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Rund Mallorca und Menorca - ein tolles Revier

26 Aug., 2016
von Thomas Holzheu
Ibiza, Spanien
Nautitech 40 open

Von Sa. 04.06. bis Sa. 18.06.2016 war folgende Crew mit einem Katamaran Nautitech 40 open – Baujahr 2016 – Eignerversion mit 3 Doppelkabinen und 2 Notkojen – Länge 12,00 m – Breite 6,90 m rund Mallorca und Menorca unterwegs:

Thomas – Skipper, Reiseorganisator und Berichtschreiber
Anette - die mit dem Dinghi auch mal mit der „Schnauze“ (statt Bug) voraus fuhr
Cony - die fast jeden Tag den Anlegercocktail servierte
Hans - der häufig mit dem Dinghi die Strände und Höhlen um die Buchten erkundigte
Manfred – unser Bordkassier
Markus - Mann für alles und Navigationsassistent
Peter - unser Spezialist für Handy- und Internetanwendungen
Robert - unser Fotospezialist

Neben dem Tagesziel gebe ich die Seemeilen und gegebenenfalls die Hafen- / Liegegebühren an. PortsIB ist seit 2016 auf Kanal 8 (statt 9) erreichbar.

Anreise nach Palma de Mallorca

Tag 1 am 4 Juni, 2016

Um 13.00 h treffen wir uns im Airbräu am Flughafen München zum gemeinsamen Einchecken nach Palma de Mallorca. Der Check-in dauert wegen der Warteschlange (4 Schalter für 2 Flüge) recht lange. Keine Verpflegung an Bord.
Nach der flotten Taxifahrt zur Marina Calanova (westlich von Palma) erfahren wir, dass wir statt der gebuchten 4-Kabinen eine 3-Kabinen-Eignerversion (Katamaran Nautitech 40) bekommen. Diese hat zwar eine komfortable Nasszelleneinheit mit Extra-Dusche, bedeutet aber, dass zwei Crewmitglieder in den Notkojen ohne Staumöglichkeiten im Vorschiff schlafen müssen. Ansonsten hat das Schiff viel Komfort (2 sehr gute Kühlschränke, Watermaker, GPS mit Übernahme auf den Autopilot).
Nach Bezug der Kojen gehen wir noch gut und günstig essen und spät zu Bett.

=> Es Trenc – 25 SM / Anker

Tag 2 am 5 Juni, 2016

Um 09.00 beginnen wir mit der Bootsübernahme und dem Einkaufen.
Um 12 Uhr laufen wir aus und setzen gleich darauf die Segel.
In flotter Fahrt segeln wir nach Süden bis zur Cala Pi, einem sehr idyllischen Fjord. Nach der Kaffeepause und dem ersten Bad im Meer (21 - 22 Grad) beschließen wir, noch weiter nach Südost zu segeln und vor dem km-langen Strand von Es Trenc in turkisblauem Wasser unseren Anker fallen zu lassen.
Zum Anleger gibt es - wie fast jeden Tag - Conys Spezialcocktail.
Nach ausgiebigem Baden genießen wir Hühnchen mit Kartoffeln und Gemüse aus der Bordküche.
Anschließend Witzeabend

=> Cabrera - 16 SM / 25 €

Tag 3 am 6 Juni, 2016

Nach Bad und Frühstück motoren wir nach St. Jordi, wo wir unsere Vorräte wieder auffüllen.
Mit günstigem Wind segeln wir nach Cabrera, einem Naturschutzreservat, für das wir uns vor Törnbeginn schon einen Bojenplatz gebucht haben. Zuerst besuchen wir die Blaue Grotte, bevor wir unseren Bojenplatz in einer herrlichen Bucht ansteuern.
Wir wandern zum Castello und nehmen in der Capitaneria noch ein Bier, bevor wir mit dem Dinghi zum Schiff zurückkehren und reichlich schwimmen.
Abends gibt es Hühnchen mit Reis und Gemüse und anschließend Mäxchen-Spiel.

=> Cala Mondrago - 23 SM / Anker

Tag 4 am 7 Juni, 2016

Heute motoren wie den größten Teil. Den ersten Badestop machen wir zur Mittagspause in der Cala de Marmols an der Südostecke von Mallorca und fahren dann weiter in die Cala Mondrago zum Baden mit Kaffeepause.
Zum Übernachten wollten wir in der Bucht von Porto Pedro ankern. Nachdem es dort keine Ankerplätze mehr gibt (nur Bojen für 30 €), kehrten wir in die Traumbucht Cala Mondrago zurück und ankerten direkt vor dem Strand. Zum Abendessen gab es Schweinelende mit Kartoffelauflauf und Salat.
Diese Bucht war unsere schönste auf Mallorca.

