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Polynesien 28.03. - 16.04.2015

8 Juni, 2015
von Georg Brau
Französisch-Polynesien
Sunsail 384

Im Jahr 2013 war ich das letzte Mal in diesem Revier, alles habe ich wieder so empfunden, wie vor etwa 10 Jahren, als ich das erste Mal hier war: Die Menschen, wie ich sie wieder erlebt habe, gehören zu den freundlichsten Menschen, die ich je getroffen habe, Flora und Fauna haben mich erneut total begeistert und das Wetter Ende März/Anfang April ist absolut klasse: Lufttemperatur ca. 32 Grad, Wassertemperatur: 31 Grad, da lässt es sich aushalten! Der einzige Nachteil ist einfach der lange Flug von Europa in´s Paradies.

Anreise - Ankunft in der Basis Apooiti

Tag 1 am 28 März, 2015

Mit insgesamt 13 Personen haben wir uns früh auf den Weg gemacht; von Berlin, Bremen, Genf, Frankfurt und Hamburg sind wir auf unterschiedlichen Wegen nach Los Angeles geflogen, dann (fast) gemeinsam mit einer Maschine von LA nach Papeete (ein Crewmitglied flog ca. 30 Minuten vor den anderen ab, kam aber fast zeitgleich an). Leider mussten wir unser Gepäck aufnehmen, um es dann kurze Zeit später wieder einzuchecken für den Flug nach Raiatea. Hier wurden wir mit den üblichen Blumenkränzen empfangen, eine einheimische Musikgruppe spielte landesübliche Weisen, und unser Transferbus stand schon bereit, uns zur Marina zu bringen.
Ein Mitarbeiter der Marina zeigte uns die beiden Schiffe, die Kabinen wurden verteilt, und während die ersten Taschen ausgepackt wurden, ließen sich Skipper und Co-Skipper beider Schiffe in das Revier einweisen. Danach wurde jedes Schiff nach Checkliste übernommen.
Wir kauften nicht, wie sonst üblich, erst einmal eine Grundversorgung im nahe gelegenen Supermarkt ein, sondern fuhren dazu mit dem Katamaran zur Hauptstadt Uturoa, wo es neben der Wassertankstelle Liegeplätze gibt, von denen man mit wenigen Schritten mehrere Supermärkte erreichen kann. Mit den Einkaufswagen konnte man anschließend die Lebensmittel direkt bis zum Schiff fahren. Ein Tipp: In einem Supermarkt kann man fertiges Essen kaufen, z.B. gebratene Nudeln, Frühlingsrollen, Hähnchen, Rindfleisch, direkt aus der heißen Pfanne, abends kann man es dann schnell im Backofen aufwärmen und hat am ersten Abend nach der langen Reise noch keine Arbeit in der Kombüse.
Nachdem wir alle Lebensmittel verstaut hatten, nahmen wir Kurs auf den Pass Toahotu (Tahaa). Kurz vor dem Sonnenuntergang (18.15 Uhr) warfen wir den Anker bei 3 m Wassertiefe, badeten kurz im warmen Meer, danach aßen wir, genehmigten uns noch einen "Schlenderschluck", und gegen 20.00 Uhr war allgemeine Bettruhe.

Rund Tahaa

Tag 2 am 29 März, 2015

Kurz vor dem Sonnenaufgang gegen 06.00 Uhr kamen alle aus den Kojen, Fotos wurden gemacht, dann gemeinsam gefrühstückt. Nach dem Morgenbad im türkisfarbenen "Pool" fuhr unser Co-Skipper mit einigen Interessierten zum Schnorcheln südlich vom Motu Mahaea. Später berichteten sie, Korallen gesehen zu haben, auch einige bunte Fische, aber ein richtiges "Highlight" war diese Stelle offenbar noch nicht.
Nach Aufnahme des Ankers ging es zunächst unter Maschine durch eine enge Passage im Norden von Tahaa, anschließend mit dem Vorsegel zum Motu Tautau. Kurz hinter einer Hotelanlage warfen wir unseren Anker bei ca. 2,5 m Wassertiefe.
Ein Telefonat mit der Basis ergab, dass der Koffer einer Mitreisenden zwar noch nicht angekommen sei, aber von Paris aus auf den Weg gebracht wurde. Der verloren gegangene Koffer war kein richtiges Problem für die Besitzerin, wenn man mehrere Damen an Bord hat, kann man sich mit einem Bikini schon mal aushelfen, mehr wurde zu diesem Zeitpunkt nicht gebraucht.
Ein Problem für uns war eher der Backofen, der offenbar eine verdreckte Gasleitung hatte, wodurch die Flamme stark rußte.

