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Kroatientörn September 2015

15 Okt., 2015
von Rafael Reder
Kroatien-Nord, Kroatien
Bavaria 33 Cruiser

Der erste Törn als Skipper ist immer eine spannende Sache. Für mich war es diesen Herbst so weit. Ich war schon des öfteren mit Segelbooten unterwegs, aber heuer habe ich das erste Mal selbst gechartert. Wir haben uns für Sukosan als Startmarina entschieden, um trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit, noch warme Bedingungen anzutreffen. Es sollte ein anspruchsvoller, spannender erster Törn werden.

Anreise - Check In - Ausfahrt

Tag 1 am 19 Sept., 2015

Die 800km Anreise nach Sukosan brachten wir in der Nacht hinter uns, so dass wir am Samstag Vormittag in der Marina eintrafen. Unsere Yacht, eine Bavaria 33 Cruiser, sollte erst gegen 15.00 Uhr bereit für den Check-In sein, was uns noch genug Zeit verschaffte Einkäufe zu erledigen.
Die Marina Dalmatija ist sicherlich nicht die schönste Marina, sehr groß und nicht sehr einladend. Unser Vercharterer, Asta Yachting, war dafür ein sehr unkomplizierter und freundlicher Partner. So ging auch der Check-In sehr schnell vonstatten, so dass wir schon gegen 16.00 Uhr ablegen konnten. Das erste Ablegenmanöver klappte auch tadellos, und so stand unseren zwei Wochen nichts mehr im Weg.
Das erste Ziel, wir wollten nur schnell aus der Marina raus in eine nette Bucht, war an der Südspitze der Insel Iz. Unter der Brücke zwischen der Insel Pasman und Ugljan hindurch, hier macht sich das kleine Boot mit dem niederen Mast bezahlt :-), ging es zügig unter Motor hinüber an die Boje in der Bucht Vodenjak. Hier gibt es in der Hauptsaison sogar einen Pizza- und Lebensmittelservice, von dem wir im September aber nichts mehr mitbekommen haben.

Vodenjak (Iz) - Lavsa (Kornaten)

Tag 2 am 20 Sept., 2015

Es ist ein windstiller Vormittag, die Wolken über dem Festland kündigen aber schon die herannahende Bora an. Unter Motor geht es Richtung Süden und bei Mala Proversa bei Dugi Otok weiter in die Kornaten. Hier finden wir eine wunderschöne Mittagsbucht bei traumhaften Wetter und sehr angenehmen Temperaturen. Hier in Sipnate können wir auch einen besonders schönen großen blauen Fisch beobachten.
Nun schon bei recht lebhaftem Wind segeln wir weiter nach Lavsa, wo wir die Nacht an der Boje verbringen werden. Der Wind sollte in der Nacht auf bis zu 30kt auffrischen, was uns eine recht unruhige Nacht bescherte. Das Restaurant haben wir nicht besucht, der Restaurantbetreiber hat aber vorsorglich alle Bojen als reserviert gekennzeichnet, davon sollte man sich aber nicht beeindrucken lassen, die Bojen sind auch für Nicht-Restaurantbesucher zugänglich.

Lavsa (Kornaten) - Vela Stupica (Zirije)

Tag 3 am 21 Sept., 2015

Nach einer unruhigen und stürmischen Nacht, haben wir unsere Lektion gelernt, und wir verlassen Lavsa weiter Richtung Süden. Ziel ist die Insel Zirije. Hier ist mir das Restaurant in der Vela Stupica am Südende noch in Erinnerung. Der Fisch soll hier köstlich sein. Die Segelbedingungen sind perfekt. Strahlender Sonnenschein und 20-25kt Wind. Da geht was weiter. So sind wir schon am frühen Nachmittag am Ziel, und nutzen den Rest des Tages zum schwimmen und um die Burg gleich über der Bucht zu besuchen. Hier gibt es für Geocacher übrigens etwas zu finden und der Sonnenuntergang von dort oben ist wunderschön. Auch der Fisch im Anschluss hat uns nicht enttäuscht. Frisch vom Grill, mit hervorragenden Salaten zu einem vernünftigen Preis. Sehr freundliche Leute dort, kann man nur weiterempfehlen.

Vela Stupica (Zirije) - Mala Luka (Veli Drvenik)

Tag 4 am 22 Sept., 2015

Heute ist Flaute. Wir verlassen Zirije Richtung Süden und fahren unter Motor Richtung Rogoznica. Dies lassen wir links liegen und nach einem Mittagessen in einer Bucht gleich südliche von Rogoznica gehts nach Veli Drvenik. Hier in Mala Luka haben wir wieder eine wunderschöne Bucht für diese Nacht gefunden. Mit Landleine haben auch mehrere Schiffe hier Platz. Wunderschön klares Wasser entschädigt für den teilweise verdreckten Meeresboden.