=> Cala Ratjada - 29 SM / 73 € PortsIB

Tag 5 am 8 Juni, 2016

Morgens werden wir darauf hingewiesen, dass wir so nahe am Strand in der Badezone nicht bleiben dürfen. Abgelegt haben wir dann nach dem Einkaufen und Baden.
Heute haben wir wieder günstigen Segelwind. Mittags ankern wir in der Cala Barcas (auch Cala Vargas) zum Mittagessen. Den nächsten Stop gab es zur Kaffeepause in der Cala Canamel, bevor wir in den Hafen von Cala Ratjada einlaufen. Mit dem Katamaran mit seinen zwei Motoren sind Hafenmanöver ja wirklich einfach.
Nach dem guten Abendessen bei "El Puerto" besuchen wir das Nachtleben, das dem von Malle/Palma in Miniatur ähnelt.

=> Cala Macarella / Menorca - 34 SM / Anker

Tag 6 am 9 Juni, 2016

Heute können wir mit leichtem Wind Menorca auf direktem Kurs ansteuern. In der ersten Bucht von Cala Bosch machen wir wieder unseren Badestop und fahren mit dem Dinghi durch einen schmalen und seichten Motorbootkanal in den reizvollen Ort, um unsere Vorräte wieder aufzufüllen. Mit einem weiteren Zwischenstop in der Cala Son Saura mit türkisblauem Wasser (traumhaft) segeln wir in die Cala Macarella, wo wir einen schönen Sonnenuntergang genießen. Diese Bucht kürten wir zur schönsten Menorcas.
Heute war der Tag der schönen Buchten.
Zum Abendessen gibt es Gemüsebratlinge mit Tsatsiki und Salat.

=> Mahon - 27 SM / 70 €

Tag 7 am 10 Juni, 2016

Auf Südost-kurs drehen wir eine Besichtigungsrunde durch die Cala Porte und ankern zum Mittagessen in der Cala Biniparraitx – schöne, tiefe enge Bucht.
Mit flottem Wind von hinten segeln wir später in die 6 km lange Bucht von Mahon, dem größten Naturhafen Europas. Erst vor der Hauptpier bergen wir die Segel und legen in der Marina von Mahon an. Im Juni ist die noch erschwinglich, aber im Juli und August kostet sie das 3 bis 4 fache.
Abends machen wir einen Stadtbummel (Markt, Fischmarkt, Kathedrale mit einer der größten Orgeln Europas). Nach dem Abendessen genießen wir im Rahmen des aktuellen Musikfestivals eine Liveband und schwingen dazu noch unser Tanzbein.
Anschließend gibt es am Fischmarkt, der spätabends zur Barzone umfunktioniert wird, noch Drinks und ein Weißbier für den Skipper.

=> Cala de Fornells - 23 SM / 73 € PortsIB

Tag 8 am 11 Juni, 2016

Heute gibt es richtig Wird und Seegang, so dass wir froh sind, nach 3 Std. bei Es Grao im Schutz der Isla Colom zum Baden und Mittagessen zu ankern.
Abends legen wir in der sehr gut geschützten Bucht von Cala de Fornells an. Dort wandern wir zu den Resten einer alten Kaserne, dem Leuchtfeuer und dem großen Wachturm. Fornells ist ein sehr schöner Ferienort mit sauberen weißen Häusern.
Nach dem Abendessen aus der Bordküche (Paella mit frischem Fisch) machen wir noch einen Ortsbummel und schauen noch die zweite Halbzeit von England gegen Russland an (Fußball-EM).

=> Ciutadella - 24 SM / 86 € - Club Nautik

Tag 9 am 12 Juni, 2016

Auf dem Weg nach Ciutadella machen wir einen Ankerstopp in der Cala Morell und besuchen die Nekropolen (Grabhöhlen) aus der Zeit ca. 1500 v.Chr. bis 200 n.Chr. – das war sehr interessant. Das Baden fällt wegen der Quallendichte in dieser Bucht aus. Diesen holen wir auf offener See 2 SM vor Ciutadella nach.
In Ciutadella hat die PortsIB (Ports of Islas Baleares – Verwaltung der Kommunalhäfen der Balearen) keinen Liegeplatz für Katamarane. Deshalb gehen wir nach einer Rundfahrt durch den fjordähnlichen Hafen (sehr idyllisch und reizvoll) in den Club Nautic. Dieser betreut fast alle Liegeplätze im Fjord.
Abends besuchen wir die (Alt-)Stadt von Ciutadella, der ehemaligen Hauptstadt Menorcas, immer mit dem Blick nach einem Fernsehgerät für das EM-Spiel Deutschland – Ukraine (2:0). Das war hier richtig schwer; man hat den Eindruck, dass hier die EM nicht stattfindet. In einem Kleinlokal reservieren wir einen Platz für 21.00 Uhr, den wir nach dem Abendessen wieder aufsuchen – Thomas mit voller Deutschland-Montur.
Nach dem Spiel machen wir um 23.00 Uhr (sonntags) noch eine Souvenireinkaufsbummel und kehren nach Mitternacht zum Schiff zurück.

