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-KLEINer Törn in den nördlichen Sporaden

1 Juli, 2011
von Juergen Klein
Ägäis, Griechenland
Sunsail Oceanis 393

... - Wir sind dann mal weg!

Nürnberg

Tag 1 am 28 Aug., 2009

Pünktlich hebt der Flieger kurz nach 8 Uhr morgens ab, der erste Urlaub nach einem Jahr geprägt von meinem Jobwechsel, Stress, Hektik und dem Tod meines Schwiegervaters. Die Crew- und Familienmitglieder, meine Frau Steffi, meine Töchtern Juliana, Caren und Brit und ich, sind seit Wochen gereizt. Ich mache mir Gedanken, ob 14 Tage Segeln in dieser Situation für die Familie das Richtige ist, aber nun sind wir unterwegs. Der Flug landet pünktlich auf dem halb militärisch genutzten Flughafen von Volos. Hier gehen die Uhren irgendwie anders. Der Bus fährt 3 mal um alle Fluggäste aus unserer Boeing 737 zum Flughafengebäude zu karren, einem „Doppelbungalow“, rechtes Wohnzimmer Ankunft, linkes Abflug. Die Gepäckausgabe ist chaotisch, das Wohnzimmer platzt aus allen Nähten und erst als ein paar Fluggäste das Förderband entladen und das Gepäck Stück für Stück zum Ausgang weiterreichen, entwirrt sich das Chaos. Draußen wartet schon der Transferbus und um die Mittagszeit kommen wir an der Sunsail Marina Milina an, wo viel zu viele Yachten an einem T-Steg zu einem scheinbar gordischen Knoten vertäut sind. Da bis zur Yachtübergabe unserer Beneteau 393 namens Malc’s Cloud um 18.00 Uhr noch viel Zeit ist, nehmen wir unser erstes griechisches Mahl in der guten Taverna gegenüber des Stegs ein. Die Übernahme und Einweisung geht dann zügig: Besondere Aufmerksamkeit widmet dabei unser Einweiser der Elektrik und dem Kühlschrank mit dem Hinweis diesen am besten erst mit Eisbeuteln auf Temperatur zu bringen und später nur bei laufender Maschine einzuschalten – nach dem ersten Einkauf im kleinen Marinashop wissen wir auch wieso. Die Marina bietet keinen Landstrom, die ganze Infrastruktur ist einfach: Toiletten gemeinsam genutzt von Taverna und Marina und ein paar Duschen in kleinen Holzverschlägen am Strand - fertig. Nach der technischen Einweisung unter Deck sitzen wir dann noch bis kurz vor Mitternacht im Cockpit, trinken griechisches Bier und schauen in die Nacht und die Sterne.

Milina Marina 39°10'5 N 023°12'5E Loggestand: 000,0 Sm

Tag 2 am 29 Aug., 2009

Nach dem Frühstück geht es zum Skipperbriefing, bei dem es gute Reviertipps und Törnanregungen gibt. Letztere beschließen wir zu ignorieren und um unserem ursprünglichen Törnplan zu folgen. Danach machen wir noch den 2. Teil der Creweinweisung an Deck, sowie die Sicherheitseinweisung. Der Sitz der Automatikwesten wird nochmal geprüft und die Erklärung der Westen scheint die Kids nun langsam zu langweilen. Zugegebenermaßen haben sie das ja nun auch schon zum x-ten Male gehört. Kurz vor 14 Uhr legen wir als eine der letzten Yachten ab. Es herrscht nur ein laues Lüftchen, aber wir ziehen nach einer Sm die Segel raus, deshalb sind wir ja gekommen. Zum Üben und erstem Manövertraining mit der Familie optimal. Vorher wird natürlich noch mit dem obligatorischen Spruch Poseidon geopfert. Wie sich im Verlauf des Törns herausstellte, war ich mit dem Rotwein wohl zu sparsam. Durch den Kanal zwischen der Insel Palio Trikeri und dem Festland setzen wir Kurs auf Pigadhi. Im 3. Anlauf hält der Anker auf gut 8 Meter Wassertiefe auf einem Sandflecken im ansonsten verkrauteten Grund in der nördlichen Bucht vor dem Badestrand Pighadis. Der kleine Hafen war leider von der Sunsail Flotilla belegt. Wir binden eine lange Leine ans Dinghi und die Kinder schwimmen und rudern zusammen mit einer Familie, die sie schon aus der Marina kennen. Als es dämmert landen wir mit dem Dinghi vor der ersten Taverna im Hafen an. Die windstille Nacht liegen wir frei schwojend vor Anker, unruhig war nur die Musik aus einer Bar, die bis tief in die Nacht die Bucht beschallt hat.

