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Elba Juli 2018

20 Sept., 2018
von Horst Stanzer
Toskana, Italien
Oceanis 38.1 - 2017

Bei unserem Törn Elba 2018 stand in erster Linie Entspannung im Vordergrund.
Wir nahmen uns Zeit für ausgiebige Wanderungen, waren oft in Marinas und genossen das Flair der Insel, sowie die wunderbaren kulinarischen Köstlichkeiten.

Anreise und Bootsübernahme

Tag 1 am 14 Juli, 2018

Mit dem Auto fuhren wir von Mondsee nach Rosignano (790km). Nachdem wir noch genügend Zeit bis zur Bootsübernahme hatten, machten wir einen kurzen Zwischenstopp in Pisa. Selbstverständlich besichtigten wir den schiefen Turm und stimmten uns in einem der zahlreichen Kaffees mit Süßigkeiten und einem sensationeller Eisbecher auf den Urlaubsbeginn ein.
Schließlich machten wir uns auf den Weg in die Marina d‘Medici.

Nach den Formalitäten im Charterbüro, bekamen wir eine Checkliste mit allen Gegenständen bzw. Details die unser gechartertes Boot (Oceanis 38,1, Bj. 2017) enthielt. Nachdem wir alles lückenlos geprüft hatten, übergaben wir die gegengezeichnete Checkliste dem NSS-Team.

Da sich die Parkgebühren in der Marina auf über EUR 80,— pro Woche belaufen würden, suchten wir eine günstigere Alternative. Eine Mitarbeiterin des NSS-Teams informierte uns über einen kostenlosen Parkplatz außerhalb der Marina, der zwar nicht überwacht war, aber erfahrungsgemäß gab es bis Dato keine Probleme. Wir parkten dort unser Auto 2 Wochen ohne Zwischenfälle.

Im nahen Supermarkt kauften wir alles Nötige für unseren Törn. Hier war alles erhältlich, was man für einen schönen Urlaub braucht.

Hungrig und müde machten wir uns schließlich gegen 22:00 Uhr auf den Weg, zu einem Restaurant. Viele hatten bereits geschlossen. Letztendlich fanden wir doch noch eine Pizzeria. Das Team bewirtete uns freundlich mit herrlichen Pizzen und köstlichem „Vino bianco“ del casa.

Um Mitternacht fielen wir todmüde in unsere Kojen.

Ablegen

Tag 2 am 15 Juli, 2018

Tags darauf bereiteten wir unser Boot zum Ablegen vor. Um 9:15 Uhr legten wir problemlos ab. Tobias und Florian schliefen noch gemütlich weiter und kamen erst eine Stunde später an Deck.

Um 11:30 Uhr setzten wir bei 12 Knoten die Segel. Aufgrund der immer höher werdenden ungemütlichen seitlichen Wellen und einem Jahr Segelpause, ging es mir nicht besonders gut. Ich opferte Poseidon und zog mich in meine Koje zurück. Auch Tobias fühlte sich nicht wohl und zog sich zurück.

Somit waren Florian und Horst auf sich gestellt und mussten das Anlegemanöver in Rio Marina alleine bewältigen, was ihnen bei 10 Knt SO fehlerfrei gelang. Die Einfahrt ist durch drei vorgelagerte Schwimm-Pontons zwar etwas eng aber trotzdem problemlos.

Am Abend suchten wir uns ein gemütliches Restaurant. Obwohl ich noch leicht an Übelkeit litt, wusste ich, dass mir Essen Energie und Kraft gab und genauso war es. Ein Tipp meinerseits: Übelkeit lässt sich am besten mit einem leichten Essen überwinden.
Bei herrlichem Fisch, Pasta mit Meeresfrüchten und natürlich wiederum grandiosem Vino bianco del Casa genossen wir den Abend (ich hielt mich natürlich beim Vino zurück!).

Rio Marina

Tag 3 am 16 Juli, 2018

In der Nacht gab es ein Gewitter und der Wind legte ziemlich zu, daher entschieden wir uns, in Rio Marina zu bleiben, was sich als eine gute Entscheidung herausstellte. Zu Fuß erkundeten wir die Gegend, viele wunderschöne Ausblicke aufs Meer taten sich auf. Auch kleine Buchten zum Baden standen immer wieder zur Verfügung. Am Abend sorgten Live-Bands für eine tolle Stimmung. Zusammenfassend können wir sagen, dass Rio Marina ein netter kleiner Ort, mit weniger Touristen ist, italienisches Flair ist hier spürbar.

