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Südtürkei 2009

14 Juni, 2011
von Theophil Steinbrenner
Türkischen Küste, Türkei
Cyclades 50.5

Gefahren wurde vom 29.08. bis zum 07.09.2009, für mich die beste Zeit für dieses Revier, auf einer Cyclades 50.5 mit 11 Kojen, die aber nur mit 8 Mitseglern belegt war. Dabei waren meine Frau Uschi und ich, Marita und Guntram Härth, Nicole und Martn Wagner sowie Kathrin Hahn und Stefan Engert.

Anreisetag, Ankunft in Dalaman, Transfer nach Fethiye

Tag 1 am 29 Aug., 2009

Abflug in Frankfurt am Main um 05.50 Uhr, Ankunft in Dalaman um 10.00 Uhr. Der Transfer nach Fethiye dauerte etwa 1 ½ Stunden und war völlig problemlos. Bei unserer Ankunft in der Yacht-Marina von Fethiye wurden wir bereits von Yildiz-Yachting erwartet. Das Schiff war fertig und stand für uns bereit. Eine Liste wurde uns ausgehändigt für den ersten Eigencheck und um 14.00 Uhr fand eine gründliche Einweisung in alle Funktionen des Schiffes statt.

Relaxen im Pool eines nahe gelegenen Hotels, Abendessen im Restaurant der Marina und anschließender Bummel durch die Altstadt mit ihrem wunderbaren Bazar. Absacker am Schiff.

Unser 1. Segeltag: Richtung Norden nach Göcek

Tag 2 am 30 Aug., 2009

Wir haben Zeit und können frühmorgens in aller Ruhe unten in der Messe gemeinsam frühstücken. Um 10.00 Uhr heißt es dann Leinen los. Aus dem Hafenbecken der Fethiye-Marina raus, setzen wir gleich Groß und Genua. Bei schwachem Wind kreuzen wir erst einmal etwa 1 Stunde Richtung Westen bevor wir auf  270 ° mit dem Motor zuschieben. Gegen 13.00 Uhr laufen wir in der Bucht von Kapi ein und machen dort am Holzsteg der kleinen Kneipe an einer Mooringleine rk fest.

Erst ein erfrischendes Bad und dann ein kleiner Mittagssnack in der schattigen Laube des kleinen Restaurants tun uns gut, bevor es weitergeht in Richtung Norden nach Göcek, wo wir am Abend gegen 17.00 Uhr in der Göcek-Marina einlaufen. Die aber ist voll mit Gulets belegt und hinzu kommt, dass eines dieser riesigen Holzkähne auch noch stundenlang mit einem Ankersalat mitten im Hafenbecken operiert. Was also bleibt uns anderes übrig, als gleich nebenan in die Skopia-Marina zu verholen, wo wir um 17.30 Uhr an der Mooring festmachen und hier ohnehin viel besser und auch vom Schwell geschützter die Nacht über liegen.

Unser 2. Segeltag: Richtung Nordwest, Bucht von Ekincicz

Tag 3 am 31 Aug., 2009

Heute an unserem 2. Segeltag müssen wir zeitig raus. Mit 35 sm haben wir einen relativ großen Schlag vor uns und wir segeln Richtung Nordwest, also dorthin, wo der Wind herweht. Zudem habe ich 5 Neulinge dabei, die das erste Mal auf einem Segelschiff sind und die möchte ich dabei einarbeiten. Wir stehen also schon um 7.00 Uhr auf und um 9.00 Uhr bereits legen wir ab. Bei zunächst schwachem Wind, dieser setzt in der Regel erst gegen Mittag ein, kreuzen wir die ersten zwei bis drei Stunden. Am Nachmittag schieben wir ein wenig mit dem Motor zu, segeln aber die meiste Zeit. Um 15.00 Uhr machen wir am Steg von My Marina auf Mooringleinen fest. Hier bekommen wir auch Strom und Wasser. Erst jedoch wird ausgiebigst gebadet, stundenlang in dem wunderbaren glasklaren Wasser. Dann gönnen wir uns erst einmal ein Bierchen oben im Restaurant und genießen dabei den herrlichen Blick über die schöne Bucht von Ekincicz.

