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Südseetörn 16.03. - 01.04.2013 Raiatea - Tahaa - Huahine - Bora Bora - Raiatea

17 Juni, 2013
von Georg Brau
Französisch-Polynesien
Sunsail 384 Premier

Segeln im Paradies
Wenn man mehr als fünfzig Chartertörns hinter sich hat und die schönsten Reviere dieser Welt kennt, beginnt man noch einmal ganz von vorne. Für mich zählte das Segeln in der Südsee zu den beeindruckendsten Erlebnissen: die Farben der Natur, die Unterwasserwelt, die Freundlichkeit der Menschen hatten mich vor vielen Jahren schon einmal sehr fasziniert. Obwohl man sehr schöne Unternehmungen eigentlich nicht wiederholen sollte (manchmal ist man hinterher enttäuscht!), charterte ich wieder ein Schiff in Französisch Polynesien - und habe es nicht bereut!

Anreise - Ankunft in der Basis Apooiti

Tag 1 am 17 März, 2013

Nach einem langen Flug von Bremen über Amsterdam und Los Angeles nach Papeete (Tahiti) erreichten wir das Hotel in der Nähe des Flughafens kurz vor Mitternacht. Nach kurzem Schlaf waren wir gegen 07.00 Uhr wieder auf dem Flughafen und checkten für den 40-minütigen Flug nach Raiatea ein.
Auf den bisherigen Flügen durfte unser aufgegebenes Gepäck 23 kg wiegen und das Handgepäck 10 kg. Für den letzten Teilflug war nur 20 kg aufgegebenes Gepäck und 5 kg Handgepäck frei! Unsere Bedenken waren gegenstandslos, denn weder das eine noch das andere Gepäck wurde gewogen! Wir haben nicht weiter nachgefragt, bekamen aber auf der Rückreise die Antwort, dass die geringeren Gewichtsgrenzen nur für die Passagiere gilt, die nur diesen Inlandsflug buchen.

Einklarieren

Tag 2 am 18 März, 2013

In der Basis wurden wir sehr freundlich empfangen. Zunächst brachten wir unser Gepäck auf den gecharterten Katamaran (die mit Landstrom laufende Klimaanlage arbeitete zuverlässig!) Ein Teil der Crew wurde mit dem Bus (kostenfrei) zum nächsten Supermarkt gefahren, während Skipper und ein weiteres Crewmitglied das Briefing in der Basis durchführten.
Während dieses Briefings zeigte sich, dass die Menschen in Französisch Polynesien sich seit meinem letzten Aufenthalt nicht geändert haben: Sie gehören zu den freundlichsten und gastfreundlichsten Menschen dieser Welt! Wann immer wir auf diesem Törn in die Basis zurückkämen, wurde uns gesagt, könnten wir frische Bettwäsche bekommen, frische Handtücher, Wasser bunkern, etc. und alles kostenfrei. Wenn wir Unterstützung beim Anlegen bräuchten, würde ein "Pilot" mit einem Dinghi vor dem Hafen auf uns warten!
Als wir die Einkäufe verstaut hatten, legten wir ab und warfen gegen 17.00 Uhr den Anker kurz vor einer Passage auf Tahaa. Dann war Schwimmen und Schnorcheln angesagt im 31,6° warmen Wasser.

Ankern in einer Bucht von Tahaa

Tag 3 am 19 März, 2013

Zum Einkaufen sind wir mit dem Dinghi an Land gefahren, die Preise waren im Gegensatz zu den Supermärkten astronomisch. Der Einkauf hat sich trotzdem gelohnt, denn durch Zufall machten wir Bekanntschaft mit dem "Tahiti Drink L´Original", einem leicht alkoholhaltigen Getränk aus einem Tetrapack. - Einfach genial.
Nachts hatten wir Gewitter (starke Blitze ohne Donner!) mit Starkregen. An das Schlafen im Trampolin war nicht zu denken.