=> Alcudia (Mallorca) – 37 SM / Anker

Tag 10 am 13 Juni, 2016

Heute haben wir oft guten Wind, so dass wir wieder richtig gut direkten Kurs segeln können und wieder nach Mallorca übersetzen.
Abends ankern wir vor dem Hafen von Alcudia. Im dritten Versuch haben wir den „besten“ Platz gefunden. Dafür hält der Anker wirklich gut – auch für eine windige Nacht.
Zum Abendessen gibt es Spaghetti mit Gemüsesoße.
Abends besuchen wir Alcudia, die (ewig lange) Strandpromenade und die Touristenmeile.
Am Strand entlang gibt es viele schöne Siedlungen und Urlauberquartiere.
Um 01.00 Uhr beschließen wir, dass wir wegen der vorhergesagten Winde schon heute morgen nach Port Soller weitersegeln - also schnell, intensiv und kurz schlafen.

=> Port de Soller - 42 SM / Anker

Tag 11 am 14 Juni, 2016

Heute „ordnet“ der Käptn Frühstart an. Dies ist an diesem Tag sinnvoll, weil einerseits heute die längste Etappe ansteht und die Crew auch mal Segeln bei Dunkelheit erleben möchte.
Beim Ankeraufholen um 05.00 Uhr benötigen wir 20 Minuten, um den ganzen Seetang aus der Ankerkette zu holen.
Die Crew findet die nächtliche Fahrt mit Leuchtfeuern und Leuchttürmen recht interessant; und möchte es auch gerne wiederholen – aber dann erst ab 08.00 Uhr. Von Tagesanbruch bis 10.00 Uhr haben wir super Wind und kommen gut voran. Wir runden das Kap Formentor und segeln der Nordküste entlang nach Südwest. Zur Mittagspause gehen wir in die unruhige Bucht von Sa Calobra. Wegen viel Meeresschmutz fällt hier das Baden wieder aus.
Nach Port Soller können wir wieder gut segeln und lassen um 15.00 Uhr auf der Strandseite den Anker fallen und graben ihn auch gut ein, denn für heute Nacht ist stürmischer Wind aus drehenden Richtungen angesagt (mit Windstärken bis 6 bft war es dann auch so). Dort holen wir auch unser Baden nach.
Abends fahren wir dann mit der historischen Tram (6 €/Person für ca. 5 km) in den Ort Soller. Dort besichtigen wir den alten Bahnhof und die Stadt.
Das Abendessen genießen wir im Restaurant „Sa Granja“ (am Hauptplatz vor der Kirche links) bei Livemusik mit Jazzsaxophon. Tolles mallorquinisches Essen in netter Atmosphäre. Hierfür vergeben wir einen Master-Yachting Stick, worüber sich auch das Personal freut - unser bestes Restaurant des Törns.

=> Port Antratx - 32 SM / 30 € - Boje

Tag 12 am 15 Juni, 2016

Heute haben wir mal keinen Wind oder kräftigen Wind gegen uns. Wir entschließen uns, mit einem Reff und Motorunterstützung zu kreuzen, um nicht dauernd so sehr von den Wellen geschaukelt zu werden.
Bei der Naturschutzinsel Isla Dragonera und gegenüber vor St.Elm brechen wir 2 Ankerversuche wegen Quallen im Wasser ab; da will auch im schönsten Wasser keiner baden.
Den Badestopp mit Kaffeepause holen wir dann auf offener See nach.
In Port Andratx gehen wir dann an die Boje, wo wir auch gut baden können.
Heute machen Anette, Cony und Robert Fahrstunden mit dem Dinghi. Das ist gar nicht so einfach, weil es leicht ins Schlingern gerät, hat aber allen viel Spaß gemacht.
Nach dem Abendessen (Risotto mit Fischsoße) touren wir noch an Land und besichtigen den Ort von Andratx. Weil ein Teil der Crew noch ein Fußballspiel zu Ende sehen will, macht Anette beim zweiten Abholer gleich noch eine erfolgreiche Übungsfahrt mit dem Dinghi – natürlich in Begleitung und Absicherung von Thomas.