Am Abend speisen wir hier ganz fein. Dieses Restaurant, das ich 23 Jahre zuvor schon mit Freunden besucht hatte und zwischendurch auch noch mit meiner Familie dort war, hat sich mittlerweile zu einem der besten Restaurants der Südtürkei gemausert. Es geht hier sehr vornehm zu, der Service ist ausgezeichnet und das Essen vom Allerfeinsten!

Dalyan-Mündungsdelta, Theater von Kaunos, Caretta Caretta in Dalyan, Restaurant von Mustafa

Tag 4 am 1 Sept., 2009

Heute haben wir sehr viel vor. Wir stehen daher schon um 05.30 Uhr auf. Kurze Toilette und schnelles Stehfrühstück. Für 6.00 Uhr habe ich das Fischerboot bestellt, das uns in das Mündungsdelta des Dalyanflusses bringen soll. Es ist traumhaft schön hier herin im seichten Schilfgürtel des Dalyandeltas.

Zunächst jedoch geht es zur Anlegestelle von Kaunos, ein viertelstündiger Aufstieg zu den Ausgrabungsstätten und man ist fasziniert und ehrfürchtig erstaunt zugleich. Unglaublich, was man da so alles schon freigelegt hat, aber ebenso unglaublich auch, was da noch so alles unter der Erde schlummert.

Weiter ging es von hier flussaufwärts nach Dalyan. Ein wunderschöner Spaziergang durch den typisch orientalischen Ort mit Einkauf von Frischfisch und Gemüse für unsere Fischsuppe

am nächsten Abend. Ein absolutes Muss ist hier aber auch eine kleine Einkehr in einem der zahlreichen Restaurants, die im Uferbereich auf Stelzen direkt ins Wasser gebaut sind.

Frischen Fisch, den sie auf ihren Laichzügen hier aus dem Fluss fangen und auch die berühmten Bluecrapes muss man hier einfach einmal gegessen haben. Aber bitte aufpassen, dass man tatsächlich auch die echten Bluecrapes bekommt, die viel größer sind als unsere hier und vor allem auch wirklich die großen blauen Beine haben mit ihren mächtigen Scheren, da ist wenigstens was dran und man hat was davon!

Zurück ging es von  hier dann noch am Sandstrand vorbei, wo die Caretta Caretta an Land geht und im Sand ihre Eier abzulegen und die man hier auch sehr gut beobachten kann.
Zurück am Schiff wurde noch Wasser nachgetankt, ein erfrischendes Bad genommen und dann ging es aber auch gleich los, Richtung Gemiler Reede. Um 13.00 Uhr legten wir ab und setzten gleich Groß und Genua und segelten hinunter in die Bucht von Karacaören zu meinem Freund, dem singenden Bauern Mustafa. Meinen Pfiff hat er gleich erkannt, der hat sich ihm damals schon eingeprägt. Er hat mich auch gleich wieder erkannt und es gab ein riesiges Wiedersehensfest bei ihm oben auf der Terrasse seines Lokals.
Sein Lammtöpfchen war nicht berauschend, mir hat es geschmeckt, aber die Crew meinte, dass sie da schon besser gegessen hätte, na ja, vielleicht ist man jetzt aber auch schon nach dem gestrigen Abend ein wenig verwöhnt.

Mustafa betreibt hier in der Zwischenzeit ein Wassersportzentrum mit Paragliting, Tauchkursen, Wasserski- und Bananenbootfahren usw. usw. Es ist nicht mehr ganz so beschaulich wie früher, aber uns hat es sehr gut gefallen hier. Vor allem hat er ausreichend Bojen zum Festmachen ausliegen und hält sich die Gulets weitgehendst vom Hals, indem er sie einfach nicht bedient, bis auf ein paar wenige, die anständig und in der Nacht vor allem ruhig sind.

