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Kroatien im Mai bei Sonne, Wind und Regen.

6 Juli, 2016
von Jürgen Herter
Kroatien-Nord, Kroatien
Elan 444 Impression

Mein Kroatien-Segel-Törn 2016 hat mich zum 9. Male wieder in diese traumhafte Inselwelt gelockt. Wer bereit und flexibel genug ist, von seiner Törnplanung abzuweichen, findet in diesem Inselparadies die idealen Voraussetzungen, seinen Segeltörn den taglich wechselnden Windverhältnissen anzupassen. Daraus kann ein großer Aktionsradius entstehen, der sonst im Mittelmeer nur in der Inselwelt Griechenlands zu erwarten ist.
Im Frühjahr (14.5. - 4.6.) bietet das Wetter alle seine Facetten an: Sonne, Wind und Regen, aber auch noch genügend Platz in Häfen, Marinas und Buchten, was besonders dem leiblichen Wohl, in wenig besetzten Konobas, zu Gute kommt.

Die von mir seit Jahren praktizierte Törnorganisation, bei 3 Wochen Segelzeit nach 10 Tagen einen Crewwechsel vorzunehmen, hat sich erneut bewährt, denn in 10 Tagen lässt sich sowohl seglerisch, als auch touristisch, einiges unternehmen und die Kosten dafür bleiben in
erschwinglichem Rahmen; für 10 Tage ca. € 2.000.- "all inclusive" d.h. Charter, Flüge + Transfers, Gebühren aller Art, Ausflüge, Restaurantbesuche, Bordverpflegung incl. Getränke.

Was mir negativ auffällt, sind die vielen
"Motorsegler" denen offenbar bis 2 bft der
Wind zu schwach und ab 4 bft bereits "Sturm"
herrscht.
Schade für den schönen Fahrtensegelsport!

Nun aber zu meinem Törnablauf:

Anreise und Yachtübernehme

Tag 1 am 14 Mai, 2016

Wir flogen mit 4 Mann: (siehe Bild v. li. nach re.) Co-Skippper Peter BIEDERMANN,
Skipper Jürgen HERTER, Segelgreenhorn Markus TILDMANN und Smutje Thomas SCHINKE
von Frankfurt/M. in 1.5 Stunden nach Split, hatten einen kurzen Transfer (150 KN) zur Basis KASTELA und übernahmen von SAIL CROATIA, nach einem gründlichen Checkin, unsere "BEKY",
eine ELAN 444 Impression. Einkaufen bei "KONZUM" in der Nähe der Marina, Verstauen und
unsere Kabinen beziehen, waren für heute die wichtigsten Aufgaben. Gegen Abend ging´s dann zur, der Marina gegenüber liegenden, empfehlenswerten Pizeria.
Der obligatorische Absacker an Bord beendete den Tag.

Trauriger 2. Tag

Tag 2 am 15 Mai, 2016

Der Himmel ist vollständig mit Wolken verschlossen, so bleibt Zeit für die gründliche Einweisung der Crew in die Bord- und Sicherheitstechnik. Der gegen Mittag aufkommende Regen hindert uns aber nicht abzulegen und aus der Bucht Richtung TROGIR zu kreuzen. Eine frische Brise von 3-4 bft, bei kleinem Seegang, macht unserer "BEKY" vielversprechende Beine.
Mit 6-7 ktn speed, Winden aus SE über SW bis W um 2-4 bft und mäßiger Welle, kommt trotz traurigem Himmel, die erste Segeleuphorie auf. Wir nehmen Kurs auf die Insel DREVENIK und
ankern in der Uv SV FUMIJA, einer Bucht in schöner bewaldeten Ferienhausumgebung.
Etmal: 24 sm