=> S’Arenal - 27 SM / 142 € Club Nautic Arenal

Tag 13 am 16 Juni, 2016

Heute nutzen wir unseren Reservetag in der Bucht vor Palma de Mallorca.
Nach dem Tanken (133 L für 150 € / bei 83 Motorstunden) gehen wir auf See und haben den perfekten Segeltag. Bei 4 bft segeln wir auf Raumschots- und Vorwindkursen mit 6 Knoten bis zu unserem Badestop in der Cala Portal Vells. Dort gönnen wir uns 1 ½ Std Bade- und Mittagspausse, bevor wir auf Schmetterlingskurs vor die Playa del Arenal, dem Touristenstrand von Malle, segeln. Der kräftige Wind und die starke Brandung drängen uns, statt des geplanten Ankerplatzes doch die sichere und teuere Marina (142 € / Nacht) zu nutzen.
Abends geht es ins Zentrum von Arenal zum Fußballspiel Deutschland - Polen (0:0).
Am Strand entlang bis zum Balneario 6 *) biegen wir in die Schinkenstrasse ein und finden hinter dem Bierkönig eine Tapasbar mit großem Fernseher.
Hier ist die Dichte an deutschen Nationaltrikots höher als in jeder deutschen Stadt. Das Statement „es ist hier wie auf der Wiesn (Münchner Oktoberfest), nur weniger Ausländer“ (aus deutscher Sicht) hat uns zum Lachen und Nachdenken bewegt.
Auf dem Rückweg vom Fußballspiel lassen wir uns nochmal durch die intensive Atmosphäre durch die Schinkenstrasse und die Strandpromenade treiben. Auf dem Schiff angekommen, trinken wir noch Sangria mit langen Strohalmen aus dem Krug, tanzen und feiern ausgelassen „Malle“ – Ende nach 02.00 Uhr. Wenn wir es auch nicht ständig so haben wollten, für einen Abend war das ein tolles Erlebnis.
*) eigentlich ist Balneario ein großer Strandkiosk mit Getränken und Snacks, den die Deutschen einfach in Bllermann umgetauft haben.

=> Calanova - 15 SM / Heimathafen

Tag 14 am 17 Juni, 2016

Den ersten Badestopp setzen wir vor Balneario 6.
Auch heute herrscht wieder idealer Segelwind aus Südwest mt 4-5 bft, so dass wir die ganzen Strände (Playa d`Arenal und Playa de Palma mit über 10 km Länge) absegeln können. Vor der Mole des Hafens vom Palma und der eindrucksvollen Kathedrale wenden wir und gehen vor der Playa de Palma nochmals vor Anker zum Baden und Mittagessen.
Dann touren wir unter Motor durch den Hafen von Palma, wo wirklich viele Mega-Yachten liegen, die uns wie arme „boat-people“ vorkommen lassen. So sind halt die Relationen.
Aus dem Hafen heraus segeln wir noch bis vor die Mole unseres Heimathafens Calanova und legen nach 354 Seemeilen ein letztes Mal unsere LE BREL an die Pier – Wehmut überkommt uns.
Wir geben mit dem Check out unser Boot an Dream Yachtcharter zurück und packen unsere Sachen ein
Abends fahren wir noch mit dem Bus ins Zentrum von Palma zum Abendessen.
An Bord zurück trinken wir noch unsere – wieder ergänzten – Restbestände an Wein und Sangria.

Heimreise und Fazit

Tag 15 am 18 Juni, 2016

Die Frühstückcrew bereitet zum Frühstück auch noch unsere Lunchpakete für den Rückflug.
Um 09.00 fahren wir mit dem Taxi zum Flughafen und Einchecken
Mit einenhalb Stunden Verspätung in München angekommen, lassen wir unseren Urlaub noch bei einem Weißbier im Airbräu ausklingen.

Fazit:

Ein tolles Segelteam (danke an alle) hat einen herrlichen Segeltörn miteinander verbracht.

Wir hatten einen sehr abwechslungsreichen Verlauf mit Übernachtungen in Buchten und Häfen, fast täglich unterwegs mindestens einen Badestop. Mallorca und Menorca sind wirklich gute Segelreviere.

Alle haben mit angepackt und viel dazugelernt – jede/r hat bis zum Törnende alle Postionen vom Segelsetzen und -einholen, Ankern und Ankeraufholen, Anlegen in Marinas ausgeführt, so dass wir auch ein richtig fittes Segelteam waren.
Manche haben sogar kulinarisch etwas dazugelernt.

Wir hatten jederzeit die Sicherheit, unser Schiff im Griff zu haben - auch das ist etwas wert.
Bis auf die fehlende Kabine war unser Schiff super ausgestattet (2 gut funktionierende Kühlschränke, eine Extra-Duschkabine) und hatte ein großes überdachtes Cockpit (Aussensitzplatz) mit einem reichlich großen Tisch für 8 Personen.