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Côte d‘Azur im Juni

4 Juli, 2014
von Wolfgang Wagner
Dufour 385

Nur der Wind hat gefehlt

Freitag und Samstag - Ankunft

Tag 1 am 21 Juni, 2014

Schon am Freitag angekommen haben wir einen entspannten Nachmittag und Abend in Nizza verbracht. Vom Flughafen mit dem Bus ins Zentrum (€6,-- p.P.).Das Restaurant für den Abend sollte man erst nach einem ausgiebigen Spaziergang auswählen. Es gibt eine unendliche Anzahl von Lokalen und das erste muss nicht immer das Beste sein. Vor allem am Cours Saleya gibt es große Unterschiede in Qualität und Preis. Am Samstagmorgen dann noch ein kleiner Stadtbummel und im Taxi um €80 für vier Personen und Gepäck vom Hotel im Stadtzentrum in die Marina Golfe Juan.
Noch auf der Fahrt erreicht uns eine SMS des Stützpunktleiters Rodolpho – das Boot ist fertig und klar zur Übernahme! Und das schon um 11.30! 10 Minuten später sind wir im Stadtbüro von Seaways Yachting in der Avenue des Fréres Roustan. Das war ein Fehler, es wäre klar besser gewesen mit dem Taxi zum Quai Sud in der Marina zu fahren als mit allem Gepäck in der Mittagshitze dahin zu marschieren. Aber na ja. Die Bootsübernahme war sehr schnell erledigt, etwas nonchalant vielleicht aber es steht jedem frei eine eigene detailliertere Checkliste abzuarbeiten.
Danach in das Dorf zum Einkauf, mehrere Supermärkte stehen zur Auswahl, der in der Marina empfohlene U-Express konnte aber leider erst viel später am Tag liefern, wir sind daher zum Spar-Markt in derselben Straße und dort war’s dann auch gut. Hervorragende Auswahl an Pasteten, Weinen usw. Auch deswegen wollten wir dieses Jahr nach Frankreich. Die Ware wurde prompt geliefert und von uns verstaut. Dann kam der Entschluss bei diesem heißen Wetter nicht mehr loszufahren sondern es gleich mit einer Nachtfahrt zu versuchen. Wind gab’s sowieso keinen, also warum in der Sonne sitzen. Wir haben uns an den Strand verholt, später dann in ein nettes Restaurant mit TV (Fußball WM!) und am späteren Abend zurück auf unsere Dufour 385.

Sonntag – Nachtfahrt

Tag 2 am 22 Juni, 2014

Ab um 00.15 bei noch immer 28 Grad und wolkenlosem Himmel – und noch immer kein Wind. Nach einer Meile fahren wir in den Abenddunst, für kurze Zeit zweifeln wir unsere Entscheidung zur Nachtfahrt an, nach einer weiteren Meile ist das aber vorbei und es wird eine sehr entspannte Nacht. Kaum Verkehr, nur das Brummen des Motors stört – aber ohne Wind muss das halt so sein. Um 07.30 ankern wir in der Baie des Port-Man auf der Ile de Port-Cros. Nach einem kurzen Schläfchen, Frühstück und ab ins Wasser. Sehr angenehme Temperatur, unser Wasserthermometer funktioniert leider nicht wirklich aber ideal zum Baden und Schnorcheln.
Um 12.30 legen wir dann ab und fahren ca.11nm nach Porquerolles. Dann wieder ab an den Strand, ein kleiner Dorf- und Inselrundgang und dann zum Abendessen in die L’Orangeraie. Sehr empfehlenswert, zivile Preise und tolle Aussicht. Die Marina verrechnet €39.77 pro Nacht.

Montag - Hyères

Tag 3 am 23 Juni, 2014

Endlich Wind. Nach dem späten Frühstück eine Ausfahrt an die Westküste der Halbinsel und wieder zurück nach Porquerolles da wir leider am Vorabend einen Fotoapparat im Restaurant vergessen haben. Macht aber nix – das war ein schöner Segeltag und die Insel reicht auch für zwei (oder mehr) schöne Tage. Trotzdem das Restaurant Ruhetag hat finden wir jemand und die Kamera ist auch wieder in unserem Besitz. Am Abend ins L’Aventure, auch dort war’s recht ordentlich.

Dienstag – St. Tropez/Port Cogolin

Tag 4 am 24 Juni, 2014

Ein ausgiebiger Platzregen am Vormittag daher gemütliches Frühstück mit Baguettes und Croissants. Unmittelbar nach dem Gewitter schläft der Wind total ein und wir motoren nach St. Tropez. Dort wollen wir in den Stadthafen aber anscheinend ist unser Boot zu klein und wir fahren weiter nach Port Cogolin. Dort haben wir dann unserem Dinghi zugemutet mit 400kg Lebendgewicht an Bord das nahe Port Grimeaud zu erkunden. Das kann ich nur empfehlen, wir haben sicher lustig ausgesehen, jedenfalls waren alle Passanten sehr freundlich gestimmt als wir bei doch einiger Welle in diese künstliche Kanalstadt einlaufen. Nach zwei Stunden zurück nach Port Cogolin und nur 5 Meter vor unserer Dufour geht uns das Benzin aus. Knapper geht’s nicht. Am Abend dann mit Glück ein Taxi im sonst ausgestorbenen Port Cogolin erwischt und nach St. Tropez zum Bestaunen der Yachten im Hafen. Wieder Glück mit dem Restaurant, Tintenfisch mit dem allgegenwärtigen Roséwein und Fußball-WM. Prima. Liegegebühr €55,90.

