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Kornaten und mittlere Adria

12 Juni, 2013
von Christoph Hartmann
Kroatien-Nord, Kroatien
Bavaria 50 Cruiser

Unser zweiter Törn mit Master-Yachtung führte uns in diesem Jahr in den Bereich der Mittleren Adria - speziell ins Kornatengebiet

Anreise und Check-In

Tag 1 am 25 Mai, 2013

Nach langer Autofahrt Ankunft in der Marina und problemlose Übergabe des Schiffes. Dass ich als Skipper nicht alle Fender mitgezählt habe, sollte sich später als Fehler herausstellen!
Die Yacht macht einen guten und geräumigen und sauberen Eindruck.

Zum Abendessen besuchen wir bei leichtem Regen ein Restaurant in Hafennähe.

2. Tag Biograd - Vodice

Tag 2 am 26 Mai, 2013

Nach einem leckeren Frühstück, einer gründlichen Einweisung der Crew und den obligatorischen MOB-Manövern setzen wir Segel und fahren Richtung Murter. Ungünstige oder besser nicht vorhandene Winde zwingen uns bald, unter Motor weiterzufahren. Erst auf der Höhe von Murter frischt der Wind auf, so dass wir wieder Segel setzen können. Trotz Regen ist die Stimmung ausgezeichnet. Als unserer "Segelflüsterer" im Wind seine neue Crew-Kappe verliert, versuchen wir die MOB-Manöver unter Segel zu fahren, um die Kappe wieder aufzunehmen. Leider ist so eine Sonnenkappe ziemlich klein und die Farbe dunkelblau auf dem Wasser extrem schwer zu erkennen. Wenn die Mütze wieder in Sicht kommt, ist es für einen Aufschießer zu spät oder wir sind zu weit querab. Nach drei vergeblichen Versuchen versinkt die Mütze in der Tiefe ...
Später flaut der Wind wieder so stark ab, dass wir für die restliche Strecke zur Marina Vodice wieder den Motor anwerfen.

3. Tag Vodice - Skradin

Tag 3 am 27 Mai, 2013

Die Wettervorhersage für die nächsten Tage beeinflusst unsere Entscheidung: Die Krka hoch nach Skradin oder doch lieber den großen Schlag über Primosten nach Trogir? Da für den übernächsten Tag wenig Wind vorhergesagt wird, entscheiden wir uns für die Krka. Eine weise Entscheidung!
Am Vormittag begleitet uns regnerisches Wetter, aber kaum haben wir in Skradin angelegt, kommt die Sonne heraus und beschert uns einen wunderbaren Nachmittag im Nationalpark Krka.
Die immer wieder geäußerte Kritik zur Marina in Skardin können wir nicht teilen. Ein gut gelaunter Marina begrüßt uns und wir haben einen guten Muring-Liegeplatz. Allerdings sind wir bereits frühzeitig (13.30 OT) da! Abends können wir beobachten, dass viele Boote in der Bucht ankern (müssen)! Die Preise sind die gleichen wie bei allen ACI-Marinas auch. Für unsere 50ft-Yacht zahlen wir immer 87,00€/Nacht.
Im Restaurant Scala, das etwas abseits von der Uferpromenade am Hügel hinter der Marina-Rezeption liegt, genießen wir eine herrliche Grillplatte und freundlichen Service am Tisch! Unsere Empfehlung!
Morgens müssen wir Männer allerdings eine Erfahrung machen, die sonst eher Frauen vorbehalten ist: Reihestehen an der Toilette. Hier sind die ansonsten saubere Sanitäranlagen etwas dünn bestückt!

