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Mythos Segeln

23 Feb., 2016
von Detlev Keijzer
Ägäis, Griechenland
Sun Odyssey 49i

Es war so ein Montag, der mich sehr früh aus den Träumen riß. Überpünktlich am Airport sammelte sich die Crew um zu erfahren- der Flieger hat 2 Stunden Verspätung! Na bravo!
Der Törn beginnt ja verheissungsvoll.

Erlebnis Anreise

Tag 1 am 21 Sept., 2015

Nachdem wir 2 Stunden später in der Luft waren und und Griechenland näherten erfuhren wir vom Flugkapitän: der Airport Skiathos ist wegen Unwetter gesperrt, wir landen in Volos! Au fein, unsere Pläne mit Törn- Proviant bunkern, Yachteinweisung etc. fielen erts mal flach.
In Volos Airport wurden wir erst mal verpflegt- Gummi-Baguette mit Käse- bevor wir bei strömendem Regen in bereitgestellte Busse stiegen. Diese Fahrt dauerte dann ca. 60 min. vorbei an Orten und Landschaften die unter dem Regen gerade noch zu erkennen waren.
In einem kleinen Häfchen wartete dann ein Ausflugsdampfer auf uns und brachte uns noch 2 Std. Fahrt nach Skiathos- dem Ort, an dem wir eigentlich schon längst hätten sein wollen. Zu unserem Glück befand sich eine kleine Bar an Bord, die den mittlerweile "unterhopften" Reisenden Gerstenkaltschalen und Anis- Wasser gegen geringes Aufgeld anboten.
Endlich in Skopelos angekommen, gingen wir durch den Regen zur Marina, fanden die Yacht "ALMYRA" schnell und konnten uns direkt dort Einrichten. Übernahme und Einweisung verliefen ausgiebig, flott und problemlos. Wir erfuhren, eine Windhose hätte über den Sporaden gewütet.
Mittlerweile schlug die Uhr 19:00Uhr - Essenszeit. Auf dem Weg zum empfohlenen Restaurant hüpften wir zwischen den grösseren Pfützen hin dund her.
Auf dem Rückweg war aus diesen Pfützen eine Seenplatte entstanden- aber egal, wir schafften es ohne Verluste zur Yacht.

Regen und Starkwind

Tag 2 am 22 Sept., 2015

Die Nacht war laut, Regen trommelte unaufhölich auf die Yacht- die Wettervorhersage war deprimierend, also erkundeten wir die Insel und beschlossen, die Insel am Mittwoch zu verlassen. Skiathos ist ja ein pittoreskes Kleinod- also fiel es uns leicht, hier den Dienstag zu verbringen.

Endlich!

Tag 3 am 23 Sept., 2015

Leinen los-so gegen 10:00Uhr bei ddurchwachsenem Wetter, aber mit der Perspektive auf Besserung. Nach den üblichen Manövern waren wir dann segelbereit. Das vorsichtshalber eingebunden Reff wurde heraugenommen und wir fuhren unter vollen Segeln um die nördliche Spitze von Skopelos in den recht leeren Hafen von Skopelos.
Beim Landgang sahen wir die Auswirkungen des Unwetters der letzten Tage. Schutt und Geröll aus den Bergen überzog die Strasse am Promenadenkai. Die Restaurants waren mit Saubermachen und Aufräumen beschäftigt, die Armee war mit schwerem Gerät im Einsatz, der Fährsteiger war auf 30m weggespült und lag in Fragmenten imWasser, das Wasser war schlammbraun, Autos lagen übereinander- z.T. im Hafenbecken, Boote waren gesunken- ein Bild des Schreckens.
In den oberen Teilen der wunderschönen Stadt lief das Leben aber schon -fast "normal" weiter.

