St.Martin - Anguilla - St.Barth, Beneteau Oceanis 41.1 im Februar 2018

Dieses Mal hatten wir uns für unseren "Winter-Törn" die Inseln um St. Martin ausgesucht. Zur Vorbereitung dient - wie immer in der Karibik - der passende Cruising Guide von Chris Doyle (top-aktuell für die nördlichen Leewards, enthält alle relevanten Informationen, Hurricane-bedingt passt derzeit nicht alles was die Situation an Land betrifft). Das Revier ist toll: Anguilla ist recht ruhig, wenig Touristen, der Kontrast dazu St. Barth mit dem lebendigen Gustavia und St Martin sehr abwechslungsreich. St. Martin ist von der Hurricane-Saison in 2017 derzeit noch hart getroffen, aber die Infrastruktur ist überall wieder gut (Supermärkte, Mobilfunk mit Internet, und viele (nicht alle) Bars & Restaurants. Für Segler gibt es keine wirklichen Einschränkungen. Der Wind ist durchaus mal kräftiger als in anderen Karibik-Gebieten, Ankerbuchten gibt es einige, aber nicht immer gut windgeschützt (der Ankeralarm des Tablets ist sehr nützlich!).

St. Martin - Marigot Fort Louis Marina Port la Roy 89.83 nm / 166.37 km


Freitag, Anreise

Der Flug von über Amsterdam nach St. Maarten lief pünktlich und unkompliziert. Der Flughafen auf St. Maarten ist noch durch die Hurricane-Saison zerstört, die Abfertigung erfolgt in Zelten, aber durchaus sehr professionell. Der vorab bestellte Transfer hat gut funktioniert, der Fahrer sehr freundlich. Die Fahrt zum DreamYachtCharter-Büro dauert 15min, der Papierkram hat nicht lange gedauert, von dort aus ging es weiter zur Marina, das Boot war schon fertig vorbereitet, so dass wir nachmittags uns schon einrichten konnten. Der vorab bestellte Proviant (Bestell-Liste auf der DYC-Website) kam pünktlich, aufgrund der (Hurricane-bedingten) unzuverlässigen Technik zur Kreditkartenzahlung beim Fahrer musste ich noch fix Bargeld abheben (Geldautomaten in 5min zu Fuß erreichbar, einer davon erlaubt die Auswahl zwischen den beiden gängigen Währungen USD oder EURO). Für die restlichen Kleinigkeiten sind wir noch zum Supermarkt (zu Fuß ca. 15min). Ein gutes Restaurant ist direkt an der Marina, sonst gibt es Einiges zur Auswahl im Hafenbereich (Fähranleger).

Samstag 15sm St Martin - Marigot nach Anguilla

Am nächsten Morgen kam Gabriel (Base Manager) zur Bootsübergabe, da die Oceanis 41.1 gerade mal 3 Wochen alt war, gab es nichts zu beanstanden. Zum Ausklarieren kurz ins Hafenbüro (gelbes Gebäude direkt an der Marina, Treppe hoch, geht schnell am PC). Danach Ablegen und Kurs Richtung Anguilla. Das Wetter ist karibisch (28°C, Sonne, immer mal wieder schnell durchziehende (auch mal kräftige) Schauer), der Wind aus östlichen Richtungen mit 15 .. 20kn gut. Ankern in Road Bay (sehr guter Sandgrund, Bucht einigermaßen gut geschützt), zum Einklarieren (Polizeistation ist zerstört, jetzt am Commercial Dock) war es allerdings zu spät. Restaurant-Tip ist die SandBar, das Konzept ist sehr gutes Essen in kleineren Portionen zum Probieren

Sonntag 15sm Anguilla, Prickley Pear

Das Einklarieren dauert etwas länger (Papierformulare, da das SailClear noch nicht wieder funktioniert - sonntags sollte man nicht unbedingt eine pünktliche Eröffnung des Büros erwarten), hier ist ein Cruising Permit fällig (pro Tag 55USD in bar zu zahlen), dann raus zu Prickley Pear. Ankern und dann zum Schnorcheln per Dinghi auf die andere Seite der Insel. Sandy Island ist völlig zerstört, die Bar und alles, was da mal war, ist verschwunden. Da wir noch ausklarieren wollten, sind wir wieder zurück zur Road Bay.

