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26 Aug., 2016
von Hermann Frey
Ionisches Meer, Griechenland
Bavaria 46 Cruiser

Traumtörn durch die Ägäis

Tag 1 am 11 Juni, 2016

Faszination griechische Inselwelt Traumhaftes Segeln in der Ägäis
In 14 Tagen von Athen über die Kykladen nach Kreta von dort zu den Dodekanes Inseln bis nach Rhodos

Die Idee eines gemeinsamen Segeltörns beseelte die Mitglieder der Marinekameradschaft Oberursel und der Wassersportvereinigung Oberursel schon lange. Einmal einen Oneway Törn, d.h. Ausgangshafen und Zielhafen unterscheiden sich, durch die Inselwelt der Ägäis durchzuführen. Angetrieben die Einzigartigkeit der griechischen Inselwelt von Meer kommend zu erleben und auf diese Weise die Wurzeln unserer europäischen Kultur zu berühren. Hellas steht für die Wiege Europas und großartige Leistungen vor allem auf den Gebieten der Philosophie, Politik, Naturwissenschaften, Geschichtsschreibung, Literatur und natürlich dem Theater.
Zuerst jedoch mussten Unterlagen und Angebote gesichtet werden. Eine Crew war zusammenzustellen und natürlich war die Frage zu beantworten, wer kann uns die Möglichkeit eines solchen Unternehmens als Vercharterer bieten. Eine Menge Arbeit für unseren Initiator Hermann Frey.
Dann war es soweit. Mit Vernicos Yachts war ein Vercharterer gefunden, der uns die Möglichkeit bot und alles passte gut zusammen: Preis, Schiff, Ausgangshafen und seine Erreichbarkeit von Frankfurt aus. So war es uns möglich den Törn von Athen über Kreta nach Rhodos fest zu planen und umzusetzen.
Gleich zwei erfahrene Segler standen uns zur Verfügung mit Hermann Frey von der Marinekameradschaft Oberursel, der den Törn großartig plante als Skipper leitete und durchführte, sowie Andreas Heid als Co-Skipper von der Wassersportvereinigung Hochtaunus. Klaus Mehler als Gruppenleiter Hessen
des Deutschen Marinebundes und selbst ehemaliger Yachteigner, Waldemar Winkler mit langjähriger Erfahrung auf Langstrecken, unter anderem Kap Hoorn, waren weitere Crewmitglieder. Diese Segelcrew fand ihre ideale Ergänzung für die geplante Langfahrt durch einen „Medizinmann“. In unserem Fall die perfekte Besetzung mit Karl Peter Herrmann, ein in Oberursel-Weißkirchen praktizierender Physiotherapeut mit Medizinstudium und welch` Glück auch mit Segellizenz. Seine Künste konnte er sehr hilfreich in dem ein oder anderen Fall im Verlaufe des Törns bestens unter Beweis stellen.
Skipper und Crew übernahmen im Athener Yachthafen Alimos Kalamaki eine 14 m lange Segelyacht vom Typ Bavaria 46 Cruiser mit dem Namen Ödipus. Eine tragische Figur der griechischen Mythologie. Unserem ersten Berührungspunkt mit der griechischen Antike.
Davon ließen wir uns aber nicht beeindrucken, freuten uns, dass wir nun nach einem Flug über Istanbul nach Athen bei strahlenden Sonnenschein, bester Laune und einem angenehmen Meltemi, einem der vorherrschenden Winde in den Sommermonaten, endlich loslegen konnten. Der Wind war natürlich für unsere geplante Route von herausragender Bedeutung. Denn der trockene Meltemi weht von April bis Oktober aus Nordwest bis Nordost. Er ist angenehm, bringt gutes Wetter und in der Regel klare Sicht. Da unsere geplante Route zunächst Richtung Südost bis Süd führte, waren die Voraussetzungen für gutes Segeln hervorragend.
