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Bahamas (Abacos) 4. Nov - 18. Nov 2011

30 Jan., 2012
von Werner Knobloch
Bahamas
Moorings 4000 Club

Bahamas

Tag 1 am 4 Nov., 2011

wie das schon klingt, da wollen viele mit. Zunächst waren wir 15 aber aufgrund familiärer Dispositionen konnten 2 nicht mitfahren und so machten sich dann 13 Personen am 4. November auf den Weg. Weil einige Teilnehmer schon in den USA waren, wurde vereinbart, dass wir uns nach der Landung des Condor-Fluges DE 5078 um 16.00 Uhr in Fort Lauderdale treffen. Gegen 18.00 Uhr wollten wir gemeinsam den Weiterflug nach Marsh Harbour antreten. So war der Plan, aber:
1. Wurde der Flug auf die Bahamas auf 17.00 Uhr vorverlegt,
2. haben wir nicht mit der sehr langwierigen Prozedur der Homeland-Security bei der Einreise gerechnet und
3. kam noch ein Wechsel des Terminals von 2 nach 4 dazu. Es wurde also zeitlich etwas eng.
Durch die Hilfe von Master-Yachting aus Deutschland und einigen Spurt´s unserer Crew konnten wir unseren Flieger, der fast 1 Stunde auf uns gewartet hat, noch erreichen und kamen noch am Abend in Marsh Harbour an. Ein anderer Passagier, der am Abend noch mit der Fähre weiter wollte, hatte aber Pech, denn durch die Verzögerung war seine Fähre zum Zeitpunkt unserer verspäteten Landung schon weg.
Für uns ging´s dann ins Taxi und ab zum Hafen wo wir unsere beiden Katamarane beziehen konnten. Nach ca. 14 Stunden hatten wir unser Ziel erreicht und gingen erst mal ins Hafenrestaurant zum Essen. Wir durften uns gleich an das Preisniveau der Bahamas gewöhnen und zahlten ohne große Extras pro Person ca. 50 $. Nach einem Schlummertrunk an Bord fielen alle müde in ihre Kojen.

Samstag, 5. Nov. 2011,

Tag 2 am 5 Nov., 2011

das Wetter immer noch nicht karibisch warm, nach dem Frühstück war das Chartbriefing sowie das Einchecken angesagt. Das Chartbriefing war sehr informativ und wurde auch gut von „Rosie“ vermittelt. Wir haben gelernt, dass es sich hier um ein Flachwassergebiet mit Tiefen von 7 bis 15 ft handelt, wir ca. 1,5 m Tidenhub zu berücksichtigen haben und dass einige Passagen mit Vorsicht zu genießen sind. Später konnten wir dann feststellen, dass diese Warnungen wirklich nicht übertrieben waren. Einchecken verlief flott, einige Kleinigkeiten wurden noch repariert und dann ging´s endlich los.
Da die Zeit schon etwas fortgeschritten war entschieden wir uns einen kurzen Schlag nach Man-O-War zu machen. Die lange Hafenausfahrt mit teilweise weniger als 6 ft Tiefe (wir brauchen 3,5 ft für das Schiff) war für uns, die Flachwassergebiete nicht gewohnt sind, schon etwas gewöhnungsbedürftig. Draußen hatten wir dann etwas mehr Wasser unterm Kiel und 25 Knoten Wind. Nur unter halb ausgerollter Genua liefen wir mit durchschnittlich 6 Knoten und erreichten unser Ziel nach ca. 1,5 Stunden. In der Hafeneinfahrt, wir hatten Niedrigwasser, haben wir dann mit 4 ft auf dem Echolot und „Augapfelnavigation“ unseren Weg gesucht und dann im Hafen an Tonnen festgemacht. Das saubere Wasser in der geschützten Bucht lädt zum Baden ein, aber „nur“ 22 Grad Wassertemperatur. Abends gab es dann ein vorzügliches Essen an Bord.

Sonntag, 6. Nov. 2011,

Tag 3 am 6 Nov., 2011

brachte Sonnenschein aber auch noch etwas mehr Wind. Unser Entschluss wir verlegen uns in die Marina (Hafengebühr 60 $) und erkunden diese schöne Insel. Uns wurde vorher schon gesagt, dass dies eine „very dry“ Insel sei, es gibt nämlich keinen Alkohol auf dieser Insel. Im Lokal haben wir dann erlebt, dass man seinen Wein von Bord mitbringen und zum Essen trinken kann (die Gläser bekommt man dann im Lokal). Sollte man sich darüber im Urlaub den Kopf zerbrechen? Aber! Die Insel hat ca. 300 Einwohner. Alle weiß, denn Farbige dürfen auf dieser Insel nicht leben, arbeiten „dürfen“ sie hier, müssen aber abends wieder von der Insel runter. Da kommt man dann wirklich schon mal ins Grübeln.