Pighadi 39°03'3N 022°59'0E Loggestand: 014,5 Sm

Tag 3 am 30 Aug., 2009

Kurz nach 10 Uhr laufen wir aus und setzen bei 8 Kn Wind aus E die Segel. Das heißt kreuzen durch den Trikerikanal, aber wir genießen die Ruhe ohne die Maschine. Am späten Mittag frischt der Wind reviertypischerweise auf gute 4 Bft auf und wir machen 6 Kn Fahrt. Um 18.25 Uhr werfen wir den Anker auf 4 Metern vor dem Weststrand von Tsoungria. Wir setzen zur Sicherheit einen 2. Anker um in der Nacht nicht dem südlich gelegenen Riff zu nahe zu kommen, falls der Wind von jetzt NE weiter auf N drehen sollte. Das sollte am nächsten Tag noch für Aufregung sorgen. Wir kochen Spaghetti mit Gemüse Bolognese und genießen den Ausblick, nachdem der letzte Tagesausflügler die Bucht bei Einbruch der Dunkelheit in Richtung Skiathos verlassen hat.

Tsoungria 39°07'2N 023°29'6E Loggestand: 044,4 Sm

Tag 4 am 31 Aug., 2009

Um 9.30 Uhr geht der Anker auf. Steffi steht am Ruder, während ich gerade den 2. Anker unter dem Bugkorb hindurch an Deck hieven will. Plötzlich schlagen Wellen gegen das Boot. Wir sind schon fast auf das Riff vertrieben. Ich lasse den Anker zurück ins Wasser platschen, sprinte ins Cockpit, übernehme laut fluchend von meiner völlig verdatterten Frau das Ruder und lege den Hebel auf den Tisch. Wir können schon die Muscheln unter dem Ruder zählen, aber die Sache geht nochmal gut. Fasziniert hatte Steffi uns beobachtet, wie wir uns mit dem 25 Kilo schweren Anker abmühten und nicht auf die Wassertiefe und das Riff geachtet. Also das ganze Spiel noch einmal, das Ding an Deck gezerrt und mit Respektsabstand zum Riff raus aufs offene Wasser. Als sich der Adrenalinspiegel gesenkt hat, setzten wir die Segel und Kurs auf Skopelos, wo wir bei Agnondas am frühen Nachmittag in einer kleinen Traumbucht zum Baden ankern. Wir sitzen in der Sonne und schnorcheln in kristallklarem Wasser und beobachten die vielen Meerestiere. Gegen Abend verholen wir eine gute Seemeile nach Agnondas, wo wir an der Hafenmole längseits gehen und auch eine der wenigen Gelegenheiten nutzen, Wasser nachzubunkern. Abends essen wir unter dem herrlich blühenden Baum einer kleinen Taverne am Strand hervorragenden Fisch. Wir haben das Gefühl schon ewig unterwegs zu sein. Dabei ist das erst der 3. Törntag gewesen. Es war doch die richtige Entscheidung, den Urlaub wieder auf dem Boot zu verbringen.

