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Tauch-Segeltrip Sardinien Korsika der Segeltaucher

9 Feb., 2012
von Siegfried Krentz
Sardinien, Italien
Lagoon 440 - Via Libera -

Der Trip startete in Portisco und lief über das Maddalena-Archipel nach Assinara. Von dort segelten wir weiter nach Korsika um dort ein Flugzeugwrack (Vickers Wiking) zu betauchen. Nach etwas stürmischerem Wetter fand der Crewwechsel in Bonifacio statt.
Von dort betauchten wir die Lavezzi Inseln und das Wrack der Besoffenen in Porto Vechio. 2 weitere super Tauchgänge rundeten die 2. Woche ab - u.a. ein Tauchgang am Secco di Washington im Maddalena Archipel und ein Tauchgang am Gefahrenzeichen Süd im Osten von Korsika lieferten Fischschwärme und Artenreichtum, wie man ihn im Mittelmeer nicht mehr gewohnt ist...

Der Start

Tag 1 am 1 Okt., 2011

Törnbericht Sardinien – Korsika - Sardinien 01.10.-15.10.2011,
ein Paradies über wie unter Wasser…
Auch in diesem Jahr haben die Segeltaucher die Tauch- und Segelsaison mit einem
kombinierten Segel- und Tauchtörn beendet. In diesem Jahr ging es ausgehend von
Portisco im Nordosten Sardiniens durch das wunderschöne Maddalena Archipel, durch
die Lavezzis vor Korsika und natürlich auch nach Bonifacio – die Stadt auf der Festung.
Dazu gab es noch einen Abstecher nach Assinara – einer ehemaligen Gefängnisinsel im
Nordwesten Sardiniens.
In der ersten Woche waren Evelyn, Siggi, Adde, Jörg, Jürgen, Ludolf und Sascha an
Board. Während Jörg und Ludolf per Flieger anreisten machten sich die anderen Fünf per
Auto – Evelyn hatte dankenswerter Weise ihren Bus zur Verfügung gestellt – bereits am
30.9. um 5 Uhr Morgens auf den Weg nach Genua, wo die Fähre von Tirrenia um 18 Uhr
ablegte, um nach Olbia zu fahren. Die Fahrt verlief unspektakulär und so waren wir nach
bereits 8 Stunden in Genua und hatten noch genügend Zeit die Stadt zu erkunden.
Morgens um 8 Uhr in Oblia angekommen machten wir uns mit einem kleinen
Zwischenstopp in einem Supermarkt direkt zur Charterbasis auf. – Sagen wir fast direkt –
denn Jürgen stellte in der Zwischenzeit fest, dass er seine Jacke samt Handy und Brille
auf der Fähre gelassen hatte… Gegen 12 Uhr waren wir an der Charterbasis und konnten
auch mehr oder weniger sofort unsere Lagoon 440 übernehmen. Die Lagoon 440 war der
erste Katamaran, der Konstruktionsbedingt eine Flybridge mit Steuerstand hatte. Da ich
in der Vergangenheit schon viele Katamarane angesehen hatte und sehr viele bereits
gesegelt bin, aber noch einen mit Flybridge, sollte sich nun zeigen, ob dieses Konzept,
das in der Zwischenzeit von verschiedenen Herstellern kopiert wurde tatsächlich
funktionabel ist. Der Vorteil einer Flybridge besteht in der besseren Übersicht beim
segeln, allerdings sitzt der Skipper etwas abseits und die Sicht nach Hinten beim
Rückwärts einparken ist etwas versperrt, so dass man hier auf seine Crew angewiesen ist.
Dazu kommt, dass wegen der Flybridge der Baum sehr hoch ist und deswegen der
Schwerpunkt nach oben wandert – was sich in der Praxis aber selbst bei 7-8 Windstärken
nicht als negativ erwies.