Mala Luka (Veli Drvenik) - Vis

Tag 5 am 23 Sept., 2015

Nun steht die längste Etappe bevor. Wir wollen nach Vis, da der nächste Tag mit schlechtem Wetter angekündigt ist. 24 Meilen und der Wind steht etwas gegen uns. So kreuzen wir gegen den Wind, der wieder auf bis zu 25kt auffrischt, in großen Schlägen, Richtung Vis. Die letzten 4 Meilen fahren wir dann mit Motor, da Geduld hat uns verlassen.
In Kut finden wir leider keinen Platz mehr in der Marina, wir gehen also an die Boje. In Kut finden wir eine super Pizzeria, geführt von einem ausgewanderten Australier, der preiswerte Pizzen mit sehr viel Käse anbietet. Zu finden gleich an den Liegeplätzen, etwas versteckt gelegen.

Vis

Tag 6 am 24 Sept., 2015

Die Regenschauer heute morgen sind so stark, dass die benachbarten Boote an den Bojen nicht mehr zu sehen sind. Es ist also Schlechtwetterprogramm angesagt. Gleich in der Nähe der Stadt Vis gibt es einen Bunker, den wir in einer Regenpause besuchen. Außerdem ist der Ort Vis immer eine Besichtigung wert. Nette Lokale, nur die Sanitäranlagen der Marina sind etwas dürftig. Eine Dusche für Männer ist eindeutig zu wenig.

Vis - Budikovac (Vis)

Tag 7 am 25 Sept., 2015

Für Nachmittag ist Wetterbesserung vorhergesagt. Wir starten schon am Vormittag, da wir uns gerne die blaue Grotte in Bisevo anschauen würden. Auf dem Weg dorthin sind immer wieder Regenschauer zu durchqueren und als wir dann in Bisevo ankommen, sind die Wellen leider zu hoch, um in die Grotte zu schwimmen. Rund um uns herum, bilden sich eindrucksvolle Gewitterformationen, sodass wir den Rückzug antreten.
Also gehts weiter nach Budikovac, im Süden der Insel Vis. Hier finden wir die schönste Bucht unseres Urlaubes vor. Glasklares Wasser, ein sehr freundliches, gemütliches Restaurant und genau jetzt setzt die versprochene Wetterbesserung ein. Große Fischschwärme laden zum schnorcheln ein. Wir erleben einen traumhaften Sonnenuntergang, und von der Insel treibt schon der Geruch des angeheizten Grills zu uns herüber.
Die Bojen sind hier leider etwas zu nah beeinander, in der Nachsaison kein Problem, bei großem Andrang muss man aufpassen.

Budikovac (Vis) - Sv. Klement

Tag 8 am 26 Sept., 2015

Der Wind steht heute günstig und wir können in einem Zug mit einer guten Fahrt unser Ziel Sv. Klement ansteuern. Zuvor besuchen wir aber noch die grüne Grotte auf Ravnik, gleich neben unserer Ankerbucht. Der Eingang ist groß genug, dass man mit dem Dingi reinpaddeln kann. Nur schade, dass die kommerziellen Besucher nicht so viel Rücksicht nehmen und mit laufendem Motor in die Grotte fahren. Wenn man schon in der Gegend ist, ist die Grotte auf jeden Fall einen Besuch wert.
Mit konstanten 5kt Fahrt gehts zügig voran, sodass wir schon am frühen Nachmittag ankommen und noch eine Badesession einlegen können. Eine kleine Bucht, gleich neben Vinogradisce lockt uns, denn sie ist nicht so überlaufen und wir können uns fein mit einer Landleine fixieren.
Auch diese Bucht ist wieder besonders schön, mit wunderbarem Wasser. So können wir einen ruhigen Nachmittag verbringen und auch in der Nacht liegen wir sehr ruhig. Mehr wie 2-3 Schiffe passen trotz Landleine nicht in diese Bucht, deshalb ist es wahrscheinlich in der Hauptsaison schwer, einen Platz zu ergattern. Für uns im September aber kein Problem.