Anlaufen der Basis

Tag 3 am 30 März, 2015

Pünktlich um 06.00 Uhr waren nach einer langen Nacht wieder alle ausgeschlafen an Deck. Nach dem Frühstück und einem kurzen Bad nahmen wir unseren Anker auf und liefen zunächst unter Motor, später mit Groß- und Vorsegel zurück in die Basis. Nach der Anmeldung über UKW (Kanal 10), das war so vereinbart, kam ein "Pilot" uns entgegen und brachte das Schiff an den Steg - perfekter Service!
Alle unsere Wünsche erfüllten die Mitarbeiter der Basis in kürzester Zeit: Bei unserem zweiten Schiff wurde das Schlauchboot getauscht (das bisherige musste täglich zweimal aufgepumpt werden), es wurde getauscht gegen ein nagelneues Dingi, bei uns wurde der gesamte Herd mit Backofen ausgewechselt, es gab neue Handtücher, die Wassertanks wurden wieder gefüllt, einige von uns nutzten die Zeit, Emails abzurufen oder zu schreiben oder "Neidfotos" auf "Facebook" zu posten. Als wir alles erledigt hatten, verließen wir den Hafen wieder Richtung Uturoa. Geld wurde getauscht (die Banken hatten bis 15.30 Uhr geöffnet), Lebensmittel und Getränke eingekauft. Gegen 16.30 Uhr verließen wir Uturoa wieder, Ziel war die Mündung des Flusses Faaroa. Kurz vor dem Sonnenuntergang erreichten wir eine der ausgelegten Mooringbojen und machten für den Abend fest. Am nächsten Morgen wollten einige mit beiden Dingis in den Fluss hineinfahren. Ob wir "James" wieder treffen würden, der uns vor zwei Jahren "seinen" Fluss gezeigt hat?

Geburtstag!

Tag 4 am 31 März, 2015

Meine Frau hat am 31.3. Geburtstag und feierte diesen schon das zweite Mal in Polynesien! Zum Frühstück gab es Geschenke von der Crew, u.a. ein "Würfelkleid". Bis dahin wusste ich nicht, dass es möglich ist, ein Kleid in die Form eines Würfels mit einer Kantenlänge von 5 cm zu bringen!
Während die anderen noch badeten oder "Backschaft" machten, fuhr ich mit dem Dingi zu einem Restaurant am Ufer und erkundigte mich nach "James", dem jungen Mann, den wir vor zwei Jahren zufällig getroffen hatten. Er war bekannt und tatsächlich war er mit seinem Auslegerboot zum verabredeten Zeitpunkt am Anfang des Flusses. Er fuhr voraus und zeigte den beiden Dingis den Weg durch den Fluss, der an vielen Stellen sehr flach war. Es war beeindruckend, die tolle Fauna an den Ufern vom Dingi aus betrachten zu können. James gab den Crews am Ende noch eine Bananenstaude mit, diese wurde vom Katamaran aus erst einmal in´s Meerwasser getaucht, um sie von Ameisen und Käfern zu befreien, anschließend hängten wir sie am Mast auf und konnten von jetzt an täglich frische Bananen ernten. Großartig!
Nachdem wir die Mooringleine losgeworfen hatten, setzten wir noch im Atoll das Großsegel, dann machten wir uns auf den Weg zum Pass Irihu ou Maire. Es ist immer wieder ein Erlebnis, durch eine Passage zu fahren! Links und rechts vom Schiff sieht man, wie die lange Pazifikdünung sich über dem Außenriff bricht. Draußen hatten wir nicht viel Wind, und den noch fast von gegenan, so dass wir die 25 sm mit Maschinenunterstützung hinter uns bringen mussten. Trotz der widrigen Umstände kamen wir gut voran und erreichten gegen 16.00 Uhr eine der Mooringbojen, die zwischen den Pässen Avamoa und Avapehi ausgelegt waren.
Gegen 20.30 Uhr kamen die Geburtstagsgäste vom anderen Schiff, gratulierten und wurden mit kleinen Snacks und Getränken versorgt. Bevorzugtes Getränk: Tahitidrink! Gegen 22.30 Uhr war die Party zu Ende, immerhin erst gegen 22.30 Uhr, an den bisherigen Abenden lagen wir um diese Zeit schon lange in der Koje! - Bis dahin dachten wir noch, es wäre der Jetlag. Aber man passt sich sehr schnell dem Rhythmus der Einheimischen an, die aufstehen, wenn (bzw. bevor) die Sonne aufgeht. Und wenn die Sonne wieder untergeht, ist der Tag eigentlich vorbei.