und weiter geht es

Tag 2 am 2 Okt., 2011

Aber nun stechen wir in See… Nachdem das Gepäck der Reisenden, die 7
Tauchflaschen, 50 KG Blei, ein Kompressor mit Elektro und Benzinantrieb und die
Tauchausrüstung samt Verpflegung (inkl. Einer Kiste Mönchhofbier und einer Kiste
Franziskaner Hefeweizen) verstaut waren, und die obligatorische Sicherheitseinweisung
stattgefunden hat, ging es gegen 16 Uhr los. Und gleich ging es ins Maddalena Archipel
nach Caprera – 15 Seemeilen – und während der Fahrt direkt Begleitung durch Delfine.
Das Wetter war sehr warm und nahezu windlos, weswegen an Segeln nicht zu denken
war – aber dafür ans Tauchen – und so ging es am Sonntag direkt auf die Ostküste von
Caprera nach Cala Coticcio, welches ein ausgewiesener Tauchplatz im Naturschutzpark
des Maddalena Archipel ist. Und der Tauchplatz hat sich als sehr schön herausgestellt –
Canyons und Schluchten – dazu Muränen – für den Anfang schon ganz schön.
Übernachtet wurde in einer schönen von 3 Inseln eingerahmten Bucht – namens Budelli –
an einer Boje. D.h. dass hier die Gebühren für die Benutzung des Naturschutzgebietes
sehr sinnvoll investiert wurden, nämlich in Bojen, damit die Yachten nicht Ankern und
damit den Meeresboden zerstören. Sehr vorbildlich.
Am nächsten Tag ging es auf den Weg nach Assinara, einer ehemaligen Gefängnisinsel,
welche ebenfalls ein Naturschutzgebiet ist und welche deshalb Top-Tauchplätze erwarten
liess. Ein Zwischenstopp fand in Castelsardo statt, eine sehr hübsche neue Marina, die
unterhalb der alten Stadt mit Castel liegt, mit sehr gepflegten Duschen und Toiletten und
das zu einem Preis von nur 27 EUR – sehr schön und die günstigeste Hafenübernachtung.
Doch vor der Ankunft hatten wir noch einen Tauchgang an der Isola Rossa gemacht –
Ein Top-Tauchplatz mit Scorpionsfischen, Drachenkopf und einer schönen UWLandschaft
– und…. Sascha fand eine noch funktionierende Angel, welche Ludolf direkt
mit einem Haken ausstattete und während der Fahrt immer hängen ließ – jedoch für die
Fischesser leider erfolglos….

und weiter

Tag 3 am 3 Okt., 2011

Am nächsten Tag ging es dann endlich nach Assinara, wobei in einer schönen Bucht
übernachtet wurde. Ein Tauchgang in Punto dello Scorno war zwar sehr schön aber nicht
spektakulär und so wagten wir an diesem Tag die Überfahrt nach Korsika, um dort das
Wrack der Vickers Wiking zu finden. Endlich kam auch etwas Wind auf, und so konnte
ein Großteil der Wegstrecke von 38 Seemeilen unter Segel zurückgelegt werden. Im Golf
de Mortoli holte Siggi die Koordinaten des Wracks hervor, welches bereits auf der Tour
2006 betaucht wurde und das Wrack konnte tatsächlich auf Anhieb gefunden werden. Mit
einer Boje markiert, apnoe Tauchend, war dies dann direkt für die komplette Crew am
nächsten Tag zum Tauchen freigegeben. Das Flugzeug ist noch zu einem Großteil
erhalten und man kann sehr schön durchtauchen. Zudem sind die Propeller und das
Fahrwerk noch vorhanden und das auf anfängerfreundlichen 10-12m.
Übernachtet wurde in der Baie de Figari. Am Samstag sollte dann der Crewwechsel in
Bonifacio stattfinden, weswegen bereits am Freitag nach Bonifacio gesegelt wurde. Bei
30-40kn Wind war an Tauchen nicht zu denken – unser Boot , die Hot Wind, war denn
auch das einzige Boot in der Strasse von Bonifacio – 3-5m hohe Wellen, machten die
Steuerung schwierig, aber nicht unmöglich – und wie es sich für einen Cat gehört – selbst
bei Windstärke 7-8 bleibt der Kaffee aufrecht stehen.
Probleme gab es dann im Hafen von Bonifacio – durch den Düseneffekt herrschten hier
teilweise 40-45 Kn Wind – dies führten dazu, dass das Boot im Hafen 6kn zurücklegte –
ohne Antrieb !!! die beiden 55 PS Maschinen schafften es gerade das Boot auf der Stelle
zu halten – doch letztendlich schaffte es Siggi das Boot in den Windschatten einer
Riesenyacht zu bringen und neben einer Lagoon 400 anzulegen. Sofort kam ein Kontakt
zum Skipper der 400 zustande und siehe – er war Besitzer einer Lagoon 500, der mit
seiner Familie, einer Frau und 3 Kindern, für 3 Jahre um die Welt segeln möchte.
Franzosen sind hier etwas unkomplizierter – während unsereins darüber nachdenkt, wie
man so etwas machen könnte und was passiert, wenn ein Kind mal Schnupfen hat,
machen die Franzosen einfach was sich vornehmen – sehr vorbildlich und davon könnten
wir uns das eine oder andere Abschauen.