Heute wollen wir zu

Tag 3 am 16 Mai, 2016

Bei der Backschft nach dem Frühstück stellen wir fest, daß das Spühlwasser nicht abläuft. Unser "Greenhorn" MARKUS macht sich, unter erschwerten Bedingungen, an die Arbeit, den Ablaufschlauch auszubauen. Welch eine Überraschung: alles verstopft mit Erbsen!!! Mühselig gelingt nach 2 Stunden die Reinigung und der Rückbau und wir können gegen 11.00 unseren Ankerplatz verlassen. Gute Windverhältnisse aus fast allen Richtungen von 2-5 bft, treiben uns unter Segel mit bis zu 9 ktn speed, an PRIMOSTEN vorbei durch das betonnte, enge SIBENIK-Fahrwasser: "Alle motoren"! Nach der Autobahnbrücke biegen wir über Stb. in die KRKA en, die wir ebenfalls als einzige Yacht durchsegeln; oft zum Ärger der "Motorer".
Um 19.30 legen wir mit Mooring am Stadtkai von SKRADIN, einem der beliebtesten Touristen- ziele Dalmatiens, an. Unser Lohn: 47 sm herrliches Segeln in wilder Natur. Zwar wartet nicht "Karl May", aber das gute Restaurant kurz vor dem Zugang zur Marina.
Nun muß doch wieder unser Alkoholbestand für den Absacker an Bord herhalten.

Das Abendessen haben wir uns heute reichlich verdient. Zum Absacker im alten, urigen Wein- keller unmittelbar gegenüber unserem Liegeplatz kommt es leider nicht mehr, da dieser, mangels Kundschaft, schon geschlossen hatte. So muß eben wieder unser Weinvorrat für den
Absacker herhalten.

Das Kreuzen geht weiter

Tag 4 am 17 Mai, 2016

Am 4. Tag soll auch die Kultur zu Ihrem Recht kommen: PETER und MARKUS nehmen das 9.00 Schiff zum Ausflug zu den bekannten KRKA-Wasserfällen, deren einmalige Schönheit im National-
park KRYKA, nur zu Fuß erkundet werden kann. Nach 3 Stunden Wanderung durch die Landschaft, die den KARL MAY-Filmen ihren Stempel aufgedrückt hat, kehren sie an Bord zurück und wir
verlassen unter Segel die idyllische Bucht von SKRADIN. Bei Winden aus w - nordwestlichen Richtungen um 1-4 bft kreuzen wir erneut durch die KRKA-Schlucht, an SIBENIK vorbei und machen gegen 18.00 nach 28 sm an einer Boje in der UV. MALI STUPICA, im SE der Insel ZIRJE, fest. Natürlich wird abkassiert: 150 KN für die Nacht.
Ein interessanter, abwechslungsreicher Segeltag ist zu Ende.

Die Kornaten rufen

Tag 5 am 18 Mai, 2016

Heute wollen wir durch das innere Inselgewirr der KORNATEN segeln und die Nacht im
nördlichsten Zipfel, in MOGROVICA, verbringen. Um 9.00 verlassen wir unsere Boje, segeln den ganzen Tag bei schwachem Wind zwischen 1 und 3 bft, zwischendurch sogar 7 sm mit Motor, mühsam durch die meist beum- und strauchlosen Steiniseln der KORNATEN in die TELASCICA-Bucht. Gegen 16.00 passieren wir, von See kommend, den imposanten Leuchtturm SESTRICA VELA, mit einer Gesamthöhe von 47 m und einer Sichtweite von 20 sm. Er ist die wichtige Ansteuerungshilfe für alle Boote, die aus Italien kommend in die Kornaten einfahren wollen.
Es ist erstaunlich wenig Betrieb; auch das Bojenfeld vor MIR ist dünn besetzt; es ist eben noch Vorsaison; zum Glück!
Bei MAGROVICA, im nördlichsten Zipfel der TESASCICA; legen wir in herrlicher Natur Anker und fühlen uns wie in "Abrahams Schoß".
37 sm waren bei schwachem Wind leider nicht besonders ereignisreich, mit Ausnahme
von 2 Vorsegel-Bergungen und einer kurzen Kreuz im JORNATSKI-KANAL.