Schnorcheln im Korallengarten

Tag 4 am 20 März, 2013

Im seichten Wasser zwischen zwei Motus konnten wir schnorcheln und sahen Kofferfische, Kugelfische und eine große Muräne, die sich unter einem Felsen versteckte.
Danach fuhren wir zurück zur Marina und wechselten die Bettwäsche und Handtücher, bunkerten Wassser und schrieben Emails.
Auf dem Weg zu unserer nächsten Ankerbucht legten wir im Hafen von Uturoa an, direkt vor einem Supermarkt und bekamen endlich die Eier, nach denen wir schon oft gefragt hatten. Wir nahmen alle mit: 36 Stück. Außerdem erfuhren wir, dass ab 16.00 Uhr leckeres asiatisches Essen für die Hälfte verkauft würde. Wir nutzten dieses "Schnäppchen" und bereuten es nicht.
Um den geplanten Liegeplatz zu erreichen, mussten wir uns jetzt beeilen, denn bis zur Flussmündung waren es noch viele Meilen. Wir erreichten unseren Platz an der Mooring gerade vor Sonnenuntergang.

Faaroa River

Tag 5 am 21 März, 2013

Nach dem obligatorischen morgendlichen Bad fuhren wir mit dem Dinghi Richtung Einfahrt in den Fluss Faaroa. Es war nicht leicht, den richtigen Weg zu finden, immer hatten wir Grundberührung und mussten zurück. Dies sah ein einheimischer Fischer, der uns Zeichen gab, welche Richtung wir einschlagen sollten. James, so war sein Name, paddelte vor uns her und zeigte uns stolz sein Revier.
Es wurde eine interessante Tour mit Erläuterungen über Flora und Fauna. James schälte für uns Kokosnüsse, schlug eine Bananenstaude und pflückte für die Damen an Bord Avocadoblüten.
James forderte von uns nichts, wir gaben ihm für seine freundlichen Dienste nach Rückkehr zum Katamaran ein Bier und 1000 XPF.
Danach begann die Überfahrt nach Huahine, ca. 25 sm über das offene Meer mit Wind gegenan. Zunächst konnten wir den Kurs "hoch am Wind" unter Segel halten, später nahmen wir die Maschine dazu, um mehr "Höhe zu machen". Zwei unserer Crewmitglieder hatten leichte Magenprobleme!

Fare

Tag 6 am 22 März, 2013

Der Besuch der Hauptstadt Fare hat sich eigentlich nicht wirklich gelohnt. Außer dass wir Wasser bunkern und etwas einkaufen konnten (das Beste: Zu unserem Lieblingsgetränk "Tahiti Drink" gab es auf einer Promotionveranstaltung die passenden Gläser dazu!) gab es für uns nicht viel Aufregendes in Fare. Wir reservierten in einem Strandlokal für den gleichen Abend einen Tisch im "Chez Tara", einem Strandlokal, einige Meilen östlich von Fare. Diese Empfehlung hatten wir aus einem Reiseführer.
Nach unserem Stadtaufenthalt segelten wir gemütlich zum Essen.
Vom Ankerplatz aus fuhren wir zum Lokal "Chez Tara". Unter Palmen genossen wir das leckere Essen. Es gab Poisson cru a` la Tahitienne, Salat mit Chicken, Fisch in Vanillesauce, Crevetten in Kokosmilch.
Es wurde ein sehr schöner Abend mit tollem Ausblick auf´s Wasser.
Mit dem Dinghi ging es später zurück auf´s Schiff zu unserem "Tahiti Drink".

Geführte Tour auf Huahine

Tag 7 am 23 März, 2013

Nach dem Frühstück wurden wir vom Lokal Chez Tara abgeholt von Armando, einem einheimischen Führer, der uns mit einem Kleinbus über die Insel fuhr, zunächst zu einer historischen Grabstätte (Marcii). Danach zeigte er inseltypische Einrichtungen wie: Eine Melonenplantage, eine Kokostrocknungsvorrichtung, eine Perlenfarm und natürlich eine Vanillenplantage.
Nach der Rückkehr zum Schiff nutzten ein paar Crewmitglieder wieder die Gelegenheit zum Schnorcheln (es waren wunderschöne Seeanemonen und Anemonenfische (Nemos) zu beobachten).
Zum Abendessen haben wir vor Fare geankert und sind an Land gegangen, um an einem Roulotte zu essen. Im Sand, auf Plastikstühlen, an Plastiktischen und unter roten Lampions waren wir zunächst etwas unsicher, was uns erwartet. Das Essen war - im Gegensatz zum schlichten Sitzkomfort - sehr lecker und zum Sattessen.
An Bord gab es anschließend noch einen Tahiti Drink! - An diesen Saft könnte man sich gewöhnen.

