Planen Sie Ihren Segelurlaub
Unsere Reiseberater stehen Ihnen gerne zur Verfügung, um Ihren individuellen Urlaub zu planen.

Kroatientörn um Krk

14 Juni, 2011
von Norbert Mayer
Kroatien-Nord, Kroatien
Bavaria 46 Cruiser

Die Crew bestand aus 8 Männer im Alter von 23 – 56 (Skipper) Jahren.
Ich als Skipper sowie mein Co-Skipper hatten unsere Söhne dabei.

Das Schiff war eine Bavaria 46 Cruiser Bj 2007, gechartert über Master-Yachting.

Der Wetterbericht sagte für Samstag abends und Sonntag eine Bora voraus, so dass wir unbedingt Punat noch vorher verlassen wollten, weil die Ausfahrt durch die Enge bei Wind problematisch sein kann. Die Abfahrt von zu Hause wurde deshalb auf 03:00 Uhr festgelegt, um mit 2 PKWs die Strecke von ca. 500 km zeitgerecht bewältigen zu können. Gerade richtig in Eben, auf der Tauernautobahn, begann der Rückstau zum Tunnel von über 2 Stunden. Wir verließen die Autobahn, fuhren über Obertauern und scherten staufrei in St. Michael wieder auf die A10 ein.

Ankunft in der Marina Punat

Tag 1 am 28 Aug., 2010

Gegen 11:00 Uhr kamen wir in Punat an – ein Traumwetter. Die Dame von Wimmer-Yachting sagte zu, dass wir das Schiff in 30 Minuten übernehmen könnten – super! Sie übergab mir die Checkliste mit dem Auftrag, diese selbst abzuarbeiten, was ca. ½ Stunde in Anspruch nahm. Die Übergabe durch einen Mitarbeiter der Charterfirma war dann in 5 Minuten vorbei. Das Schiff wurde beladen und wir verließen den Hafen um 13:15 Uhr, vor der Bora – aber sie holte uns schneller als gedacht ein!

Bereits in Punat war der Himmel kohlschwarz und die Borawalze war zu sehen. Wir flohen zunächst unter Motor mit 2000 Umdrehungen und 4 Kn vor dem Wetter – das kanns doch nicht sein! Mein GPS-Handy zeigte eine Fahrt von 7,5 Kn an – sch... Logge! Nun holten wir das Fogg heraus und machten 8,5 Kn. Der Regen holte uns ein. Ich als Rudergänger zog das Ölzeug an – und das war gut so! Im Bordbuch steht: „Durch Fehldosierung des Schlafmittels „Willi“ mussten vorzeitig einige personelle Ausfälle verzeichnet werden!“. Wir steuerten Supetarska Drage an und legten gegen 15:30 Uhr an. Kurze Zeit danach war der Hafen voll. Der Wind legte sich und die Sonne kam wieder heraus. Wir gingen hinter dem Wellenbrecher bei 26° Wassertemperatur baden.

Nach einem guten Abendessen in einem nahe gelegenen Lokal saßen wir noch an Bord zusammen. Gegen 21:00 Uhr brach dann ein Gewitter voll über uns herein.

Törn nach Ilovik

Tag 2 am 29 Aug., 2010

Nach dem Frühstück an Bord legten wir dann mit Ziel Ilovik, um 09:30 Uhr ab. Mit vollen Segeln machten 5-6 Kn. Gegen Mittag machten wir kurz vor Ilovik in der sö gelegenen Bucht von Male Orjule Rast. Wassertemperatur bei 23°. Am frühen Nachmittag machten wir dann den kurzen Schlag nach Ilovik, um an der Mole noch einen Platz zu ergattern. Das südlich in der Bucht gelegene Lokal meideten wir, weil wir letztes Jahr hier schlechte Erfahrungen machen mussten. Im Mai diesen Jahres speisten wir bei „Oma“ in der Konoba „AMICO“, gleich bei der Mole, ganz gut. Darum wählten wir dies zum Abendessen wieder aus. Nun – das Essen war eher unterer Durchschnitt und am nächsten Tag hatten die Hälfte der Crew Magen/Darmprobleme!

Von Ilovik nach Mali Losinj

Tag 3 am 30 Aug., 2010

Abfahrt von Ilovic gegen 09:15 Uhr bei böigen Wind in Richtung Norden. Ziel war Mali Losinj mit einem Badetag in der Cikatbucht. Der Wind schlief zunächst komplett ein, es roch nach Bora. Unter Motor erreichten wir Losinj gegen 11:15 Uhr und wir bekamen einen der letzten Liegeplätze an der Südseite des südlichsten Stegs – und das war gut so. Nach einen Besuch der sehr guten Pizzaria gleich hinter dem Fischmarkt gingen wir wieder aufs Schiff.  Der Badetag viel buchstäblich ins Wasser - die Bora kam mit bis zu 60 Kn Böen – aber wir lagen wie in Abrahams Schoss, was man von den Liegeplätzen an der Nordseite der Stege nicht behaupten konnte.

