns über die NW-Küste, zur W-Spitze, nach CAPELINHOS, dem Land der Vulkane. 1957 brach dieser Vulkan 14 Monate lang aus. Zunächst völlig losgelöst von der
W-Spitze der Insel. Jedoch haben die ungeheuren Mengen an Schlamm, Steinen und Vulkan-Asche ein Zusammenwachsen mit der Insel bewirkt. Vor der Eruption war der 1903 erbeute große Leuchtturm das
Unterhalb des Vulkans erinnert eine Rampe an die Walfanstation, die mit dem Ausbruch, zusammen mit mehre-ren Walfangboten und Walfängern ebenfalls zerstört wurde. Vereinzelt ragen entlang der Straße, die zum Wasser führt, Mauerreste von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden der Walfänger. Sehr interessant und einmalig ist das moderne, tolle Museum, das unter den Ascheberg gebaut wurde, und das in Computeranimationen, Filmen und Exponaten, die geologische Geschichte der Azoren und der bedeutendsten Vulkanen der Welt darstellt.
Einige Tafeln am Leuchtturm zeigen die Entfernungen zu bedeutenden Städten der Welt.

Zurück nach Horta führt die Strasse entlang der W-Küste, mit einem Abstecher nach VARADURO, ein Badeort,
in dem ein wildromantisches Meeresfreibad zwischen grandiosen, schwarzen Lavafelsen zum erfrischenden Bad einlädt. Zurück nach Horta, fahren wir entlang der S-Küste über die „Sonnenstraße“ die von den Inselbewohnern
an Wochenenden gerne zum Baden in mehreren Naturschwimmbecken genutzt wird.
Zurück an Bord freuen wir uns über die inzwischen durchgeführte Beseitigung eines Unfallschwerpunkts auf unserer „Trevi“: der obere Relingsdurchzug am Heck ist montiert!
Zum Abendessen bleiben wir an Bord, um anschließend das Café Sport Peter erneut zu besuchen und die internationale Atmosphäre zu genießen.

„PETER“, dem Chef, bringe ich einen Wimpel meiner SGW, der Segel Gemeinschaft Waldsee, so wie einen Wimpel der Kreuzer-Abteilung des DSV mit. Beide habe ich handschriftlich am Wimpelrand identifiziert.
Als Gegengeschenk freue ich mich über den begehrten, nur bei Flaggentausch erhältlichen „PETER-WIMPEL“!
Das Foto mit MARKUS, PETER und JÜRGEN ist der Beweis für die Verewigung an historischer Stätte.
Im Gästebuch des Hauses darf ich noch einen Aufkleber von MASTER YACHTING, mit erklärender Widmung kleben: Zwei ehrende Erinnerungen an Horta.

Fahrt 7 Horta > Ponta Delgada 150 sm

Tag 11 am 17 Juni, 2015

Weil die einzige Marina Lajes do Pico, auf unserem Rückweg nach Ponta Delgada, wegen zu geringen Tiefgangs für uns nicht anzulaufen ist, haben wir in den nächsten 2 Tagen + Nächten einen Schlag von ca. 150 sm vor uns. Nach der Morgendusche erfreuen wir uns noch einmal an den unzähligen, vielfältigen und ideenreichen Bildern, die von Crews aus der ganze Welt auf die Hafenmolen gemalt wurden und wofür Horta unter Seglern auch bekannt ist.
Wir beschließen, trotz Flaute, bereits kurz vor 9.00 die Marina von Horta zu verlassen. Das Wetter ist so trüb und das Lüftchen so lau, dass in absehbarer Zeit an Segeln nicht zu denken ist und so muss uns eben unser Motor auf einem SE-Kurs voranbringen. Um 12.00 werden wir von einem Erlebnis entschädigt, auf das alle Azorenbesucher hoffen, wovon auch viele Unternehmen leben, das aber nicht immer Realität wird: Whalewatching!

Bei spiegelglatter See, was ich bisher im Atlantik für unmöglich hielt, sehen wir in unmittelbarer Entfernung eine Wasserfontäne aufsteigen. Während wir uns langsam nähern sehen wir den grauen Rücken eines Wals zum 1. mal und gleich darauf zum 2. mal. Die Fotoapparate wurden aktiviert und der Wal zeigte uns beim Abtauchen seine mächtige Schwanzflosse; was für ein Erlebnis!

Der Tag geht nach 55 sm langweiligen Motoren zu Ende, ohne dass Hoffnung auf Wind besteht. Leszek + Thomas beschließen zur Abwechslung schwimmen zu gehen. Vom Wal und den vielen Delphinen, die uns auf unserem Törn immer wieder begleitet haben, inspiriert, fühlt sich Thomas mit seinen Schwimmbewegungen als solches Meerestier und kugelt sich dabei die rechte Schulter aus. Wie untauglich die Badeplattform mit integrierter Leiter ist, zeigt sich am Versuch, den Verletzten wieder an Bord zu nehmen, was schließlich unter Schmerzen gelingt. Wir betten den unbeweglichen Arm mit Kissen in der Stb-Cockpit-Ecke und beraten den weiteren Törnverlauf. 3Optionen stehen uns zur Entscheidung: 55 sm zurück nach Horta, 95 sm zu unserem Planziel Ponta Delgada oder 25 sm mit 0 ° nach Angra do Heroismo auf Tercera. Wir entscheiden uns für Variante 3, gehen auf N-Kurs und strapazieren unsere Maschine.

