Planen Sie Ihren Segelurlaub
Unsere Reiseberater stehen Ihnen gerne zur Verfügung, um Ihren individuellen Urlaub zu planen.

"Drei Mann in einem Boot" oder "Rund Mallorca in 6 Tagen"

12 Juni, 2012
von Wolf-Dieter Pillokat
Ibiza, Spanien
Cyclades 39

Vor gut einem Jahr wurde der Entschluss gefasst, der nächste Segeltörn sollte um Mallorca gehen, auch wenn man da zunächst unweigerlich diese Bilder im Kopf hat: Im Minutentakt landende Touristenbomber, Ballermann, Sangria aus Eimern, Bettenburgen und eine Insel, die mit dem Massentourismus ihre Identität verloren hat. Aber zumindest als Segelrevier soll es ja ganz schön sein, wir werden sehen...

Samstag, Airport Nürnberg:

Tag 1 am 12 Mai, 2012

Pünktlich um 11:25 Uhr startet die Maschine der TUIfly, Flug Nr. X3 2122, Richtung Palma. An Bord drei (mehr oder weniger) sturmerprobte Flachlandtiroler um die 50, fest entschlossen in den nächsten 7 Tagen Mallorca zu umrunden. Die drei sind Skipper Wolf, Co-Skipper Peter und Crewmitglied Klaus, vielseitig einsetzbarer, hochdekorierter Atlantiküberquerer.
Landung 13:35 Uhr Flughafen Palma, von wo uns ein bestens gelaunter Taxifahrer zur Marina bringt. Nachdem "unser" Schiff gerade noch aufbereitet wird, laufen wir erst einmal eine kleine Bar an der Hafenpromende an, stärken uns mit ein paar köstlichen Bocadillos und genießen, voller Vorfreude auf den bevorstehenden Törn, die quirlige Atmosphäre der Inselmetropole.
So, jetzt erst mal das Schiff geentert und die Einkaufsliste geschrieben. Der nächste Supermarkt befindet sich in nur ca. 400 m Entfernung, gleich gegenüber der Marina den "Berg" hoch. Auf dem Rückweg kann man mit dem vollen Einkaufswagen im Aufzug bergab fahren und den Wagen anschließend in der Marina stehen lassen - eine angenehme Sache.
Das Abendessen nehmen wir in der "Taberna de la Boveda" unweit der Kathedrale, ca. 15 Gehminuten vom Stützpunkt entfernt. Die Tapas und der Hauswein sind durchaus zu empfehlen und dementsprechend ist das Lokal auch immer gut besucht. Wer Wert auf einen guten Platz im Freien legt, sollte vielleicht reservieren lassen. Auf dem Rückweg laden dann noch diverse Bars zum Absacker ein.

Sonntag, Marina Balear, Palma:

Tag 2 am 13 Mai, 2012

Nach etwas kurzer, aber guter Nacht in der neuen Koje und dem ersten Frühstück an Bord, erfolgt die technische Einweisung durch das freundliche Marinapersonal, irgendwie haben wir das gestern nicht mehr geschafft. Jetzt noch die obligatorische Sicherheitseinweisung und Verteilung der Notrollen, den Wetterbericht gab's schon zum Frühstück per SMS (Service von Master Yachting), dann kann es endlich losgehen.

