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Dodekanes Kos-Patmos

27 Juni, 2011
von Herbert Hamader
Ägäis, Griechenland
Oceanis 46 | upgrade Bavaria 50 (2007)

Fünf Jahre nach dem wir bereits einen Törn in den Kykladen erfolgreich bestanden haben, wagen wir uns wieder in die Ägäis. Wir hoffen hier in den Dodekanes entlang der türkischen Westküste wieder auf guten Segelwind zu treffen.

Start in einen neuen Törn

Tag 1 am 4 Juni, 2011

Wir sind mit fast 2 Stunden Verspätung in Kos gelandet nach einer kurzen Taxifahrt erreichen wir die moderne Marina Kos, die durchaus mit Kroatischen Marinas mithalten kann. Da unser geplantes Schiff, eine Bavaria 46, in der Vorwoche einen Motorschaden hatte wird uns zum selben Preis eine Bavaria 50 zur Verfügung gestellt. Die Nachricht haben wir bereits vor Anreise von unserem Betreuer bei Master-Yachting erhalten.
Nach einem problemlosen Check In wird der gekaufte Proviant eingebunkert und wir genießen unser Abendessen in Kos-Stadt.

Kurs hart am Wind, der Meltemi hat uns fest im Griff.

Tag 2 am 5 Juni, 2011

Nach einem kräftigen Frühstück laufen wir aus. Die Betreuung in der Marina ist vorbildlich, beim Aus- und Einlaufen meldet man sich per Funk an und erhält umgehend Unterstützung durch ein leistungsstarkes Schlauchboot. So können brenzlige Situationen beim Verlassen der Box gar nicht erst entstehen und die Manöver laufen viel ruhiger ab.
Unser Wochenziel ist die Klosterinsel Patmos und wir möchten heute ein großes Stück der Strecke erzielen. Der vorherrschende Wind kommt hier meist aus Nordost und wird Meltemi genannt daher ist heute Aufkreuzen angesagt. Die Bavaria „fare niente“ läuft ausgezeichnet und mit rund 7,4 ktn geht es zügig Richtung Norden. Jeder an Bord ist hungrig auf richtiges Segeln und so laufen wir ohne Zwischenstopp am späten Nachmittag in der Bucht Lakki (südwestlich auf Leros) unter Segel ein.

Probleme mit der Genua.

Tag 3 am 6 Juni, 2011

Bei leichtem Wind segeln wir an der Westküste von Leros Richtung Norden. Nach einer kurzen Überfahrt nach Lipso bietet sich eine große Bucht an der Südküste an für eine Mittagspause. Eigentlich wollten wir noch weiter in den Norden aber an der Genua hat sich ein Teil des UV-Schutzes gelöst und wir möchten die Naht ausbessern lassen bevor das Segel Schaden nimmt. Auf Anweisung unseres Base Managers fahren wir daher nach direkt Patmos damit die Reparatur vorgenommen werden kann.
Am Nachmittag erreichen wir den Hafen von Skala Patmou und warten auf den Kollegen von unserem Base Manager. Nach einigen Anrufen und vergeblichen Warten verständigen wir unsere Charteragentur Master Yachting. Herr Ümit Uzun nimmt sich unseres Problems an (mittlerweile ist unser Base Manager nicht mehr erreichbar) und hält uns telefonisch am laufenden. Nach einer halben Stunde ist der Mann an Bord sieht sich die mittlerweile geborgene Genua an und macht mit dem Segelmacher einen Termin für morgen Früh.
Mittlerweile ist es Abend und nach einem kräftigen Abendessen begeben wir uns in eine kleine griechische Taverne wo wir die Sache noch ausgiebig Nachbesprechen.

Griechenland ist immer für Überraschungen gut.