Fare

Tag 5 am 1 April, 2015

Am Morgen besuchten wir die Hauptstadt von Huahine: Fare. Wie schon in Uturoa, fanden wir hier Supermärkte, Fachgeschäfte, ein Internet Café und viele kleine Gaststätten, einige lagen direkt am Meer. Leider war unsere Zeit begrenzt, da wir an diesem Tag noch weiterfahren wollten bis zum Punkt "H10", in dieser Bucht liegt das bekannte Restaurant "Chez Tara". Gegen 14.00 Uhr machten wir uns auf den Weg. Es war einfach wunderschön, innerhalb des Atolls zwischen Riff und Insel entlangzufahren und die verschiedenen Wasserfarben zu beobachten. Navigatorisch ist es kein Problem, den richtigen Weg zu finden, natürlich betreibt man "Augapfelnavigation", und außerdem gibt die Betonung Aufschluss: Die roten Tonnen mit dem Zylinder als Toppzeichen stehen (in allen polynesischen Atollen) auf der Seite der Insel, grüne Tonnen mit einem grünen Kegel als Toppzeichen auf der Riff-Seite.
In der "Baie d´ Avea" bekamen wir die letzte freie Mooringboje. Eine Delegation unserer Crew fuhr mit dem Dingi an Land, reservierte einen Tisch für den morgigen Abend und eine geführte Inseltour für beide Crews.
An diesem Abend war es sehr heiß, und wir genossen bei einem Glas Wein unser Trapez auf dem Vorschiff. Mit einer Sternen-App betrachteten wir den Himmel und erfreuten uns am "Kreuz des Südens" und dem zunehmenden Mond.

Inselrundfahrt Huahine

Tag 6 am 2 April, 2015

Nach dem Frühstück wurde unsere Crew vom Skipper zum Lokal Chez Tara gebracht (der Skipper wollte an Bord bleiben), aber statt eines Geländewagens mit Inselführer standen zwei Leihwagen zur Übernahme bereit. Dem Wirt des Lokals erschien der Preis für eine geführte Tour zu hoch (6000 FF pro Person), deshalb hatte er (ohne Absprache) zwei Leihwagen bestellt (7000 FF pro Auto), eine gute Alternative, denn es gibt auf Huahine nur eine Straße, die immer am Wasser entlang führt, und von der aus man alle Sehenswürdigkeiten der Insel besuchen kann: Kokosnussplantagen, Vanilleplantagen, Bananenstauden, Brotfruchtbäume, Felder mit Wassermelonen und die berühmten heiligen Aale mit blauen Augen! Huahine ist die Lieblingsinsel der Polynesier. Der Name Huahine ist eine Ableitung vom tahitischen Wort "vahine" (Frau), es gibt hier einen Bergrücken, der aus der Ferne betrachtet Ähnlichkeit hat mit einer schwangeren Frau. Auf Huahine gibt es wenige Hotels, Die Authentizität des früheren Polynesien ist hier erhalten geblieben.
Nach der Rückkehr unserer Ausflügler wurde zunächst am nahe gelegenen Riff geschnorchelt, gegen 19.00 Uhr setzten wir dann über zum Lokal "Chez Tara". Es war ein großer Tisch für beide Crews gedeckt, das Essen war vorzüglich und reichlich, es befremdete uns etwas, dass nach 21.30 Uhr nur noch zögerlich Getränke gebracht wurden! Später erfuhren wir, dass üblicherweise in Polynesien die Lokale um diese Zeit schließen, außerdem war es die Osterwoche und das Personal hatte Urlaub. Mich persönlich hat es gefreut, dass der Sticker von "Master-Yachting" noch an der Stelle hing, wo ich ihn vor zwei Jahren aufgeklebt hatte!