Montag, 7. Nov. 2011

Tag 4 am 7 Nov., 2011

“The same weather as last day”. Vielleich sogar noch etwas mehr Wind. Wir sind über die Insel zur Atlantikseite gelaufen und haben uns die Wellen angesehen. Es war schon beeindruckend. Weil ich es aber noch genauer wissen wollte bin ich mit dem Schlauboot rausgefahren und habe mir das angeschaut. Schön war´s aber auch gut feucht.

Dienstag 8.11.2011

Tag 5 am 8 Nov., 2011

Wind mit 25 Knoten und wir haben uns entschlossen in Lee der Insel zu bleiben und nach Treasure Cay zu fahren. Laut Karte sollte bei Niedrigwasser auf dem direkten Weg dort hin überall mindestens 7 ft Wassertiefe vorhanden sein. Also 2. Reff und halb ausgerollte Genua und mit bis zu 7,5 Knoten Geschwindigkeit Richtung Treasure Cay. Plötzlich nur noch 4 ft auf dem Echolot und der Boden war auch mit dem Auge gut zu sehen. Sand keine Steine, also etwas abfallen, weil dort laut Karte größere Wassertiefe sein sollte und weiter. Es waren dann auch tatsächlich 5 ft und wir kamen ohne Probleme nach Treasure Cay. Wir hatten Mittelwasser und ich weiß nicht wie es bei Niedrigwasser ausgesehen hätte. Im weiträumigen Hafen (Gebühr 50 $ + 22 $ pauschal für Strom) haben wir dann an einem der vielen freien Plätze festgemacht.

Mittwoch, 9.11.2011,

Tag 6 am 9 Nov., 2011

der Wind hat wieder zugelegt und wir bleiben hier. Wir wollen an den angeblich schönsten Strand. Aber, durch den Sturm wurde so viel Seetang ans Ufer gespült, dass dieser Strand gar nicht so toll wie beschrieben aussah. Also war Shoping angesagt. Abends haben wir an einem der im Hafen zur Verfügung stehenden Grills bei heftigem Regen ein leckeres Essen zubereitet und an einem Tisch in der Bar gegessen. Wir hatten vereinbart, dass wir die Getränke an der Bar holen und so konnten wir hier im Trockenen einen schönen Abend verbringen.

Donnerstag, 10.11.2011,

Tag 7 am 10 Nov., 2011

erstmals hat der Wind etwas nachgelassen und wir sind bei 17 Knoten Wind und nur noch 1 Reff und mit halb ausgerollter Genua nach Guana Cay in die Bakers Bay gesegelt. Heute sind wir auf der vorgeschlagenen Route geblieben und so gab es kein Problem mit der Wassertiefe. In dem „Nobelhafen“ der, wenn er erst richtig fertig ist sicherlich etwas besonderes sein könnte haben wir festgemacht. Hier haben wir den Rekord bei den Hafengebühren erlebt (über 200 $), obwohl die Sanitären Anlagen nur ein Provisorium in einem Container waren zwar mit Klimaanlage aber ohne Licht und ohne warmes Wasser. Eine Frechheit, aber dafür durften wir uns in einer Anlage bewegen in der viele Prominente sich eingekauft haben. Ich glaube, die wollen die Segler gar nicht haben.

Freitag, 11.11.2011

Tag 8 am 11 Nov., 2011

Nach dem Preisschock haben wir abgelegt und sind bei 13 Knoten Wind nur unter Genua das kurze Stück ca. 6,5 Meilen zur Orchid Bay gefahren. Hier haben wir gleich nach dem Anlegen nach dem Preis gefragt und waren doch beruhigt, als wir hier nur 1 $ pro ft zu zahlen hatten. Wir haben uns einen Golfwagen (Golfwagen sind auf den Inseln das gebräuchlich Fortbewegungsmittel und auch bei dem vorherrschenden Linksverkehr problemlos zu fahren.) gemietet und sind damit auf Erkundungstour gegangen. Auf der Atlantikseite haben wir einen Spaziergang unternommen und bei Nippers zum Kaffee wunderbaren Rumkuchen gegessen.