4. Tag Skradin - Primosten/Kremik

Tag 4 am 28 Mai, 2013

Und schon wieder Regen! So beginnt der Tag und die Fahrt die Krka hinunter! Aber was soll's!
Dafür weht auf unserem Südkurs später ein ordentlicher Wind - natürlich genau entgegen, so dass wir eine prima Möglichkeit haben, unsere Wenden-Technik zu optimieren. Mit 33nm ist das bei den Windverhältnissen ein ordentlicher Schlag bis Primosten.
In der Hafen-Bucht pfeift der Wind wie durch eine Düse und dreht sich über der Marina fies ein, so dass das Anlegemanöver schon eine kleine Herausforderung ist. Das Bugstrahlruder hat Mühe, gegen den Wind anzukämpfen.
Blöderweise hat der Supermarkt in Kremik nur bis 16.00 Uhr geöffnet und macht morgens erst um 08.00 Uhr. Das ist keine seglerfreundliche Öffnungszeit! Dafür ist die Marina mit einer Liegegebühr von 63,00€ vergleichsweise günstig - ist eben keine ACI-Marina! Wir verbringen den Abend an Bord bei einem Meisterwerk unseres Smutje und packen die Gitarre aus. Wir haben kaum Nachbarn, so dass wir keinen mit unseren Gesängen stören!

5. Tag Promsten/Kremik - Murter/Jezera

Tag 5 am 29 Mai, 2013

Schon Halbzeit! Ein wunderbarer wolkenloser Himmel verspricht den wärmsten Tag der Woche (immerhin 24°C!). Wegen der Öffnungszeiten des Einkaufsmarktes müssen wir auf den Smut mit seinen Einkäufen warten und nutzen die Zeit für eine Frischwasseraufnahme.
Dann motoren (segeln ohne Wind ist bekanntlich recht schwierig) wir fast genau auf Nordkurs bis Kaprije, wo wir in der Bucht von Kaprije an die Boje gehen und für einen Nachmittagssnak und einen guten Capucchino in der Konaba "Sampjer" übersetzen.
In Bucht hängen wir unsere Navigator im Bootsmannsstuhl ans Spi-Fall und ziehen ihn hoch, damit wir auch ein Foto unserer Yacht von oben haben.
Später haben wir dann wieder Wind und können direkt bis zur Marina Jezera auf Murter segeln! Ein kleiner Bummel führt uns durch den Hafen von Jezera mit seinen Cafes. Wir spüren, dass die Hauptreisesaison noch nicht begonnen hat und dass das Wetter viele Urlauber offensichtlich verschreckt, denn viel Gäste sind nicht zu sehen!

6. Tag Murter/Jezera - Lavsa/Kornaten

Tag 6 am 30 Mai, 2013

Heute weht der Wind anfänglich mal aus Südost. Das ist mal was Neues - nur dass wir genau dorthin wollen. Kaum lassen wir Murter hinter uns und drehen nach Südwest dreht auch der Wind. So geht das eigentlich den ganzen Tag! Also üben wir das Kreuzen gegen den Wind! Ich kann mich nicht erinnern in dieser Woche schon mal eine Halse gefahren zu haben...

Die Überfahrt übers Murter Mare gelingt problemlos und wir nähern uns den Kornaten von Süden. Zwsichen Kornat und den außen liegenden Inselcheln kreuzen wir bis zur Insel Lavsa, die wir als Ankerbucht für die Nacht ausgesucht haben.
An der Boje in der Bucht bleibt Zeit für ein bisschen Ruhe und Lesen. Ein Teil der Crew erkundet mit dem Dinghy die Insel und bestellt einen Tisch im Restaurant "Idro" für 19.00 Uhr.

