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Kroatien 1.Septemberwoche 2012

27 Sept., 2012
von Tom Loibl
Kroatien-Nord, Kroatien
Elan 333

Unser erster Familientörn

Ziel war einerseits 250 SM zu erreichen und andererseits meine Gattin und unseren älteren Sohn Berni das Bordleben "am Meer" näher zu bringen. Alex - der Jüngere - hat ja schon eine Woche Borderfahrung aus 2009.

Beide Ziele wurden erreicht, wobei es seitens Boot bzw. Vercharterer null Probleme gab.

TOm Loibl eh.

Anreise - Bootübernahme

Tag 1 am 1 Sept., 2012

Tagwache 02:30 - Abfahrt von zu Hause (Umfeld Wr. Neustadt Österreich) nach Biograd. Ab Wechselabschnitt bis Veli Rock durchgehend Regen - teilweise Starkregen. Die Staubewölkung am Velebit-Gebirge ist markant ... es schüttet was das Zeug hält ... meine Gattin will nach Hause "so ein Blödsinn" bei solch einem Wetter Segeln gehen ... die Stimmung ist am Tiefpunkt! Ich verspreche:" auf der anderen Seite vom Tunnel ist es trocken". Als Pilot kenne ich mich ja mit Staubewölkung aus und bin guter Dinge ... siehe da aus dem Tunnel und "trocken bzw. warm"!!! Ankunft in Biograd um 12:30. Übernahme der Elan 333 "Zrno Soli" auf Deutsch "Salzkorn" um 14:00. Seitens Vercharterer (Gomar) gibt es null Probleme. Die defekte Windmessanlage wird sofort nach Beanstandung meinerseits repariert! Ab 15:30 Creweinweisung ... wie immer ist die Bedienung des Bord-WCs am Schwieigsten ... jetzt können sie es aber!!! Abends Pizzaessen mit Freunden (Walter&Christine) - sie haben ein eigenes Boot in Biograd liegen ... netter Ausklang des ersten Tages.

Biograd - Primosten

Tag 2 am 2 Sept., 2012

Tagwache 06:00 - wir brauchen keinen Wecker, denn die Kirchenglocken sind wie immer laut genug .. um 08:07 legen wir ab ... unsere deutschen Nachbarn wundern sich nur noch über uns "Ösis" ... ist uns aber zielich egal ... das Ablegemanöver klappt auf Anhieb - wurde ja auch beim Frühstück durchgekaut ... nach der Hafenausfahrt übernimmt Alex das Ruder ... Dank sei Georg - er hat mir hier im Juni eine super Wachplan überlassen! D.h. es wird alles beim Frühstück eingeteilt! Damit gibt´s auch keine Streiterein an Bord ... Bereits um 09:50 wird gesegelt ... wir muessen zwar aufkreuzen aber wir haben Zeit und ausserdem bringt es viele Seemeilen ... im "Murtersko More" ist ja noch genügend Platz zum Aufkreuzen aber je näher wir dem "Zmajanki Kanal" kommen desto mehr befürchte ich eine Düsenwirkung - schliesslich sind die ersten Zeichen vom "Jugo" feststellbar. Auch der Wind (+17kn zunehmend) bzw. die Welle (1-2) werden immer stärker! Diesmal ist aber der Wettergott auf unserer Seite ... wir können ohne einen Schlag durch den "Zmajanski Kanal" segeln. Die 333 mach richtig Fahrt (7-9kn!!!). Nur das Großsegel läßt sich nicht wirklich trimmen - jetzt zeigen sich die Abstriche bei einem Rollgroß - als Lattengroßsegler hat man da seine Not ... Wir können ohne Kurskorrektur direkt nach Primosten weitersegeln und konnen Dank dem hohen Speed viel zu früh an! Egal wir segeln im Umfeld weiter! Um 16:25 legen wir in der Stadtmarina in Primosten an ... Wir erhalten den letzten Platz und müssen mit dem Bug voraus anlegen. Die Mannschaft ist leicht überfordert ... alle Heckleinen nach vorne usw ... Manöver gelingt aber super und der Manöverschluck fällt dementsprechen "GROSS" aus ... Positiv ist jedenfalls, dass wir jetzt mit der Badeleiter - da frei - schwimmen gehen können > glasklares Wasser in der Marina "ein Traum" ... wenn wunderts, bei Strafen von EUR 200,00 für Bord-WC-Nutzung ... aber uns kommt´s zu gute ... abends Stadtbesuch und Shopen bei den Marktständen "absolutes MUST!!!