Sv. Klement - Solinska (Veli Drvenik)

Tag 9 am 27 Sept., 2015

Unsere Vorräte sind zu Ende und auch unser Wassertank muss wiedereinmal aufgefüllt werden. Deshalb müssen wir uns eine Marina suchen und wir entscheiden uns für Maslinica aus Solta. Wegen Flaute legen wir einen Großteil des Weges dorthin unter Motor zurück.
Die Marina Maslinica ist nagelneu gebaut und hat deswegen auch keinen Flair. Fein ist aber, dass die erste Stunde kostenlos ist, was uns genügend Zeit verschafft die Einkäufe zu erledigen. Für das Wassertanken bezahlen wir 50kn.
Für die Nacht haben wir uns wieder Veli Drvenik ausgesucht. Diesmal die Bucht Solinska. Wieder eine sehr schöne Bucht, bei Bora aber nicht zu empfehlen wie uns der Abend lehren wird. Am Abend frischt der Wind zusehends auf auch die Wellen werden größer und zu allem Überfluss rutscht auch noch der Anker. Also heißt es um 21.30 Uhr neu ankern. Nach mehreren erfolglosen Versuchen und mittlerweile starkem Wind kapitulieren wir und fahren in die Nachbarbucht, nur einige 100m weiter. Hier ist der Wind schwächer und auch keine Wellen mehr. Der Anker passt auf Anhieb und wir gehen zufrieden schlafen.

Solinska (Veli Drvenik) - Rogoznica

Tag 10 am 28 Sept., 2015

Weiter geht es nach Rogoznica. Der Plan sieht vor, heute die erste Nacht in einer Marina zu verbringen. Vormittag noch guter Segelwind, am Nachmittag Flaute. In Rogoznica gehen wir in den Stadthafen, da er ersten billiger ist und er außerdem zentraler gelegen ist.
Sehr freundliche Marineros, vernünftige Preise und ein angenehmes Flair, machen diesen Ort sehr empfehlenswert.
Hier entdecken wir, genau am Stadtkai, ein super Lokal, das California. Gute Pizzen und guter Fisch zu unschlagbaren Preisen. In der Nacht ist es ruhig, der Nachtruhe steht nichts im Weg. Nur die Sanitäranlagen sind etwas dürftig.

Rogoznica - Vela Stupica (Zirije)

Tag 11 am 29 Sept., 2015

Der Fisch in Zirije hat uns so überzeugt, dass wir auf dem Weg nach Hause noch einmal vorbeischauen wollen. Heute ist starker Wind. Mit Böen bis zu 30kt knacken wir unseren Törn-Speedrekord mit 7,5kt. So sind wir wieder schnell am Ziel und verbringen den restlichen Nachmittag mit Baden und Lesen.
Das Restaurant hat uns wieder nicht enttäuscht. Das Essen ist wirklich uneingeschränkt zu empfehlen. Zur Auswahl gibt es immer Fisch oder Fleisch. Beides wird frisch gegrillt und schmeckt köstlich.

Vela Stupica (Zirije) - Prvic

Tag 12 am 30 Sept., 2015

Wieder ist stürmisches Wetter vorhergesagt, also heißt es einen sicheren Ort für die Übernachtung zu finden.
Wir entscheiden uns für Prvic, hier gibt es vor dem Ort ein Bojenfeld. Wir kreuzen gegen den Wind und finden auf Zmajan an der Südküste eine nette Mittagsbucht. Diese ist auch für Übernachtungen zu empfehlen, wegen des Windes fahren wir aber trotzdem weiter nach Prvic.
Ein sehr nettes Örtchen, sehr ruhig in der Nacht, auch das Hafenpersonal ist sehr nett. Im Bojenpreis ist auch ein kurzes Anlegen zum Auftanken inkludiert. Für Einkäufe aber nicht zu empfehlen, das der Supermarkt sehr schwach bestückt ist.

Prvic - Landin (Pasman)

Tag 13 am 1 Okt., 2015

Morgen müssen wir wieder in unserem Heimathafen sein. Der Wind steht günstig von hinten und an der Küste von Murter entlang geht es Richtung Norden. In Slanica auf Murter machen wir eine Mittagspause, eine sehr zu empfehlende Bucht.
Von dort geht es weiter ans Südende von Pasman. Hier in Landin gibt es ein großes Bojenfeld mit zwei Restaurants, die Feuer am Grill des Restaurants leuchten schon zu uns herüber. Wir haben wieder eine windige Nacht, liegen aber sehr ruhig. Die Fischfarmen hier in der Nähe mit dem Schiffsungetüm waren nicht schön anzuschauen, die restliche Strecke war dafür herrlich entspanntes Segeln.

Landin (Pasman) - Marina Sukosan

Tag 14 am 2 Okt., 2015

Check Out - Heimreise

Tag 15 am 3 Okt., 2015