12:15 Uhr Leinen los! Erstes Etappenziel Andraitx.
In der Bucht von Palma darf jeder zunächst ein paar Manöver unter Motor fahren, um sich mit dem Schiff vertraut zu machen. Aber dann müssen unbedingt die Lappen hoch, auch wenn der Wind nur mit schlappen 5 Knoten bläst, schließlich sind wir nicht zum Motorbootfahren gekommen. Beim Ausrollen der Genua werden allerdings ganz deutlich große Fragezeichen über den Köpfen der Crew sichtbar. Das Segel versucht vergeblich sich irgendwie unter der Saling Platz zu verschaffen, an Dichtholen nicht zu denken. Wie zur Hölle haben unsere Vorgänger das Schiff gesegelt? Die Vorschot verläuft innerhalb der Wanten zum Holepunkt, so funktioniert das nicht, zumindest nicht mit diesem Segel. Also Segel wieder eingerollt und Vorschot außen um die Wanten gelegt, so liegen zwar die Holepunkte nicht ganz richtig, aber zumindest lässt es sich segeln.
Plötzlich reißt uns eine durchdringende Tonfolge aus den Gedanken - Distress! Da funkt jemand MAYDAY-Ship is sinking! Gänsehaut macht sich breit, den Funkruf kannten wir bisher nur aus dem SRC-Unterricht. Die Position des in Seenot geratenen Segelschiffes liegt weit außerhalb unserer Reichweite, an der nördlichen Ostküste Mallorcas. Nach kurzer Zeit meldet sich "Palma Radio" und koordiniert die Rettung. Der weitere Funkverkehr erfolgt bis auf die einschlägigen Begriffe in schnell gesprochenem Spanisch und so bekommen wir nur mit, dass auf dem Boot offensichtlich Feuer ausgebrochen war. Da erhält die Sicherheitseinweisung von heute Vormittag mit einem mal einen ganz anderen Stellenwert...
Für den Rest der Etappe müssen wir den Jockel bemühen, da der Wind nochmals schwächer geworden ist und direkt aus unserer Zielrichtung weht.
Gegen 18:00 Uhr laufen wir in die Marina des Club de Vela, Andraitx ein und kaum geraten wir in Sicht, erscheint auch schon der Marinero auf dem Steg und weist uns eine Lücke zu, die der Skipper gleich zielstrebig ansteuert. Allerdings bedarf es einiger Anläufe (über die genaue Anzahl wollen wir Stillschweigen wahren) bis sich das schöne Hinterteil unserer "Garanon" auf seinen zugteilten Liegeplatz bewegt. Aber schließlich gab es leichten Seitenwind und die Lücke war verdammt eng und das Schiff war ja auch noch ungewohnt und zu allem Überfluss kam dann auch noch der ungünstige Radeffekt hinzu...
Die sanitären Einrichtungen in der Marina sind tip top und der Preis von rund 45,- €, den wir für die Nacht berappen, liegt im Rahmen. Zum Duschen sollte man den kleinen Berechtigungszettel, den der Marinero nach dem Festmachen aushändigt, mitnehmen, der wird nämlich am Eingang des Waschhauses kontrolliert. Andernfalls hat man den etwas längeren Fußmarsch umsonst angetreten.
So, jetzt aber ab zum Nachtmahl ins Dorf. Tolle Atmosphäre, schöne Lokale, leider braucht die Crew bei der Auswahl der passenden Kneipe genauso lange wie der Skipper beim Anlegen... Aber dafür stellt das Gereichte in der "Trattoria La Pizza" dann alle zufrieden und die hübsche Bedienung beflügelt die Altherrenphantasien obendrein.

Montag, Puerto de Adraitx:

Tag 3 am 14 Mai, 2012

8:30 Uhr, der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und Spiegeleiern zieht durch den Salon, du öffnest den Niedergang, die Sonne scheint dir ins Gesicht und der Blick schweift über die traumhafte Kulisse dieses Naturhafens - Glück!

11:30 Uhr, Ablegen, zweites Etappenziel Soller.
Erst mal muss der Jockel wieder ran, fürs Segeln reicht der Wind nicht aus. Gemeldet sind 2-3 Beaufort, mal sehen. Kurz nachdem wir Isla Dragonera passiert haben, setzen wir die Segel, um sie kurz darauf wieder zu bergen. Der Wind ist einfach zu schwach und bläst uns noch dazu direkt auf die Nase. Also geht es weiter unter Motor und wir genießen einfach die Aussicht auf die beeindruckende Küste. Die Seele baumelt.
Um ca. 17:30 Uhr laufen wir, von Böller- und Kanonenschüssen begleitet, in den wunderschönen Hafen von Soller ein. An Land machen wir eine feiernde Menschenmenge aus. Irgendjemand muss da wohl von unserer Ankunft Wind bekommen haben... Ein Blick in die Bordliteratur bringt Aufschluss und Ernüchterung: An jedem 2. Montag im Mai wird in Soller die historische Schlacht gegen maurische Piraten im Jahr 1561 nachgestellt und der Sieg gebührend gefeiert.
Wir machen am Transitsteg fest und begeben uns auf die Suche nach dem Hafenmeister, der sich jedoch offensichtlich anlässlich der Feierlichkeiten frei genommen hat. Jedenfalls bleibt sein Büro an diesem Abend ebenso geschlossen wie der Sanitärbereich. O.k., dann muss eben die Borddusche herhalten. Strom aus dem Netz gibt es in dieser Nacht allerdings nicht, aber die Batterien sind nach der Motorfahrt ja gut gefüllt.
Wir verbringen einen schönen Abend in dem belebten Hafen und müssen den Kneipenaufenthalt aufgrund eines kräftigen Gewitterschauers l e i d e r etwas länger ausdehnen als geplant.