Rückkehr in die Zivilisation

Tag 6 am 19 Mai, 2016

Die Windansage verspricht uns 3-5 bft aus ESE bei bedecktem Himmel.
Unser Ziel ist die Marina BETINA auf MURTER, die wir auch nach 6.5 Stunden Segelzeit und 30 sm
Segelweg erreichen. Gegen Mittag wird´s im ZUTSKI KANAL auf der Kreuz happich:
Zunächst zwingen uns 4-5 bft zum Reffen von Genua und Groß, gegen 13.30 Uhr reffen wir bei
5 bft sogar je 2 x ein, bis wir um 15.30 in der Marina BETINA festmachen.
Das Abendessen genießen wir in einem kultivierten Restaurant; den Absacker, wie täglich,
an Bord.

Leere Versprechungen

Tag 7 am 20 Mai, 2016

Die Wettervorhersage für diesen Tag verspricht nichts Gutes: 5-6 bft aus nördlichen bis westlichen Richtungen bei geschlossenem Himmel und Regenschauern. Der Wind kommt aber auch aus SSW und nur mit 2-3 bft, dafür aber bleibt der Himmel grau und düstern und die Wolken vereinen sich mit der Meeresoberfläche zum schwarzen Horizont bei teilweise sintflutartigen Regenschauern. Dennoch macht das Segeln Spaß, denn 3 - 7 ktn speed bringen uns schnell einem zunächst nach E unbekannten Ziel entgegen. Ich entscheide mich für L. GRABASTICA, die, nördlich von PRIMOSTEN tief ins Festland enschneidende Bucht BASELOVICI, an deren Scheitel wir in schöner, waldreicher Umgebung Anker legen. Leider ist diese Bucht nicht im Törnführer beschrieben.
Zum wiederholten Male ergärn wir uns über die Tatsache, daß unser Anker nicht schnell genug,
d.h. per Kurbel, abgelassen werden kann, denn damit wäre eine Abtrifft bei Wind zu
verhindern. Heute haben wir nur für 30 sm gearbeitet, unseren Absacker aber verdient.

Heute gelingt ein großes Etmal.

Tag 8 am 21 Mai, 2016

Uns reitzt die 180° südlich von SPLIT weit draußen liegende Insel VIS.
Das Koppeln ab BASELOVICI zeigt mit ca 50 sm, weit genug, um bei angesagtem NE um 5 bft,
das Tagesziel zu erreichen.
Um 09.45 verlassen wir unter Segel unseren Ankerplatz, segeln nach Sicht aus der Bucht
und halten mit S-Kurs auf VIS zu. Es läuft mit 4-8 ktn sehr gut. Ab 16.00 Uhr zwingt uns Wind
mit bis zu 5 bft aus WNW 2 Reffs in´s Groß und eines in die Genua. Um 18.00 in der schönen alten Stadt KOMIZA angekommen, machen wir mit Mooring an der Stadtmole fest.
Der tolle Segeltag geht mit Duschen und Abendessen nach 52 sm, bei Wind bis 5 bft und einem
max. speed von 9,5 ktn zu Ende. Ein wirklich tolles, herausforderndes Segelerlebniß.

Eine bekannte Stadt wartet auf uns

Tag 9 am 22 Mai, 2016

Unsere Fahrt 8 am 9. Tag soll uns von einem naturhistorischen Städtchen in die bekannte kulturhistorische Stadt KORCULA bringen, doch der Weg ist zu weit. Ich entscheide mich, wenigstens bis zur SW-Spitze der Insel KORCULA zu kommen, die wir auch bei mäßigen Windverhältnissen, teils unter Segel, teils mit Mschine, nach 8 Stunden erreichen.
Wir legen nach 37 sm in der Bucht TRI LUKE, im SW der Insel KORCULA unseren Anker.
Kein aktiver Segeltag heute, aber ein schöner ruhiger Ankerplatz, zwar nach SE offen, aber von dort ist ja auch kein Wind angesagt.