Endlich zur Trauminsel Bora Bora!

Tag 8 am 24 März, 2013

Nach dem Frühstück wurde zunächst noch Benzin für den Außenborder besorgt, dann legten wir ab und nahmen Kurs auf zur Trauminsel Bora Bora. Wir segelten raumschots mit etwa 4 - 5 kn und ließen Tahaa an unserer Backbordseite liegen. Nach 10 Stunden erreichten wir die Riffkante von Bora Bora. Gerade noch bei Helligkeit fuhren wir durch die Passsage und gingen dann bei der nächst besten Gelegenheit vor Anker.

Schnorcheln im Paradies

Tag 9 am 25 März, 2013

Das morgendliche Bad vor dem Frühstück war diesmal aufregender als auf den anderen Inseln: Viele bunte Korallenfische hatten wir an den anderen Plätzen auch gesehen, aber war das nicht ein Hai, der gerade unter uns schwamm? - Sicher waren wir nicht, aber große Rochen haben wir ganz sicher gesehen.
Wahrscheinlich haben wir zum Ankern einen Platz ausgesucht, an dem häufiger Yachten ankern oder den vielleicht sogar Einheimische mit Touristen besuchen und Fische mit Füttern anlocken. Die Korallenfische waren sehr zutraulich und kamen auf uns zu. Wir boten ihnen Brot an, was sie uns direkt aus den Händen fraßen.
Vor der Dämmerung nahmen wir unseren Anker wieder auf und nahmen Kurs auf den Hafen der Hauptstadt von Bora Bora: Vaitape.
Wir konnten zwar direkt neben dem Hafen an einer Kaimauer anlegen, aber der Platz war zum Liegen nicht so geeignet, weil durch vorbeifahrende Schiffe Schwell erzeugt wurde. Deshalb kauften wir an einem Roulotte auf einem idyllischen Marktplatz leckere Spezialitäten zum Essen ein, verholten an eine Mooringboje und nahmen dann in Ruhe unser Abendessen ein.

Relaxen im Paradies

Tag 10 am 26 März, 2013

Nach dem Frühstück wurde die Gelegenheit genutzt, dass wir direkt im Ort alle Versorgungsmöglichkeiten hatten. Mitbringsel wurden gekauft: Muschelketten, bedruckte Tücher (Pareos) und andere Kleinigkeiten.
Endlich ging es dann wieder auf´s Schiff und unter Segel zum nächsten Schnorchelplatz. Hier wollten wir große Schildkröten sehen, aber alles, was wir sahen, waren Stelzenhäuser und, was noch schlimmer war: Laute Jetskis!
Wir fuhren etwa zwei Seemeilen weiter zu einer Stelle, an der man morgens Rochen bei der Fütterung zusehen konnte.
Endlich konnte an Bord jede/jeder nach ihrer/seiner Art relaxen: Einige schliefen, andere lasen, wieder andere tranken einen "Takiti Drink" und der Rest der Crew ging schnorcheln.
Abends gab es leckeres selbst zubereitetes Essen.

Ohrenschmerzen

Tag 11 am 27 März, 2013

Nach dem Ausflug zur "Rochenfütterung", die nicht stattfand (trotzdem wurden drei Adlerrochen an der Stelle auf dem Grund gesichtet) begannen bei einem Crewmitglied Ohrenschmerzen. Die Distanz betrug nur wenige Meilen, deshalb liefen wir zurück zur Hauptstadt Vaitape. In einer Apotheke wurden Ohrentropfen gekauft, andere kauften in einem Supermarkt ein (SuperU), ein Crewmitglied kam mit einem ganzen Thunfisch für umgerechnet 8,40 € zurück zum vereinbarten Treffpunkt. Glücklicherweise ließ der Fischverkäufer sich umstimmen und tauschte dann den ganzen Thunfisch gegen Thunfischfilets, denn einen großen Fisch an Bord auszunehmen und zu filetieren macht viel Arbeit (und Dreck!)
Wir nahmen noch einmal beim Bora Bora Yachtclub Wasser auf und fuhren anschließend mit unserem Katamaran vorbei an den Stelzenhäusern direkt bis zum Paradies.
Vor dem Dunkelwerden sahen wir an der Riffkante zwei Schwarzspitzenriffhaie. Diesen Platz würden wir morgen auf jeden Fall noch einmal besuchen!