Skopelos / Agnondas 39°04'9N 023°46'6E Loggestand: 073,8 Sm

Tag 5 am 1 Sept., 2009

Wir schlafen lang und laufen erst gegen Mittag aus. Direkt nach der Hafenausfahrt holen wir das Tuch raus und segeln bei gemütlichen 8 kn Wind nach Osten in Richtung Allonisos. In der Düse zwischen den Inseln dreht der Wind auf N und frischt auf. Es geht auf Halbwindkurs zügig voran bis wir in die Abdeckung von Allonisos gelangen und wieder auf die Kreuz müssen. Kurz vor 17.00 Uhr holen wir vor der Einfahrt nach Steni Vala die Segel ein. Der kleine Inselhafen ist jedoch bis auf den letzten Platz belegt. Proviant haben wir genügend, also motoren wir eine gute Seemeile rüber nach Peristera. Zwei Delphine schwimmen auf Gegenkurs einen Meter neben der Malc’s Cloud vorbei. Die Kinder sind begeistert. Endlich sehen sie Delphine im freien Meer aus der Nähe. Wir wollen in Vasilko Bay die Nacht verbringen, aber dort liegt ein großes Fischereischiff und eine edle 56er, die mit fast quer gespannten Landleine den Scheitel der Bucht sperrt. Also nochmal ums Eck nach Kalami Cove. Dort fällt der Anker auf 5 Metern Wassertiefe in der Nähe eines gestrandeten Kümos. Schnell sind Landleinen gelegt und die Familie nimmt erst einmal ein ausgiebiges Bad. Die einzigen Besucher der großen Bucht sind Ziegen, die das Salz von unseren Landleinen lecken. Später kommt noch eine Motoryacht hinzu. Mit einem schottischen „Boje an Deck“ Manöver lassen wir den Tag bei einem guten Dram Whiskey ausklingen und erleben als Draufgabe noch einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Peristera / Kalami Cove 39°12'3N 023°58'3E Loggestand: 098,3 Sm

Tag 6 am 2 Sept., 2009

Um 10 Uhr sind wir bereits wieder unterwegs, wir runden die Insel Kyra Panagia im Norden bei leichtem Wind . Die Kinder haben ihren Lieblingsplatz an Deck gefunden und lesen und faulenzen in der warmen Sonne.Am Mittag legen wir einen ausgiebigen Badestopp in der nördlichen Drabi Bay ein. Am Nachmittag motoren wir noch in die Südbucht, wo wir die Nacht verbringen möchten. In einem fjordähnlichen Finger der Kyra Panagia Bay finden wir unsere eigene kleine Bucht. Die Kinder düsen mit dem Außenborder zwischen Boot und unserem „Privatstrand“ hin und her. Hier stören wir höchstens die wilden Ziegen, die aber keine Notiz von uns nehmen. Beim Schnorcheln finden wir ein Scherbenfeld mit den Resten tönerner Amphoren. Wahrscheinlich hat hier Odysseus oder ein andere alter Grieche die Reste seines Trinkgelages über die Reling entsorgt. Da die Insel bis auf eine Handvoll Mönche eines Klosters unbewohnt ist, kann es der ortsansässige Töpfer jedenfalls nicht gewesen sein.

KIRA Panagia Bay 39°18'6N 024°03',8E Loggestand: 115,9 Sm

Tag 7 am 3 Sept., 2009

Ein herrliches Bad am Morgen und Frühstück, dann fahre ich mit meiner Jüngsten im Dinghi los um noch ein paar Fotos vom Liegeplatz zumachen. Brit darf steuern und als sie nach einer Wende wieder Gas gibt, dreht der Außenborder heulend hoch, das Dinghi nimmt jedoch keine Fahrt mehr auf. Also wird das Stück zurück gepaddelt. Wir machen das Boot klar und am frühen Mittag laufen wir nach Steni Vala aus. Da kaum Wind herrscht, motoren wir gemütlich die 10 Sm dorthin und sind kurz nach 14 Uhr fest im kleinen und schönen Hafen. Ich demontiere den Propeller des Dinghis, woraufhin sich meine Vermutung für den Defekt vom Morgen bestätigt. Der Scherstift ist im wahrsten Sinne des Wortes zerbröselt. Ersatz ist keiner an Bord, also frage ich den Wirt des Hafenrestaurants, ob er vielleicht weiterhelfen kann. Er führt mich hinter das Haus, wo er kurzerhand einen Stahlnagel aus der Wand zieht und mir überreicht. Zum Dank sorgen wir erst mal für etwas Umsatz und bestellen uns griechischen Kaffe und später noch ein Bier. Danach geht es an die Reparatur. Die Metallsäge des Bordwerkzeugs ist so stumpf, dass man darauf bis nach Athen reiten könnte ohne sich zu verletzen. Aber nach einer halben Stunde ist ein passendes Stück vom Nagel abgesägt. Da auch keine Feile vorhanden ist, benutze ich den Schleifstein, der eigentlich für die Küchenmesser mitgenommen wurde, um das Stück noch auf den richtigen Durchmesser zu schleifen. Andere Segler, die vor der Hafenkneipe sitzen, haben interessiert der Reparatur zugeschaut. Man quatscht, tauscht Törnerfahrungen aus, bestellt Bier und ruckzuck ist der Tag vorbei. Wir gehen früh schlafen, da wir morgen den langen Schlag nach Skyros machen wollen.