Heute geht´s zur Sache

Tag 10 am 23 Mai, 2016

Bereits um 06.00 steht heftiger Wind mit Schwell in die, nach SE offene Bucht und wir
müssen uns hinter einer Insel in Lee verstecken. Die Vorhersage nennt uns immernoch Wind aus ESE zwischen 3 und 5 bft, der uns allerdings, für unser Ziel STARIGRAD auf HVAR, beflügel kann. Um 11.00 veranlassen uns 5 bft das alleinige Großsegel einmal zu reffen,
um dennoch, mit 1 Segel eine speed von 8-9 ktn zu ereichen. Mit einem 2. Reff im Groß vermindern wir unsere Krängung und erreichen dennoch bis 5 ktn speed die Einfahrt zur Bucht vor STARIGRAD. Aus der tiefen, trichterförmig ins Land einschneidenden Bucht zwingt uns ein harter ESE auf die Kreuz nach E, STARIGRAD entgegen.
Wir vermuten uns auf der Autobahn: Yacht für Yacht überholt uns unter Motor, ohne signifikant schneller zu sein. 2 Cats versuchen vergeblich unter Segel auf der Kreuz Höhe zu gewinnen, bis sie schließlich entnerft die Segel streichen. Wir aber kämpfen weiter
und erreichen gegen 16.00, mit je 2 Reff in G und Gen, den bis auf den letzten Platz gefüllten Mooringteil des Stadtkais. Konsequenz: wir müssen Anker legen, bei Verdacht auf einen unsicheren Ankergrund wegen Mooringkette und Nachbarankerlieger. Nach 48 sm voller Kampf auf der Kreuz und deprimierenden, uns permanent überholenden "Motorseglern"geht unser dennoch aktiver Segeltag zu Ende.
Nach einer warmen Dusche geniesen wir unser
verdientes Abendessen im Restauranr mit
anschließenden kleinen Dämmerrundgang durch
die romantische Altstadt von STARIGAD.
Der Segeltag bescherte uns max 9,5 ktn speed,
max 6 bft Wind und 16 Wenden auf 3 sm in der
Zufahrt nach STARIGRAD.

Letzter Tag - letztes Segelglück?

Tag 11 am 24 Mai, 2016

Nach 10 Tagen und 10 Fahrttagen geht heute das Segelabenteuer für MARKUS un THOMAS zu Ende.
Als wir um 11.00 unseren Liegeplatz verlassen wollen, ahnte ich Schlimmes: Unser Anker hat sich tatsächlich unter der, im Hafen liegenden Mooringkette verfangen und die Kette des Nachbarliegers mit blockiert. Trotz Regen und heftigen Schauern gelang es die Ankerblokade zu lösen, sodaß wir um 12.30 endlich, ohne Schaden, auslaufen konnten.
Dunkle Wolken mit Regengüssen und immer schwächerem Wind, zwangen uns die Segel zu bergen und unsere Wechselmarina KASTELA noch mit 15 sm unter Motor anzulaufen, wo wir gegen 16.30 am Steg festmachen konnten.
Den Abend nutzen wir, um nach einer Taxifahrt (200 KN) SPLIT zu besuchen und über seine
Sehenswürdigkeiten, wie zm die herrliche Altstadt mit ihrem weltberühmten "HADRIAN-PALAST"
zu staunen. Ein Konzert auf dem Palast-Innenhof ist immer einbeeimdruckendes Erlebis.

Der Törn 1 endet nach 366 sm, davon 307 sm unter Segel mit einer gesunden und intakten
Mannschaft und einer unbeschädigten "BEKY".