Rückfahrt nach Raiatea

Tag 7 am 3 April, 2015

Nach dem Frühstück fand eine Skipperbesprechung statt, um den weiteren Verlauf der Reise zu planen. Nach längerer Diskussion entschieden wir uns, den Rückweg nach Raiatea anzutreten. Wir fuhren zunächst unter Maschine nach Fare, dann setzten wir innerhalb des Riffs die Segel und segelten zunächst bei 15 kn Wind und etwa 6.5 kn Fahrt. Super Segeln! Leider schlief der Wind bald ein, so dass wir die Maschine zu Hilfe nehmen mussten. Mit 5,3 kn Fahrt erreichten wir Raiatea gegen 16.45 Uhr und fuhren durch den Pass Toahotu zum Ankerplatz H5, den wir schon kannten.
Nach einem erfrischenden Bad und einer Schnorcheltour zum Riff wurde das Abendessen vorbereitet. Frischer Thunfisch wurde auf einem Holzkohlenfeuer gegrillt, mit etwas Knoblauchbutter und Risotto ließen wir uns das Essen schmecken.
Die Lösung für den nicht so toll schmeckenden Rose´wein wurde auch gefunden: In einer großen Schüssel wurden kleine Obststücke dazugegeben, schon war eine Sangria fertig, die wir gemeinsam austranken – perfekt!
Gegen 22.00 Uhr war dann wieder Bettruhe! Ein schöner Tag ging mit einem gemeinsamen Singen auf dem Vorschiff zuende.

Überfahrt nach Bora Bora

Tag 8 am 4 April, 2015

Gut, dass wir unsere Ankerkette am Vorabend noch verlängert hatten, denn Windboen erwischten uns in der Nacht, aber unser Anker hielt sicher. Nach dem Frühstück fuhren wir zurück zur Basis. Auch nach mehrmaligem Rufen über UKW meldete sich die Basis nicht – später sahen wir, dass alle Mitarbeiter damit beschäftigt waren, neue Gäste in die Schiffe einzuweisen – also fuhren wir unsere Anlegemanöver selbst. Wir nahmen Wasser auf, kleinere Reparaturen wurden erledigt, und dann verließen wir die Marina wieder und machten uns auf den Weg nach Bora Bora. In der Lagune von Raiatea liefen wir unter Segel noch mit 6 Knoten, die Passage befuhren wir mit Segel und Maschine. Beeindruckend, wie sich die Wellen am Außenriff brachen. Wie mag es aussehen, wenn bei viel Wind das Wasser über das Riff kommt!
Wir fuhren zunächst unter Segel am Riff von Raiatea entlang und nahmen dann Kurs auf den Leuchtturm, der das Außenriff von Bora Bora bezeichnet. Leider schlief der Wind für einige Zeit ein, wir mussten die Maschine wieder als Unterstützung nehmen, aber nach einer Stunde hatten wir wieder 12 kn Wind, die Gelegenheit nutzten wir, um wieder ausschließlich mit Segel Ins Paradies zu fahren. Selbst nach dem Passieren des Leuchtturms konnten wir anluven und hoch am Wind mit 7 - 8 kn Fahrt am Riff von Bora Bora entlang bis zur Passage zu segeln. Innerhalb der Passage bargen wir beide Segel und fuhren dann zum Ankerplatz B10.
Als „Ankerschluck“ gab es einen "Tahitidrink", Melone mit Schinken wurde serviert, super Empfang auf Bora Bora.
Mit dem Skipper des zweiten Katamarans, der zu einer Skipperbesprechung zu uns kam, wurde vereinbart, dass wir am nächsten Tag die Insel im Uhrzeigersinn umrunden wollten bis zum super Schnorchelgebiet, wo es normalerweise Rochen und Haie zu sehen gibt.

Bora Bora!

Tag 9 am 5 April, 2015

Nach dem Frühstück fuhren wir zum Bora Bora Yacht Club, vor dem wir an einer Mooringboje festmachten. Wir besuchten mit beiden Dingis den Club. Einige T-Shirts wurden gekauft, Cocktails wurden genossen, dann ging es weiter durch Flachwasserbereiche bis zum Ende der Lagune. Aufgrund der wahnsinnigen Wasserfarben meinte eine Mitseglerin: "Wir sind jetzt, was Segeltörns anbelangt, „versaut“ für alle Zeit". Steigerungen zu diesem paradiesischem Fleckchen scheinen nicht mehr möglich zu sein. Der weiße Sandstrand, das türkisfarbene Wasser, die grün bewachsenen Strände, alles scheint nicht von dieser Welt zu sein. Es ist jedes Mal wahnsinnig schön, hier sein zu können. Langsam fragt man sich: Wie oft noch?
Nach einem Drink auf dem Vorschiff nahmen wir ein ausgedehntes Bad im warmen Wasser, einige fuhren mit dem Dingi zum Strand und zum Schnorcheln.
Nach dem Abendessen nahmen wir noch den obligatorischen Sundowner, die ersten verabschiedeten sich bereits kurz nach 20.00 Uhr in die Koje, kaum zu glauben, aber die Sonne während des Tages fordert ihren Tribut!