Gegen Sieben Uhr setzen wir alle zum Restaurant über. Weil sich der Himmel zuzieht und es deutlich kühler wird, nehmen wir verpackte Decken und unsere Jacken mit. Punkt 19.00 Uhr sitzen wir am reservierten Tisch (andere Gäste werden offensichtlich schnell abkassiert, damit der Tisch für uns frei wird - gut dass wir vorbestellt haben obwohl nur neun Boote in der Bucht liegen!) und um 19.01 Uhr steht eine riesige Schüssel Kartoffeln, zwei mit Salat und zwei Platten mit Fisch auf dem Tisch. Die Fische sind so riesig, dass sie weit über den Teller hängen. Sie sind definitv absolut frisch, denn wir haben das Fischerboot beobachtet, das zwei Stunden vorher die Ware angelandet hat. Dazu gibt es lokalen Wein in Fülle! Pro Person zahlen wir zwar knapp 30,00€, aber wir finden, dass das für die Insellage, die Menge und Qualität des Essens und der Getränke ein angemessener Preis ist! In der Zwischenzeit schüttetet es außerhalb des Vordaches wieder wie aus Eimern. Gut dass wir warm und gut verpackt an der Hausmauer sitzen. Der Wirt ist gut drauf und wir bekommen einen super Sliwowitz. Im Westen reißt der Himmel nach dem Essen wieder auf, so dass die Crew beschließt, um die Bucht zu laufen und sich auf der anderen Seite vom Dinghy wieder abholen zu lassen.
Auf der anderen Seite der Bucht steigen wir auf den Hügel und genießen einen traumhaften Blick auf den Sonnenuntergang über den Kornaten.

7. Tag Lavsa - Biograd

Tag 7 am 31 Mai, 2013

Die Nacht ist unruhig mit Sturm und starkem Wind. Jedes Mal wenn ich aus dem Fenster sehe, blicke ich auf eine andere Yacht, so stark schwojt unser Boot um die Boje!
Mit dem Verlassen der Bucht beginnt es auch wieder zu regnen und im Nordwesten wird es richtig schwarz. Eigentlich wollten wir an der Westkanten der Kornaten entlang, also westlich von Piskera und Levrnaka die wunderschönen Felsformationen bewundern, aber nach einem kurzen Blick auf über 2 m hohe querlaufende Welle verziehen wir uns wieder zwischen die Inseln und motoren nordwärts Richtung Mala Proversa wo wir wieder auf die Innenseite der Kornaten kommen wollen. Inzwischen ist der Regen so stark, dass die Sicht nur noch wenige hundert Meter beträgt und der Wind peitscht uns mit durchschnittlich 25 kn ins Gesicht!
Nachdem der Sturm durchgezogen ist, beruhigen sich Wind und Welle wieder, aber dann sind wir schon so nahe an Mala Proversa, dass es sich nicht mehr lohnt, zur Westkante zu fahren. Das Leuchtfeuer von Sestrica sehen wir auch so!
Auf der Innenseite der Kornaten ist von Wind keine Spur! Die Ruhe nach dem Sturmm im wahrsten Sinne des Wortes ... Also wieder mal Motor an. Wir suchen auf der Nordostseite der Insel Sit eine kleine Bucht auf, in der wir ankern können und ruhen ein bisschen aus. Auch die Sonne ist wieder zu sehen und wärmt uns angenehm.
Dann beginnt der letzte Teil des Törns, denn wir müssen zurück nach Biograd.
Dort herrscht reger Andrang an der Tankstelle und auch in der Marina wird es bei den vielen zurückkommenden Booten immer enger.

8. Tag Check Out

Tag 8 am 1 Juni, 2013

Unser Check-Out am Samstagmorgen ist leicht ernüchternd. Nachdem wir uns schon beim Start gewundert hatten, warum unser Boot eine ungerade Anzahl von Fendern mit sich führt, wurde beim Check-out ein Fender als fehlend festgestellt. Blöd, dass ich beim Check-In die Liste unterschrieben hatte, ohne die Fender tatsächlich nachzuzählen. Aber alles andere stimmte und die 24,00€ für einen Ersatz-Fender können wir gerade noch verschmerzen! Das passiert mir aber nicht mehr! Ich hoffe nur, dass die nächste Crew die Vollständigkeit ordentlich überprüft, sonst kann Euronautics als Vercharterer vor Ort bald die ganze Flotte mit neuen Fendern ausstatten! Naja!
Um 09.00 Uhr war alles klar und wir konnten die Heimreise antreten.

Die Crew freut sich schon auf die nächste Reise in 2014 - dann in der südlichen Adria!