Törnbericht von Sören Braune

Kroatien-Nord, Kroatien
20 Oct 1999

Törnbericht von Sören Braune 11.10.1999 Nach reichhaltiger Erfahrung auf Berliner Gewässern - lediglich mit Jolle - wollten wir es nunmehr etwas größer und etwas richtiger probieren. Mit frisch erworbenen SBF-See und altem A Schein sollte es ein wahres Boot sein. Eine Yacht. also buchten wir bei Masteryachting und fuhren nach Kroatien. Beim check-in war die Devise - bloß nicht auffallen, zwischen den alten Segelexperten. Also waren wir betont cool, so cool das uns ein kleines aber nicht unwichtiges Detail bei der Einweisung entging. Maschine an, Leinen los und den Gashebel nach vorn. Nichts geschah. Die Schraube rührte sich trotz laufendem Motor nicht. Wir schwappten in der Parklücke hin und her; immer bemüht unseren Nachbarn nicht zu nahe zu kommen. Sehr professioneller Einstieg. Nach etlichen Versuchen erbarmte sich ein Mitarbeiter von Masteryachting und erklärte uns: "Am Gashebel nicht den roten Knopf zum Auskuppeln betätigen !” Ansonsten hilft auch mehr Gas sehr selten. 13.10.1999 Der Kahn war für zwei Leutchen riesig (33 fter.) Jeder hatte seine eigene Kabine. Der Skipper und der zweite waren also unterwegs, sehr bequem. Der Alptraum war nur das Anlegen. Unerfahren mit dieser Bootsklasse schwitzten wir schon beim Anblick des Zielhafens. So wurden die Anlegemanöver zu den Höhepunkten des Tages. Man kann sich stundenlang damit beschäftigen, insbesondere zu zweit. Am wichtigsten - keine Zuschauer. Das beruhigt gerade bei Anfängern die Nerven. Trotz mehrfach fehlgeschlagener Anläufe gelang es uns jeden Abend einen überzeugenden Schlaf- und Ruheplatz zu finden. Das Boot blieb ohne Schaden und von Tag zu Tag wurden wir sicherer. Die Häfen sind verträumt und jetzt im Oktober waren wir meist die einzigen. So konnten wir die mediterrane Stimmung leben. 14.10.1999 Hier gibt es unzählige kleine romantische Inseln und verträumte Ankerbuchten, so dass wir beschlossen haben, tägliche kurze Pausen und Badestops (Oktober !) einzulegen. Heute haben wir im Nationalpark Kornati übernachtet. Die Landschaft dort ist noch karger als sonst. Den Parkwächtern sind wir durch die Lappen gegangen, so dass es sogar möglich war, kostenlos die Natur zu genießen. 15.10.1999 Unser morgendliche Landgang. Nachdem wir einen Hügel erklommen hatten - welch ein Anblick! Ein englischer Dreimaster ruhte in der Nachbarbucht. An Deck regte sich noch nichts - wir fühlten uns in früheste Jugendjahre mit entsprechender Abenteuerliteratur zurückversetzt. Unsere Besatzung schlich zurück - wir waren noch nicht entdeckt. Die Segel wurden gesetzt und es gelang uns unerkannt zu entkommen - dank des schnelleren Schiffes und einer inzwischen eingespielten Crew. 17.10.1999 Am letzten tag durften wir noch erleben, was eine Bora (vormittäglicher starker Nordostwind) ist. Die Ereignisse der frühen Morgenstunde während der Bora lassen sich wie folgt zusammenfassen: Fender - über - Bord- Manöver auf engstem Raum(lohnt sich bei dem Stückpreis); drei Anläufe um die Inselgruppe zu verlassen, wobei im letzten Versuch das Material den kürzeren zog - gebrochene Großsegelhalterung - naja. Nachdem wir gegenseitig kurzfristig etwas lauter und deutlicher unsere seglerischen Fähigkeiten lobgepriesen hatten, legte sich mit der Bora auch die angespannte Stimmung. Nach kurzer Fahrt unter Maschine und alltäglicher Badepause liefen wir im Ausgangshafen ein. Geschafft. Alle mit Freude überlebt. Danke. Jederzeit wieder - aber inzwischen mit 10 Personen auf 15 Meter Yachten........


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