Zurück nach Vaitape

Tag 10 am 6 April, 2015

Nach dem Frühstück fuhren wir mit einigen Crewmitgliedern des Nachbarschiffes zum Außenriff, um Haie und Rochen zu sehen. Wir hatten Glück, von einem einheimischen Schiff wurden die Haie gerade mit Fleisch gefüttert. Wir legten unser Dingi in der Nähe des Touristenschiffes vor Anker und schwammen mit Schnorchel und Brille „bewaffnet“ zu der Stelle, wo die Haie gerade gefüttert wurden. Es war schon ein aufregendes Ereignis, zwischen den Haien (ca. 1,5 m lang!) und Rochen zu schwimmen und Fotos zu machen bzw. zu filmen! Alle genossen es sehr!
Anschließend fuhren wir die schmalen Passagen zurück ins tiefere Wasser, vorbei an dem Bora Bora Yachtclub, vorbei an Vaitape zu einer Schnorchelstelle, die mir von den vorausgegangenen Törns in diesem Revier noch bekannt war. Wir machten an einer Mooring fest und warfen etwas Brot ins Wasser: Hunderte von Korallenfischen kamen und fraßen uns das Brot aus der Hand. Leider konnten wir nicht länger bleiben, einmal, weil uns ein Jetskifahrer sagte, die Mooringbojen seien privat, zum anderen, weil wir mit unseren beiden Schiffen so dicht beieinander lagen, dass immer jemand mit einem Fender bereitstehen musste, und weil wir so viel Strom hatten, dass man selbst mit Flossen Mühe hatte, zum Schiff zurück zu schwimmen.
Wir fuhren auf direktem Weg zum Restaurant Maikai, legten uns direkt davor an eine Mooringboje und nahmen einen Tahitidrink zu uns. Für den Abend hatten wir für beide Crews einen Tisch im Maikai bestellt. Das Essen war vorzüglich, die Cocktails ebenfalls, gegen 21.00 Uhr fuhren wir dann zum Schiff zurück, setzten uns noch kurz auf das Trampolin, unserem Lieblingsplatz auf dem Schiff, danach gingen wir in die Koje.

Kreuzfahrer!

Tag 11 am 7 April, 2015

Ein Kreuzfahrtschiff hatte am Vorabend in der Lagune von Bora Bora geankert ("Marina"), ein zweites, noch größeres Kreuzfahrtschiff legte sich vor unserem Frühstück ebenfalls in der Lagune vor Anker, schlechte Voraussetzungen, einen beschaulichen Ort für unsere geplante Stadtbesichtigung vorzufinden. Wir erlebten einen sehr geschäftigen Ort. Schon an der Anlegestelle der Tender spielte eine lokale Musikgruppe, alle Geschäfte hatten geöffnet. Wir tauschten zunächst Geld, besichtigten dann die Stadt – Perlengeschäfte, Markthalle, Kirche – machten noch ein paar Einkäufe im Supermarkt und fuhren dann gemeinsam zum Katamaran zurück.
Wir gaben kurz danach unsere "WLAN-Mooring" (Von dieser Boje aus konnten wir das WLAN des Lokals nutzen - sehr praktisch!) wieder frei und fuhren noch einmal zu der Stelle, wo wir am Vortag die vielen bunten Korallenfische gefüttert hatten. Wir ankerten diesmal auf Sandboden. Nach dem Schnorcheln fuhren wir dann unter Maschine zu der Mooringboje vor dem Bora Bora Yachtclub. Wir erwischten glücklicherweise wieder eine WLAN-Boje! Super! Ein besonderer Service für das Nachbarschiff: Wir legten unser Dingi an eine benachbarte Boje und reservierten unserem zweiten Schiff damit einen Bojenplatz!
Gegen 17.30 Uhr fuhren wir in den Club und wollten – ein ganz besonderes Ereignes an dieser Stelle – den Sonnenuntergang mit einem Sundowner beobachten, leider spielten die Wolken nicht mit! Sie setzten sich vor die Sonne, so dass wir von dem Untergang nichts, aber auch wirklich nichts mitbekamen.
Das Essen im Club war vorzüglich!