Dienstag, Puerto de Soller:

Tag 4 am 15 Mai, 2012

Wieder ein schöner sonniger Tag mit nahezu wolkenlosem Himmel. Das ausgedehnte Frühstück im Cockpit "unserer" Yacht ist immer wieder ein Highlight und der perfekte Start in den neuen Urlaubstag. Bedauerlicherweise reicht uns die Zeit nicht für eine Fahrt mit der historischen Schmalspurbahn in das ca. 5 km entfernte Soller. Vielleicht beim nächsten Mal...
Da wir unserer Tankuhr, die immer noch 1/1 anzeigt, nicht so recht trauen, begeben wir uns zur Kontrolle vor der Weiterfahrt noch an die Tankstelle, wo wir erfreut feststellen, dass sich das brave Motörchen bisher wirklich nur ein paar wenige Liter gegönnt hat.

12:00 Uhr, Aufbruch, drittes Etappenziel Puerto de Pollensa.
Auf der einen Seite diese traumhafte Küste mit den abwechslungsreichen Felsformationen, auf der anderen Seite, im Kontrast dazu, der unendlich scheinende Horizont, wir sind beeindruckt.
Auch heute hält sich der Wind noch sehr zurück und wir laufen unter Maschine auf direktem Weg Richtung Cabo de Formentor. Erst als wir uns dem nördlichsten Zipfel Mallorcas nähern, kommt Bewegung ins Resthaar und in die Bahia de Pollensa wird, wie es sich gehört, mit vollen Segeln eingelaufen. Gut 10 Knoten Windgeschwindigkeit lassen unsere Garanon richtig schön marschieren und weil's gerade so viel Spaß macht, legen wir noch einige Zusatzschläge in der Bucht ein.
Bei der Einfahrt in die Marina des Real Club Nautic Port de Pollensa haben wir buchstäblich nur noch die eine Handbreite Wasser unterm Kiel, aber dank vorsorglichen Studiums des Hafenhandbuches sind wir nicht sonderlich überrascht und laufen unbeirrt weiter. Im Inneren der Marina angekommen, schickt uns der Bedienstete allerdings gleich wieder zurück und weist uns den Weg zur Aussenmole, wo wir einen Liegeplatz zugeteilt bekommen. Wider Erwarten erleben wir dort eine absolut ruhige Nacht ohne Schwell und bezahlen moderate 34.- €. Die sanitären Einrichtungen sind großzügig bemessen und in gepflegtem Zustand.
Vorzügliche Tapas und ein schöner Rotwein im "Almirant Restaurant Tapas Y Punto" bilden einen perfekten Abschluss für den Tag und der obligatorische Carajillo hinterher setzt dem Ganzen noch die Krone auf - so lässt sich's leben.

Mittwoch, Puerto de Pollensa:

Tag 5 am 16 Mai, 2012

Bedeckter Himmel und zunehmende Luftbewegung, es sieht nach Regen aus. Der Wetterbericht stellt Wind mit 5 Beaufort (Böen 6-?) bei einem Meter Wellenhöhe in Aussicht. Die nächste Etappe verspricht spannend zu werden. Klaus ist begeistert, weil er endlich sein neues Ölzeug einweihen kann.

