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Rund Mallorca Mai 2012

30 Mai, 2012
von Ernst Schneider
Ibiza, Spanien
Bavaria 50

Der Wunsch mal wieder Rund Mallorca zu segeln bestand schon einige Zeit und wurde nun im Mai 2012 in die Tat umgesetzt, nicht zuletzt angeschoben von Törnberichten in div Zeitschriften.

Dank an Master-Yachting für perfekte Organisation des Fluges und Charter der Bavaria 50 CR
"MARIA" bei Capitan Sailing Yach, Puerto Alcudia.

Mallorca hat viele Charterbasen in denen jede Menge Charterschiffe auf ihren Einsatz warten.
Wir hatten bei unserer unserer Wahl auch das Quentchen Glück, eine Gute zu treffen.
Neun Segeler wollen gut untergebracht sein daher viel unsere Wahl auf eine Bavaria 50 CR, nicht mehr ganz neu aber in einem guten Zustand.
Segel, stehendes und laufendes Gut machten einen guten Eindruck.

Erwartungsvolle Anreise

Tag 1 am 12 Mai, 2012

Samstag: Flug nach Palma ab KölnBonn
07:10 Ankunft in Palma
09:00 Transver nach Alcudia
10:00 bis 13:00 Frühstück, Einkauf der Bordverpflegung Supermarkt "MERCADONA" empfehlenswert.
12:00 Schiffsübernahme, Einweisung der Crew und Sicherheitsbelehrung durch Skipper bis
17:00 Uhr
17:00 Probeschlag in Bucht von Alcudia. Wind 1A, drei bis vier Bft aus ONO, so gut wie keine
Welle. Schiff ist ohne Beanstandung.

Die gemischte Crew, vom Segelanfänger bis durchaus fortgeschrittenen Seglern ergänzt sich vorzüglich in allen anfallenden Aufgaben.
An.- und Ablegen röm.kath. mit Seitenwind. Segel setzen und bergen. MOB Manöver.
Navigation elektronisch und natürlich per Hand mit Dreieck und Zirkel auf der Karte werden in den folgenden Tagen ausgiebig praktiziert.

Ein schöner Sonntag zum Segeln

Tag 2 am 13 Mai, 2012

Sonntagmorgen siebenuhrdreissig, kein Windhauch über dem Hafen, Frühstück in erwartungsvoller Runde. Eine erste spürbare Brise. Neunuhrdreissig - Brise frischt auf. Leinen los und Auslaufen. Toller Segelwind und aus der richtigen Richtung.
Als wir Cap Formentor in Richtung Westen passieren stehen auf der Logge über 9 Knoten Fahrt
durchs Wasser. Wir machen gute Fahrt nach SW.
Einen Badestop legen wir in der Cala de sa Calobra ein. Im Mai noch recht frisch das Wasser.
Mit zwei anderen Schiffen liegen wir vor Anker, es fällt auf, am Strand liegen viele Sonnenanbeter, im Wasser nur die Mutigen. Wir unter ihnen.
Unser Ziel ist Port Soller, am Anlegesteg steht der Wind seitlich.
Die Crew ist auf röm.-kath. eingestellt und jeder auf seiner Station, wir wollen als Erstes die luvwärtige Achterleine belegen und danach kommen Mooringleine und Leeseite drann.
Nur der Marinero auf der Pier will das nicht so, er nimmt einfach unsere Leine nicht an, will unbedingt erst die Mooringleine los werden. Natürlich geht unser Anleger erstmal in die Hose und wir werden vom Wind vertrieben. Dank reichlich Platz im Hafen können wir das Anlegemanöver ohne Feindberührung abbrechen. Nun ist nach kurzem Disput ist auch der Marinero bereit dem Anlegemanöver zum Erfolg zu verhelfen.
Einen vergnüglichen Abend auf dem Schiff versöhnt uns mit Marinero und Port Soller.

Palma wir kommen!!!

Tag 3 am 14 Mai, 2012

Unsere nächste Etape führt uns unter wechselnden Winden an der Nordwestküste entlang, mal guten Segelwind mal Flaute. Schon vor der Durchfahrt Insel Dragonera und Mallorca müssen unsere 75 Pferdchen im Schiffsrumpf bemühen. Gegen 18:30 Uhr laufen wir in den großen Hafen
von Palma ein. Nach einer Hafenrundfahrt finden wir in der Marina Alboran einen ordentlichen
Liegeplatz.
Den Abend wollen wir in der Altstadt bei Tapas und Wein verbringen, leider treffen wir nicht das richtige Lokal und dann geht auch noch ein Regenguß der ersten Güte nieder.
Die gute Stimmung in der Crew bleibt auch dann erhalten.
Zwei aus der Crew wollen Schinkenstraße und Bierkönig auf der Arenalmaeile, nahebei Ballermann erkunden und mache sich per Taxi auf den Weg.
Viel, viel später werden wir sie wiedersehen.
Die restliche Crew, teils Ballermann erfahren, macht sich mit nassen Schuhen auf den Weg zum Schiff.

