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Mallorcatörn Juni 2013

18 Juli, 2013
von Timo Waßmann
Ibiza, Spanien
Bav. 36 Cr. UPG. auf Bavaria 40 Cruiser

Für die vier Ostsee-erprobten Segler sollte es dieses Jahr ins Mittelmeer gehen, um dem "Sommer" in Deutschland zu entgehen...

Anreisetag

Tag 1 am 8 Juni, 2013

Wir kamen um 07:00 Uhr am Flughafen von Palma an.
Mit zwei Taxen ging es dann für je 20 EUR zum Real Club Nautico, in dem Thinius als Vercharterer ihre Basis haben.
Da dort (noch) kein Büro von Thinius existiert, fanden wir nicht sofort einen Ansprechparnter, den wir mit unseren Fragen löchern konnten.
Also machten wir es uns in dem Cafe am Marvi Market am Steg gemütlich und stellten unsere Menü- und Einkaufsliste zusammen.
Da wir keine Lust hatten, das Gepäck erneut in den Eingangsbereich des Clubs zu schleppen, machten es sich zwei Crewmitglieder am o.g. Cafe gemütlich, während die anderen drei Mitglieder zum El Corte Ingles in der Avinguda de Jaume III 15, 07001 Palma de Mallorca gingen.
Dort wurden zwei Einkaufswagen mit Lebensmitteln befüllt.

Tipp: Wenn der Einkauf zwischen 09:30 Uhr und 14 Uhr abgeschlossen ist, wird entweder zwischen 16-18 Uhr oder zwischen 18-21 Uhr ausgeliefert. Die Wahl trifft man beim Bezahlen an der Kasse. Die Lieferung war für uns kostenlos. Allerdings sollte man sich vorher seinen Lieferwunsch ins Spanische / Catalan übersetzen lassen. Mit Englisch kamen wir an der Kasse im Supermarkt nicht weit.
Wir entschieden uns für die frühere Lieferung und um 17 Uhr war ein freundlicher Mitarbeiter vor Ort, der die Ware in windeseile bis ans Boot brachte.

Kurz nach 14 Uhr folgte die Bootsübergabe, die durch den Angestellten der Fa. Thinius wirklich gewissenhaft durchgeführt wurde. Alles wurde ausführlich und in Ruhe erklärt. Die kleinen Mängel, die wir gefunden hatten (Ein Positionslicht funktionierte nicht und der Schrubber fehlte), wurden sofort behoben.

An diesem Tag erfolgten dann noch die obligatorische Sicherheitseinweisung und die Verteilung und Einweisung in die Notrollen.

Den Abend verbrachten wir dann in der Altstadt von Palma. Es gab lecker Tappas und ein paar kühle Bier...

Auf nach Cabrera

Tag 2 am 9 Juni, 2013

Wir hatten uns zu Hause schon auf einen groben Streckenverlauf geeinigt. Da die Buchung von Cabrera kostenpflichtig ist und wir diesbezüglich Termingebunden waren, sollte Cabrera unser erstes Törnziel werden.
Die Buchung des Platzes auf Cabrera lief geräuschlos über Thinius - vielen Dank nochmal an dieser Stelle.

Wir verließen den Real Club Nautico de Palma gegen 10:30 Uhr. Kurz nach Verlassen des Hafens wurde zunächst die Genua gesetzt. Mit knapp 6 Knoten ging es dem Cabo Blanco entgegen.

Aus unserem geplanten Ankerstop in der Cala Pi wurde leider nichts, denn es war dort kein Platz mehr zu bekommen.
Also Segel wieder hoch und Kurs Richtung Es Trenc.

Wir ankerten auf 4 Meter Tiefe und steckten ordentlich Kette. Da der Ankerplatz aber ungeschützt gegen Wind und Wellen aus SW ist, blieben wir dort nur 15 Minuten und machten uns auf den Weg nach Cabrera.

Den Naturhafen erreichten wir dann gegen 20 Uhr. Bis dahin hatte sich eine ordentlich Welle in dem bis 30Kn (Böen) starken Südwester aufgebaut.
Das Auffinden unserer reservierten Boje klappte auch ganz gut. Suboptimal war nur, dass dort schon ein Boot fest gemacht hatte. Da wir aber keine Lust auf Diskussionen mehr hatten und nicht mehr viele Boote nach 20 Uhr erwarteten, nahmen wir die nächste freie Boje in unser Kategorie.
Wir waren alle froh, diesen ersten Segeltag überstanden zu haben - was für einen Einstand hatte uns Rasmus beschert.

Nach einem ordentlichen Abendessen ließen wir den Abend mit einem befreundeten Pärchen, welches bereits seit Samstag in der Bucht lag, bei einem kühlen Pils ausklingen.