Samstag, 12.11.2011,

Tag 9 am 12 Nov., 2011

das Wetter hat sich jetzt doch etwas beruhigt und wir brechen auf nach Hope Town – Elbow Cay. Bei 12- 20 Knoten Wind fahren wir entspannt nach Hope Town. Dort soll immer was los sein. Wir machen in der Marina (es gibt max .3 Gast-Liegeplätze, Gebühr 50 $) fest. Zunächst besuchen wir aber den berühmten Leuchtturm und diejenigen die keine Höhenangst haben erleben einen wunderbaren Sonnenuntergang auf dem Leuchtturm. Abends fahren wir mit dem Schlauchboot auf die andere Hafenseite und wollen zur Blue-Moon-Party. Denkste, die Party ist gecancelt und so trinken wir einen Cocktail im Hotel und fahren dann wieder zurück zum Schiff.

Sonntag, 13.11.2011,

Tag 10 am 13 Nov., 2011

heute wollen wir nur das kurze Stück nach Boat-Harbour auf Abaco aber wir segeln erst mal bei schönem Wind nach Sandy Cay und ankern dort zum Baden und fahren anschließend nach Boat Harbour (Hafengebühr etwas über 100 $) Auch hier eine tolle Anlage mit Pool und Poolbar die wir dann auch genutzt haben.

Montag, 14.11.2011

Tag 11 am 14 Nov., 2011

Nach einem Abschiedstrunk an der Poolbar sind wir nach Scottland Cay zum Baden gefahren und haben dort geankert. Danach sind wir den Rest nach Orchid Bay nur unter Genua gesegelt. Nach dem Anlegen wollte ich nur schnell zum Einchecken gehen und bin dann zu einem kleinen Umtrunk motiviert worden. Der Umtrunk war letztlich doch nicht so klein und endete für den ein oder anderen dann noch fürchterlich.

Dienstag, 15.11.2011,

Tag 12 am 15 Nov., 2011

das Wetter ist jetzt einigermaßen stabil und so wollen wir nach Green Turtle Cay. Die dazu notwendige Passage über den offenen Atlantik war die ganze Zeit vorher wegen der hohen Wellen nicht möglich. Wir sind unter Segel zur Whale-Cay-Passage gefahren und dann mit Motorunterstützung über die Passage um danach wieder nur unter Segel zur Black-Sound-Marina (Gebühr 50 $) auf Green-Turtle-Cay zu gelangen. Auch hier haben wir uns einen Golfwagen gemietet, haben die Insel erkundet und für den nächsten Morgen bei der Tauchschule ein Boot gechartert um wenigstens einmal am Riff schnorcheln zu können.

Mittwoch, 16.11.2011,

Tag 13 am 16 Nov., 2011

früh aufstehen, kaffeetrinken und dann gleich mit dem Golfwagen zur Tauchschule fahren. Wir werden alle mit Neoprenanzügen, Taucherbrille und Schnorchel ausgestattet und starten dann unsere Tour zum Riff. Die beiden die uns raus zum Riff fahren kennen sich sehr gut aus und ankern an einer Stelle von der man super ins Riff kommt. Wir können dort die Unterwasserwelt (Korallen und relativ große Fische) ausgiebig erkunden. Nach einer Stunde verlegen wir uns zu einer anderen Stelle, an der zumindest ich noch mehr Rifffische erleben kann. Eine Bemerkung am Rande: Ich finde es schlecht, dass im Riff keine Tonnen liegen, an denen die Schiffe festmachen können. Das Boot unserer Tauchspezialisten hat mit seinem Anker in einem Korallenstock geankert. Schade, so gehen die Riffe auch kaputt. Nach dieser beeindruckenden Tour ging´s zurück in den Hafen zu unseren Schiffen. Wir haben sofort abgelegt und uns auf den gemacht. Bei schwachem Wind liefen wir noch 5 Knoten und waren rechtzeitig gegen 16.00 Uhr in der Marina Treasure Cay. Am Abend haben wir wieder im Hafen gegrillt.

Donnerstag, 17.11.2011,

Tag 14 am 17 Nov., 2011

nach einem Spaziergang zum Strand, jetzt war er im Gegensatz zum letzten mal wirklich schön und an der Strandbar, bei einem vorzüglichen Cocktail kam sogar Karibikfeeling auf. Leider ist morgen unser Törn zu Ende und wir müssen zurück nach Marsh Harbour. Der Wind blieb völlig weg und so motorten wir halt, warum auch nicht. Unterwegs machten wir noch eine kurze Badepause. Heute ist der erste Tag der vom Wetter her so ist, wie man sich das für die Bahamas vorstellt. Nach einer halben Stunde ging´s unter Motor weiter und gegen 16.00 Uhr kamen wir in der Marina an, machten zunächst an der Tankstelle fest um zu tanken. Nach dem Tanken verlegten wir uns auf den zugewiesenen Liegeplatz. Wir machten unser Boot gut fest und haben uns noch gewundert warum das Marina-Personal überall herumlief und die Boote im Hafen zusätzlich gesichert hat.