11:30 Uhr Auslaufen, viertes Etappenziel Cala Ratjada .
Wir beschließen, die Bucht unter Motor zu verlassen, um nicht mühsam gegenan kreuzen zu müssen, was wir jedoch, angesichts der ansehnlichen Wellenhöhe, mit furchtbarem Geschaukel bezahlen.
Am Cap del Pinar setzen wir endlich die Segel und das Schiff stabilisiert sich, allerdings wächst dafür die Welle mächtig an und kommt zu allem Überfluss jetzt schräg von achtern, welcome to the rollercoaster!
Nach den ersten Seemeilen, der Wind bläst mit ordentlichen 15-20 Knoten, haben die Wellen eine Höhe von schätzungsweise 5 m erreicht. Selbst unser Atlantiküberquerer Klaus zeigt sich beeindruckt und räumt ein, dass er solche Verhältnisse nicht erwartet hat. Bei diesem Rodeo beruhigt man sich gerne mit dem Gedanken, dass da unten ja ein Ballast von immerhin gut 2 Tonnen der Erdanziehung folgt und so für das dringend benötigte aufrichtende Moment sorgt. Spontan entschließt sich jetzt doch noch ein Crewmitglied sein Frühstück dem guten Neptun zu opfern, vermutlich in der Hoffnung dieser möge uns gewogen bleiben.
Im Laufe des Nachmittages lockert die Bewölkung dann auf und als wir Cabo del Freu passieren scheint bereits wieder die Sonne, wodurch sich die ganze Szenerie gleich deutlich freundlicher darstellt.
Gegen 18:00 Uhr laufen wir bei nur noch leicht bewölktem Himmel und verbliebenen 11 Knoten Wind in den Hafen von Cala Ratjada ein. Nach kurzer Oríentierungsrunde in der Hafeneinfahrt bleibt das Empfangskomitee verborgen und so legen wir auf eigene Faust, mit Unterstützung eines freundlichen Nachbarn, der unseren Festmacher entgegennimmt und uns die Muring reicht, an der Transitmole an. Den folgenden Gang zum Hafenmeisterbüro hätten wir uns allerdings sparen können, das bleibt an diesem Abend nämlich, aus unerfindlichen Gründen, geschlossen. So what, wir haben einen sicheren Liegeplatz und Strom gibt es auch. Die sanitären Anlagen in 10 m Entfernung sind relativ neu und sauber, allerdings mit nur einer Toilette und zwei Duschen pro Geschlecht etwas knapp bemessen. Wer zu spät kommt muss sich außerdem (wie wir) mit kaltem Wasser zufriedengeben.
Als wir Klaus unter Einsatz all unserer Überredungskünste endlich dazu bewegen können sein neues Ölzeug wenigstens für den abendlichen Landgang wieder auszuziehen, nehmen wir erst mal die unter Mallorca Touristen so berüchtigte Party Hochburg unter die Sohlen. Der Ort ist eigentlich ganz hübsch und die Preise in den Lokalen sind auch nicht überzogen. Viele Bars findet man in erster Reihe an der Hafenpromenade mit Blick auf den Yachthafen. Wer will kann in den einschlägigen Kneipen natürlich die Kuh fliegen lassen, die Atmosphäre dort erinnert etwas an die der Après-Ski Bars in den österreichischen Wintersportorten.
Die Nacht an der Mole ist nicht ganz so ruhig, was aber nicht am Partyvolk liegt, sondern vielmehr daran, dass unser Schiff mit konstanter Frequenz und ächzendem Geräusch in die Festmacher einruckt (etwas Spülmittel auf dieselben schafft zumindest akustische Besserung). Irgendwann gegen Morgen wird zusätzlich der großvolumige Schiffsdiesel eines Ausflugsbootes angelassen um dann eine gefühlte Stunde warmzulaufen.

Donnerstag, Cala Ratjada:

Tag 6 am 17 Mai, 2012

Wolkenloser Himmel, der Wetterbericht kündigt Wind von SE mit Stärke 3, gegen Abend 4-5 Beaufort an. Klingt gar nicht so schlecht für den etwas längeren Schlag, den wir für heute geplant haben. Wir möchten auf jeden Fall Cabo Salinas umrunden und am Ende des Tages nach Möglichkeit in Sa Rapita festmachen.

10:00 Uhr Leinen los, fünftes Etappenziel Sa Rapita.
Die ersten Seemeilen müssen, wegen des noch müden Windes, mal wieder unter Motor bewältigt werden. An Land kommt jetzt immer wieder das weniger pittoreske Mallorca mit den unschönen Bettenburgen in Sicht. Irgendwo in diesem Seegebiet muss vergangenen Sonntag die Segelyacht, deren Hilferuf wir empfangen hatten, in Seenot geraten sein. Wir spekulieren über die möglichen Ursachen des Unglücks, vielleicht ein Missgeschick beim Kochen des Mittagessens...
Gegen 14:00 beschleunigt der Wind auf ca. 4 Beaufort und unser Schiff, jetzt unter Vollzeug, auf immerhin 5 Knoten. Was für ein Wohlgefühl das immer wieder ist, wenn das monotone Brummen des Motors durch das bloße Rauschen des Windes und des Wassers abgelöst wird!
Um ca. 18:00 Uhr machen wir im Club Náutico La Rápita fest und bezahlen satte 64,- € für die Nacht. Dafür sind zwar ausreichend Duschen vorhanden, deren Zustand allerdings als überholungsbedürftig bezeichnet werden darf. Angenehm ist der kleine Supermarkt in der Marina, ein echter "Vollsortimenter" in dem man morgens auch frische Baguettes bekommt.
Gut zu Abend essen wir im "Restaurante Ca'n Pep", in dem kleinen Ort hinter dem Yachthafen, ca. 500 m entfernt, direkt an der Uferstraße.

