SKS Ausbildungstörn Ostern 2013

Fack Bock halten war das letzte Kommando am Abend vor der Prüfung, was den Skippern das Signal sendete, alle sind austrainiert - nein - schon übertrainiert.

14 Tage Ausbildungstörn, immer mit dem Blick aus unseren Vereinskameraden richtig begeisterte Segler zu machen.

die Cote d`Azur zwischen Toulon und St Rafael, ein tolles Segelrevier für 330 nm und alles unter Segeln.

Übernahme der Yachten

2 baugleiche Dufour 405 sollen insgesamt 14 Seglern die nächsten 14 Tage Heimat und Unterkunft bieten. Wir übernehmen die Yachten bei wechselhaftem und kühlem Wetter.

Regen und Wind > 7 bft

Wir beginnen mit einem Hafentag und verlängern die Theorie um eine gründliche Sicherheitseinweisung und Besprechung der Notrollen.

Sonne und Wind satt, alles Raus!

Das ist das Wetter für den 1. Segeltag. Wind bis 5 bft, Sonne und wenig Welle. So finden auch unsere Bodenseefreunde Gefallen am Blauwassersegeln. Wir üben und machen Meilen. Ziel ist die wunderschöne Insel Poquerolles, wo wir mit letztem Licht festmachen.

Sonne, Wind und Wellen, nicht Toulon, aber Hyeres

Die Bucht von Toulon ist das Ziel. Bei frischem Westwind kreuzen wir aus der Meerenge von Poquerolles raus Richtung Toulon. Dort wird der Wind und die Wellen deutlich mehr. Als der Windzeiger sich konstant über 30 kn einpendelt und die Wellen deutlich zunehmen, kehren wir um und segeln bei flachem Wasser und tollem Wind den Tag über in der Bucht von Hyeres. Wir üben intensiv MoB Manöver unter Segeln und geniessen die Manöverkreise unserer SKS Kandidaten. Abends laufen wir in den Hafen von Hyeres ein. Richtig willkommen sind wir nicht, weil schon übermorgen eine Großveranstatlung stattfinden soll und da kann man zwei Tage vorher keine störenden Gäste brauchen. Wir feilschen wie Teppichhändler um Duschmarken, Strom und das Recht übernacht zu bleiben. C`est la vie.

Achtung Tauchertonnen

Wir laufen aus bei bedecktem Himmel und böigem Ostwind. Manöverkreise unter Segel und Meilen Segeln heißt das Tagesziel. Wir stellen überrascht fest: Es gibt noch ein anderes Lee :). Besonders kommt es unmittelbar vor Halsen vor. Also fahren wir Halsen bis es sitzt. Dann einen schönen Schlag ums Kap Blanc bis kurz vor die Ile de Bagaud und wir rauschen mit halbem Wind zurück nach Bormes. Auf der Höhe des Cap de Bregancon, so knapp 2 Meilen Abstand zur Küste entdecken wir eine Tauchertonne, die wohl nicht auf allen Karten verzeichnet ist. Bei Nacht möchten wir der nicht begegnen. Aber so bekommt der Ratschlag mit dem gut Ausguck halten seine richtige Bedeutung.

Regen - Hafentag

wir lümmeln rum und hoffen auf Nachlassen des Regens. Mit dem Wind kämen wir ja klar, aber Regentropfen horizontal meiden wir. Also warten wir bis abends, nehmen unser letztes Crewmitglied an Bord und entdecken ein tolles Restaurant in Le Lavandou, wo wir mit einem beachtenswerten Menu den Abend ausklingen lassen und uns nach einem ausführlichen Schlummertrunk in die Kojen hauen und von Sonne träumen.

Raumschots nach Stropez

ja, Sahnesegeln. Sonnig, schöne 3 bis 4 bft raumschots. Das Panorama ist die Küste zwischen Cap Negre und Cap Lardier. Ab und an fällt uns eine Boje über Bord und wir bitten unsere Spezialisten zum Halsen ans Ruder. Ab dem Cap Camarat beginnen wir mit dem Kreuzen bis zum Hafen von St. Tropez. Den Tag rundet eine Hafenrundfahrt mit unserer Yacht durch das innere Becken ab, mit Besichtigung der Millionen Yachten. Warum haben die fast alle keine Masten?

Ist denn ein Schiff ohne Mast überhaupt ein Schiff?

Port Ferreol

Nach einem Brunch- oder hat nur das Frühstück länger gedauert?- besichtigen wir die Altstadt, den Markt, die kleinen Gassen, die Zitadelle und geniessen das Treiben am Hafen. Nachmittags üben wir Hafenmanöver mit einigen weiteren Hafenrundfahrten. Dann steht segeln im Golf von Stropez an. Böiger Wind und üppige Bordarbeit machen den Tag kurzweilig. Abends wartet ein Schmankerl auf uns. Der Hafen von Ferreol, klein, verträumt und abseits vom Tourismus. Ein Kleinod mit Charme, geht halt nur in Ausnahmefällen, da wenig Platz.