Weiter

Tag 4 am 24 Sept., 2015

Nachdem die Wetterlage stabiler ist, seglten wir bei moderaten 3-4 Bft weiter nach Peristera.
Dort angekommen, machten wir einen ausgiebigen Badestop in Ormus Panormou/Peristera, einer reizenden Bucht mit relativ klarem Wasser. Anschliessend beendeten wir den Segeltag in Stena Vela/Alonnysos. Dieses schöne, kleine Fischerdorf mit seinen tollen Tavernen zog uns in seinen Bann. Im Nachgang ist Stena Vela unser Hafenfavourit. Empfehlenswert ist die Bar Ikaros mit dem kleinen Supermarkt und gratis Wasser/Stromversorgung für Segler.

Zurück

Tag 5 am 25 Sept., 2015

Früh morgens segelten wir auf dem Rückweg zum Badestop nach Ormos Vasiliko. Klares Wasser und strahlender Sonnenschein liessen die ersten Tage vergessen.
Unser Ziel nach dem Baden war Votsi- doch der Hafen war gesperrt. Wir fuhren weiter nach Patitiri und legten dort bei gehörigem Schwell am Kai an. nach einem kurzen Landgang beschlossen wir die Weiterfahrt nach Skopelos, da der Wind drehte und der Schwell grösser wurde. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kamen wir dann in Sopelos an. Wir legten diesmal am Promenadenkai an, da aufgrund der Geröllmenge die Strasse auf dem Kai nachts gesperrt war.

Unterwegs

Tag 6 am 26 Sept., 2015

Bei der Ausfahrt aus Skopelos war das Wasser des Hafenbeckens sowie ca. 1sm davor immer nch schlammbraun gefärbt. Wir hatten kein klares Tagesziel, sondern segelten von Bucht zu Bucht um die Südspitze von Sopelos. Es war bedeckt, aber es wehte ein konstanter Wind aus NNE.
Im Hafen von Agnontas- einem sonst idyllischen Fischerhafen legten wir an der Pier an, um im Ort einen Kaffee zu trinken.
Wir waren das einzige Charterboot im Hafen, an Land waren die Einwohner damit beschäftigt, ihre Häuser zu entschlammen und den Nachbarn zu helfen. Hier hatte das Unwetter wohl besonders stark gewütet. Gesunkene Schiffe wurden aus dem Wasser gezogen. Wir verzichteten auf den Kaffee und fuhren mit gemischten Gefühlen weiter.
Der Tag endete in Neo Klima/Elios, einem neuen sicheren Hafen auf der Westseite von Skopelos.
Ruhig- bis auf das Glockengeläut der nahen Kirche verbrachten wir den Resttag in der Taverna O VangelisTavernen direkt am Hafen. Mittlerweile goß es wieder wie aus Eimern, die Spitzen der Berge waren wieder in Nebel gehüllt. Dennoch hatten wir eine ruhige Nacht.

Der letzte Tag auf See

Tag 7 am 27 Sept., 2015

Nachdem und die Kirchenglocke abrupt aus dem Schlaf riss gab es Frühstück an Bord. Die Bergspitzen waren wieder in Nebel gehüllt, die Insel Skiathos aber bereits sonnenbeschienen. Leinen los- bei 4-5Bft segelten wir unter Vollzeug in die Bucht von Koukounaries- einer sehr schönen, langgezogenen Badebucht. Hier schnorchelten wir zum Abschied noch einmal ausgiebigst, um dan den Anker zu lichten und zurück in den Heimathafen der "ALMYRA" in Skiathos zu segeln. Wir kreuzten bis kurz vor den Anlegesteiger und übergaben das Schiff dem Vercharterer. Ein toller Segeltag!
Hinter uns lag ein Erlebnis- Törn, den man nicht alle Tage erlebt. Unwetter, Verwüstung und Anreisechaos auf der einen Seite- sehr schöne Buchten,herrliche Segelei- Städte und Häfen auf der anderen Seite. Kurzum- dieser Segeltörn bleibt uns noch lange im Gedächtnis!

Rückflug

Tag 8 am 28 Sept., 2015

Der Weg zum Flughafen ist nachgerade optimal- ca. 3km, der Flieger kam pünktlich, auf dem Rückflug hatten wir Rückenwind, wir waren schneller in DUS als geplant!
Irgendwie langweilig, wenn alles klappt?! Oder?