Freitag, Sa Rapita:

Tag 7 am 18 Mai, 2012

Wer sich von hier aus zum Heimathafen Palma aufmacht, sollte die Gelegenheit nutzen den Dieseltank aufzufüllen, um sich an der dortigen Zapfstelle nicht in die Schlange der anderen rückkehrenden Yachten einreihen zu müssen.

Gegen 11:00 Uhr brechen wir auf, letztes Etappenziel Palma Marina Balear.
Bewölkter Himmel und ca. 7,5 Knoten Wind von Osten, gemeldet sind sogar 5-6 Beaufort, also gleich die Segel hoch! Später werden es dann 12 bis 15 Knoten von Achtern und so laufen wir, unter Schmetterlingsbesegelung, mit respektablen 6 Knoten Fahrt Richtung Palma. Schön, dass wir auf unserer letzten Etappe nochmal richtig segeln können.
Nach kurzer Diskussion während der Einfahrt in den Yachthafen von Palma finden wir tatsächlich auf Anhieb unseren Anlegesteg wieder :-) und legen unsere Garanon gegen 16:00 Uhr wohlbehalten zurück an die Leine.
Kaum ist die letzte Fahrt aus dem Schiff, steht auch schon ein Kübel mit eisgekühltem Sekt auf unserem Cockpittisch. Nette Geste von unserem Charterunternehmen, da fühlt man sich gut aufgehoben!

Bei der Abnahme des Schiffs auf unsere anfänglichen Probleme mit der Genua angesprochen, grinst der nette 'Inspektor': "ach ja, hab' ich ganz vergessen euch zu sagen, das Vorsegel ist zu groß für das Rigg. Das kann man hart am Wind nur gerefft fahren, aber ein neues Segel ist schon geordert." O.K., hätten wir das auch geklärt.
Die Auswahl der Lokalität für die abendliche Verköstigung bedarf dieses Mal (ausnahmsweise) keiner Diskussion - das La Boveda soll es nochmal sein. Noch einmal die köstlichen Tapas genießen und danach in die Bar um die Ecke, das Mahl mit einem Carajillo beschließen. So wird die Sache rund!

Samstag, Palma Marina Balear:

Tag 8 am 19 Mai, 2012

Die Abreise klappt wie am Schnürchen. Um 6:30 Uhr holt uns das am Vorabend vom Marinapersonal auf den Schiffsnamen bestellte Taxi ab und um 7:00 Uhr haben wir, dank Onlinebuchung, bereits eingecheckt! Da bleibt mehr als genügend Zeit für das Frühstück am Flughafen. Gegen 9:00 Uhr starten wir, so gut wie pünktlich, mit dem Air Berlin Flieger gen Nürnberg.
Eine wunderbare Woche ist zu Ende und während des Fluges sind die Gedanken natürlich bei dem in den letzten Tagen Erlebten. Die eingangs erwähnten Vorurteile haben wir schon am Ankunftstag über Bord geworfen. Was für eine faszinierende Stadt! Und man spricht ja doch noch Spanisch...
Rückblickend bedauern wir nur, so viele schöne Orte auf dem Weg nicht gesehen zu haben: die Altstadt von Soller, die Cala de La Calobra, die Altstadt von Pollensa, die traumhaften Buchten an der Ostküste, die Insel Cabrera...Doch bei unserer Tagesplanung war das alles zeitlich nicht unterzubringen und schließlich wollten wir den Törn relaxt angehen und auf keinen Fall so etwas wie Stress aufkommen lassen. Aber wir kommen ja wieder...


P.S.: Keinesfalls versäumen möchte ich, dem ehrlichen Segelkollegen und Finder meiner Armbanduhr an dieser Stelle nochmals meinen Dank auszusprechen. An unserem ersten Abend hatte ich selbige in der Marinadusche vergessen und, offen gesagt, nicht damit gerechnet sie wiederzubekommen. Solche Erfahrungen geben einem den Glauben an das Gute im Menschen zurück...