Montag 20sm Anguilla, Rendezvous Bay

Wir sind kurz zur Crocus Bay/ Little Bay, die Bojen waren allerdings besetzt und es fing an, zu regnen. So sind wir auf die Südseite der Insel zur Rendezvous Bay, eine langgezogene Bucht mit Sandstränden. Einigermaßen Schutz bietet nur die Ostseite (Blowing Point), um dort zu übernachten, da Anguilla sehr flach ist, pfeift der Wind hier doch ordentlich (wir waren auch die einzige Yacht in der gesamten Bucht). Unterwegs lernten wir ein Wetterphänomen kennen, was immer mal wieder in ähnlicher Form aufkam: wenig Wind mit 10kn - innerhalb von 30sec Wind 24kn - starker Regen - wieder wenig Wind (ingesamt ca 15..20min Dauer)

Dienstag 25sm St. Barth, Gustavia

Wir sind an der Ostseite von St. Martin gesegelt, der Wind war mit 23..26kn recht ordentlich, dazu 6.6ft Wellen und sind nachmittags in Gustavia angekommen. Direkt im Hafengebiet gibt es ein großes Bojenfeld bzw. Ankermöglichkeiten. Ein- und Ausklarieren geht hier wieder schnell (Capitainerie am Hafen, französisches System am PC, daher für die Yacht das Passwort von St. Martin gut merken). Gustavia ist ein beliebtes Ziel von Kreuzfahrten und Luxusyachten, daher zahlreiche (hochpreisige) Shoppingmöglichkeiten, ein Supermarkt ist direkt hinter der Capitanerie. Man kann zum Fort Karl hochlaufen und hat dort einen guten Ausblick auf die Stadt & Bucht. Restaurant-Empfehlungen sind das Le Repair am Fähranleger (daneben die Treppe hoch ein guter Laden mit Bootszubehör) und das L’Enteract am Hafen (die Auswahl ist in Gustavia aber groß).

Mittwoch St. Barth, Anse Colombier/ Ile Fourche

Den Tag habe wir für die kurze Distanz zur Anse Colombier (nette Bucht, gut zum Schnorcheln, viele Wasserschildkröten) genutzt und sind wieder zurück nach Gustavia.

Donnerstag 18sm St. Martin, Simpson Bay

Der Wind bleibt konstant oberhalb von 20kn, daher waren wir recht schnell unterwegs und haben vor der Einfahrt der Lagune in der Simpson Bay geankert. Einklarieren kann man an der Polizeistation direkt vor der Brücke zur Lagune, das holländische System ist wieder papierbasiert und dauert. Das Büro zum Ausklarieren schließt aber schon um 16:00, so mussten wir am nächsten Tag nochmal hin. Wir sind mit den Dinghi durch die Lagune, da wird das Ausmaß der Zerstörung durch die Hurricanes - auch Monate danach - sichtbar: Masten, die aus dem Wasser ragen, halb gesunkene Megayachten und geborgene, mit Schlamm verkrustete Yachten und kaum ein unbeschädigtes Gebäude. Daher ist die Restaurantauswahl begrenzt, wir waren im (empfehlenswerten!) St. Martin Yachtclub direkt hinter der Einfahrt zur Lagune.

Freitag, 13sm St. Martin, Grand Case

WindFinder sagt Windgeschwindigkeiten oberhalb von 25kn (Tendenz steigend für die nächsten Tage) vorher, wir gingen - nach einem Zwischenstop in Marigot zum Einklarieren auf der französischen Seite (ja, morgens in Holland aus- und nachmittags in Frankreich einklarieren, auf einer Insel) - in Grand Case vor Anker. Das Dorf wurde quasi vollständig zerstört, die meisten Hotels und Restaurants sind noch geschlossen (viele planen die Eröffnung in 2018). Direkt am Dinghi-Dock sind jedoch kleine Restaurants und Bars geöffnet, die Besitzer freuen sich über die (wenigen) Besucher (in der gesamten Bucht waren nur zwei Yachten vor Anker).

Samstag, St. Martin, Marigot Marina Fort Louis

Nach einer unruhigen Nacht sind wir in die Friar’s Bay und haben den Tag (relativ gut geschützt) dort verbracht, sind nachmittags zurück in die Marina Fort Louis, getankt und in der Marina festgemacht. Mittlerweile waren innerhalb der Marina 30kn Wind, so dass wir uns eine etwas ruhigere Nacht erhofften.

Sonntag Rückreise

Der Fahrer hat uns pünktlich abgeholt und zum Flughafen gebracht, das "Checkin-Zelt" ist sehr gut organisiert, Security Check ging recht fix und im Abflug-Bereich gibt es sogar ein paar Shops (Souvenirs, Essen & Getränke). So kamen wir pünktlich wieder zurück nach Europa.