Tag 4 am 7 Juni, 2011

Ich traue meinen Augen kaum, wie versprochen wird unser Segel pünktlich am Morgen abgeholt mit der Zusage in zwei Stunden die Reparatur zu erledigen. Herr Uzun hat bereits nachgefragt, er muss wirklich einen eigenen Draht zu unserem Base Manager haben.
Wir nutzen die freie Zeit um das Kloster Patmos zu besuchen, Dazu werden kurzer Hand Mofas gemietet um die Mannschaft zu transportieren. Das riesige Kloster ist beeindrucken, leider kann man nicht auf das Dach des Klosters um die Aussicht zu genießen. Auf der Rückfahrt machen wir noch einen Zwischenstopp bei der „Grotte der Apokalypse“.
Bei unserer Rückkunft ist das Segel bereits angekommen und wird gleich von der Mannschaft neue angeschlagen. Herr Uzun ruft noch mal an ob alles geklappt hat und kümmert sich um die Übernahme der Reparaturkosten, bei dieser Betreuung fühlt man sich gleich viel wohler.
Wir brauchen jetzt eine Abkühlung und fahren nur mal um´s Eck um eine Badebucht zu suchen. Gleich in der nächsten Bucht (Ormos Melogi) werden wir schon fündig. Beste Wasserqualität, Sandstrand und ein Restaurant im Blütenmeer direkt am Strand. Das Restaurant ist unbedingt zu empfehlen, es ist das einzige Lokal in der Bucht (37°19'47.18"N, 37°19'47.18"N).
Am Nachmittag frischt der Wind wieder etwas auf und segeln zügig nach Osten zur Insel Arki. Auf der, laut Hafenhandbuch einsamen Insel, finden gerade noch einen Ankerplatz in der östlichsten Bucht von Porto Augusta an der Südwestseite der Insel (37°22'23.93"N, 26°44'24.19"E). Wegen des dichten Seegrasbewuchses hält der Anker erst nach einigen Versuchen, dann aber perfekt und mit zwei Landfesten sind wir bestens gesichert. Auf der Insel laufen jede Menge Ziegen mit Glocken herum und bei einem Gläschen Wein denkt man eher an die Alpen als an Mittelmeer und Dodekanes.

Toller Segeltag mit Festessen auf Leros

Tag 5 am 8 Juni, 2011

Heute segeln wir bereits wieder Richtung Heimat. Bei leichtem Wind schippern wir entlang der Westküste von Lipso nach Süden. An dem kleinen Ort Lipso können wir nicht vorbeifahren, ein kleines Bierchen am Vormittag ist angesagt. Wir sind erstaunt wie toll der Hafen und wie sauber der ganze Ort ist. Hier wird der Müll streng getrennt und wer hier einfach mit einem Müllsack ankommt muß seinen Kram erst vorher sortieren. Wer hätte das hier gedacht?
Wir fahren um die Kurve in die Südbucht zu unserem obligaten Mittagsstopp mit Baden, Jause und Kaffee. Danach steuern wir die Ostküste von Leros an und segeln bei Südwestwind in die Bucht von Ormos Alintas. Bei Agia Marina möchten wir anlegen und nach vorsichtigem Herantasten an die Kaimauer (die Pier ist für die Fähre reserviert) legen wir bei 2,5m Wassertiefe an. Platz ist hier nur wenige Boote und vielleicht 1-2 Yachten. Besser liegt man weiter südlich bei Ormos Panteli.
Nach dem alles versorgt ist spazieren wir zu einer Taverne im Hafen (37° 9'27.45"N, 26°50'54.88"E). Diese Taverne ist gleich neben dem „Wahrzeichen“ des Hafens, einer alten Windmühle, die teilweise im Meer am anderen Ende der Hafenbucht steht. Das Essen und die Bedienung hier sind ausgezeichnet und der Wein ebenfalls. Der Blick vom Lokal über den Hafen und zur Johanniterburg am Berg zwischen den Agia Marina, Platanos und Panteli ist einfach herrlich.