Doch zunächst einmal musste das Schiff für die Reise klargemacht werden. Es war bis zum Auslaufen noch einiges zu tun. Das Schiff musste übernommen werden, Checklisten für Ausrüstung, Bedienung und Sicherheit wurden sorgfältig durchgearbeitet. Dies waren die Aufgaben des Skippers und der Rest der Crew besorgte die Verpflegung und verstaute sie in der Yacht. Erst dann war es soweit. Die erste Strecke wurde von unserem Skipper abgesteckt und die Festmacheleinen eingeholt. Schnell lag der Yachthafen hinter uns und unsere Blicke richteten sich Bug voraus auf unser erstes Ziel. Unterstützt vom Nordwind konnten wir bei bestem Wetter und großartiger Stimmung gute Fahrt in Richtung Kap Sounion machen, dem Kap der Säulen, an der Südspitze Attikas.
Gleich zu Beginn unserer Reise führte dieser erste Stopp uns zurück in die Antike. In einer sehr schönen und ruhigen Bucht sicher vor Anker liegend
bestaunten wir die weithin sichtbare Ruine des Poseidontempels aus dem 5 Jh. vor Christus. Gleich am anderen Morgen statteten wir Poseidon, dem Gott des Meeres aus der griechischen Mythologie, einen Besuch ab. Denn seine Unterstützung wollten wir doch erbitten für unseren 14tägigen Törn.
Hier und auf der weiteren Fahrt konnte uns Andreas Heid durch seine humanistische Bildung und Griechenland-Erfahrung immer wieder gute Hintergrundinformationen geben. So gerüstet machten wir uns auf den Weg nach Süden und steuerten die nördlichen Kykladen von Westen kommend an. Von dort segelten wir weiter hinein in die mittleren und südlichen Kykladen. Die Inseln Kea, Kythnos, Paros, Ios und Santorin mit interessanten Häfen und wunderschönen Ankerbuchten zogen uns in ihren Bann. Überall begegneten uns die Griechen mit Herzlichkeit und großer Gastfreundlichkeit.
Santorin oder in der Landessprache Thira, bot besondere Erlebnisse. Die Insel ist ein sehr beliebtes Postkartenmotiv, stellvertretend für die Kykladen. Doch eigentlich ist sie nicht typisch aufgrund ihres vulkanischen Ursprungs. Die Einzigartigkeit ihres Landschaftsbildes, die farbenfrohen Häuser und Kirchen zusammen mit der teils schroffen und kargen Natur bilden überaus interessante Kontraste. Die Steilheit der Hänge und Ufer im inneren Krater, die engen und unebenen Gassen und Wege der alten Ortskerne lassen noch heute die einstmals mühevolle Arbeit der Bewohner erahnen. Heute sind Landwirtschaft und Fischfang fast gänzlich verdrängt vom Tourismus. Er ist nun die Haupteinnahmequelle der Inseln von Santorin. Die großen Kreuzfahrtschiffe fahren Santorin regelmäßig an. Dies hat natürlich viele positive Auswirkungen, aber auch seine Schattenseiten.
Zu der Zeit als wir an der Anlegestelle unterhalb der Ortes Fira auf Santorin festgemacht hatten, lagen 2 große Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Natürlich wollen alle Passagiere an Land gehen und sich die Insel anschauen. Und damit kommen wir zum nächsten Erlebnis. Den Transfer der Passagiere zur Insel und zurück besorgten einheimische Barkassenbetreiber und deren Kapitäne. Gern gesehen waren wir leider an der öffentlichen Anlegestelle nicht. Wir schienen die Kleinunternehmer der Andenkenshops am Kai zu stören, wie sie uns wissen ließen. Das An-und Ablegen der Barkassen verursachte immer Bewegung an der recht langen Anlegestelle. Das ist unangenehm für die eigene Yacht, aber gut vorbereitet kein Problem. Doch plötzlich erzeugte ein Schiff direkt in
unmittelbarer Nähe unserer Yacht einen derartigen Sog und hohe Welle, dass wir plötzlich sehr unsanft gegen die Kaimauer geschlagen wurden. Dann war klar. Hier meinte man es ernst. Wir sollen weg. Keine wirkliche Empfehlung für einen Platz der vom Tourismus lebt. Das Ziel war erreicht und wir legten sofort ab.
