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Kos - ein neues Abenteuer wartet auf uns ...

3 Okt., 2018
von Alexander Feucht
Ägäis, Griechenland
Sun Odyssey 45

Schon seit zehn Jahren sind wir schon gemeinsam unterwegs; die Adria, die südlichen Sporaden, die ionischen Inseln und der saronische Golf sind keine unbekannten Reviere mehr für uns - jedoch Kos und Umgebung kennen wir noch nicht; wir sind gespannt, was auf uns zukommt

1.Tag – Samstag, 15.9. - Anreise

Tag 1 am 15 Sept., 2018

Schon um 7:35 Uhr hebt unser Eurowings-Flieger vom Schwechater Flughafen ab und landet gegen 11:00 Uhr in Kos. Vor dem Flughafen warten wir auf ankommende Taxis, sodass wir nach ca. 20 Min. Fahrt die Marina Kos erreichen.
Kaum angekommen entdeckt Herbert, dass er im Mercedes sein Handy liegen gelassen hat. Dank Fichtel, der am Taxistand das Problem erörtert, wurde ihm dieses schon nach einer halben Stunde überreicht. Super! Der Törn kann mit einem Bierchen im Marina-Restaurant beginnen.
Die Formalitäten waren unkompliziert, die Bootsübernahme erfolgte sehr professionell, sodass wir unsere Sun Odyssey 45, Baujahr 2008 am späten Nachmittag beziehen. Bei fünf Personen ist die Kojenaufteilung sehr angenehm, nicht zuletzt auch deshalb, weil Günther und Knut stets an Deck schlafen.
Knut und Herbert kümmern sich während dem Einchecken um den Einkauf.
Einem abendlichen Stadtbummel steht nichts mehr im Wege …


2. Tag – Sonntag, 16.9. – Marina Kos nach Yathy/Kalymnos Trip 21 sm / Wind 15 Kn. NW, See 2, sonnig

Tag 2 am 16 Sept., 2018

Nach gepflegtem Kaffee laufen wir gegen 11:00 Uhr aus und setzen bei 15 Knoten Wind bald die Segel. Wenig Wellen und ein Halbwindkurs lassen uns die ersten Stunden an Bord genießen! Nach ca. vier Stunden Fahrt nähern wir uns unserem heutigen Ziel Vathy, einem Fjord den uns Hubert Zeller empfohlen hat. Genau zur richtigen Zeit, nämlich als die letzten Ausflugsschiffe den Fjord verlassen, laufen wir ein und können an der Mole römisch-katholisch mit Buganker anlegen.



Steil aufragende Klippen umgeben uns, das kristallklare Wasser lädt zum Schwimmen ein. Herbert stellt seinen Mut unter Beweis und springt von ca. sechs Metern Höhe in die Tiefe; Günther wird es ihm nachmachen – oder doch nicht???
Nach einer Stunde „vor dem Abgrund stehen“ entschließt er sich, doch nicht zu springen, was ihm die ganze Woche beschäftigen wird. ? - Zu seiner Ehrenrettung: auch wir alle sind nicht gesprungen, nur Herbert!
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Vor Sonnenuntergang besteigen Xandl und barfuß Günther schroffe Steine um auf eine Anhöhe zu gelangen und genießen den Anblick auf die ankernden Boote.
Den Tag lassen wir in einem der wenigen Restaurants mit Fisch, Wein und Ouzo ausklingen.

3. Tag – Montag, 17.9. – Vathy nach Palionissos/Kalymnos Trip 8 sm / Wind 15 Kn. N, See 2, sonnig

Tag 3 am 17 Sept., 2018

Nach American Cafe im Kai-Restaurant legen wir ab und motoren gen Norden. Kreuzen hat wenig Sinn, wenn wir rasch Höhe gewinnen wollen. Die Wellen haben es schon so an sich, sodass nicht jeder das Essen vom Vortrag verträgt. Fichtel plagt der Magen und entledigt sich der guten Meeresfrüchte vom Vortag. Es geht ihm aber noch immer nicht besser. So entschließt sich Skipper Xandl, in der nahe gelegenen Bucht Palionissos bereits nach eineinhalb Stunden Fahrt eine Pause einzulegen.



An einer Boje liegen wir gut und tuckern mit dem Dinghi an Land, lernen eine malende Künstlerin und danach in der Taverna Ilias Charly kennen, der sich selbst seinen Zweimaster gebaut hat. Als gelernter Former hat er acht Jahre daran gearbeitet, bis er sich nun seinen Traum erfüllt, über die Sommermonate hier in Griechenland am Boot zu verbringen. Herbert und er freunden sich bei Ouzo und Bier besonders an, und er erzählt seine Lebensgeschichte. Uvex-Radhelme sind seiner Kreation entsprungen! - Er rät uns, aufgrund des zunehmenden Meltemi, der heuer ungewöhnlich stark in Griechenland das Wettergeschehen prägt, über Nacht hier zu bleiben. Wir folgen seinem Rat und verbringen nette kulinarische Stunden in dieser urigen Bucht.