Primosten - Vis - Solta - Marina

Tag 3 am 3 Sept., 2012

Vergessen: 1.Tag 42SM ... wir sind im Mittel!!! Tagwache 05:00 da wir bereits um 22:00 in den Tiefschlaf gefallen sind - Schlafen am/auf Wasser ist wie immer traumhaft ... Um 07:20 legen wir ab ... diesmal wundert sich der Marinero der noch wirklich munter ist ... das Morgenrot ist ein Wahnsinn -> ist aber für´s Wetter nicht so vorteilhaft "Morgenrot ist Segler Tod :-( ..." naja wird schon gehen ... Während alle Segler noch in der Stadtmarina von Primosten schlafen haben wir um 0808 bei 14kn Südwind Segel gesetzt ... und welch ein Wunder am Steuerbordbug ist das Rollgroß super trimmbar und es "flattert" nichts ... Schnell machen wir Fahrt - doch je weiter wir vom Festland wegkommen desto höher wird die Welle auf der Direktkurs ist unter Segel nicht mehr möglich > aufkreuzen ... wir haben ja Zeit ... Um 10:40 brechen wir ab ... der Jugo hat aufgefrischt 24-35Kn und Welle 2-3 machen ein Aufkreuzen sinnlos ... die Elan 333 ist zwar noch immer brav aber man merkt jetzt doch den kurzen Rumpf und wir "springen mehr" als im Wasser dahingleiten ... Schliesslich macht unsere Bordfrau schlapp ... Anzeichen von Seekrankheit sind eindeutigt ... AUS ENDE VORBEI ... um 11:00 segeln wir mit Halbwind nach Solta - gibt ja dort eine neue Marina in Maslinica ... dort angekommen können wir gleich weitersegeln ... trotz Platz in Marian werden wir abgelehnt ... ich denke unsere 11 Jahre alte Elan passt nicht ins nagelneue Ambiente ... Wohin aber jetzt? Ich erinnere mich an die kleine Ortschaft Marina ... dort hat es mir 2009 sehr gut gefallen > also neues Ziel und neues Glück um 16:30 bei wenig Welle und herrlichem Sommerwetter legen wir in der Marina Agana an ... und wieder 43 SM ... und die Bordfrau ist auch wieder gut drauf!!!

Marina - Bojenfeld Kakan

Tag 4 am 4 Sept., 2012

06:00 Tagwache - der Wetterbericht ein Wahnsinn nur Gewitter rund herum ... in der Nacht ist noch eine nagelneue Bavaria 50 neben uns gelandet ... auch sie wurden in Solta abgelehnt ... wir fragen uns schon, warum man eine Marina baut und dann Tranistgäste nur ablehnt??? Der Plan nochmals nach Vis zu kommen wird sofort fallen gelassen - also nur weg von den Gewittern ist die Tagesdevise ... 07:50 Ablegen 08:25 erste heftiges Gewitter brrr.... aber es ist Dank Jugos noch immer recht warm ... 10:35 2. Gewitter - extrem heftig kein Horizontbild mehr erkennbar alles "dunkelblaugrau" kein GPS-Signal mehr ... jetzt verstehe ich meine Ausbildner, welche immer auf die genaue "Kartenarbeit" schwörten ... ich hab´s - zum Glück - übernommen ... 11:50 wir sind wieder querab Primosten ... alles unter Motor und mit Positionlights ... und dies untertags!!! 12:05 alles anders ... der Himmel wird heller und wir können Segel setzten ... traumhafte 15kn Halbwind bringen uns zum Bojenfeld Kakan ... 16:40 Boje gefangen und Motor aus ... ein harter Tag auf See geht mit Baden bei traumhaften Meeresfarben zu Ende - Tagesausbeute 48SM