Die Crew war unter Deck – Co-Skipper Hans und ich beobachteten das Spiel mit Wind und Wellen – und halfen „Spätheimkehrer“ beim Anlegen an den wenigen Notplätzen. Viele mussten aber wieder wegen Überfüllung das Weite suchen.Gegen 19:00 Uhr ließ der Wind und der Regen wieder nach.

Noch in Ilovik orderte ich telefonisch einen Platz in der Konoba Korrado, wo wir abends wieder hervorragend Fisch und Meeresfrüchte speisten.

Auf dem Rückweg zum Schiff begaben wir uns ins Lokal „Katakombe“, wo eine hervorragende Live-Band ihr Bestes gab. Die Musik war Super,  aber – Vorsicht Absturzgefahr!

4. Segeltag

Tag 4 am 31 Aug., 2010

Von Losinj nach Martinscica; Zanja Bucht, Blaue Grotte

Tag 5 am 1 Sept., 2010

Bei Sonnenschein und keinem Wind legten wir am Dienstag, nach einem ausgiebigen Frühstück, gegen 09:00 Uhr ab in Richtung Martinscica. Ab hier zeigte die Windmessanlage nur noch wirres Zeug an. Um 12:30 Uhr ankerten wir nördlich von unserem Ziel in der Zanja Bucht um die Blaue Grotte zu besichtigen. Den jüngeren unter uns war das Wasser (unter 20 °) nicht zu kalt – sie schwammen in die wunderbare Grotte hinein.

Wir Älteren richteten währenddessen eine Brotzeit her. Danach machten wir uns auf den Weg nach Martinscica, wo wir gegen 15:00 Uhr anlegten. Im Bordbuch, dass einer der Jungen führte, steht: „Die Seele baumeln lassen und das Pivo genießen.“

Einige der Jungs gingen am Strand hinter dem Lokal „Sidro“ baden und machten dann eine Erkundungstour der Bucht mit dem Dingi.  Ein guter Freund, der mit seiner Familie am Campingplatz „Slatina“ war, besuchte uns an Bord. Er empfahl uns die Konoba (Name nicht mehr bekannt), die sich am Strand nach Sidro befindet. Ein traumhafter Blick von der Terasse und sehr gutes Essen, wenngleich auch die Konoba Sidro und auch das „Kastello“ beides bieten. Gegen 22:00 Uhr waren wir wieder alle an Bord. Der „Levi“ musste feststellen, dass sein Handy nicht schwimmen kann – es ging über Bord!

Durch den Osorkanal nach Rovenska

Tag 6 am 2 Sept., 2010

Am nächsten Morgen holten die Jungs das Handy wieder heraus – nur um die Sim-Karte, die Micro-SD und den Akku zu retten.

Abfahrt war bei schönem Wetter und ohne Wind um 08:45 Uhr mit dem Ziel durch den Osorkanal nach Rovenska. Das Frühstück wurde während der Fahrt zum Kanal eingenommen. Um 09:00 Uhr wurde die Brücke geöffnet – eine wunderbare Durchfahrt und eine sehr schöne, alte Ortschaft.

Kurz nach Passieren von Nerezine brieste der Wind auf. Mit voller Betakelung, zunehmenden Wind und etwas Lage segelten wir nach Süden, über unser Ziel hinaus. Als dann gegen Mittag wieder eine Flaute kam, fuhren wir mit Motor zurück und legten an der Mole in Rovenska an. Da wir am nächsten Morgen nicht auf unseren Kaffe aus der mitgebrachten Espressomaschine verzichten wollten, nahmen wir diesmal das Angebot des Restaurants „Mol“ an, uns am Strom anzuschließen. Dafür mussten wir auch fürs Abendessen einen Tisch reservieren.  Dann gingen wir (zum Leidwesen des Wirtes vom Mol) in die direkt nebenan gelegene Bora Bar. Die Bora Bar ist keine Konoba sondern eine Trattoria und Tartufferia. Die Auswahl ist nicht überwältigend, die Portionen sind eher überschaubar und die Preise etwas hoch – aber das Essen (viele Speisen mit Trüffel) ist jeden Cent wert!

Im Nu war die Mole voll belegt und wir trafen unsere beiden Bootsnachbarn von Ilovik wieder.

Nachmittags war Baden, Wasserball und Spazieren gehen angesagt. Rovenska ist ein wunderbares kleines Fischerdorf mit etwa 6 Liegeplätzen – und auch die Nachbarortschaft Veli Losinj ist einen Besuch wert.