04.09.2009 Alonnisos / Steni Vala 39°11'4N 023°55'5E Loggestand: 126,2 Sm

Tag 8 am 4 Sept., 2009

Auf dem Schild des Minimarkts wird eine Weather Forecast angepriesen. Als ich nach dieser frage, bekomme ich die kurze Auskunft: „Wind 3 to 4 East, perfect for a sailing day“. Aha, dann also auf nach Skyros. Um 8.30 Uhr laufen wir aus, aber der angekündigte Wind will nicht kommen. Mehr als 11 Sm unter Segeln bekommen wir in 2 Versuchen nicht zusammen. Gemächlich geht es meistenteils unter Motor gegen Linaria hin, wo wir Punkt 18 Uhr seitlich am Kopf der Mole an Pollern festmachen, die auch einen Ozeandampfer halten können. Als wir es uns nach dem sehr guten Abendessen (in der 2. Taverne aus Richtung Mole kommend) wieder im Cockpit gemütlich machen, kommt plötzlich Leben in den Hafen. Immer mehr Menschen stehen auf der Mole und unter den Schirmen am gegenüberliegenden Hang der Bucht werden Fackeln entzündet und geschwenkt. Lauthals tönt Verdis AIDA übers Wasser. Sollte wohl gleichnamiges Clubschiff die Bucht anlaufen? Jedoch, es kommt besser ;-) Es legt die Fähre der weltberühmten ‚Skyros Shipping Line’ an. Nach einer guten Stunde sind Autos und Fracht entladen und es kehrt wieder Ruhe ein – bis später ein Tankschiff zur Inselversorgung direkt vor uns am Molenkopf festmacht. Merke: Um Skyros einen Besuch abzustatten, sollte man wohl besser einen anderen Wochentag wählen.

Skyros / Linaria 38°50'5N 024°32'2E Loggestand: 163,7 Sm

Tag 9 am 5 Sept., 2009

Ziel heute ist Skopelos Stadt. Um 10. 15 Uhr geht es bei Flaute los, aber bisher kam wenigstens mittags immer etwas Wind auf. Knapp 5 Knoten aus SSW, mehr werden es aber heute nicht werden. Das Getucker unter Motor wird aber irgendwann nervig und wir ändern den Törnplan. Wieder einmal werden wir dafür mit einer Traumbucht belohnt. Der Anker fällt in der Südwestbucht Limani Cove der unbewohnten Insel Skantzoura gut geschützt von der kleinen vorgelagerten Insel Prasso. Allein für den genialen Sonnenuntergang hier hat sich der Abstecher gelohnt. Einfach die Seele baumeln lassen und genießen . Der Alltag zuhause liegt, so scheint es, Jahre zurück. Glück pur!

