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8 Sheriffs auf Törn

12 Juni, 2013
von Rainer Trettel
Türkischen Küste, Türkei
Lipari 41

Crew: Rainer (Skipper), Werner (Co-Skipper und Gourmet-Koch), Horst (Internet-Redakteur), Schille (Anker und Deckshand), Klaus (Landleine, Schwimmer), Herbert (Angelsachverständiger), Roland (Foto und Küche), Johann (Kombüsenschef).

Die tolle Bucht von Karacasögüt empfing uns nach wochenlangen Regen zu Hause mit 28° Luft und 23° Wassertemperatur. Einkauf und Bootsübernahme klappten Dank zuvorkommenden Personals und motivierter Mitsegler bestens, so dass wir um 15.30 Uhr schon Richtung Cökertme ablegen konnten.

Karacasögüt nach Cökertme - 20,2 sm

Tag 1 am 1 Juni, 2013

Mit einem Kopfsprung ins blaue Meer testeten wir kurz nach dem Ablegen die überraschend angenehme Wassertemperatur. Aufkommende sechs Windstärken "auf der Schnauze" prüften gleich die Seefestigkeit der Crew. Auch der zwischenzeitlich aufkommende Regen konnte die Stimmung nicht kippen. Nach 3 1/2 Stunden heftigen "Gestampfe" legten wir an Rose Marys Steg an und genossen ein ausgiebiges Abendessen.

Cökertme nach Knidos - 32,3 sm

Tag 2 am 2 Juni, 2013

Johann erwartete die müden Krieger mit einem üppigen Frühstück. Ein herrlicher Nordwestwind ließ uns unter Segeln ablegen. Doch die Freude währte nur kurz und wir hatten wieder den Wind mit 8 Windstärken "auf der Schnauze". Mittlerweise bauten sich die Wellen auf bis zu 2 m auf und ließ den Kat wie im Rodeo hüpfen. Kurz vor Ankunft ließ der Wind wieder nach, so dass wir uns entschlossn mit Landleine vor Anker zu gehen. Unsere Freunde von der Dragut liefen mit ihrem 63-Fuss-Zweimaster ca. 2 Stunden später den Restaurantsteg an. Beim Antrittsbesuch erklärte der Restaurantbesitzer, dass er in der Vornacht bei starken Südwinden die Festmacherleinen aller am Steg liegenden Botte mit dem Dolch kappen musste, um seinen Schwimmsteg "zu retten". Mit Skippers weltbekannten Carponara und sieben Flächschen Wein ließen wir den Tag ausklingen.

Knidos nach Datca - 23,5 sm

Tag 3 am 3 Juni, 2013

Nach einer ereignislosen und ruhigen Nacht begrüsste uns eine Meerjungfrau im roten Bay-Watch-Badeanzug vom Nachbarschiff. Unterhalb des antiken Amphittheaters, etwas oberhalb unseres Schiffes trainierte eine grazile türkische Speerwerferin. Herrlicher Sonnenschein hob unsere Stimmung. Wind aus der richtigen Richtung ließ uns nach einem Badestopps in der Echobucht Datca nach 3 1/2 Stunden erreichen.

Datca über Symi nach Bencik - 27,3 sm

Tag 4 am 4 Juni, 2013

Unsere "Schönsten" nutzen den Hafenaufenthalt zu einem Barbierbesuch. Gegen 10:30 Uhr konnten wir mit frisch epilierten Nasenlöchern auslaufen. Mit raumem Wind konnten wir überraschend schnell in den Hafen von Symi gelangen. Bei einer Hafenrundfahrt genossen wir die beeindruckende Kulisse dieser griechischen Hafenstadt. Achterliche Winde bis zu 22 Knoten ließen uns bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7.3 Knoten (Spitze 9,7)unseren Ankerplatz im Fjord von Bencik um 14:45 Uhr erreichen. Wegen diverser Untiefen wechselten wir unseren Ankerplatz nochmals. Erfrischt von einem kurzen Badegang und einem Ankerbier nahm Werner mit Unterstützung der Kombüsenfeen die Vorbereitung seines Vier-Gänge-Menüs in Angriff.
1. Gang: Mediterraner Vorspeisensalat
2. Gang: Knoblauchkrappen aus der Pfanne mit 8 Löffenln
3. Gang: Hähnchenschenkel in Zitrone und Knoblauch mit Katoffelnspalten und Auberginenwürfeln
4. Gang: Türkischer Kaffee mit deutschem Edelbrand (Gruss an die Integrationsbeauftragte)