4. Tag- Dienstag, 18.9. - Palionissos – Lakky/Leros Trip 21 sm / Wind 20 Kn. NW, See 3, sonnig

Tag 4 am 18 Sept., 2018


Dennoch entschließen wir uns, schon am Morgen auszulaufen und Richtung Norden – dieses Mal unter Segel – in See zu stechen. Unser Fichtel leidet wieder, wir setzen ihn stets ins Lee. Nach 15 Meilen kann es Xandl nicht lassen, lässt die Segel gesetzt, und wir kreuzen bei 20 bis 25 Knoten bis weit in die Bucht Xirokampos hinein. Wir befinden uns an der Südspitze der Insel Leros, wo wir an einer Boje am Heck festmachen. Beim Baden und Mittagessen relaxen wir. Xandl schwimmt zu einer benachbarten Yacht mit österreichischer Flagge, um Infos einzuholen.
Weiter geht es mit Motor nach Lakky, wo wir in der Leros Marina sicher vor den Fallböen an einer Mooring hängen. Die Marina ist neu, jedoch durch den staubigen Boden nicht unbedingt einladend, um im Marinarestaurant zu bleiben.
Wir entschließen uns zu einem Spaziergang in die Stadt und entdecken das wirklich gute Restaurant Lyxnari mit raditionell griechischer Küche, wo wir ausgezeichnet speisen.

5. Tag – Mittwoch, 19.9. - Lakky – Lakky Trip 34 sm / Wind 15 bis 25 Kn. NW, See 2 bis 3, sonnig

Tag 5 am 19 Sept., 2018

Es ist für Xandl schwierig zu entscheiden, wo wir nun weiter hinfahren, um abends vor dem Meltemi geschützt zu sein. Patmos ist mittlerweile zu weit weg, die meisten Buchten sind dem Nordwind ausgeliefert.
So entschließen wir uns, mit Motor weiter nach Norden zu schippern. Aufzukreuzen hat wenig Sinn, die Welle ist hier im Westen der Insel Leros höher als im Osten. Dennoch genießen wir die schöne Landschaft und Inselgruppe, die an uns vorbeizieht.
Nach drei Stunden erreichen wir Markonisi, wo Navionics auf schöne Anker- und Badeplätze hinweist. Wir können diesem Strand aber nichts abgewinnen und fahren in die Kadsadia-Bucht im Süden der Insel Lipsi mit türkisblauem Ankergrund weiter. Der Meltemi bläst mit seinen 20 Knoten, der Anker hält zum wiederholten Male nicht.
So treten wir kurzerhand die Rückfahrt an, setzen bald für einen Vorwindkurs die Segel und kehren bei rollenden Wellen von hinten zum heutigen Ausgangspunkt zurück.



Nachdem uns dieses Lokal von gestern so gut gefallen lädt Xandl die Crew dorthin zum Captains-Dinner ein, wo wir mit lokalen Kostbarkeiten verwöhnt werden. Beim Heimweg treffen wir auf ein Straßenfest des Vereines „Frauen ohne Grenzen“ und werden spontan dazu eingeladen. Bei Käse, Wein und Tanz sind wir sofort integriert. Wir erlegen ursprüngliches Griechenland!
In einer Bar lassen wir den Tag mit Ouzo ausklingen.

6. Tag – Donnerstag, 20.9. - Lakky - Pserimos Trip 31 sm / Wind 15 Kn. NW, See 2, sonnig

Tag 6 am 20 Sept., 2018

Wir haben vereinbart, dass die Crew ohne Skipper, welcher das Privileg genießt sich unter Deck auszuschlafen, schon früh morgens bei aufgehender Sonne Richtung Süden ablegt. Die beiden ausgebildeten Skipper Günther und Fichtel sowie die erfahrenen Seemänner Herbert und Knut lassen keinen Zweifel an ihrer seemännischen Kompetenz aufkommen.