Nach Kalkan

Tag 5 am 2 Sept., 2009

Heute wollen wir hinunter nach Kalkan. Es sind wieder gut 35 sm, aber dafür haben wir heute genug Zeit. Gegen 08.00 kommen langsam alle in die Gänge, ausgiebiges Frühstück, ein erfrischendes Morgenbad und noch ein kurzer Abschiedsbesuch bei Mustafa und dann legen wir ab. Durch die Gemiler Rede hindurch, nördlich von der Gemiler Adasi vorbei, geht es direkt hinunter zu berühmten Ölü Deniz.
Die aber kann man mittlerweile wirklich komplett vergessen. Segler sind hier nicht mehr erwünscht. Die Millionen von Badegästen, die draußen am Strand für ihren Liegestuhl und den Schirm bezahlen, gönnen den Seglern nicht einmal mehr, dass sie kurz zum Baden hier den Anker werfen. Sofort ist jemand da und besteht darauf, dass man den Platz wieder verlässt. Nur um die Ecke rum, hinter den Felsen ist es noch möglich, zu ankern und dann mit dem Schlauchboot hineinzurudern und dann drinnen dafür auch noch zu bezahlen, da haben wir es vorgezogen, gleich weiterzufahren und draußen auf dem offenen Meer eine Badeschlaufe zu legen und so richtig schön und ausgelassen für uns ganz alleine zu schwimmen! So setzen wir erst einmal Groß und Genua, binden einen Bullenstander ein und segeln mit dem Schmetterling erst einmal raus aufs offene Meer.

Draußen legen wir uns mit den beiden Heckleinen und ein paar Fendern eine Badeschlaufe und gehen so richtig schön für uns ganz alleine zum Schwimmen, ohne diesen schnöden Menschenhaufen, der es einem nicht einmal mehr gönnt, dass man in seinem Revier nur 1 qm beanspruchen könnte. Traurig eine solche Anspruchs-Gesellschaft!

Nun, in Kalkan angekommen, bereiten wir uns erst einmal eine ganz feine Fischsuppe zu und essen alle gemeinsam unten in der Messe zu Abend, bevor es dann hinaufgeht ins Städtchen, zu unserem Bergfest, so genannt, weil wir heute Halbzeit haben und somit der Törn leider schon wieder rauswärts geht und man dem Ende näher ist, als dem Anfang. Nun, die äußerst delikate Fischsuppe, die uns die Damen von dem Fisch zubereiten, den wir uns in Dalyan frisch eingekauft haben, gehört ja eigentlich schon mit zum Höhepunkt des  Bergfestes. Dennoch ist es hier in dem kleinen, in den Hang hineingebauten Städtchen, so beschaulich und auch schön, dass es wirklich ein würdiges Bergfest werden soll! Schon der Bummel durch die kleinen Gässchen, die allesamt wie ein riesiger Bazar anmuten, die dabei getätigten Einkäufe an Mitbringseln und dann ein schönes kleines Straßenrestaurant mit frischem Efes vom Fass und einer Wasserpfeife mit Apfelgeschmack lassen den ganzen Abend zu einem besonderen Erlebnis werden.

Abgerundet wird dieser Abend noch durch den Besuch einer kleinen Bar in Hafennähe, wo wir zu je zwei exotischen Drinks noch bis Mitternacht eine außergewöhnlich gute Live-Musik genießen durften, von zwei jungen Musikern, wo er hervorragend Gitarre spielte und sie zu diversen Instrumenten mit einer unglaublich guten Stimme türkisches Liedgut zum Vortrag brachten, was man in dieser Form wohl so schnell nicht mehr zu hören bekommt. Am liebsten hätte ich die beiden gleich nach Deutschland eingeladen und für einen Liederabend in mein Kulturprogramm verpflichtet! Es war einfach toll und ein würdiger Abschluss unseres Bergfestes, das sich im Cockpit unseres Schiffes noch bis 01.30 Uhr fortsetzte!

Kalkan, Xantos, Letoon und Patara, Insel Kastellorizon

Tag 6 am 3 Sept., 2009

Nun liebe Freunde, geht es schon rauswärts. Unser Bergfest liegt hinter uns und der zweite Teil des Törns beginnt. Dafür aber haben wir jetzt erst einmal von den Seemeilen her den größten Teil hinter uns und nun soll es zum gemütlicheren Teil übergehen und vor allem noch zu weitern Highlights. Heute wollen wir den Orient verlassen und für eine Nacht hinübersegeln nach Europa, nämlich zur griechischen Insel Kastellorizon!

Vorher jedoch, wollen wir am Vormittag noch von Kalkan aus noch Xantos, Letoon und auch Patara besuchen, was ja auch irgendwie eine Pflichtübung bei einem solchen Törn sein sollte. Nun gut, für 7.00 Uhr habe ich den Dolmus bestellt, was für uns noch einmal frühes Aufstehen bedeutet. 6.00 Uhr aus den Kojen, kurze Morgentoilette und auch kurzes Frühstück und ab geht es ins Hinterland.