Crewwechsel

Tag 12 am 25 Mai, 2016

Heute ist Crewechsel, das beseutet, daß MARKUS und THOMAS am Vormittag nach Hause fliegen und
KLAUS BADER + Klaus WILLI GÖHRING zur gleichen Zeit an Bord eintreffen.
Um 15.00 begrüßen PETER und ich unsere beiden neuen Segelkameraden, ich weise sie in die
Bord- und Sicherheitstechnik ein und los geht´s! Bei gutem Wind um W von 3-4 bft erhalten sie
auf ihrem ersten kurzen Tripp von 15 sm nach MILNA auf BRAC einen ersten Eindruck von ihrem
neuen segelnden Heim. Auch das Reffen des Großsegels konnten sie bereits erleben und üben,
wobei dieser überraschende Kurztripp ihre Begeisterung hervor rief.
Am ersten Abend an Bord galt ihre ganze Aufmerksamkeit unserem Bericht über die abgelaufenen
10 Tage mit ihren besonderen Highlights.

Tag der Eingewöhnung

Tag 13 am 26 Mai, 2016

Der Wetterbericht verspricht uns für heute mäßigen Wind auf unserem geplanten Kurs von 180 °
nach VIS auf der gleichnamigen Insel. Tatsächlich wird dies ein Tag zum Kennenlernen der
verschiedenen Fallen, Taue und Bedienelemente zum Segel-Setzen und -Bergen.
Gegen 16.00 machen wir, nach einem gemütlichen Segeltag, mit bis zu 6 ktn speed, an der Mole
von KUT, dem nordöstlichen Stadtteil von VIS fest. Der Stadtteil LUKA am Südufer konnte wegen
Bauarbeiten nicht angelaufen werden. So müssen wir auf die Besichtigung der 4 Wehrtürme,
der vielen sehenswerten Villen und Paläste verzichten. KARL WILLI, ab jetzt WILLI gerufen, erklärt seiner Freundin telefonisch die Segelleistung der ersten 2 Tage:
"40 sm übers Wasser". Unser schallendes Gelächter gibt den fachkundigen Komentar dazu!

Wieder ein Tag mit wenig Wind

Tag 14 am 27 Mai, 2016

Unser heutiges Etmal wird, auch am 3. Segeltag der Crew 2, wieder keine Leistung sein, denn
heue muß für 6 von 29 sm die Maschine ran. Deshalb legen wir gegen 17.00 südl. der Insel OSJAK eine Badepause ein, die jedoch nur WILLI, im 18° C "warmen" Wasser nutzt.
Zur Überraschung des Tages backt KLAUS, mit eingeschränktem Werkzeug, Pfannkuchen, wahlweise
mit Schinken oder Marmelade. Um 18.30 machen wir in VELA LUKA, der zweitgrößten Stadt auf KORCULA fest. Wer sich für Altstein- bis Broncezeit interessiert, sollte die Höhle VELA SPILA am Berg PINSKI besuchen, die vor etwa 20.000 Jahren als Wohnraum und Begräbnisstätte von Steinzeitmenschen genutzt wurde.
Ein Ereignis in unserer Zeit war 1978 eine tsunamiähnliche Flutwelle in mehreren Schüben, die
das Wasser bis zu 7 m über Normal anschwellen ließ und große Schäden hervorrief. Wein-,Oliven-
anbau und Fischfang sind, neben dem Tourismus, die heute wichtigen Einnahmequellen.

Heute kann´s was werden

Tag 15 am 28 Mai, 2016

Zumindest verspricht der Wetterbericht ab 12.00 Wind aus NW um 5 bft, was für unseren Tripp
nach NE entlang der S-Küste von KORCULA kein Nachteil wäre. Die Vorhersage tritt aber weder nach Richtung, noch nach Stärke ein. Dennoch drehen wir ab 12.30 bis 15.30 ein Reff in´s Groß,
um den Kreuzkurs enlang der Küste zu erleichtern. Als wir gegen 18.00 erkennen, daß wir unser Ziel POMENA auf MLJET nicht erreichen werden, entschließe ich mich, in der Bucht PAVJA LUKA,
an der S-Küste KORCULA´S vor Anker zu gehen. Die steilen Felswände, das klare Wasser und die
ruhige Umgebung beeindrucken uns; die "Schaukelnacht" mit hörbarem Wellenschlag weniger.
Immerhin war dies ein Etmal von 43 sm bei bis zu 7 ktn speed.