Wenig Wind, teilweise Regen und zuviele Menschen

Tag 6 am 9 Juni, 2011

Nach einem kurzen Besuch der Johanniterburg mit ihrem herrlichen Ausblick verlassen wir Bucht Alintas. Bei leichtem Südwestwind (wo bleibt der beständige Meltemi?) nehmen wir die Passage zwischen Leros und Kalymnos. Achtung, man kann nur bei der nördlichen Insel durchfahren, bei den südlichen ist zu wenig Wassertiefe vorhanden. Kurz vor der Enge zwischen Kalymnos und Telendos machen wir nochmals einen Badestopp.
Wir nutzen den auffrischenden Wind um der Enge von Telendos aufzukreuzen. Leider dauert der Spaß nur kurz bei einsetzendem Regen läßt der Wind rasch nach und wir laufen unter Motor die Küste entlang unserem Tagesziel, der Stadt Kalymnos entgegen. Der Regen dauerte nur kurz und wir kommen bei strahlendem Sonnenschein in Kalymnos an.
Die geplante Marina ist zwar nicht vorhanden, aber östlich des großen Fähranlegers ist jede Menge Platz für Yachten bei ausreichender Wassertiefe. Angelegt wird, wie überall in der Ägäis, römisch katholisch, es ist auch immer gleich jemand zur Stelle um zu helfen. Liegegebühr gibt es keine, der Strom kostet € 7,- und Wasser oder Diesel muss telefonisch bestellt werden.
Wir genießen den sicheren Hafen, aber die Größe der Stadt schreckt uns nach den ruhigen, gemütlichen Häfen in den Vortagen eher ab.

Super Segeltag, mit Abschlusswettfahrt!

Tag 7 am 10 Juni, 2011

Letzter Tag, die Crew wünscht sich noch einen schönen Badetag. Das heißt wieder einmal, der Skipper sucht eine wunderschöne Bucht, obwohl er hier auch noch nie war. Wir segeln also Richtung Osten der Insel Kos entgegen und ankern bei vorherrschendem Südwestwind in einer Bucht an der Nordseite von Pserimos (36°57'6.73"N, 27° 8'41.41"E). Wir genießen den letzten Tag unseres Törn mit Baden, Tauchen und ein Landausflug in der Bucht.
Der Wind hat sich endlich wieder gedreht und bläst in alter frische wieder aus Nordwest. Wir holen den Anker ein und segeln bei zunehmenden Wind mit Raumschotkurs nach Kos. Wie bei jedem Törn entwickelt sich auch hier die Heimfahrt zu einer kleinen Wettfahrt mit den anderen Charterbooten. Bei 23ktn Wind macht unsere 50iger bereits 9,6ktn Fahrt und wir erreichen die Marina in kürzester Zeit und der Segeltag war wieder einmal viel zu kurz.
Wie bereits ab unserer Abfahrt wird auch bei der Ankunft jedes Boot von einem Schlauchboot der Marina in den Hafen gelotst und hilft beim Anlegen in die Box tatkräftig mit. Diese Hilfe ist bei den nun herrschenden Windverhältnissen auch notwendig, denn nur so können alle Yachten innerhalb kürzester Zeit ruhig und sicher anlegen.
Nach einem relativ einfachen Check Out erhalten wir auch noch die Kosten für die Segelreparatur zurück. Herr Uzun hat sich auch bereits wieder gemeldet und fragt nach ob alles geklappt hat oder ob er uns noch behilflich sein kann. So ein Service von Master Yachting kann sich wirklich sehen lassen, wenn man spürt mit welchem Einsatz man auch während des Törns betreut wird.

Der schlimmste Tag, der Törn ist schon wieder um.

Tag 8 am 11 Juni, 2011

Wir haben die Dodekanes sehr genossen, das Meer ist wunderschön, es sehr viele Buchten mit Ankermöglichkeiten und die Griechen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Dieses Segelrevier gehört sicherlich, nicht nur in seglerischer Hinsicht, zu den schönsten im Mittelmeer.