Erst nach zwei Stunden Fahrt kommt Skipper Xandl dazu und bringt sich mit Segelsetzen ein. Das stößt nicht bei allen Crewmitgliedern, die die Ruhe genossen haben, auf Wohlwollen. Wir werden aber mit herrlicher Fahrt ohne Motor auf Raumschot-Kurs bei 15 Knoten Wind belohnt. Die Fahrt unterbrechen wir wieder in der Palonissos-Bucht, welche wir beim zweiten Besuch mit ganz anderer, ebenso schöner, wie entspannender Qualität kennen lernen. Wir besuchen dieses Mal die Taverne Kalidonis auf der Westseite; nur Fichtel erholt sich an Bord, dem der Magen nach wie vor übel mitspielt.
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Gestärkt mit American Cafe und frisch gepresstem Orangensaft setzen wir die Fahrt unter Segel fort, bis der Wind gegen 15:00 Uhr einschläft. Die restlichen acht Meilen tuckern wir in den lieblichen Hafen Pserimos der gleichnamigen Insel, der sehr gerne von Ausflugsschiffen angelaufen wird. Wir kommen zur rechten Zeit, wo diese den Ort gerade verlassen.
Der Anker hält gut im Hafenbecken. Wir liegen neben einem Katamaran mit deutscher Crew, der wir diese Woche schon mehrmals begegnet sind.
Verlockend ist allerdings dort fest zu machen, wo die Ausflugsschiffe gelegen haben; nämlich römisch katholisch mit Buganker, sodass wir uns die Überfahrt mit dem Dinghi ersparten. Günther schwimmt zur Hfenmauer und vergewissert sich über die ausreichende Tiefe. Allerdings werfen wir den Anker zu spät aus, der sich noch dazu in Mooringleinen der querab liegenden Fischerboote verhängt. Günther taucht ab und bestätigt uns nichts Gutes: wir werden Probleme beim Aufholen des Ankers haben!
So entschließen wir uns abzulegen und den Anker auszureißen. Sollte es Probleme geben, dann lieber heute als morgen. In unserem Optimismus verzichten wir darauf eine Festmacherleine anzubringen, was sich als fataler Fehler herausstellt: Der Anker lässt sich nicht aufholen, eine Bö dreht das Schiff zu den Fischerbooten. Vorsicht ist geboten, dass sich nicht noch zusätzlich eine Mooringleine in den Propeller verwickelt. An zwei Seiten unfreiwillig festhängend liegt nun unsere Yacht quer im Hafen. Was nun? Nach kurzem Hin und Her lassen wir unser Dinghi ins Wasser, und Günther transportiert damit die Festmacherleine zur Mole, woraufhin wir unser Schiff erfolgreich in die Ausgangsposition ziehen können.
Für das Ankerproblem wird rasch ein hilfsbereiter Taucher aus dem Dorf gefunden, der den Anker auf fünf Metern Tiefe von den Leinen am nächsten Tag befreien wird. - Vorerst lassen wir den anstrengenden Tag in der urigen Nisida-Taverne ausklingen, wo uns die Wirtin in die Töpfe mit schmackhaft gekochtem Hasen, bereit liegenden Fischen und weiteren Köstlichkeiten blicken lässt und wir unser Abendessen aussuchen.

7. Tag – Freitag 21.9. – Pserimos - Kos Trip 16 sm / Wind 15 Kn. NW, See 1, sonnig

Tag 7 am 21 Sept., 2018

Die Nacht war unruhig, Schwell ließ die Leinen rückartig und stetig unsere Sun Odyssey stoppen, sodass wir am nächsten Tag eher unausgeschlafen erwachen.
Dass unser Taucher pünktlich um 8:30 Uhr sehr rasch den Anker befreit, lässt unsere Stimmung umgehend steigen.
Der Wind zur Morgenstunde ist mit 15 Knoten gut zum Segeln; er bringt uns zu unserem letzten Badestopp, in die Ormos Vathy-Bucht an der Ostseite der Insel Pserimos.
Wir genießen die See im Bewusstsein, dass wir wohl für heuer das letzte Mal ins Salzwasser springen.
Herbert, der makellos den Anker eingefahren hat, holt ihn auch wieder herauf und mutiert langsam zum zukünftigen Skipper? Wir werden sehen!
Bei guter Musik und 20 Knoten kehren wir zum Ausgangshafen in die Marina Kos zurück, wo wir nach dem Tanken schon zu Bootsübergabe empfangen werden.
Das Auschecken geht relativ rasch, dennoch müssen wir bis 17:00 Uhr auf den Taucher warten. Mit einem Ausflug per Motorrad oder Taxi zu den 12 km entfernten Thermenquellen wird es wohl dann nichts mehr, da sich die Crew mit dem Skipper solidarisiert und beim Boot bleibt.
Dafür bleibt uns genug Zeit, um entspannt die original Moser-Wurstfleckerl von Herbert zu genießen und zu duschen, bevor das Geschwader der anderen Charteryachten ihr Ziel erreicht.
Wie beobachten auch das „Hafenkino“ an der Tankstelle; rund zehn Boote müüssen sich stets gedulden, bis ihr Vorgänger aufgetankt hat. Da kommen schon bei einzelnen Kapitänen Emotionen hoch, wenn sich ein Boot vordrängt. Das bleibt uns jetzt alles erspart.
Abends bummeln wir durch Kos und lassen den Abend bei Bier und Eis ausklingen.

8.. Tag – Samstag, 22.9. - Heimreise

Tag 8 am 22 Sept., 2018

Um 9:30 Uhr stehen wir mit gepackten Taschen bereit, um vom von Alois Zehetner – einem OSYC-Clubfreund aus Scheibbs mit seiner achtköpfigen Familiencrew – für uns gemeinsam organisierten Taxi zum Flughafen bringen zu lassen.
Obwohl wir dort rund zwei Stunden Verspätung im überfüllten Flughafen in Kauf nehmen müssen, blicken wir auf einem schönen Törn mit rund 100 Seemeilen (davon zwei Drittel unter Segel), bei gutem Wind, viel Sonne, gutem Essen und wunderschönen Badeaufenthalten zurück.