Fahrt 5, der Crew 2, wird knackig

Tag 16 am 29 Mai, 2016

LASTOVO im SW oder MLJET im E sollen unser heutiges Tagesziel sein. Wir entscheiden uns für
einen Kreuzkurs nach E bei Wind aus SSE bis SE und einer Stärke von bis zu 6 bft. Gegen 10.30
drehen wir je 1 Reff in G und Gen; um 12.00 ermöglichen nur je 2 Reffs ein zügiges
Vorankommen.
Um 14.00 brechen wir die "Schinderei" ab und lassen den Anker nach 25 sm in einer der wunder-
schönen Buchten von POMENA, einem der beiden Zugänge zum Nationalpark auf MLJET fallen.
Hier erreichen wir vor den südöstlichsten Punkt unseres gesamten Segeltörns.
Heute ist wieder einmal Selbstverpflegung an Bord angesagt.

Korcula, die zauberhafte Stadt, erwartet uns

Tag 17 am 30 Mai, 2016

Nur ca 30 sm liegen zwischen POMENA und KORCULA. Bereits um 10.00 gehen wir Ankerauf, weil
ein erneuter Schwachwindtag angesagt ist. Dennoch bringen 2-3 bft und später 3-4 bft unsere BEKY in Fahrt. Wir leisten uns, bei inzwischen 22,4° C Wassertemparatur, in einer
herrlichen Bucht vor ZULJANA an der S-Küste der Insel PELJESAC, eine 2-stündige Badepause.
Heute gehe auch ich ins kühle Nass! Um 14.30 verlassen wir unsere Badebcht und segeln bei
schwachem Wind von S kommend, durch das betonnte Flachwassergebiet am ehemaligen Kloster
in die Marina KORCULA, wo wir nach 27 sm mit Mooring festmachen.
Ein Stadtrundgang, im wahrsten Sinne des Wortes, über den schönsten Stadteingang, den Turm
VELIKI RWEVELIN, durch und um den romantischen Stadtkern von KORCULA, mit anschließendem Besuch einer Pizeria, beschließen den schönen Tag.

PETER hat heute Geburtstag

Tag 18 am 31 Mai, 2016

"Happy birthday lieber Peter" singen wir am Morgen zum Wecken unseres heutigen Jubilars.
Auf dem gedeckten Kaffeetisch steht für ihn eine Tasse, mit Symbolen und Bildern zur Erinnne-
rung an KORCULA. Peter stiftet 100.- € für die Bordkasse, wofür wir uns herzlich bedanken.
Um 10.00 legen wir ab, denn wir haben ca 35 sm bei angesagten mäßigen Winden aus E bis W vor
uns. Mit "Schmetteling" geht´s aus der Bucht nach W der Insel SCEDRO entgegen. Heute gibt es
sogar Kaffee und Kuchen bei einer windarmen Maschinenstunde. Um 18.00 fällt unser Anker in der
reizvollen, grünen und bewaldeten UV LOVISCE, an der N-Küste von SCEDRO, mit unserer 1. Land- feste, um bei Windwechsel gegen Schwojen und Vertreiben gesichert zu sein. Dazu kommt unser Dinghi zum ersten und letzten Male zu Einsatz. KLAUS hat diesen Sondereinsatz auf sich genom- men und perfekt gelöst.

KOMIZA war so schön

Tag 19 am 1 Juni, 2016

Bei Windansage von 2-3 aus E bis S ist dies die ideale Voraussetzung, KOMIZA auf VIS ein
2. Mal anzulaufen. Mit bis zu 7 bft, bei schwacher Welle, schießen wir KOMIZA, dieses Mal
über die S-Küste, entgegen. Doch welche Enttäuschung: Die Mole ist total belegt und der
Hafenmeister geleitet uns mit seinem Boot zu einer Boje, an der wir dann auch gegen 18.00
festmachen. Die Hauptsaison hat offenbar begonnen, denn noch weigere Yachten schwojen an den
Bojen. 40 sm war das Ergebnis des 8. Segeltages der Crew 2.
Ein Wassertaxi bringt uns zum Einkaufen und Abendessen für 10 KN p. P. an Land.
Dafür ersparen wir uns das Ausbringen des Dingis und das Flottmachen des Motors.