Geburtstag und Cavo

Tag 4 am 17 Juli, 2018

Am 17.7. feierten wir Horst‘s Geburtstag bei einem gemütlichen Frühstück in Rio Marina. Wind, Wellen und mein Zustand Liesen ein Auslaufen noch nicht zu, und so fuhren wir am Nachmittag mit dem Bus nach Cavo (ca. 20 min.) und kehrten in die Pizzeria Mistral ein. Die Pizzas sind spitzenmäßig und sehr zu empfehlen, ebenso die Cocktails. Cavo ist ein schöner Ort mit kleinen Restaurants direkt an der Pier, den man gesehen haben sollte.

In der Nacht gab es wieder ein entferntes Gewitter, leichten Regen und Böen bis 25 Knt. Schwell stand in den Hafen.

Stellabucht

Tag 5 am 18 Juli, 2018

Am 18.7. legte die gesamte Crew perfekt ab und machte sich auf den Weg in die Stellabucht. Hier verbrachten wir einen herrlichen Badetag mit Schnorcheln in kristallklarem Wasser. Spaghetti mit Tomaten- und Gemüsesugo an Bord stillten unseren Hunger. In der Nacht spürten wir immer wieder leichtes Rollen mit lautem Knarzen. Geankert wurde auf Sand bei 5m Wassertiefe.

Porto Azzurro

Tag 6 am 19 Juli, 2018

Am nächsten Tag gegen wir um 10:00 Anker auf. Tobias als Rudergänger, Florian bei der Ankerkette, Horst als Navigator und Bettina Überwachung; Wir waren bereits eine eingespielte Crew, sodass jeder seine Aufgaben bestens beherrschte. Nach einem 2-stündigen Schlag erreichten wir bei 6 Knt SO das malerische Porto Azzurro.
Das gepflegte Porto Azzurro ist ein unbedingtes Muss bei einem Elba-Törn. Die große, blumenumsäumte Piazza lud uns Erwachsene zu einem herrlichen Manöverschluck und die Kinder auf ein wunderbares Eis ein.

Capoliveri

Tag 7 am 20 Juli, 2018

Tags darauf ließen wir uns bei einem einzigartigen Frühstück (immer frisch-gepresster Orangensaft) verwöhnen. Anschließend wanderten wir entlang der Küste mit sensationellen Ausblicken durch Oleanderbüsche zur Barbarossabucht. Der Spaziergang (25 Min.) ist sehr empfehlenswert! Am Abend fuhren wir mit dem Bus nach Capoliveri, leider nahmen wir den falschen Bus - die Beschriftungen sind ausbaufähig - auch der Busfahrer konnte uns nicht Bescheid geben, welcher Bus der Richtige wäre. So benötigten wir ca. 1 Std. länger um anzukommen. Hier herrschte bereits wesentlich mehr Tourismus, dennoch ein sehr sehenswertes Städtchen. Tolle Geschäfte verführen einen zum Shoppen.
Spät in der Nacht fuhren wir mit dem Taxi zurück nach Porto Azzurro (EUR 20,— nach 22 h und EUR 16,— vor 22 h für 4 Pers.).

Madonna die Monserat

Tag 8 am 21 Juli, 2018

Regen, Gewitter und sehr böiger Wind zwangen uns einem weiteren Hafentag. Was mich nicht störte, denn ich kannte mich zu gut, um zu wissen, dass bei einer Ausfahrt wieder Übelkeit bei mir auftreten würde.
Das Wetter (bedeckt, windig) war jedoch passend für eine Wanderung, daher spazierten wir zur Madonna die Monserat (Kalvarienberg mit rustikaler Kapelle). Von der Kapelle taten sich einzigartige Ausblicke auf die Insel und das Meer auf.
Abends aßen wir hervorragend im „Dolphin“ - Meeresfrüchte in allen Variationen samt einer Flasche Weißwein und für jeden eine Dolci standen auf unserem persönlichen Speiseplan. Zu Viert zahlten wir EUR 108,—, bei traumhaften Ambiente und dem sehr aufmerksamen Service.