Bojenfeld Kakan - Kukljica

Tag 5 am 5 Sept., 2012

05:20 Tagwache - der erste Donner hat uns geweckt. Die Bordfrau jault wegen dem Wetter "schon wieder" 07:45 ablegen und neues Ziel Veli Iz zum "Kapitänsdinner" 08:30 Segel setzen und schon wieder aufkreuzen ... Ich bin zwar Fan vom "Aufkreuzen" aber schön langsam reichts ... ich sehne mich nach Halb und Raumschot ... gibts aber nicht ... und zum Trotz landen wir um 12:00 schon wieder in einem recht heftigen Gewitter ... Veli Iz kann man vergessen > NULL SICHT in diese Richtung ... Ich entschliesse mich nach Biograd in den Pasmanski-Kanal auszuweichen ... wir segeln noch immer trotz Gewitter ... 13:45 Querab Biograd ... ich will warm duschen ... die anderen wollen weiter segeln ... Gut neues Ziel Kukljica ... weiter gute Segelbedingen im Zadarski Kanal ... wieder begleiten uns wie am Vortag Delfine - diesmal ein "Pärchen" - sie nützen die Leeseite der Elan und schwimmen mit Minamalenergie in der Bugwelle eine Zeit lang mit ... 16:45 Anlegen in Kukljica und die Sonne hat uns auch wieder ... Tagesziel 46 SM ... das viele Aufkreuzen rechnent sich schön langsam ...

Kukljica - Veli Iz

Tag 6 am 6 Sept., 2012

Das Wetter bessert - doch die Bora klopft an ... Da ich unbedingt Duschen will mache ich dies auch ... die grünen Sanitärhäusche der Marina sehen ja recht nett aus ... Fazit: Außen Hui - Innen Pfui ... es tut mir echt weh - mit einem Arbeiteinsatz von vielleicht 2 oder 3 Stunden könnte man alles wieder auf "Vordermann" bringen ... wir sind halt nicht in Deutschland bzw. in Österreich ... ist halt so ... 08:05 auslaufen ... erstes Zeil Tanke in Sukosan ... die Leute von der Tankstelle sind echt froh, dass wir kommen ... wenn ich da an die Freitage und hier speziell an die Nachmittage denke ... ist dies jetzt ein "Labsal" in nicht einmal 10 Minuten ist alles erledit ... der 27PS Janmar bei max.2200 RPM verbraucht echt wenig ca. 2,1l/Stunde ... Hier muss auch gesagt werden, dass seiten Gomar (Vercharterer) der Motor super gewartet ist ... man könnte dort drinnen "Essen" so rein ist es im Motorraum!!! 10:05 Segel setzen und danach gleich wieder reffen, da die Bora anklopft ... und dies recht heftig ... Auf Höhe Ugljan (Ort) begleiten uns wieder Delfine ... ich habe noch sie so viele gesehen ... für mich ein Zeichen des Umdenkens in Kroatien ... 13:50 Ich will durch die Enge Ugljan-Lidula-Rivanj durchsegeln die Bora steht hier günstig - einzig die Welle ist von 1-2 auf 2-3 gestiegen ... unser Bordfrau ist dagegen ... egal wir segeln nur mit der Genuau und dies mit fast 8 Knoten durch ... auf der Leeseite von Ugljan deutlich weniger Welle und Halbwind mit 18-24kn ... traumhaft ... wieder sind wir zu schnell in Veli IZ .. wir machen noch eine "Ehrenrunde" und legen dann um 16:05 in Veli Iz an ... Marina wird danach extrem schnell voll ... Egal wir sind da und gehen vis a vie bei den "Einheimischen" schwimmen ... HALT - STOPP ... wir muessen noch bei der Steak-Konoba Tisch reservieren ... der Wirt sagt OK ... will keinen Namen und keinen Schiffsnamen ... er "erkennt mich nach meiner Frisur (Glatze) wieder" ... Leider hat er abends dann auf meine Glatze vergessen - die Konoba ist einfach überbucht ... meine Bordfrau hat aber sofort ihren "Zornblick auf Lager" und siehe da ... wir geniesen das Abendessen ... Trauriger Nachgeschmack ... laut Karl Heinz Beständig (mit dem ich in Kontakt stehe) ist er eine Woche nach unserem Besuch in Lokal tod umgefallen ... Zitat Antwort von Karl Heinz:

Hallo Tom,

besten Dank für die Infos.

Gut besuchte Restaurants können vor allem in der stressigen Hauptsaison zum Problem werden für die Gäste aber auch für das Personal. Der Wirt des Steak-Restaurants auf Iz ist am vergangenen Sonntag in seinem Lokal tot umgefallen: Herzinfarkt.

Möglicherweise hat man die Untiefe im Hafen Veli Iz wieder beseitigt.

Maslinica: Ja, es werden manchmal in der neuen Marina vor allem Segel- yachten abgewiesen,obwohl noch Plätze frei sind. Die Gründe sind mir noch nicht bekannt. Ich werde versuchen, das herauszufinden.

Kukljica: Manches Projekt startet in Kroatien verheißungsvoll und stürzt nach einiger Zeit aufgrund von Missmanagement ab.

Herzliche Grüße
Karl-Heinz

Veli Iz - Biograd

Tag 7 am 7 Sept., 2012

Jaul ... die Woche ist fast um ... trotz der Wetter-Tiraden der Woche wollen wir noch gar nicht wieder nach Hause ... und wieder legen wir um 08:35 ab ... unsere netten Grazer Nachbarn wundern sich ... Ach Ja - der Bäcker bzw. dessen Verkaufslokal ist eine Wucht ... unbedingt Brot und Crossaints kaufen ... Verkaufslokal ist in einer engen Nebengasse (Schild wenn man in Richtung Steak-Konoba geht)!!! 09:00 wird schon wieder gesegelt ... Ziel ist die Durchfahrt vom Tunki Kanal, Prolaz Maknare zur Bucht U-Sakrun auf Dugi Otok ... Um 10:50 schläft der Wind ein ... Abbruch weiter mit Motor jetz aber in die andere Richtung ins "Virsko More". Da ich nicht mehr tanken möchte hoffe ich auf baldigen Wind - und siehe das um 12:50 fängt der Maestral an und wir köennen mit achterlichen Winden direkt nach Biograd segeln ... und wieder sind wir zu früh dran ... der Maestral oder jetzt doch mehr Transmontana hat aufgefrischen und die ausgezirkelten 4 Stunden wurden in 2,20 Stunden absolviert ... Wir segeln einfach weiter und laufen erst um 18:35 in Biograd ein ... mächtig viel Schwell drückt in die Marina ... erst nach zwei Abbrüchen gelingt das Anlegen ... danach sind wir völlig ausgelaugt und müssen so manchen Crash beim Anlegen mitansehen ... und wieder sind 55 SM gebucht ... Endergebnis: 190SM unter Segel; 76SM unter Motor ergibt total 266SM!!! Unkomplizierte Rückgabe der Elan 333 und das letzte Dinner an Bord lassen den Tag recht schnell ausklingen ...

Abschied

Tag 8 am 8 Sept., 2012

05:00 Tagwache - wir räumen das uns lieb gewonnen Boot - es war wirklich brav und es hat keinen einzigen Vorfall gegeben. Da wir mittags wieder zu Hause sein muessen sind wir bald fort ... hinter dem Velebitgebirge erwaten uns Nebel und nur noch 4° brrrrrr ...