Cabrera Tag 2 - Erholung pur

Tag 3 am 10 Juni, 2013

Dieser Tag startete recht spät, nachdem uns die nächtlichen Böen am Liegeplatz in einen scheinbar sehr tiefen Schlaf geschaukelt hatten.
Nach dem ausgiebigen Frühstück verlegten wir zu unserer reservierten und mittlerweile frei gewordenen Muringboje.
Dort wurde dann durch den Skipper die Badesaison eröffnet. Das Spifall diente als Liane und alle hatten mächtigen Spaß daran, sich immer wieder mit Schwung ins Wasser fallen zu lassen.

Der Tag verging mit Baden, Schnorcheln und relaxt in der Sonne liegen.
Der Aufenthalt auf Cabrera war für uns ein echtes Highlight.

Am späten Nachmittag wurde noch kurz das Festland erkundet.

Auch diesen Abend verbrachten wir im Cockpit und durften uns bei tollen Gesprächen an dem stark leuchtenden Sternenhimmel erfreuen.

Cabrera - Cala D'Or

Tag 4 am 11 Juni, 2013

Bereits um 9 Uhr wurde die Muringleine gelöst und wir verließen die wunderschöne Bucht von Cabrera.
Wir fuhren zunächst 1,5 Std unter Maschine, um die Batterien wieder mit Energie zu versorgen und den Kühlschrank wieder runter zu kühlen.
Nachdem wir die Insel südlich gerundet hatten, ging es raumschots zurück Richtung Mallorca.

Es wehte eine leichte Brise und dieser Tag - im Gegensatz zur Anreise nach Cabrera - gestaltete sich als wunderbarer Segeltag.

Gegen frühen Nachmittag erreichten wir die Cala Mondrago, die wir schon von zu Hause aus als Tagesankerplatz eingeplant hatten.
Leider war es hier sehr voll und an dem einzig freien Stück Wasserfläche wollte unser Anker nicht fassen.
Also Plan b -> ab in die Marina Cala D'Or.

Ich hatte von einem Bekannten schon gehört, dass die Einfahrt in diesen Hafen eine Augenweide sei.
Und tatsächlich - die sich immer weiter ins Landesinnere schlängelnde Hafeneinfahrt mit ihren schönen Häusern und Cafes ist wirklich traumhaft schön anzusehen. Ich bin froh, dass die GoPro diesen Anblick als Video für zu Hause festgehalten hat.

Nachdem wir unseren Liegeplatz an Steg L (ganz am Ende der Marina) erreicht hatten, machten wir uns erstmal mit einer ausgiebigen Dusche wieder salonfähig um danach die Vorräte an Bord aufzufüllen.
Der Sparmarkt ist ca. 10 Minuten vom Steg L entfernt.

Nachdem die Pflicht getan war, gingen wir mit unseren Freunden, die wir bereits auf Cabrera getroffen hatten und die angekündigt hatten in Cala D'Or auf uns zu warten, lecker essen.

Es ging anschließend noch in eine Cocktailbar und dann ließen wir den Abend auf dem Boot der Freunde ausklingen.

2,5 NM

Tag 5 am 12 Juni, 2013

...das war unser Etmal. Nicht gerade weit.
Aber als wir einen Ankerplatz mitten in der Bucht Cala Mondrago ergatterten, entschieden wir uns über Nacht zu bleiben.

Wind war eh nicht viel vohergesagt worden. Also nutzen wir den Tag erneut, um zu schnorcheln, mit dem Dingi die Bucht zu erkunden und uns einfach nur dem Urlaubsfeeling hin zu geben.

Nachmittags gab es frisches Obst und abends eine spanische Kartoffelsuppe mit Chorizo - lecker.

Als die Nacht hereinbrach, legten wir Ankerwachen fest - zurecht wie sich im Laufe der Nacht zeigen sollte. Es gibt immer wieder Sportbootfahrer, die gegen Abend in die Bucht kommen und sich dann so nah an andere Boote legen, dass sie den anderen scheinbar auf den Tisch im Cockpit schauen können.
Und da nachts dann so gut wie kein Wind blies, schwojte jedes der Boote in eine andere Richtung. Also einmal um 3 und einmal um 5 Fender raus- bzw umhängen.

Dennoch empfanden wir alle die Nacht vor Anker als sehr schön und beim wunderschönen Sonnenaufgang war der kurze nächtliche Ärger auch wieder verflogen...

Cala Mondrago - El Areanal

Tag 6 am 13 Juni, 2013

40 Meilen lagen vor uns und der Wetterbericht war gegen uns.

Der Segler hat ja immer zu viel Wind, zu wenig Wind oder Wind aus der falschen Richtung.
Unser Windmesser pendelte sich die ersten 5 Stunden der Reise so bei 3 Knoten Windgeschwindigkeit ein.
Also musste der Jockel ran.
Das Meer wie ein riesiger Spiegel schimmernd - auch schön an zu sehen. Wäre da nicht das nervige Geknattere...