Mittwoch – Golfe Juan – Antibes.

Tag 5 am 25 Juni, 2014

Die Crew erwacht nach kurzer, von Gelsen gestörter Nacht. Das müssen die Brutgebiete des nahen Port Grimeaud und des Flusses La Giscle sein. Mit ein bisschen Wind zurück nach Osten und nach dem vergeblichen Versuch in Juan les Pins ein Plätzchen für die Nacht zu finden zurück nach Golfe Juan und wir legen bei doch noch 30kn Wind in unserem Heimathafen an.
Abends dann mit dem Taxi nach Antibes. Ein sehr stimmungsvoller und vor allem lebendiger Ort. Wieder gut gegessen und dann in der Markthalle einen schönen Abend verbracht.

Donnerstag – Monte Carlo

Tag 6 am 26 Juni, 2014

Morgens Regen gefolgt von Windstille. Wie geht das? Aber trotzdem ab nach Monaco. Keine Einfahrterlaubnis in den Port Hercules, aber im Port de Fontvieille gibt es reichlich Platz. Für €63 pro Nacht haben wir dort nicht nur eine sehr exklusive Nachbarschaft sondern auch ausgesucht freundliche Mitarbeiter der Marina die beim Anlegen behilflich sind und ein Problem mit einem fehlenden Stromadapter (so kleine Anschlüsse wie unsere gibt’s dort sonst nicht) sofort, freundlich und ohne weitere Kosten lösen. Dann nach Monte Carlo, zu Fuß vielleicht 15 Minuten. Am Hafen findet das Jumping International de Monte Carlo – ein Reitturnier statt. Sowenig PS haben wir schon lange nicht gesehen. Dann erstaunlicherweise das Bordkassenfreundlichste Abendessen des Törns - €70,00 für 4 Personen inkl. Wein im Planet Pasta. Nicht das exklusivste Restaurant in Monaco aber durchaus in Ordnung.

Freitag – Golfe Juan

Tag 7 am 27 Juni, 2014

Morgens zu Carrefour – für den Supermarktgeplagten Österreicher eine echte Herausforderung diesen Lebensmitteltempel jemals wieder zu verlassen. Riesige Auswahl und im Vergleich zu daheim echt supergünstige Preise – Wie machen die das? Na ja Baguette und Croissant sind ausgezeichnet und das Wetter ist endgültig wieder besser. Aber noch immer kein Wind.
Langsam zurück, noch ein Badestopp in der Anse Lilong am Cap Ferrat und am späten Nachmittag sind wir wieder in Golfe Juan. Der letzte Abend wird im Port Camille Rayon genossen. Es gab Thai im La Jonque Bleu- und wir fanden das nicht zu teuer und bis auf die Desserts auch qualitativ sehr gut. Ganz anders als auf Tripadvisor. Na ja. Dann noch auf einen letzten Pastis – das war’s.

Samstag - und wieder zurück

Tag 8 am 28 Juni, 2014

Morgens ein 1 ½ Minuten langes Check-out. Alles in Ordnung? Ja. Das war’s
Mit dem Zug nach Nizza (€5,70 p.P), ein kurzer Stadtrundgang , ein Cafe und mit dem Flughafenbus (€6,00p.P.)vom Stadtzentrum zum Flughafen. Dort sind wir natürlich beim falschen Terminal ausgestiegen, dann mit dem Shuttlebus zum richtigen Abflugterminal. Alles kein Problem. Aber dann – das gefürchtete „Verspätung“ leuchtet auf. Unser Flug sollte um 15.05 starten. Keine Information vom Bodenpersonal. Um 15.40 erhalten wir eine SMS dass der Flug verspätet sein wird – aber bis wann – Keine Nachricht. Nach einigen Recherchen auf Flight Tracker sollte das Flugzeug Nizza um 18.oo verlassen. Keine Information von Austrian Airlines, Lufthansa oder vom Flughafen. Abflug dann tatsächlich (ohne Ankündigung) um 18.oo. Bei der Landung dann die Information vom Kapitän dass die Verspätung aus der späteren Ankunft des Flugzeuges in Nizza resultiere. Ah ja. Beim Aussteigen plaudern wir dann mit der Stewardess die uns mitteilt dass die Verspätung bereits am Vortag bekannt war. Es gäbe zu wenige Flugzeuge und bei einem technischen Problem bricht das System zusammen. Liebe Fluglinien: Ihre Kunden verstehen das, sie verstehen dass es zu Verspätungen kommen kann aber bitte informiert uns. Anstatt drei Stunden im Flughafen herumzusitzen hätten mehr als 100 Passagiere etwas Nützliches mit ihrer Zeit anfangen können. Verstecken und Verschweigen ist keine Lösung.