Änderung

Tag 9 am 22 Juli, 2018

Eigentlich wollten wir in die Fetovaia-Bucht aufbrechen, um dort über Nacht zu ankern. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, den der Wind kam aus S/SO (die Bucht ist nach SO offen). Daher entschieden wir uns für Marciana Marina auf der Nordwestseite der Insel. Nach einem zügigen wunderschönen Schlag legten wir in Marciana an. Anschließend machten wir uns zu Fuß auf den Weg nach Sant Andrea. Die Wanderung wurde in mehreren Reiseführern als Wanderhighlight von Elba beschrieben. Es war extrem heiß und leider war die Beschilderung ausbaufähig, sodass wir erst nach 3 Std. (geplant waren 1:30h) in Sant Andrea ankamen. Mit dem Bus fuhren wir dann von Sant Andrea wieder zurück nach Marciana Marina.
Am Abend verdunkelte sich der Himmel immer mehr und ich schwatzte meinen Crewmitgliedern Regenjacken auf, was sich nach 20 Min. als positiv herausstellte, denn es ging ein heftiger Platzregen nieder. In allen Lokalen brach Panik aus. Die Kellner versuchten triefend nass zu retten was möglich war. Mit etwas Durchhaltevermögen ergatterten wir einen trockenen Platz in einer empfehlenswerten Pizzeria. Trotz des Chaos wurden wir im Ristorante La Scaletta freundlich empfangen und bedient.
In der Nacht gingen mehrere heftige Gewitter nieder und wir waren froh, dass wir uns für die sichere Marina entschieden hatten.

Am Gipfel

Tag 10 am 23 Juli, 2018

Am 23.7. blieben wir an Land. Wir hatten den höchsten Berg der Insel Monte Capanne in unseren Urlaub eingeplant. Wegen der schweißtreibenden Wanderung am Vortag nach Sant Andrea , entschieden wir uns den Mt. Capanne mit der Cabinova-Seilbahn zu erklimmen - ein tolles Erlebnis, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte! Leider versperrten uns die Restwolken am Gipfel die Sicht auf die gesamte Insel. So machten wir uns zu Fuß auf den Abstieg (950 Höhenmeter). Wir hatten Glück, die Wolken lösten sich langsam auf und es wurden uns herrliche Ausblicke geboten. Was wir unbedingt empfehlen, sind Wanderschuhe, aufgrund des felsigen Geländes, um Verletzungen und Blasen vorzubeugen.
Am späten Nachmittag genossen die Kinder eine Abkühlung in den von den Nachtgewittern noch hohen Wellen des Meeres.
Beim Abendessen entschieden wir uns für das Capo Nord. Ein eher gehobenes Restaurant, dafür wird spitzenmäßige Qualität bei Speisen und Service geboten. Wir hatten 2 Vorspeisen, 4 Hauptspeisen, 4 Desserts, Brot wird immer wieder nachgefüllt, Getränke und 1 Fl. Weißwein - Gesamtkosten EUR 200,— für 4 Pers. Der Sonnenuntergang verleitete einen zum Träumen! - Ein unbedingtes Muss!
Zusammenfassend ist auch Marciana Marina ein sehr aparter mit Blumen geschmückter Ort.

Viticcho Bucht

Tag 11 am 24 Juli, 2018

Am 24.7. legten wir von Marciana Marina bei Nordwind mit 5 Knt ab und machten uns auf den Weg in die Viticcho Bucht. Am Ankerplatz öffnete ich die Reling und Tobias erlernte den Rückwärtssalto von der seitlichen Bordwand. Die Kinder liebten es vom Boot aus ins Wasser zu springen, und wir Eltern fuhren mit dem Dingi auf einen Drink in die nahegelegenen Strandbar.
Um ca. 16:30 Uhr hieß es Anker auf, und ab nach Porto Ferraio, der Hauptstadt von Elba. (Windrichtung NW, 7 Knt);
Nachdem wir uns über Funk im Hafen angemeldet hatten, liefen wir um 18:00 Uhr problemlos ein. Es wurde uns ein perfekter Platz an der Stadtmole zugewiesen und ein freundlicher Marinero reicht uns die Muringleinen.
Portoferraio bietet einem absolutes italienisches Flair. Qualitativ hochwertige Geschäfte laden einen zum Bummeln ein - das Preis-Leistungsverhältnis stimmt hier!
Die Spiaggia le Viste ist ein sehr lohnender Badestrand. Jedoch das Restaurant Le Viste empfehlen wir nicht, sehr teuer! (Preis-Leistung passt nicht! 3 x Tintenfischsalat - Miniportion und 4 Softdrinks = EUR 70,—)

Porto Ferraio

Tag 12 am 25 Juli, 2018

Den 25.7. genossen wir noch weiter in Porto Ferraio.