Nach Regen folgt Sonne. Großes ! ! Lob an eine(n) Smutje

Tag 4 am 15 Mai, 2012

Am nächsten Morgen, (nicht ganz so früh) scheint die Sonne wieder und wir machen uns auf den Weg nach Cabrera. Mit einer vorher eingeholten Genehmigung ist uns eine Boje in der großen Bucht von sicher. Einen großen Teil des Weges können wir segeln, dann geht der Wind schlafen.
In Höhe des Cabo Blanco lassen wir wieder unsere Pferdchen für Vortrieb sorgen und so nähern wir uns dann doch unserem Ziel.

An dieser Stelle muß der Zeilenschreiber mal ein Mitglied der Crew herausheben und zwar diejenige, die am meisten für das leibliche Wohl der Crew gesorgt hat. Die immer ein gutes
schmackhaftes und nahrhaftes Menue zusammmengestellt und hergezaubert hat. Bravo!!!
Es geht nichts über ein selbst vorbereitetes und in der eigenen Pantry zubereitetes Essen.

Die Nacht verbringen wir ruhig in der großen Bucht. Der Sternenhimmel ist gewaltig, so viele Sterne können wir an unserem Heimathimmel nicht sehen.
Unsere Sternekundigen Mitsegler sind beeindruckt und erklären die einzelnen Sternbilder.

Die nächste Etape sollte uns östlich um Cabrera in Richtung Cala Ratjada führen.
Einige Aufenthalte in schönen Buchten oder Häfen waren eingeplant.

Der Mensch denkt aber der Wind lenkt!

Tag 5 am 16 Mai, 2012

Als wir die Bucht von Cabrera verlassen, nimmt der Wind stetig zu und auf der östlichen Seite der Insel kommt er dann genau entgegen, eine Welle baut sich auf und wir merken sehr schnell,
hier ist ein Vorwärtskommen unmöglich.
Kursänderung auf Punta Salinas, gleich dahinter in Lee des Landes liegt die einsame naturbelassene Bucht Cala Caragol mit weißem Naturstrand. Hier fällt der Anker ins türkisfarbene Wasser in den hellen Sand.
Bei 19° Wasser.- und 23° Lufttemperatur kommen schnell sommerliche Gefühle auf.
Es wird ein entspannter Nachmittag für alle.

Da der Wind bisher jeden Abend abflaute wird er das sicher auch heute tun,
so beschließen wir eine Nachtfahrt bis Cala Ratjada oder gleich weiter bis Alcudia unter Motor.
Es werden drei Wachen eingeteilt und ab 21:00 Uhr sind wir unterwegs.
Bei 1800RPM laufen wir um die 6 Knoten. Der Geräuchpegel vom Motor ist erträgliich für die Freiwache. Schnell wird es dunkel und die Feuer und Lichter der Küste ziehen an uns vorbei und bleiben zurück.
Etwas enttäuscht lassen wir die recht sehenswerten Orte Cala Figuera, Porto Colom oder
Porto Christo und all die vielen, schönen Badebuchte hinter uns.

Nachtfahrt, dann ist der Kreis geschlossen.

Tag 6 am 17 Mai, 2012

Bis Cala Ratjada machen wir ruhige Fahrt, kaum Welle.
Als wir uns Cala Ratjada nähern, nimmt die Welle zu und steigert sich zu großen Wellenbergen am Cap Pera, bleiben bis Cap Farrutx, erst als wir die halbe Bucht von Alcudia überquert haben lässt die Berg und Talfahrt langsam nach.
Um 06:00 Uhr machen wir an unserem Heimatsteg fest und können beruhigt den
Vormittag in der Koje verbringen.
Nach einem Mittagsfrühstück ist der Wind wieder vom Feinsten in der Alcudiabucht, also Auslaufen, Segel hoch und frei nach Wind und Laune das Wasser teilen.
Ab 19:30 Uhr lässt der Wind nach und wir haben genug.
Das war Segeln pur und vom Allerfeinsten.

Letzter Segeltag

Tag 7 am 18 Mai, 2012

Der letzte Segeltag steht an und die Crew gibt nochmal alles die guten Bedingungen, die da sind: 4 - 5 Bft, fast keine Welle, richtig aus zu nutzen.
Unsere BAV 50 "MARIA" freut sich mit uns, legt sich richtig ins Zeug und auf die Seite,
gelegentlich ziehen die Relingsstützen durchs Wasser, wir glauben es macht ihr Spaß.
Na gut, Höhelaufen ist nicht gerade ihr Ding, bei fast Halbwind macht sie aber gute 10 Knoten.
Wir lieben MARIA!!

Als der Wind heute etwas früher nachlässt, hat die Crew verstanden.
" Der Törn ist zu Ende "
Schiff an den Liegeplatz, Rein Schiff und Aufklaren wird in eingeübter Weise absolviert.
Schiff und Crew sind nach 352 sm ohne Schaden zurück.

Der Skipper bedankt sich bei der Crew für sehr gute Seeemannschaft.

Stadrundgang Alcudia und Heimreise

Tag 8 am 19 Mai, 2012

Nach der Schiffsübergabe besichtigen wir noch Alcudia mit ihren alten Mauern
und erfahren etwas über die Geschichte der Stadt.
16:00 Uhr Transver nach Palma Aeroporto
19:10 Rückflug nach KölnBonn
21:19 Landung ---Alles ohne Besonderheiten---

Crewtreffen nach dem Törn steht unter dem Motto: Mallorca ruft!