Skantzoura / Limani Cove 39°04'1N 024°06'8E Loggestand: 194,9 Sm

Tag 10 am 6 Sept., 2009

Kurz nach 10 Uhr nehmen wir die gestern unterbrochene Fahrt wieder auf. Aber Skopelos Stadt will uns auf dieser Reise partout nicht sehen. Wir laufen bei sonnigen und wolkenlosen Himmel mit einer leichten Brise aus, aber der Wind frischt jetzt stündlich um mehr als 1 Bft. auf. Als wir um halb zwölf gute 4 Bft. aus N haben und sich am Horizont hohe weiße Wolken türmen, reffen wir. Eine halbe Stunde später ändern wir den Kurs von NO nach O, da ich bei der frischen Brise nicht gegenan durch den schmalen Kanal zwischen Skopelos und Alonnysos stampfen möchte, zumal in der Düse wohl noch mehr Wind zu erwarten ist und auch mittlerweile ein grobe Welle steht. Wir reffen ein zweites Mal und kaum erreichen wir den Ausläufer Düse zwischen den Inseln weht es stürmisch. Obwohl das Barometer seit dem frühen Morgen konstant 1022 mbar anzeigt, ist der Himmel plötzlich grau, wir sehen Regenschauer rund um das Boot, aber seltsamerweise bleiben wir zumindest vom Regen verschont. Allerdings muss ich jetzt die 2 bis 3 Meter hohen Wellen aussteuern, aber trotzdem nehmen wir immer wieder Spritzwasser über den Bug, das mangels Sprayhood auch voll ins Cockpit schlägt. Kurz muss ich an die etwas spöttischen Blicke der anderen Segler in der Marina denken, als ich meine Öljacke an Bord getragen hatte. Immer wieder beruhige ich die Familie, die jetzt doch mit der Angst kämpft, als ein Schapp aufspringt und einige Müslischüsseln durch die Kajüte fliegen. Erst als wir in die Abdeckung von Skopelos geraten, nimmt zumindest der Wellengang etwas ab. Als dann endlich die Einfahrt zum Hafen von Agnondas in Sicht kommt, sehen wir, wie ein großer Versorger von dort in eine ostwärts gelegen Bucht in den Schutz der hohen Felswände verholt. Also weitere 7 Sm nach Parnormou, Agnondas scheint unsicher zu sein. Als wir dort im Schutz der vorgelagerten Insel Desa die Segel einholen, vertörnen sich die wild schlagenden Schoten der Fock. An der Lifeline hangele ich mich aus Vorschiff, entwirre die Schoten und rolle die letzten 2 Umdrehungen der Furlex mit der Hand ein. Die Ankerbucht ist natürlich schon sehr voll, aber wir ergattern noch ein Plätzchen, an dem wir um 15.45 Uhr mit Heckleinen zu den Felsen vor Anker gehen können. Unser Ankerbier haben wir uns heute schwer verdient! Allerdings nimmt die Wassertiefe backbords und achteraus schnell ab, weshalb ich noch den Zweitanker mit dem Dinghi steuerbords voraus ausbringe. Jetzt klart es plötzlich auf. Wir hängen die Rettungswesten zum Trocknen auf die Bimini und tauschen die nasse Kleidung. Meine jüngste Tochter hüpft sogar nochmal kurz ins Wasser. Bei einer heißen Tasse Kaffee bietet sich jetzt großes Buchtenkino. Eine kleine Yacht läuft mit völlig zerfetzter Fock ein, die Reste flattern wie bei der Flaggenparade im Wind. Immer wieder fallen Boen mit 15 -16 Knoten ein, Anker slippen und ein großer Kat braucht über 90 Minuten bis der Anker sicher hält. Am Abend zeigen sich sogar Streifen blauen Himmels, weshalb wir uns entschließen mit dem Dinghi in die große Badebucht zum Abendessen zu fahren. Als wieder graue Wolkenwände aufziehen, geht es schleunigst zurück an Bord. Die ganze Nacht toben Gewitter und Regen prasselt vom Himmel. Es wird eine unruhige Nacht mit rasselnden Ankerketten und immer wieder peile ich die Lage des Bootes.

Skopelos / Parnormou 39°06'3N 023°39'6E Loggestand: 224,3 Sm

Tag 11 am 7 Sept., 2009

Da der Wetterbericht nur eine geringfügige Wetterbesserung für heute vorhersagt, beschließen wir einen Layday. Wir spielen Karten, lesen, faulenzen und holen den entgangenen Schlaf nach. Da es regnet, kochen wir am Abend an Bord und gehen früh schlafen.