Am späten Nachmittag kam dann der uns bereits bekannte junge Mann, um einen kleinen Obolus fürs Anlegen zu kassieren. Nach heftigem Handeln wurde er wieder gegen einen Anleger und einem Pivo um ein paar Kuna heruntergehandelt, was die Sache sicher nicht wert ist – aber beiden Seiten viel Spaß bereitete.

Abends gingen wir dann ins „Mol“, wo wir auch hervorragend aßen.
Als wir gegen 22:00 Uhr wieder an Bord waren, bemerkten wir, dass der Landstrom abgeschalten war. Eine Rückfrage im „Mol“ ergab, dass nachts der Strom immer angeschaltet wurde. Da wir diesen aber morgens für unseren Kaffe benötigten, intervenierten wir mit Erfolg und hatten morgens dann unseren Strom und Kaffee!

Aufbruch Richtung Rab; Gastfreundschaft und gutes Essen in Sv. Fumija

Tag 7 am 3 Sept., 2010

Nach einem deftigen Frühstück mit 20 Rühreier, Speck und einigen Zutaten, das Co-Skipper Hans fertigte, legten wir gegen 09:20 in Richtung Rab ab. Im Bordbuch steht: „Markus hat sich beim Tischdecken einen Finger eingezwickt und Peter hat den Tisch dann mit einem Glas Milch bestraft!“.

Kurz nach dem Ablegen setzten wir die Segel. Die Windmessanlage zeigte Wind von –3 bis 3 aus allen Richtungen an??? Wir machten zunächst ca. 3 Kn Fahrt. Als dann auch die Logge eine Minusfahrt anzeigte (obwohl die Segel noch etwas im Wind standen) holten wir diese ein und fuhren unter Motor nach Rab, wo wir tanken wollten.

Die Tankstelle war defekt – also legten wir uns noch einige Zeit in die Bucht Sv. Fumija. Gegen 15:30 Uhr machten wir den Zweiten Versuch um zu Tanken. Der Andrang hielt sich zwar in Grenzen, aber die vielen Motorbootdrängler überholten uns ständig, teilweise in unverschämter Art und Weise. Wir legten dann ohne zu Tanken an. Dann machten wir einen Spaziergang in die wunderschöne, im Venezianischen Stil erbauten, Altstadt. Wieder zurück an Bord gingen wir abwechselnd zum Duschen. In dieser Zeit kam ein Restaurantbesitzer und pries uns sein „Qualitätsrestaurant Adria“ mit einem gigantischen Wortschwall an: Sein Lokal ist das Beste, Schönste.....und wir würden zu einer Milliarde Prozent zufrieden sein. Was uns dazu bewog, darauf einzugehen war die Nähe zu unserem Liegeplatz (150 Meter nach seinen Angaben). Zum vereinbartem Termin machten wir uns auf den Weg (ca. 1,5 km). Der Weg war durch viele Hinweistafeln sehr gut ausgeschildert. Das Lokal ist etwas angelegen, so dass ohne mündliche Werbung wohl nichts zu Verdienen ist. Der Empfang war sehr nett. Die Terrasse hatte zwar keinen Meerblick aber eine gute ruhige Lage. Die Speisekarte war sehr umfassend – Änderungswünsche der Beilagen waren kein Problem. Das Essen war sehr gut und die Portionen eher überdimensioniert. Die Nachspeise (Palatschinken Himalaya mit Kirschen und Bourbon Vanilleeis) war schlichtweg ein Traum. Nun – es waren keine Milliarde Prozent Zufriedenheit – aber an die Huntert Prozent könnte hingehen – Prädikat sehr Empfehlenswert! Später dann Ausklang an Bord.

Tanken und Rückfahrt nach Punat

Tag 8 am 4 Sept., 2010

Gegen 08:00 Uhr legten wir dann am Freitag in Richtung Tankstelle ab – es ging sehr zügig. Dann traten wir beschleunigt die Rückfahrt zu unserem Ausgangshafen Punat an, um möglichst schnell die Heimreise antreten zu können. Um 11:30 Uhr legten wir in Punat an. Die Übergabeprozedur war genau aber unproblematisch.

Um 13:00 Uhr legten wir dann mit den Autos ab um dem Rückreisestau zu entgehen. Nun - wir standen von dem Katschberg ½ Stunde und vor dem Tauerntunnel etwa 1 Stunde und waren mit einer Pause um 20:30 Uhr wieder zu Hause, wo noch eine Schlussbesprechung mit einer Halbe „Schalchner Weisse“ durchgeführt wurde.

Ergo:

Ein wunderbarer Törn – trotz Hauptsaison, eine wunderbare Crew. Diese Saison nötigt zwar zum frühen Einlaufen in die Häfen, aber auch dass kann reizvoll sein.

Mast und Schotbruch und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel

Skipper Norbert