San Vincenco

Tag 13 am 26 Juli, 2018

Am 26.7. ging es wieder zurück ans Festland nach San Vincenco ging, wo wir in der Marina reserviert hatten. Es gab leider keine Muringleinen, daher vertäuten wir das Boot mit gekreuzten Springs und Heckleine.
Den Badestrand neben der Marina empfehlen wir nicht - schmutzig. Aber vielleicht waren auch unsere Ansprüche, nach dem kristallklaren Meer Elbas, schon eher hoch gesetzt.
Am Abend hatten wir wieder kulinarisches Glück, in einer kleinen, feinen Trattoria wurden uns Pasta mit Meeresfrüchten in Safransauce geboten, einfach köstlich.
San Vincenco hat zwar eine schöne Marina, aber auch der Preis dafür war sehr stolz, EUR 115,— pro Nacht (die teuerste Marina, während unseres gesamten Urlaubs! bei einem Boot von 11,5 m Länge und 4 m Breite).
Wir wollten mit diesem Zwischenstopp den Heimweg halbieren, um ev. auftretende Übelkeiten zu vermeiden.

Richtung Heimathafen

Tag 14 am 27 Juli, 2018

Am 27.7. legten wir bei SW mit 3 Knt ab.
Der Wind wurde stärker und schob uns mit 14 Knt wunderbar gen Norden. Auch ich hatte keine Übelkeits-Probleme mehr.
Bei SW mit 6 Knt legten wir bei der Tankstelle in der Marina d‘Medici an. Anschließend fuhren wir wieder zu unserem Startplatz in die Marina ein.
Um 17 Uhr erfolgte die Schiffsübergabe mit dem NSS-Team - freundlich und problemlos ohne Beanstandungen.
Am Abend fanden wir nach einigem Suchen ein Restaurant mit überaus freundlicher Bewirtung, nahe der Marina d‘Medici.
Eine letzte Nacht genossen wir noch an Bord, ehe wir tags darauf wehmütig um 8 Uhr das Boot verlassen und uns auf den Heimweg machen mussten.

Fazit

Tag 15 am 28 Juli, 2018

Die Rückfahrt mit dem Auto erfolgte staufrei.
Schade, die 14 Tage Urlaub sind viel zu schnell vergangen und wir träumen nach wie vor von den einzigartigen Erlebnissen! Da wir ein paar Ausflüge nicht geschafft haben, werden wir sicher wieder kommen!

Fazit: Elba ist eine wunderschöne Insel, die vom Massentourismus verschont geblieben ist (so fühlte es sich für uns an). Wir empfehlen das Urlaubsziel für naturverbundene, aktive Menschen (sowohl am Wasser als auch an Land), die auf freundliche Einwohner, gepflegte Restaurants, gediegene Geschäfte, und vor allem eine malerische Umgebung nicht verzichten möchten.
Mein Tipp bei Seekrankheit: verzichten Sie auf Kaffee und trinken Sie stattdessen einen frischgepressten Orangensaft (Vitamin C) zum Frühstück! Das beugt (zumindest bei mir) Übelkeit vor!

Abschließend eine Info zu den Marinagebühren 2018 (Schiffslänge: 11,5 m, Breite: 4 m)
Rio Marina EUR 45,— (inkl. Strom und Wasser pro Nacht)
Porto Azzurro EUR 70,— (inkl. Strom und Wasser pro Nacht)
Marciana Marina EUR 71,— (inkl. Strom und Wasser pro Nacht)
Porto Ferraio EUR 80,— (inkl. Strom und Wasser pro Nacht)
San Vincenco (Festland Italien) EUR 115,— (inkl. Strom und Wasser pro Nacht)