letzter Tag und Heimreise

Tag 15 am 18 Nov., 2011

Freitag, 18.11.2011 Wir wurden wach und der Wind pfiff ordentlich durch den Hafen. Vermutlich wussten die schon gestern Bescheid und haben deshalb die Boote gesichert. Wie immer am letzten Tag, packen, auschecken und auf das Taxi warten. Plötzlich ein Anruf für mich und ich wurde von Master-Yachting informiert, dass möglicherweise unser Flug nach Fort Lauderdale Verspätung haben könnte. Also sofort zum Flugplatz und da war das „Unheil“ schon absehbar. Bis um 13.00 war wegen des Wetters noch kein einziges Flugzeug gestartet oder gelandet. Um es kurz zu machen unser Flug nach Fort Lauderdale hatte schließlich mehr als 5 Stunden Verspätung. Als wir gegen 21.30 in Fort Lauderdale ankamen war unsere Maschine nach Deutschland schon vor 3 Stunden gestartet. Das Ticket war verfallen und es gab keinen Anspruch auf Ersatz. Alle Hektik hilft nichts also erst mal in ein Hotel. Das funktionierte recht gut und wir hatten schon einmal ein Bett für die Nacht.
Samstag, 19.11.2011 In der Nacht (wegen der Zeitverschiebung = 6 Stunden) einige Gespräche mit Mast-Yachting und um 8.30 Uhr beim Frühstück im Hotel am Pool kam die erlösende Nachricht, dass wir alle noch heute nach Deutschland fliegen können. Den Flug mussten wir zwar extra bezahlen, er ging auch nicht nach Frankfurt, sondern nach Berlin, aber von dort mit Rail & Fly per ICE nach Hause. Nach 48 Stunden waren wir dann alle mehr oder weniger wohlbehalten zu Hause angekommen.

Fazit:
Angeblich ist auf den Bahamas immer Saison, aber wir waren fast überall die einzigen, die unterwegs waren. Das wäre eigentlich nicht schlimm, aber an vielen Orten waren die Lokalitäten noch nicht geöffnet. Wie wir jetzt wissen beginnt die Saison ab Ende November.
Das Wetter war sehr durchwachsen und eigentlich nur an 2-3 Tagen so, wie man sich das in dieser Region vorstellt. Auf unsere Frage ob das Wetter, so wie wir es erlebt haben, normal ist bekamen wir keine eindeutige Aussage.
Das Revier ist von der Infrastruktur her, was Einkaufsmöglichkeiten und sichere Häfen angeht eines der besten, das ich in tropischen Revieren kenne. Wer wie wir bei schlechtem Wetter nicht ankern möchte kann hier problemlos in den verschiedenen Häfen festmachen.
Unsere Schiffe: Wir hatten 2 Katamarane, 1 Sunsail 384 relativ neu und nahezu perfekt. Das 2. Schiff eine Moorings 4000 war schon etwas älter 4 - 5 Jahre und sah auch so aus. Alle technischen Anlagen die vorhanden waren funktionierten ordentlich. Ich hätte mir aber gewünscht, dass für den Kartenplotter eine aktuellere Software vorhanden wäre. Das Unterwasserschiff hatte starken Bewuchs und der Rumpf schon einige Macken. Ein grundsätzliches Problem bei der Moorings 4000: Es gibt keine Scheuerleiste, so dass es beim „einparken“ zwangsläufig zu hässlichen Kratzern kommen muss.
Mein Spezialthema „auschecken“ muss ich leider auch hier ansprechen, denn so schön es ist wenn alles ohne Kontrolle abgehakt wird und man seine Kaution problemlos zurückbekommt, mir gefällt das so nicht. Ich bin der Meinung, dass hier korrekt alles kontrolliert werden sollte und auch ein Taucher, der das Unterwasserschiff prüft, sollte nicht fehlen. Der nächste Chartergast muss sicher sein können, dass er nicht mit „Altlasten“ seiner Vorgänger auf die Reise geht.
Der Flug über die USA erfordert wegen der sehr langwierigen Kontrollen viel Zeit zum Umsteigen (mindestens 3 Stunden). Vielleicht sollte man über London nach Nassau fliegen. Aber das hat den Nachteil, dass man in London den Flugplatz wechseln muss.
Alles in allem war es ein ereignisreicher Törn, für das schlechte Wetter kann keiner etwas, aber es drückt halt auf die Stimmung und bringt gegebenenfalls auch die Flugpläne arg durcheinander. Wenn ich noch einmal dort hin fahre, dann aber nur bei besserem (stabilerem) Wetter.