Von Letoon ging es weiter nach Patara, der letzten Station, aber dem wichtigsten Teil dieses Ausfluges, denn dieses war ja wohl der bedeutendste Ort der damaligen Zeit mit seinem Hafen und der außergewöhnlich strategisch guten Lage. Hier arbeitet man inzwischen wie besessen. In der größten Mittagshitze hat man hier neben dem großen Theater, das ich schon kannte und das immerhin 5.000 Besuchern Platz bot, gleich nebenan noch ein kleineres Theater entdeckt, das bei meinem letzten Besuch noch völlig unter der Erde begraben lag und bei dem man eben dabei ist, dieses ebenfalls freizulegen. Ein Wahnsinn, aber toll!

Gut, dass wir so zeitig dran waren, denn so sind wir dem großen Besucherstrom ebenso entgangen, wie auch der wahnsinnigen Mittagshitze. So gegen 12.00 Uhr zog es uns zurück an unser Schiff. Nach dem Mundraub einiger Trauben, die dort wild in einen mächtigen Baum hineingewachsen waren und dem Einkauf einiger frischer Feigen, ging es zurück in den Hafen von Kalkan, den wir uns vorher noch einmal bei der Anfahrt von oben ansehen konnten.

Zurück am Schiff, wurde aber nicht mehr lange rumgemacht. Ein paar Handgriffe noch und so gegen 14.00 Uhr haben wir abgelegt. Draußen auf dem offenen Meer haben wir noch einmal schön gebadet, bevor es hineinging in die langgezogene Hafeneinfahrt von Kastellorizon.

Hier haben wir natürlich wieder an der Hafenmole mit Buganker und Heckleinen gleich im Restaurant meines Freundes Vangelis angelegt. Die Pasarella lag selbstverständlich wieder zwischen den ersten Tischen seines Restaurants, direkt an der Kaimauer, was also wollten wir mehr. Kaum waren wir gelegen, saßen wir natürlich auch schon in Vangelis’ Taverne beisammen, bei einer guten Zigarre und einem Fläschchen Rezina!

Nun gut, ein Bummel durch das Städtchen, das heute von ehemals 20.000 Einwohnern gerademal noch 200 zählt und dann ist erst einmal relaxen angesagt bis zum Abendessen, das wir natürlich gleich nebenan bei Vangelis einnehmen, mit Blickkontakt zu unserem Schiff.

Das Abendessen bei Vangelis war in Ordnung. Zwar wollten wir eigentlich einen Zickleinbraten und nachdem es diesen nicht gab, haben wir uns für Lamm entschieden, obgleich Vangelis’ Fischsuppe sicher besser gewesen wäre!

Bucht von Ücagiz

Tag 7 am 4 Sept., 2009

Heute haben wir hinüber zur Bucht von Ücagiz in der Kekova Reede nur einen kleinen Schlag von gerademal 15 Seemeilen und da haben wir schön Zeit. Das Frühstück nehmen wir daher  einmal ganz gemütlich an Land ein und frühstücken daher bei Vangelis, mit allem drum und dran.

Ein Aufstieg zur Burg und zum Rathaus mit Kirche schließen sich an und lassen uns den Vormittag noch so richtig schön in aller Ruhe gestalten

Wieder unten an der Kaimauer angekommen, gab erst noch für jeden ein Eis und so gegen Mittag legten wir dann ab.

Wir verlassen Europa wieder in nordöstlicher Richtung mit etwa 50 bis 60 Grad Magnetkompasskurs und navigieren uns durch die vielen kleinen Inselchen mit ihren vorgelagerten Unterwasserfelsbrocken hindurch. Unterwegs nehmen wir noch ein erfrischendes Bad auf offener See.

So gegen 15.00 Uhr laufen wir dann in der Ücagiz ein und steuern geradewegs auf den Steg von Hassan zu, dem besten Koch des Mittelmeeres. Seine Fischsuppe ist ja so berühmt, dass sie jedem Vergleich standhalten soll und das wollen wir ausprobieren!

Noch nicht einmal so richtig in der Bucht drin, werben sie alle schon um die Neuankömmlinge. Alle Hassans ebenso, wie alle Ibrahims auch. Nun, wir machen an Hassens Steg längsseits fest und lassen uns von ihm erst einmal ein frisches, eiskaltes Efes an Bord bringen, als ersten Anlegeschluck.