Das Törnende nähert sich

Tag 20 am 2 Juni, 2016

Es wird Zeit, daß wir zu unserer Ausgangsbasis KASTELA zurückkehren.
Ich beschließe einen 50-Meilenschlag über PRIMOSTEN zur Marina FRAPA bei ROGOZNIKA.
Die Windverhältnisse sind für diese Strecke nach NW günstig. 2-4 bft aus E-SE treiben uns mit
bis zu 7 ktn speed nach PRIMOSTEN. Mit Blick auf diese viel fotografierte Stadt fällt unser Anker in einer Bucht, die uns auch Ruhe für eine Mittagssuppe gibt.
Gegen 14.30 bergen wir den Anker und segeln in eine der größten Marinas Kroatiens, die Edelmarina FRAPA, bei ROGOZNICA. Vor dem Anlegen am Gäster-Außensteg füllen unseren Dieseltank wieder und machen um 17.00, nach 53 sm mit Mooring fest.
Zum Abendessen fahren wir mit dem Taxi in den kleinen Ort gegenüber der Marina.

Das Ende ist dgekommen

Tag 21 am 3 Juni, 2016

Letzter Segeltag! Nur 30 sm trennen uns von KASTELA, unserer Basis.
Der Wind ist wieder einmal schwach, sodaß die Maschine für 15 sm leider zum Einsatz kommen
muß. Bereits an der Marinaeinfahrt werden wir aufgefordert, nicht den Stammsteg D von SAIL CROATIA, sondern fast das Ende der Außenmole anzulaufen; die Marina ist überfüllt; Hauptsaison! Fast 1 km weit ist der Weg zum Charterbüro und zu den Sanitäranlagen;
ein Gang in sommerlicher Hitze.
Der Outcheck wird problemlos erledigt, und dabei auch einige, von uns nicht verursachte Schäden gemeldet. Nun ist Packen, Duschen und Abendessen angesagt, bevor wir die letzte Nacht an Bord unserer "BEKY" verbringen.

Unsere Segelleistungen: Crew 1: 366 sm, 307 unter Segel + 59 mit Maschine,
Crew 2: 321 sm, 280 " " + 40 " " ,
Gesamt: 687 sm, 588 " " + 99 " " .

Ich bedanke mich bei beiden Creews für ihren seglerisch sportlichen Einsatz und für ihr kameradschaftliches Verhalten, und lade jetzt schon ein, für einen Törn in 2017 an der
W-Küste Griechenlands, immer wieder unter den Flaggen der Kreuzerabteilung und der SGW

Euer Skipper

Tag der Heimkehr

Tag 22 am 4 Juni, 2016

Leider müssen wir mit 2 zeitlich getrennten Flügen nach Frankfurt/M zurückkehren.
PETER und ich sollen um 13.00 ab SPLIT fliegen, kommen aber erst eine Stunde später weg;
der Flug für KLAUS und WILLI soll erst um 18.30 starten, sodaß sie die Zwischenzeit für einen Besuch in SPLIT nutzen.

Einige nützliche Infos:

Charterpartner: MASTER YACHTING, Sommerhausen mein seit 10 Jahren zuverlässiger Partner.
Vercharter: CROATIA SAILING, ein für mich neuer Partner, nicht ganz zufriedenstellend.
Yacht: ELAN IMPRESSION 444, Bj.2013, eine sehr gut segelnde Yacht, aber mit konstruktiven
und ausstattungstechnischen Mängeln.
Literatur: Küstenhandbuch Kroatien, Ausgabe 1999, Edition Maritim,
Törnführer Kroation u. Slovenien, Ausgabe 2013, D. Berner,
Törnführer Kroatien u. Montenegro, Ausgabe 2014, dto.
Kompletter Kartensatz Adria.