Ruhetag

Tag 12 am 28 März, 2013

Vor dem Frühstück ging heute zunächst keiner ins Wasser, denn es wurde ein Hai (?) gesichtet, der hinter unserem Heck schwamm und mit unserem frischen Stangenbrot gefüttert wurde. Bei genauerem Hinsehen stellte sich heraus, dass es ein Schiffshalter war. Schiffshalter sind schlanke Fische, die sich mit Hilfe einer Saugplatte an größeren Fischen festsaugen, um sich so mitnehmen zu lassen. Sie können so auch an den "Mahlzeiten" der größeren Tiere teilnehmen, genießen den Schutz ihrer Gastgeber und bedanken sich dadurch, dass sie sie von Parasiten befreien.
Jetzt fuhren wir nacheinander in zwei Gruppen zu unserem Schnorchelparadies und sahen diesmal etw 20 Haie und Rochen unter uns. Es war sehr eindrucksvoll, aber auch etwas beängstigend! Alles wurde auf Video für die Nachwelt festgehalten.
Nachmittags erkundigten wir die Insel mit dem Dinghi. Wir gingen am Strand entlang durch glasklares Wasser. Einheimische boten uns in ihren bescheidenen Häusern selbstgefertigte Schmuckstücke für wenig Geld an, wir trafen freundliche Einheimische, die mit ihrer Situation so weit weg vom Trubel dieser Welt sehr zufrieden zu sein schienen.

Arztbesuch in Vaitape

Tag 13 am 29 März, 2013

Die Ohrenschmerzen unseres Crewmitglieds wurden trotz der Ohrentropfen immer heftiger. Wegen des zeitnahen und langen Rückflugs musste jetzt ein Facharzt aufgesucht werden. Mit Hilfe der Station bekamen wir die Telefonnummer von einem HNO-Arzt in Vaitape. Es war kein Problem, sofort einen Termin zu bekommen. Mit einem Antibiotikum konnte Abhilfe geschaffen werden.
Für den Abend hatten wir im "Maikai Yacht Club" einen Tisch reservieren lassen. Purer Luxus in einer sehr edlen Anlage. Es gab leckeres Essen mit vielen Gabeln und Messern! Und ausnahmsweise gab es hier den ersten guten Weißwein auf dieser Reise. Es war ein teurer Abend, aber er war es wert. Das Essen und die Bedienung waren sehr gut!

Abschied nehmen

Tag 14 am 30 März, 2013

Beim Durchfahren der Passage von Bora Bora unter Abspielen des Songs "Bora Bora" von Tony Marshall kam Wehmut auf. Wir waren im Paradies und wer weiß, ob wir jemals dorthin zurückkehren? Unter Segel nahmen wir Kurs auf Tahaa. Wir ankerten in einer Bucht und fuhren am nächsten Tag zurück zur Station. Dort angekommen, druckten wir zunächst unsere Boardingpässe aus, dann wurde ausgecheckt. Das übliche Procedere begann: Ein Taucher kontrollierte das Unterwasserschiff, die Schwimmwesten und Winchkurbeln wurden kontrolliert, die Segel angesehen, das war´s. Der Rest ging ganz schnell: Die Taschen wurden gepackt, um 17.00 Uhr wurden wir abgeholt, sieben Minuten später checkten wir für die erste Etappe des etwa 34-stündigen Rückflugs nach Deutschland ein.

Fazit: Dieser Törn war ein Segeltörn "mit Nachbrenner". Die Crewmitglieder haben sich inzwischen getroffen,
Fotos ausgetauscht, Kristina hat ein Tagebuch für alle geschrieben, Ralf ein Video
zusammengeschnitten, wochenlang wurden noch Telefonate geführt und immer war man sich einig:
Dieser Törn lässt sich nicht toppen! Ich denke, ich kann das einigermaßen beurteilen, denn ich habe
über 50 Chartertörns hinter mir - weltweit. Diese Region mit der Flora und Fauna, mit den Farben des
Wassers und des Himmels, diese freundlichen Menschen, alles das zusammen gibt es nur hier.

Georg Brau

P.S.: Wer nähere Informationen möchte, kann sich melden unter: www.yachtschule-brau.de