Danach gibt es bei Hassan einen kleinen Nachmittagssnack, bevor wir durch den schönen Altort mit seinem bezaubernden Bazar pilgern, gleich hinter der ersten Häuserzeilen, die ohnehin nur aus Restaurants besteht! Dabei wird erst einmal ein wenig im Minimarket nachgebunkert und das aufgefrischt, was so mittlerweile fehlt, vor allem Bier!

Am Abend gibt es dann bei Hassan die berühmte Fischsuppe. Ich muss sagen, sie schmeckt sehr gut, kann aber an die, die wir uns in Kalkan selbst zubereitet haben, nicht ranreichen. Dennoch, wollen wir nicht unverschämt sein, gut war sie. Zurück am Schiff noch einen kleinen Absacker und ab in die Kojen, erwartet uns doch am nächsten Tag wieder sehr viel Interessantes.

Nikolauskirche, Demre, Felsengräber von Myra, Insel Kekova

Tag 8 am 5 Sept., 2009

Um 8.00 Uhr sind wir mit Hassan verabredet. Für 60,- € leiht er uns seinen Minibus, einen alten 8-Sitzer-Mitsubischi, mit dem wir selbst nach Demre und Myra fahren. Zunächst steht die Nikolauskirche, die Wirkungs- und auch Grablegungsstätte des Hlg. Nikolaus auf unserem Plan, die wir auch gleich anfahren.

Vorher können wir auf unserer Fahrt dorthin noch einen Blick hinunterwerfen auf die alte und heutzutage versandete antike Hafenanlage von Andriaki, wo der Apostel Paulus das Schiff bestieg, das ihn zu seinem Prozess nach Rom bringen sollte. Was für geschichtsträchtige Orte das hier doch sind und die wir der Rehe nach so aufsuchen!
Nun, von der „Baba Noel“ aus ging es dann hinauf an den nördlichen Stadtrand von Demre, nach Myra zu den berühmten Felsengräbern, sowie dem einsdrucksvollen Theater, das auch als Löwenkampfarena genutzt wurde.

Von Myra ging es dann auf dem direkten Weg wieder zurück zu Hassan, Rückgabe des Busses und kleiner Imbiss. Ein paar Erinnerungsfotos noch und dann ging es aber auch schon weiter.

Gegen 15.00 Uhr legten wir hier ab, fuhren nur rum um die Ecke und gingen gleich nebenan ebenfalls bei einem weiteren Hassan in Kale an den Steg. Aufstieg zur Burg, was in der größten Mittagshitze nicht unbedingt zu empfehlen ist, aber der Blick von oben aus den Zinnen der Burg heraus, hinunter in die Kekova-Reede entlohnt einen für die ganze Mühe.

Wieder zurück bei Hassan und seiner sehr netten, freundlichen und auch deutsch sprechenden Frau gibt es erst einmal für jeden zwei Gläser frisch gepressten Orangensaft. Ein kleiner Anstandsnack und dann geht es aber gleich weiter auf die Rückseite der vorgelagerten Insel Kekova, in die dortige dreigegliederte und tief eingeschnittene Bucht Karalocz.
Erstmals in dieser Segelwoche kommt bei dieser Anfahrt  Starkwind auf, was im Klartext heißt, dass wir noch ein Weilchen draußen bleiben wollen. Mit Groß und Genua tobt sich Kathrin noch einmal so richtig aus und auch bei den Neulingen kommt erstmals das richtige Segelfeeling auf. Eine Krängung, bei der das Wasser bis an die Deckkante reicht, lässt vor allem die Neulinge vor Begeisterung regelrecht jauchzen und jubilieren.
Wir bleiben gut ein bis eineinhalb Stunden draußen, wollen dann aber so gegen 18.00 Uhr rein in die Bucht, weil ich nicht weiß, wie voll es hier drin werden wird.
Will man die Nacht über hier liegen, muss man gut Kette stecken und mit mindestens einer Heckleine zum Ufer festmachen. Das Stecken der Kette geht schon mal nicht so recht, da eine ganze Menge Gulets hier herin liegen, die mit ihren Ketten schon einmal die Bucht ausgelegt haben. Aber gut 30 m bringen wir auch aus und das reicht uns, denn der Grund hält gut. Eine lange Leine noch zum Ufer und wir liegen gut für die Nacht.
Erst wird gebadet, dann geköchelt – es gibt Spaghetti mit Tomaten- und wahlweise mit Thunfischsoße für den Skipper – dann wird klar Schiff gemacht und anschließend wird das Bimini zurückgeklappt, damit wir später am Abend schön die Sterne beobachten können. Dabei wird musiziert und auch gesungen. Sogar einen Kanon bringen wir zusammen. Der Absacker beschließt die nette Runde gegen 24.00 Uhr.