Doch es hatte sein Gutes. Denn wir hatten nun das Glück südlich der Insel um das Kap Akrotiri mit dem Leuchtfeuer Faros herum eine sehr schöne Bucht zu auszumachen für unseren Aufenthalt auf Santorin. Die Yacht ging genau an der richtigen Stelle in der Bucht vor Anker. Für dieses gelungene Manöver zeichnete sich einmal mehr unser Anchor-Man Klaus Mehler verantwortlich. Anschließend entschlossen wir uns auf unseren Schrecken von Fira, an Land zu gehen und etwas für unser leibliches Wohl zu tun. Mit dem Fernglas hatten wir von der Yacht aus am Ufer eine kleine Taverne entdeckt. Kurzentschlossen setzten wir mit dem Beiboot an Land über. Und hier wurden wir von einer großartigen und sehr gastfreundlichen Familie in Ihrer kleinen Taverne verwöhnt. Nun lag unser Abenteuer Anlegestelle Fira weit hinter uns. Wir genossen den wunderbaren Abend bei allerbester Stimmung mit Blick auf die Bucht und unsere Yacht.
Dieser Abend war eine sehr schöne Entschädigung für die 15 Tauchgänge unserer „Taucher“ Andreas Heid und Klaus Mehler, die einen kräftigen Müllsack aus dem Propeller schneiden mussten. Müll – ein sehr drückendes Problem – mit dem sich fast jede Hafen-und Stadtverwaltung auseinandersetzen muss.
Am nächsten Tag lichteten wir den Anker, setzten die Segel und nahmen Fahrt auf nach Heraklion auf der Insel Kreta. Tagsüber begeisterte uns das azur bis tiefblaue Meer soweit das Auge reichte. Dann mit Einbruch der Dämmerung wurden wir gefangen genommen von dem Zauber einer sternenklaren Nacht. Was für ein Naturerlebnis! Dieser Törnabschnitt war die längste Teilstrecke und führte uns weit auf die Ägäis hinaus. Perfekter Meltemi sorgte für eine schnelle Fahrt und wehte uns bereits um Mitternacht, schneller als von unserem Skipper vorausberechnet hatte, in den Hafen von Heraklion. Das Einlaufen in einen unbekannten Hafen bei Nacht erforderte noch einmal die volle Aufmerksamkeit der Crew. Aber letztlich gelang es und wir genossen bevor wir müde in die Kojen schlüpften noch ein gemeinsames Bier mit Blick auf die
imposante venezianische Festungsanlage, die über 500 Jahre lang Hafen und Stadt vor Angreifern schützte. In Heraklion selbst standen neben den Hafenformalitäten Spaziergänge in der Altstadt und auch ein Besuch des Palastes von Knossos auf dem Programm.
Dann ging es schon wieder weiter. Entlang der Nordküste von Kreta und weiter zu den Dodekanes Inseln in Richtung Nordost passierten wir noch eine Reihe von Häfen und Inseln, wie den Hafen von Sitia im Osten von Kreta, die Insel Karpathos in der südlichen Ägäis sowie den Inseln Chalki und Symi, die sich bereits in der Nähe von Rhodos, unserem Zielhafen, befinden.
Der Meltemi wehte mal mit 3 Windstärken, aber auf dieser Route in Richtung Rhodos auch schon mal mit 7 Windstärken, so dass wir unter Segel und bei strahlend blauem Himmel auch mal die 8,3 Knoten Fahrt auf der Logge, sozusagen unserem Tachometer, ablesen konnten. In der wunderschön gelegenen, hufeisenförmigen Bucht südlich von Symi mit dem Kloster Panormities konnten wir ausgezeichnet entspannen, bevor wir den hektischen, aber auch sehenswerten Hafen und die Altstadt von Symi besuchten. Das Kloster mit seiner Kirche ist seit alters her ein Wallfahrtsort für Seefahrer. Der Erzengel Michael Panormities ist der Schirmherr der Insel und Beschützer der Seefahrer. Daher die besondere Bedeutung dieses Ortes. Dies erklärte auch, warum hier in dieser schönen Bucht bereits Jahrhunderte zuvor kleine und große Segelschiffe regelmäßig vor Anker gingen.