Rückfahrt nach Raiatea

Tag 12 am 8 April, 2015

Wir verließen die Boje vor dem Bora Bora Yachtclub schon gegen 06.30 Uhr und fuhren zu einer Flachstelle südlich von der Passage. Nach dem Frühstück fuhren einige von uns zu einem kleinen Motu, um ein Fotoshooting zu veranstalten. Fotos unter Palmen an einem Südseestrand sind eine bleibende Erinnerung! Auf dem Weg dorthin sahen sie ein paar Stachelrochen, die sich über dem hellen sandigen Untergrund gut abzeichneten. Auf der Insel gab es sogar einen Grillplatz!
Um 09.45 Uhr nahmen wir unseren Anker wieder auf, fuhren Richtung Passage und setzten das Großsegel. Bei Wind mit 15 kn fuhren wir mit 6 kn Fahrt Richtung Leuchtturm, dann mussten wir anluven, und mit einem „Anlieger“ nahmen wir Kurs auf Richtung Rautoanui.
Wir hatten einen super Segeltag! Auf einem Halbwindkurs fuhren wir Richtung Raiatea. Wir haben unser zweites Schiff überholt, der Skipper tat uns ein wenig leid, sein Schiff hatte starken Bewuchs, war dadurch erheblich langsamer, leider musste er das letzte Stück unter Maschine fahren, während wir bis zur Passage mit Halbwindkurs segeln konnten, und selbst nach der Passage, als wir unseren Kurs um 90° nach Steuerbord ändern mussten, drehte der Wind, und wir konnten mit Halbwindkurs weiterfahren bis zu unserem Übernachtungsplatz nahe einer Perlenfarm. Wir tranken einen Sundowner, nahmen das Abendbrot ein und setzten uns anschließend wieder auf das Vorschiff.

Abschied fällt schwer!

Tag 13 am 9 April, 2015

Gegen 09.00 Uhr fuhren wir zeitgleich mit dem anderen Schiff nach Uturoa, um zu tanken und weitere Vorräte für die folgende Woche einzukaufen. Zwei Crewmitglieder gingen in den Ort, um Mitbringsel für ihre Arbeitskolleginnen zu besorgen. Sie hatten ihre Taschen schon weitestgehend gepackt. Nachdem alle wieder an Bord waren, nahmen wir Kurs auf die Marina. Das Übliche: Landstrom anschließen, Wasser aufnehmen, die Vorräte vom anderen Schiff übernehmen und – auf das Taxi warten, das die erste Crew zum Flughafen bringen sollte. Ein Abschied mit Wehmut! Wir alle hatten eine super Zeit gehabt! Viele neue Eindrücke, Sprüche, wie: „Wir sind für alle Zeiten versaut“ – kamen auf, alle fuhren auf unterschiedlichen Wegen nach Deutschland zurück mit unvergesslichen Eindrücken im Gepäck.
Die neu zusammengestellte Crew aus Mitgliedern beider Katamarane nahm unmittelbar nach Abfahrt des Taxis Kurs auf ein in der Nähe gelegenes Riff, ankerten dort und beobachteten die Maschine, in der die anderen saßen und Richtung Tahiti flogen.

Bora Bora, wir kommen wieder!

Tag 14 am 10 April, 2015

Gleich nach dem Frühstück fuhren wir durch die nördliche Passage, nachdem wir beide Segel gesetzt hatten. Der gesamte Törn war ein herrliches Erlebnis. Mit fünf bis sechs Knoten konnten wir raumschots unseren Törn nach Bora Bora segeln. Nachdem wir den Leuchtturm erreicht hatten, konnten wir anluven und mit bis zu sieben Knoten durch das blaue Meer rauschen. In der Passage bargen wir beide Segel und nahmen Kurs auf unsere WLAN-Boje vor dem Maikai. Auf dem Weg kam und ein „Hausboot“ entgegen. Ein Haus, das wie ein Apartmenthaus ohne Stelzen aussah. Es war auf einen Ponton verladen worden und wurde mit Hilfe eines starken Außenbordmotors Richtung Motu gebracht.
Einige Einkäufe wurden von einem Teil der Crew erledigt, der Skipper „bewachte“ das Schiff und wurde erst wieder wach, als das Dingi mit den Einkäufern wieder zurückkam.
Nach dem Verstauen der Lebensmittel nahmen wir Kurs auf den Ankerplatz neben dem Lagoonarium, dort blieben wir über Nacht. Gegen 03.30 Uhr kamen einige heftige Boen und Regen, die uns veranlassten, die Fenster zu schließen und die Wäsche abzunehmen. Nach 15 Minuten war der „Spuk“ dann allerdings wieder vorbei.