Weil es jetzt gut passte und es bei dem Wetter auch einfach perfekt zum Üben war, überraschte der erste Offizier den Rudergänger mit einem über Bord fliegenden Fender.
Boje über Bord unter Maschine.
Die Crew war im Rahmen der Sicherheits- und Notrolleneinweisung theoretisch auf dieses Manöver vorbereitet worden.
Und tatsächlich - nach drei Schocksekunden nahm ein jeder seine Funktion ein und im Nu war der Fender wieder an Bord.
Danke für's Zuhören!

Gegen 14 Uhr, nach Passieren des Cabo Blanco dann ein Hauch von Wind. 10 Knoten. Also Segel raus. Endlich Stille unter Deck.

Die letzten Meilen bis kurz vor El Arenal dann raumschots bzw. vor dem bisschen Wind.

In Arenal haben wir dann erstmal getankt, um uns das Gedränge an der Tankstelle am Freitag in Palma zu ersparen. Da ich bei den Marineros nachgefragt hatte, ob es zu den angebotenen Liegeplätzen direkt an der Tankstelle Alternativen gäbe, bekamen wir einen netten Liegeplatz im östlichen Hafenteil.

Im Hafenhandbuch hatte ich gelesen, dass der östliche Teil zur Versandung neigt und man mit Yachten, die mehr Tiefgang als 1,70 m haben, aufpassen sollte.
Aber danach zu gucken hatte ich keine Zeit, da die Marineros mit ihrem Schlauchboot vorweg düsten, während wir mit unserer Ruck Zuck rückwärts hinterher eilten...
Für mich galt - die wissen schon, was geht und was nicht ;)

Und tatsächlich haben wir ohne Grundberührung unseren Liegeplatz erreichen können.

Nachdem wir uns dann frisch gemacht hatten und zu Abend gegessen hatten, begab sich ein Teil der Crew Richtung Bierkönig und co.
Der andere Teil der Crew kehrte nach einem kurzen Bummel zum Supermarkt völlig verstört zum Boot zurück und genoss den Abend ohne Hartz4-Klientel.

letzter Segeltag - Bahia de Palma

Tag 7 am 14 Juni, 2013

Ich hatte gedacht, dass die um 04:30 Uhr zum Schiff zurückgekehrte Crew durchhängen würde und somit ein spätes Ablegen vorgesehen.
Doch um 08:30 Uhr saßen alle Mitglieder am Frühstückstisch. Respekt und Anerkennung!
Nichts desto Trotz galt es, die Annehmlichkeiten des Real Club Nautico El Arenal zu nutzen. Also ab in den Pool und ein paar Bahnen schwimmen, Emails checken und noch ein paar Kleinigkeiten für das letze Abendessen an Bord besorgen.

Um 12:30 Uhr verließen wir dann den Hafen. In der Bucht wartete auch schon ein echt toller Segelwind auf uns. Eine kleine 3 aus SW.
Also erstmal aus der Bucht kreuzen.
Ich konnte mich während dessen in meiner Funktion als Skipper zurück lehnen und die Crew alles machen lassen. Nach einer Woche arbeiteten alle Hand in Hand und ich musste lediglich das Ziel vorgeben.
Doch plötzlich, als ich zwischenzeitlich am Ruder stand - Boje über Bord an Backbord!!
Na vielen Dank. Ich wollte sowieso mal wieder unter segeln üben... ;)

Gegen 15:30 Uhr setzen wir dann direkten Kurs auf den Real Club Nautico de Palma, unserem letzten Reiseziel.
Um 16:30 Uhr lag das Boot nach zwei Anläufen fest vertäut am Steg.

Die Bootsübergabe an Thinius verlief absolut problemlos. Nachdem dann die Taucher das OK gegeben hatten, gab es sofort die Kaution zurück.

125 NM lagen hinter uns. Rückblickend wie immer eine viel zu schnell vergangene Woche.
Wir haben tolle Eindrücke sammeln dürfen, Freunde getroffen, relaxt, geschnorchelt, in der Sonne gebraten und jede Menge Spaß gehabt. Eines ist sicher - Mallorca - wir kommen wieder und dann 14 Tage :)

Abreise

Tag 8 am 15 Juni, 2013

Das Boot musste laut Vertrag bis 08:00 Uhr geräumt werden.
Kein Problem - unser Flieger verließ den Flughafen von Palma ebenfalls gegen 8 Uhr.

Wir hatten uns bei der Rückgabe des Bootes schon die Telefonnummer des örtlichen Taxiunternehmens geben lassen und zwei Taxen zum Marvi-Market bestellt.

Pünktlich um 5 Uhr trafen die Taxen ein und 22 EUR später befanden wir uns am Flughafen.
Ein letzter Cafe am Flughafen und ab in den "kalten Norden"...