Unser Bord-Doc Markus nimmt über VHS Kontakt mit einer Seefunkstelle auf, erläutert dem Gesprächspartner in Ponta Delgada unsere Situation und unsere Absicht, A.d.H. anzulaufen. Diverse, langwierige, oft schwer verständliche Gespräche führen schließlich dazu, dass der Rettungsdienst uns zusagt, dass in A.d.H. ein
Krankenwagen zur Verfügung steht. Als wir um 23.00 in A.d.H. einlaufen wartet bereits das Rote Kreuz mit
Ärztin und 4 Sanitätern. Sie fixieren den Arm fachmännisch, bringen Thomas von Bord und fahren ihn, unter Begleitung von Markus, ins Krankenhaus. Nach Röntgenaufnahmen wird die Schulter wieder eingerenkt, am Körper fixiert und Thomas kehrt mit Markus weit nach Mitternacht an Bord zurück.

Fahrt 8 Angra do Heroismo > Ponta Delgada 74 sm

Tag 12 am 18 Juni, 2015

Den letzten Segeltag lassen wir langsam angehen. Wir genießen unser Frühstück im Marinarestaurant, da die eigenen Vorräte fast aufgebraucht sind.
Um 13.00 verlassen wir, nach vorherigem Tanken, unseren Stegplatz und kommen bei Wind aus zunächst südöstlichen Richtungen um 2 – 5 bft, mit 7 – 8 ktn speed, streckenweise aber auch wieder mit Maschine, recht gut voran; natürlich wieder gegenan! Um 21.00 ist Sonnenuntergang und um 22.00 beginnt wieder der Wachdienst mit Jürgen + Thomas, der als Gesprächspartner, trotz lädiertem Arm, noch seine Funktion erfüllen kann. Um 2.00 übernehmen wieder Leszek + Markus die Wache 2 und segeln mit leichtem Wind unserem Endziel Ponta Delgada entgegen. Das Leuchtfeuer an der NW-Huk von P.d.G. ist uns dabei eine gute Ansteuerungshilfe. Um 7.00 machen wir am Receptionssteg in der neuen Marina fest. Die Einklarierung kann ich aber erst um 9.00 im alten Hafen erledigen. Danach füllen wir wieder unseren Tank und belegen einen Liegeplatz zwischen Regattayachten, die sich auf dem Weg von England hierher eine sehr differenzierte Wettfahrt geliefert hatten. Unser „erhofftes“ Segelabenteuer Azoren ist nun zu Ende. „Erhofft“ deshalb, weil Leszek und ich, im Vergleich mit den 2006 ersegelten Kanaren, eine andere Vorstellung von den Segelbedingungen der Azoren hatten; um diese Jahreszeit eher ein vergleichbar anspruchloseres Segelrevier!
Im Marinarestaurant nehmen wir unser letztes Frühstück ein, um danach ans Packen zu gehen. Zwischenzeitlich kommt Bruno und beginnt mit dem Checkout, um gegen 18.00 Anabela zu bestätigen, dass alles o.k. und ohne Schäden an der „TREVI“ ist. Damit kann die Yachtrückgabe von mir an Anabela erfolgen. Auch die Crew ist in bestem Zustand; Thomas hat einen neuen Wechselverband angelegt und kommt so gut, auch „einarmig“ zu recht.
Weil sich die Crew, hier in sehr um das Wohl von Thomas bemüht hat, lädt er uns zum Abendessen ein.

Wir genießen seine Einladung und bedanken uns für diese nette Geste.

Zum Schluss:

Tag 13 am 19 Juni, 2015

Zum Schluss meines Törnberichts möchte ich noch einige Zahlen dokumentieren:

Törnleistung (sm) 526
Segelleistung (sm) 310
Fahrt mit Maschine (sm) 216
Etmale (sm) 23, 33, 49, 74, 81 u. 93
Nachtschäge 3
Hafentage 3
Die Kosten pro Person halten sich, für das exklusive Segelvergnügen, mit 2.915.- € für 14 Tage
„all inclusive“ in Grenzen.

Insgesamt haben wir einen interessanten, abwechslungsreichen und harmonischen Segeltörn erlebt.

Ich danke meiner Crew für ihr immer korrektes und kameradschaftliches Verhalten, für ihr aktives
Segelengagement und wünsche meinen 3 Mitseglern LESZEK, MARKUS und THOMAS für ihr
weiteres Seglerleben:

Mast- und Schotbruch, immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und allzeit gute Fahrt !


Euer Skipper

Jürgen Herter

Tag 14 am 20 Juni, 2015

Tag 15 am 21 Juni, 2015