Bencik über Bozburun nach Bozukkale - 30,3 sm

Tag 5 am 5 Juni, 2013

Nachdem unsere "Chefangler" trotz mehrfachem Köderwechsel erfolglos blieben, hatte wenigstens unser Skipper einen fremden Anker am Haken. Gemeinsam und unter Einsatz des Dinghis konnten wir die innig ineinander verhakten Anker trennen. Ein eklatanter Fehlbestand in der Vorratshaltung zwang uns entgegen der ursprünglichen Kursplanung Bozburun zum Bunkern anzulaufen. 8 Flaschen Wein, etwas Brot und 36 Efes schwerer konnten wir nach zehn Minuten wieder ablegen. Gestärkt durch eine leckere Karoffelsuppe nahmen wir nach einem kurzen Badestopp Kurs auf Bozukkale. Bei gutem Westwind erreichten wir schließlich mit einem Durchschnitt von 7,3 Knoten unser Ziel. Um 16:15 Uhr legten wir perfekt am Steg des Loryma-Restaurantes an, bei dem unsere Freunde von der Dragut bereits einen Tisch für 19 Personen bestellt hatten. Das ansprechende Menü für 30 TL war der Beginn für einen .feucht-fröhlichen Abend mit Abschluss auf der Dragut.

Botzukkale – Küste Rhodos – Gerbekse - 30,5 sm

Tag 6 am 6 Juni, 2013

Trotz kurzer Nacht hieß es pünktlich um 10:00 Uhr „Leinen los“. Ein sanfter Dreier aus Süden trug uns vor die Küste von Rhodos. Die wie an einer Perlenkette aufgereihten Hotels am Strand ließen uns wieder auf das freie Meer abdrehen. Rhodos im Rücken verspürten wir Hunger, den wir mit einer Stulle Rotwurst stillten. Als nicht nur der Wind einschlief bargen wir die Fock und motorten die restlichen sieben Seemeilen nach Gerbekse. Beim Runden des Caps empfing uns die Kulisse einer traumhaften Bucht. Unser vorgesehener Ankerplatz im Schoß der Bucht war noch durch zwei Gulets belegt. Wir wählten einen Zwischenankerplatz in Lauerstellung und verholten uns nach Abgang der Guletts in den Scheitel der Bucht. Meerwasser in allen Farbschattierungen, eine imposante Landschaft und ein freigiebiger Proviantmeister (Johann) ließen unser Herz höher schlagen.

Gerbekse - Marmaris - 15,5 sm

Tag 7 am 7 Juni, 2013

Kühe begrüßten uns am Morgen in der einsamen aber herrlichen Bucht von Gerbekse. In der Nacht hatten noch zwei Boote wegen der aufkommenden Fallwinde ihren Schwojplatz verlassen. Wir aber waren am Scheitel der Bucht gut vertäut. Beim Auslaufen grüßten wir nochmals unsere Freunde von der Dragut, die bei Mehmet`s-Place die Nacht verbracht hatten. In der Yachtmarina mussten wir über eine Stunde auf den Abpumpwagen warten. Schwojend in der letzten Bucht vor der Zielmarina nahmen wir ein letztes Resteessen zu uns. Ein letzter Badegang beschloss unseren Törn vor der Rückgabe der Yacht.

Transfer Marmaris - Dalaman - Stuttgart

Tag 8 am 8 Juni, 2013

Der Transfer zum Flughafen klappte wie alles, was über Offshore-Yachting organisiert wurde, hervorragend. Der Flug war überpünktlich, so dass wir um 13.15 Uhr im sommerlichen Stuttgart bei 25' und Sonnenschein landeten. Eine herrliche und lustige Woche mit liebenswerten Kollegen bekam den passenden Ausklang.