und weiter

Tag 4 am 4 Okt., 2011

Am Samstag fand dann der Crewwechsel statt: Evelyn, Sascha, Jörg und Andreas
verließen uns und Martin, Barbara und Herbert kamen an Board. Nach erfolgter
Sicherheitseinweisung ging es los, nicht ohne zuvor die Wetterverhältnisse zu
überprüfen. Aber der Sturm hatte sich gelegt und mit optimalen Segelbedingungen ging
es nach Cavallo auf den Lavezzi Inseln. In dem Hafen lagen mit uns noch 2 Boote –
einen Hafenmeister gab es nicht mehr – dafür aber kostenlosen Strom und Wasser. Da
der Benzinmotor des Kompressors einen Splind verloren hatte und die Scheibe des
Keilriemens durchdrehte konnte jetzt nur noch mit dem separatem Elektro-Motor gefüllt
werden, weshalb zwingend externe Steckdosen erforderlich sind, da der Boardstrom für
den 2,2 KW Motor zu schwach ist.
So fand denn auch direkt am Sonntag ein Tauchgang auf den Lavezzis statt in Cala
Lazarina. Leider war es hier etwas flach mit max 10m und die Dünung sehr stark, aber es
gab einen unglaublichen Unterwasser Reichtum – ein Dank an die Naturschutzbehörde,
die auch diese Inseln als Naturschutzpark ausgewiesen hat.
Dann ging es wieder zurück nach Budelli in unsere Traumbucht im Maddalena Archipel.
Im zweiten exklusiv ausgewiesenen Tauchgebiet, betauchten wir den Secca di
Washington einen Fels im Freiwasser, der bis knapp unter die Oberfläche reichte. An
Ankern war hier nicht zu denken, zum einen wegen dem Naturschutzgebiet, zum anderen
wegen der Tiefe und so tauchten wir in 2 Schichten und Ludolf übernahm das Ruder,
während Siggi und Martin im Wasser waren.

Tauchen

Tag 5 am 5 Okt., 2011

Dieser Tauchplatz war auch nicht zuletzt wegen seiner Strömung einer der Besten
Tauchplätze im Mittelmeer mit Unmengen an Fischen und schönen Felsformationen – ein
weiteres Highlight.
Weiter ging es nach Cala Magiavolpe auf der Insel Maddalena, ein kleiner Hafen mit der
Möglichkeit die Tauchflaschen zu laden. Dieser Hafen erscheint für einen Crewwechsel
besser, da die Fähren hier alle 15 min. anlegen und die Überfahrt auch nicht so lange
dauert wie von Bonifacio. Darüber hinaus wäre hier auch die Taxifahrt etwas günstiger.
In der Cala Caticcio wurde noch ein kurzer Stopp zum Schnorcheln und Schwimmen
eingelegt, bevor wir noch etwas mutiger wurden und den nächsten Tauchgang am Secca
die Monaci durchführten – einem Seezeichen mitten im Freiwasser – wieder mit einem
aufsteigenden Berg – Wahnsinn – dies ist nur bei absolut ruhiger See machbar. Die
Canyons unterhalb des Seezeichens waren atemberaubend….

und weiter

Tag 6 am 6 Okt., 2011

Um die Flaschen zu füllen segelten wir wieder nach Cavallo, wo es den kostenlosen
Strom gab – leider hatte jemand in der Zwischenzeit den Hauptschalter ausgeschaltet –
kein Strom mehr und so konnten auch keine Flaschen mehr gefüllt werden. So blieb
nichts anderes übrig als aus der Not eine Tugend zu machen und so liessen wir aus den
Restflaschen die Luft überströmen, um noch einen Tauchgang hinzubekommen. Es stand
ein Tauchgang am Wrack von Pomonte an, oder besser bekannt als das Wrack der
Besoffenen. Dieses Wrack fuhr auf einen Felsen auf und steht senkrecht auf 10-12m
Wassertiefe. Wir ankerten direkt neben dem Wrack und konnten vom Cat direkt auf das
Wrack springen. Wahnsinn. Das Wrack ist sehr fotogen – speziell wenn das Licht und die
Sonne wie in unserem Fall ideal über dem Wrack standen.