Schnorcheln im Paradies

Tag 15 am 11 April, 2015

Am Vormittag fuhren wir mit dem Dingi am Lagoonarium vorbei Richtung Außenriff. Als es zu flach wurde, paddelten wir am Zaun des Lagoonarium entlang, sahen Schildkröten, Haie und Rochen. An einer anderen Stelle, die uns als Schnorchelstelle empfohlen wurde, ging nur einer von uns ins Wasser, viele Korallen sah er allerdings nicht.
Gegen 11.00 Uhr nahmen wir unseren Anker wieder auf und machten uns wieder auf den Weg in unser „Paradies“. Am Nachmittag wurde gebadet, in der Nähe des Katamarans fanden wir unseren Lieblingsplatz im nahegelegenen Flachwasserbereich, wo wir zu fünft einen „Tahitidrink“ tranken, anschließend suchte sich jeder ein möglichst schattiges Plätzchen und relaxte. Urlaub und Erholung pur!
Zum Abendessen gab es unheimlich leckere Steaks, die uns der Coskipper auf dem Holzkohlengrill zubereitete. Nach dem Abendessen genehmigten wir uns auch dem Vorschiff einen letzten Drink, die Bettruhe begann gegen 22.00 Uhr.

Erneutes Baden mit Riffhalen und Rochen

Tag 16 am 12 April, 2015

Nach dem Frühstück sahen wir wieder ein einheimisches Touristenboot Richtung Außenriff fahren. Einige von uns nahmen spontan die Gelegenheit wahr, noch einmal der Fütterung von Haien und Rochen zuzuschauen. Es war wieder ein wahnsinniges Erlebnis, mit den Schwarzspitzen Riffhaien und Rochen zu schwimmen.
Während des gesamten Tages gab es erstmalig kein richtiges Programm! Es wurde gebadet, relaxt, einige fuhren mit dem Dingi zum Strand, trotz der Warnung vor den wilden Hunden. Wir landeten mit unserem kleinen Boot dort an, wo durch ein Schild auf einen Künstler hingewiesen wurde. Wir wurden von einem freundlichen Franzosen aus Lyon empfangen, der uns erzählte, er würde seit Monaten für den Künstler das Haus hüten, aber im Oktober wolle er zurück nach Frankreich zu seiner Familie. Er berichtete auch von den Problemen, die es in diesem „Paradies“ gibt: Innerhalb der letzten zwei Jahre wäre dieser Strand um 6 m schmaler geworden. Wir sahen, dass dieser Mann viele Pflanzen gesetzt hatte, auch, um die Erosion zu verhindern. Geplant sei, große schwere Betonblöcke direkt am Strand zu versenken, damit der Sand nicht weiter weggespült würde.
Leider hatte das Lokal am Ende des Strandes nicht geöffnet. Uns wurde erzählt, dass man Fisch oder Fleisch zu diesem Lokal mitbringen könnte, alles würde dann nach kreolischer Art zubereitet werden. Es gibt aber auch Events, an denen man dieses Lokal als normales Lokal betreibt.

Rückkehr zum Bora Bora Yachtclub

Tag 17 am 13 April, 2015

Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Katamaran zu einer Stelle, wo nach unserer Information Mantarochen von Putzerfischen eine natürliche Reinigung erhalten sollen, und dies sollte vorwiegend in den Morgenstunden passieren. Wir fuhren zu der vermeintlichen Stelle, nahmen eine Mooringboje auf, einer ging in´s Wasser, aber offenbar gab es diese Attraktion heute am frühen Morgen nicht zu sehen. Ein Wassertaxi vom nahegelegenen Resort wies uns nicht ganz freundlich darauf hin, dass wir an dieser Stelle nicht liegen bleiben könnten. Wahrscheinlich deswegen, weil wir für das Wassertaxi direkt auf seiner Fährstrecke festgemacht hatten.
Nachdem wir uns von der Mooringboje losgeworfen hatten, setzten wir einmal kurz mit der Kufe auf der Steuerbordseite auf – so ein Pech! Eigentlich hätte es bei einer angezeigten Tiefe von 1,7 m nicht passieren dürfen! Wir hatten auch schon Anzeigen von 0,8 m und keine Gundberührung. Die Sonne stand leider noch nicht so hoch, dass man die sicherste Methode für die Navigation anwenden konnte, die „Augapfelnavigation“. Später machten wir Fotos vom Unterwasserschiff: Auf der Länge von etwa 20 cm gab es einen neuen Kratzer, neben den über hundert alten Kratzern unter der Steuerbordkufe. Mit etwas schlechtem Gewissen fuhren wir zum „Sofitel“ Hotel mit einer super Internetverbindung, die sich als unverschlüsselt zeigte. Jeder nutzte die Gelegenheit, um ein paar Emails zu schreiben, oder um Apps upzugraden.
Später fuhren wir mit unserem Katamaran zur "WLAN-Boje" beim Bora Bora Yachtclub, wo wir für abends einen Tisch bestellt hatten. Während wir noch unseren Cocktail draußen tranken, begann es zu regnen. Schnell wurde ein Tisch für uns innerhalb der Dachbereiches gedeckt, so dass wir im Trockenen unser Essen einnehmen konnten. Wieder einmal hatte die Küche des Bora Bora Yachtclubs ihr Bestes gegeben! Während der 30 m „Heimfahrt“ zu unserem Katamaran hörte es auf, zu regnen, und bald nach der Rückkehr begann die allgemeine Nachtruhe.