Wir geniessen Meeresfrüchte und Pizza in der kleine Kneipe um die Ecke.

Port Grimaud

Bei krachig Wind aus westsüdwest segeln wir der Küste entlang nach St. Raphael und dann zurück in den Golf. Ab dort dreht der Wind nach West, klar wir wollten ja noch etwas kreuzen, also wir bekamen , was wir wollten. Am Abend besichtigen wir, natürlich per Schiff die Lagunenstadt Port Grimaud und den Hafen Cogolin. Wir machen längsseits fest und werfen den Herd, an. Noch drei Tage bis zur Prüfung.

Und wieder St. Tropez

Am morgen kein Wind. also üben wir Hafenmanöver. Längsseits, eindampfen in die Vorspring, rückwärts anlegen, wenden auf engem Raum, kursgerecht aufstoppen. Dafür opfern wir den Vormittag. Gegen 13 Uhr kommt Wind auf, wir segeln. Ostwind bis Stärke 7 ist angesagt. Nach 3 Stunden haben wir beide Segel zweimal gerefft. Inzwischen hat es Wind um 35 Kn. wir segeln mit halbem Wind zwischen St Tropez und Sainte Maxime. Nach einigen Schlägen fängt es an zu regnen und der Wind wird böig. Ein gekonntes Bergemanöver im flachen Wasser vor der Hafeneinfahrt in Lee des Wellenbrechers und dann noch anlegen. Kommt selten vor, dass die Yacht nur bei Vollgas rückwärts gegen den Wind Fahrt aufnimmt. Dann schnell noch unserem Schwesterschiff beim Anlegen assistieren und raus aus dem Ölzeug.

Auf nach Cavalaire

Wir frühstücken ausgiebig. Dann noch eine Stunde Hafenmanöver und dann segeln wir bei idealem Wind nach Cavalaire, entspannt und locker machen wir nach dem gestrigen Starkwind einen gemütlichen Tag. Wir geniessen die Sonne. Abends stellen wir dann fest: Die Prüfung steht im Raum. Vom Schwesterschiff klingen komische Kommandos, z. Bsp. "Fack Bock" halten. Wir stellen eine gewisse Übertrainiertheit fest, nehmen einen letzten Schluck Rotwein und legen uns schlafen.

Letzter Feinschliff

Bei Sonne und ordentlich Wind bleiben wir in der Bucht von Cavalaire. Das Tracking malt die Bucht mit Kreisen aus. Wir üben auch ankern und Motormanöver im Hafen. Nach dem Anlegen wird klar Schiff gemacht, ohne den Manöverschluck für den Anleger zu vergessen. Die Crew der Fydjee prüft die Weinbestände im Weinkeller, was ein geiles Detail der 405er Dufour! Schon in der Nacht wird klar: Der Wind wird wie vorausgesagt: über 7 bft, Kalt und Regen.

Die Prüfung steht im Raum!

Prüfungstag. 5 Schiffe mit insgesamt 20 Prüflingen. Auch im Hafen stehen fast 30 kn Wind. die Alefa beginnt. Mehr als eine Stunde sind sie draußen. Wir fiebern mit. Draußen alles im zweiten Reff. Der wind nimmt zu und als die Alefa zurückkommt fängt`s an zu regnen. Der Prüfer ist ein alter Hase und obendrein fair. Nun ist die Fydjee dran. Zu mehr als den MoB Manövern unter Motor und Segeln kommen wir nicht. Aber die Ausbildung hat sich gelohnt alle 5 Prüflinge kommen an die Boje ran, wenn wir sie auch nicht immer beim ersten Mal kriegen. Mit den Manövern haben wir die ganze Bucht gequert. Danach rauschen wir raumschots zurück bergen die Segel und der Prüfer läßt den Skipper anlegen. Mit dem Wind in die Lücke, bei manchen Manövern gibt es keinen zweiten Versuch.

Danach Schampus: alle 10 Prüflinge haben bestanden.

Abschlusstag

Heute haben die Pforzheimer noch eine Abschlussregatta für die Flotte von insgesamt 10 Schiffen organisiert. Cavalaire nach Port Cros und dann nach Bormes zurück. Wie immer, üppig Wind, immer über 20 Knoten und von West oder Südwest. Also bis Port Cros alles am Wind. Auf der Fydjee stellen wir fest, was wir schon seit Tagen ahnen, unser Bootsspeed stimmt nicht. Aber gab`s am Anfang des Törns bei viel Wind und Welle noch bange Blicke, fühlen sich inzwischen alle sicher an Bord und geniessen. Die Alefa segelt gut, schneller als wir und wird am Ende Dritter, uns langts noch zum 5. Abends geniessen wir ein gemeinsames Abschlussmenue in unserem Lieblingsrestaurant. Dort können wir auch schon wieder darüber lachen, dass man uns zwei Fahrzeuge vom Parkplatz abgeschleppt hat. Nepper Schlepper auch bei den Franzosen und schön mit Unterstützung der Flic`s.

Wir hatten einen tollen Törn und alle sind jetzt vom Seesegeln "angefressen"!