Nach dem ruhigen und beschaulichen Chalki und der malerischen Bucht mit dem Kloster erwartete uns im Stadthafen von Symi sehr viel Hektik und Betriebsamkeit. Vor allem durch das in Griechenland übliche vor Buganker gehen und mit dem Heck an die Kaimauer anlegen, ist das ein oder andere mitunter lautstarke Durcheinander zwischen den Skippern bei auffrischendem Wind vorprogrammiert. So wurde uns der Anker durch eine Segelyacht bei deren Anlegemanöver aus dem Grund gerissen. Doch alles ging gut, da unser Skipper die Sache ganz schnell im Griff hatte und wir uns an einen anderen ruhigeren Platz verlegen konnten. Symi Stadt und Hafen werden vom Tourismus in der Urlaubssaison beherrscht. Entsprechend laut ging es bis weit in die Nacht zu.
So waren wir dann doch froh am anderen Morgen den Hafen zu verlassen und uns auf unsere letzte Etappe nach Rhodos zu begeben. Unter idealen
Windbedingungen trafen wir zu keinem Zeitpunkt auf Flüchtlingsboote. Im Vorfeld des Törns hatten interessierte Segler dies befürchtet. So nahe am Grenzgebiet zwischen der Türkei und der EU Außengrenze mit Griechenland war die Entspannung durch die seit dem Frühjahr getroffenen Entscheidungen und Maßnahmen offensichtlich. Hafenkontrollen, Patrouillen des Küstenschutzes, die militärische Präsenz und vieles mehr an getroffenen organisatorischen Anpassungen waren spürbar ohne für uns sichtbar aufzufallen. Darüber hatte unser Skipper den Törn bestens recherchiert und sehr verantwortungsbewusst vorbereitet.
Rhodos mit seiner Altstadt als UNESCO Weltkulturerbe ist wie auch Symi eine Touristenhochburg und für die Ruhe und Stille suchenden Segler sicher nicht der ideale Zielhafen. Dennoch gerade im Wechsel von Ruhe und Beschaulichkeit, malerischen Häfen, einsamer Ankerbuchten mit der quirligen Betriebsamkeit touristisch geprägter schöner Orte liegt der besondere Reiz und das Erlebnis eines Segeltörns in der Ägäis.
Mit der Einfahrt in den Hafen Mandraki von Rhodos begrüßen uns heute die Wappentiere der Insel mit Namen Elafos und Elafina, einem Hirschpaar. Dort, wo einst das siebente Weltwunder der Koloß von Rhodos den Hafen beschützte und den Schiffen die Einfahrt von weither zeigte. Im Hafen musste die gesamte Crew noch einmal ihr ganzes Können aufbieten. Pünktlich zum Abschluss frischte der Wind noch einmal kräftig auf und so war es eine echte Herausforderung die Yacht vor den Augen des Vercharterers sicher vor Buganker zu legen und am Kai vertäuen. Doch die geübte Crew meisterte diese Aufgabe mit Bravour.
Nun erwartete uns nach vielen großartigen Erlebnissen, wunderbaren Momenten auf See, der herzlichen Segelgemeinschaft an Bord und den vielen Sehenswürdigkeiten noch ein schöner gemeinsamer Abend in der atemberaubenden Altstadt von Rhodos. Hier ist die über die Jahrhunderte gelebte Berührung der Kulturen und ihrem Erbe unmittelbar noch fühl und erlebbar. Nicht zuletzt deshalb ist die Altstadt auch im Jahr 1988 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt worden.
In diesem Ambiente genossen wir mit Wehmut unseren stimmungsvollen Abschiedsabend, ehe wir am nächsten Morgen den Rückflug antraten. Dieser Törn wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. In besonderer Erinnerung wird
uns bleiben die erfahrene griechische Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die vielen Naturerlebnisse und die Berührung mit der Geburtsstätte unserer europäischen Kultur, das Segeln und die hervorragende Segelgemeinschaft. Kurzum ein voller Erfolg.
Die Wassersportvereinigung Hochtaunus Oberursel bietet gemeinsam mit der Marinekameradschaft Oberursel allen interessierten Wassersportlern regelmäßig Ausbildung zu den Bootsführerscheinen und für Segeltörns zur Verfügung.

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