Landausflug und Besuch des (angeblich) schönsten Strandes von Bora Bora

Tag 18 am 14 April, 2015

Wir verholten früh zum Maikai, von wo aus drei Crewmitglieder eine Fahrt über die Insel mit einem Landrover gebucht hatten. Nach unserem gemeinsamen Aufenthalt in der Stadt (Mitbringsel wurden gekauft, bunte Tücher, Perlenkettchen und richtige Schmuckstücke in einem Perlenfachgeschäft) teilte sich unsere Crew: Drei von uns unternahmen die schon erwähnte Tour mit dem Landrover in die Berge, während der Rest der Crew zum schönsten Schnorchelplatz der Insel fuhr, die Fische aus der Hand fütterten und anschließend zu einem Strand in der Nähe des „Bloody Mary“ fuhren, dem angeblich schönsten Strand und der schönsten Lagoone auf Bora Bora, dieser war nur mit dem Dingi zu erreichen, denn die Durchfahrt bei Pointe Rahititi mit dem Katamaran war uns beim Briefing untersagt worden. Durch kristallklares Wasser fuhren wir bis zum Pointe Matira, sahen immer wieder Stachelrochen in dem seichten Wasser, auch dieser Ausflug war wieder ein Erlebnis der ganz besonderen Art.

Abreise

Tag 19 am 15 April, 2015

Am frühen Morgen brachen wir auf zur Rückfahrt nach Raiatea. Glücklicherweise konnten wir die knapp 20 sm unter Segel hoch am Wind zurücklegen. Einige Regenschauer zogen über uns hinweg, während eines Badestopps vor Tahaa schien wieder die Sonne! Zum Tanken fuhren wir wieder nach Uturoa, einige von uns kauften noch die letzte Verpflegung ein sowie weitere Mitbringsel für die Freunde in der Heimat, danach entschlossen wir uns, direkt zur Station zurückzulaufen, da es weiterhin regnerisch blieb. Diesen Entschluss haben wir nicht bereut.
Nach einem perfekten Anlegemanöver wurden die ersten Taschen gepackt.
Am nächsten Tag wurde das Schiff wieder übergeben, alles ging problemlos vonstatten.
Gegen 18.00 Uhr stand unser Taxi vor dem Schiff, und die (anstrengende) Rückreise begann: Uturoa - Papeete - Los Angeles - London - Hamburg, und dann weitere 170 km mit dem Auto zum Heimatort.

Fazit:
Dieser Südseetörn war wieder einmal ein Erlebnis der ganz besonderen Art! Natürlich gibt es auch in anderen Revieren kristallklares Wasser oder eine unberührte Unterwasserwelt oder beeindruckende Farben oder freundliche Menschen, aber in Polynesien kommt alles zusammen! Ein Nachteil ist natürlich die lange Anreise und der Jetlag, wenn man wieder zuhause angekommen ist (es dauerte etwa eine Woche, bis wir die Zeitverschiebung von 12 Stunden überwunden hatten), aber für ein Erlebnis dieser Art haben wir alles gern in Kauf genommen.
Unser Dank gilt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Master-Yachting, durch die die Flug- und Charterzeiten perfekt aufeinander abgestimmt wurden.

Hinweis: Die Fotos stammen zum größten Teil von Ulrich Hoffmann, sie sind ausdrücklich urheberrechtlich geschützt. Die Adresse von Herrn Hoffmann ist zu erfahren unter: yachtschule.brau@gmail.com

Wir werden möglicherweise noch einmal dieses Revier besuchen! Falls Interesse besteht, gibt es Informationen auf unserer Homepage (www.yachtschule-brau.com) oder unter der Emailadresse yachtschule.brau@gmail.com