Unser letzter Segeltag! Hafen von Kas

Tag 9 am 6 Sept., 2009

Unser letzter Segeltag! Wir müssen heute hinein nach Kas und dort gegen 16.00 Uhr unser Schiff abgeben. Wir haben also wieder schön Zeit. Frühstücken in aller Ruhe, nehmen noch ein ausgiebiges Bad, schnorcheln noch die ganze Bucht aus und genießen einfach den Beginn unseres letzten Tage. Schließlich liegen wir bis gegen Mittag ganz alleine hier herin!
Um 12.00 Uhr verlassen wir die stille Bucht und segeln hinüber nach Kas, das wir gegen 15.30 Uhr erreichen. Ismail, von Smeylie’s Restaurant erwartet uns schon. Er wurde uns auch von Yildiz-Yachting an der Basis empfohlen. Er besorgt uns alles, was wir brauchen. Er lässt den Tankwagen kommen und bringt uns die neuesten Zeitungen und vieles mehr. Alles klappt wie am Schnürchen. Nur die Burschen zur Schiffsabnahme kommen erst am nächsten Morgen. Nun gut. So richtet der Skipper erst einmal seinen Captains-Sundowner.

Nach dem Sundowner schließt sich ein gemütlicher Abendspaziergang durch das Städtchen an, bevor wir uns alle ein wenig aufbrezeln für das Captains-Dinner bei Ismail in seiner Kneipe im Bereich des Hafengeländes, was recht gut und auch ganz gemütlich war. Sein deutsch sprechender Kellner war ganz alleine für uns abgestellt und auch das war für uns recht wohltuend, obgleich ich viel lieber oben im Städtchen in einem der vielen kleinen und schnuckeligen Lokale mit meiner Crew gespeist hätte, mit dem schönen Blick über den Hafen, hinaus übers Meer, bis hinüber zu unserer Lieblingsinsel Kastellorizon.

Nun gut, das ging aber leider nicht, da sich Ismail für uns schon so ins Zeug gelegt hatte, dass wir ihn da nicht hätten enttäuschen und schon gleich gar nicht hätten übergehen können.

Rückreisetag, Flug Antalya-Frankfurt

Tag 10 am 7 Sept., 2009

Unser Rückreisetag – Um 09.00 Uhr kommt unser Dolmus, der uns nach Antalya bringt und mit ihm auch die zwei Burschen, die das Schiff abnehmen. Die Überprüfung des Schiffes scheint mir etwas übertrieben pingelig, aber was soll’s, wir haben uns nichts vorzuwerfen, weshalb wir diesem Spielchen mit größter Gelassenheit zusehen können. Eine viertel Stunde später bekommen wir unser Kaution in voller Höhe zurück, das Gepäck wird eingeladen, ein Erinnerungsfoto noch vor dem Schiff  und ab ging es in Richtung Antalya. Der Eincheck erfolgt sofort nach Ankunft völlig problemlos, aber Vorsicht, bei Übergepäck muss man dort ordentlich löhnen!

Wir hatten bei 8 Personen haargenau 160 kg und somit keine Probleme. Wir waren so zeitig dran, dass wir allerbeste Plätze hatten, ganz vorne, in den Reihen 7 und 8, schön beieinander, womit der Flug sehr angenehm war. Der Flug ging pünktlich ab und pünktlich um 18.00 Uhr landeten wir auch wieder in Frankfurt am Main. Udo Raab stand bereit zur Abholung und um 20.00 Uhr waren wir in Schwarzach. Ein abschließendes gemeinsamen Bratwurstessen bei unseren Mitseglern Nicole und Martin in deren Gaststätte zur Krone in Prichsenstadt, mit gegenseitiger Entlastung schloss den Törn endgültig ab. Wir waren wieder in Franken.