Orei / Euboea 38°57'0N 023°05'2E Loggestand: 253,5 Sm

Tag 12 am 8 Sept., 2009

Der Morgen begrüßt uns mit einem letzten Regenschauer, dann klart es etwas auf. Kurz vor 11 Uhr brechen wir mit Kurs aus Festland auf. Bei 5-6 Bft. im der Düsen zwischen den Inseln und immer noch beträchtlicher Welle passieren wir Skiathos und fahren in den Trikeri Kanal ein. Der Wind nimmt stetig ab und die letzten 4 Seemeilen bis nach Orei müssen wir sogar den Motor anwerfen. Um 15.20 Uhr liegen wir mit dem Heck zum Land fest im Hafen von Orei. Mittlerweile zeigt sich sogar die Sonne wieder. Wir gehen an den Strand, der praktischerweise direkt hinter der Hafenmauer beginnt und spülen unter den Strandduschen die letzten Salzreste hinweg. Am Abend bummeln wir gemütlich durch den Ort und nehmen unser Abendessen in einem der Lokale auf der Strandpromenade ein. Da es aber schnell abkühlt, sind wir um 21 Uhr schon wieder an Bord und nehmen den Schlummertrunk lieber in der Kajüte ein.

Pithos Cove /Palio Trikeri 39°09'5N 023°05'2E Loggestand: 276,6 Sm

Tag 13 am 9 Sept., 2009

Der morgendliche Himmel ist endlich mal wieder ohne Regen und wir legen kurz nach 10 Uhr mit einer schwachen Brise ab. Gemütlich kreuzen wir gegen Norden bis der Wind fast eingeschlafen ist. Die letzen paar Meilen nach Palio Trikeri tuckert der Jockel. Wir um runden Palio Trikeri und werfen für die Nacht den Anker im Westen der Insel. Die Kids spielen am Strand und wir genießen nochmal ausgiebig die Sonne. Am Abend besuchen wir den südlich gelegenen Ort, der sich wegen eines Heiligenfestes in ein einziges Volksfest verwandelt hat. Da nirgendwo ein Tisch zu bekommen ist, kochen wir nochmal an Bord. Danach trinken wir noch ganz gemütlich die letzten Bierreserven.

Palio Trikeri / Milina Marina 39°09'3N 023°12'6E Loggestand: 285,8 Sm

Tag 14 am 10 Sept., 2009

Strahlende Sonne, aber kein Wind am letzten Tag unseres Törns. Wir lassen es langsam angehen und motoren gemütlich zurück zur Marina, wo wir schon gegen Mittag als erstes Boot anlegen. Ganz entspannt bereiten wir alles für die Abreise am nächsten Morgen vor. Die Bootsabnahme durch Sunsail zwischendurch ist völlig unproblematisch und gleicht eher einem gemütlichen Schwatz. Der verlorene Radarreflektor und die 2 zerbrochenen Müslischalen sind ja auch alles auf unserer Verlustliste. Sogar bedankt sich der Betreuer von Sunsail noch für die Anfertigung des Ersatzscherstifts für den Außenborder. Am Nachmittag sitzen wir in der Marinataverne , schauen den einlaufenden Yachten zu und tauschen mit den nach und nach eintrudelten Crews unsere Erfahrungen aus. Als ein Boot mit einer, nach der Kollision mit einer anderen Yacht 2 Sm vor der Marina, aufgerissener Bordwand einläuft, ist Gesprächsstoff genug vorhanden. Wir sitzen noch bis kurz vor Mitternacht mit den anderen Crews zusammen und stoßen auf gelungene Törns an.

Die Törnstatistik und Erfahrungen

Tag 15 am 11 Sept., 2009

Erfahrungen:
Seemeilen gesamt: 286 Sm, davon unter Segel 158 Sm, unter Motor 128 Sm
Längster Schlag: 37 Sm
Kürzester Schlag: 9 Sm

Verbrauch:
60 L Diesel, 470 L Wasser
Hafengebühren 0€ + 5€ für 110 Liter Frischwasser in Agnondas

Wetterbericht nur über WAP-fähiges Handy, per Funk nicht zu empfangen, zudem nicht immer zutreffend, Papierkarten z.T. ungenau, und ohne Korrekturwerte für WGS84, auch dem Kartenplotter nach ankerten wir mehrfach auf Land inmitten von Pinienwäldern!