Tauchen und Segeln

Tag 7 am 7 Okt., 2011

Zum Flaschenfüllen fuhren wir kurz in den Hafen von Porto Vecchio bevor wir uns
aufmachten um in der Bucht Santa Giuglia zu übernachten. Von hier starteten wir zu
unserem letzten Tauchgang am Kardinalzeichen Süd des Haut fond du Toro – der
absolute Hammertauchplatz im Mittelmeer – neben einer atemberaubenden
Unterwasserlandschaft gab es hier so viele Fische, wie wir sie noch nie im Mittelmeer
gesehen haben: Zackenbarsche – nicht einer – Dutzende – dazu Barrakuda Schwärme –
Gelbstreifenbarsche etc. Der absolute Wahnsinn. Ein würdiger Abschlusstauchgang, der
mit Sicherheit in der Zukunft noch mal zu betauchen sein wird.
Im Anschluß wurde nach Cala die Volpe gesegelt – zunächst unter Motor – aber der
Wind frischte stark auf – so dass am Ende bei 25-30kn Wind gesegelt werden konnte.
Da für Freitag ab 15 Uhr eine Sturmwarnung existierte steuerte der Skipper Siggi das
Boot in unmittelbare Nähe des Hafens, damit bei 30-40 Kn Wind möglichst vorher das
Boot in Portisco noch betrankt und dann in der Basis abgegeben werden konnte. Bei den
vorhergesagten Wetterbedingungen wäre ein Tauchgang sowieso nicht mehr möglich
gewesen.

und weiter

Tag 8 am 8 Okt., 2011

Am Samstag trennten sich dann wieder die Wege der Reisenden: Während Ludolf nach
Frankfurt fliegt und Martin noch ein paar Tage in Sardinien dranhängt. Sind Siggi,
Jürgen, Barabara, Herbert und Evelyn dann wieder per Bus und Fähre nach Genua
aufgebrochen um dann die 800km lange Fahrt von Genua nach Rüsselsheim in Angriff zu
nehmen.

und weiter

Tag 9 am 9 Okt., 2011

Die Tour war ein absolutes Highlight und wird in der Form oder leicht abgeändert mit
Sicherzeit in naher Zukunft wiederholt werden. Zu gut war das Wetter und zu gut waren
die Tauchgänge, die tatsächlich mit Tauchgängen im Roten Meer konkurrieren konnten –
bei 23°C Wassertemperatur im Oktober eine super Möglichkeit vor dem anstehenden
Winter in Deutschland noch etwas Sonne zu tanken…

last but not least

Tag 10 am 10 Okt., 2011

Die Planungen für 2012 laufen und es dürfte schwer werden, dieses Trip zu toppen….
P.S. für Technikbegeisterte: Es wurden in 2 Wochen 390 Seemeilen zurückgelegt und
dabei 180 Liter Diesel verbraucht. Die Lagoon 440 hat überzeugt. Eine harte Konkurrenz
zur 421. Die Flybridge ist mit Sicherheit geschmackssache aber sie hat weder behindert
noch gestört und mit dem zusätzlichen Steuerstand im Salon durch auch eine Alternative
für schlechtes Wetter. Wir werden die 440er im Auge behalten – allerdings nur mit den
großen Motoren….

Impressum

Tag 11 am 11 Okt., 2011

Wer lust hat mitzumachen ist bei uns genau richtig - Wer die beiden besten Hobbies der Welt kombinieren möchte - ist bei den Segeltauchern gut aufgehoben - Segeln & Tauchen im richtigen Verhältnis.

2012 geht es auf einer Lagoon 450 durch die gleiche Inselgruppe - diesmal ab Festland werden wir Elba, Giglio - inkl. Costa Concordia - oder was noch davon da ist - und Giannutri mit ins Programm aufnehmen.

Details

Tag 12 am 12 Okt., 2011

Details gibt es unter

www.segeltaucher.de
info@segeltaucher.de

oder aber direkt bei
Siegfried Krentz
0170-6329558

Tag 13 am 13 Okt., 2011

Tag 14 am 14 Okt., 2011

Tag 15 am 15 Okt., 2011