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1-Wochentörn Elba

15 Okt., 2015
von Stefan Hülmeyer
Toskana, Italien
Bavaria 36

...es sollte ein Familien-Plaisier-Badetörn werden...

Ankunft - Manövertraining

Tag 1 am 12 Sept., 2015

Es war noch schönstes Wetter...aber der Wetterbericht drohte mit Ausläufern eines Wirbelsturms über Sizilien...
Unsere Crew bestand aus meiner Familie, d.h. meine Frau und meine 3 Kinder(4+4+5 Jahre alt) sowie einem befreundeten Paar.
Vorgestellt hatten wir uns eine gemütliche, familienkompatible Woche mit maximal 20 nm pro Tag, vielleicht einem Abstecher nach Capraia, Badebuchten und schönen Ankerplätzen - es kam anders.
Vorweg: die Einkaufssituation in der Marina Punta Ala ist schlecht. Wer also noch einen Lebensmittel-Großeinkauf tätigen will, sollte dies in Follonica tun.
Die Marina Punta Ala ist eine Retorten-Anlage, die - zumindest in der Nebensaison - wenig Flair hat.
Der Check-In war serh freudnlich und sehr ausführlich; leider dauerte es dann doch bis 17:00, bis wir los konnten, so dass wir den Schlag nach Elba nicht mehr machen wollten, da es ja schon um 19:00 dunkel wurde und mit rd. 4-5 Stunde Fahrzeit zu rechnen war.
Also nur noch für 2 Stunden raus, um ein paar Kreise zu drehen und Manövertraining zu machen in der Abendsonne.
Leider dann noch eine Nacht mit blick auf die Mauer des Yacht-Clubs....

40 Knoten Wind (8 bft) - Marina-Tag

Tag 2 am 13 Sept., 2015

Es kam dann leider exakt so, wie es der Wetterbereicht angekündigt hatte: Dunkle wolken fegten über die Marina, z.T. heftige Regenschauer.
Ein Segler, der von draußen reinkam berichtete von 40 Knoten Wind - also nichts für eine Familiencrew.
Blieb nichts anderes, als mit den Kindern zig mal alle Segelyachten anzuschauen.
Jetzt bereuten wir, nicht doch noch am Vorabend den Schlag nach Elba gemacht zu haben.
Aber aus Langeweile haben wir dann doch einige noch zu behebende Mängel an der yacht festgestellt. Zum Beispiel waren die zwei Klemmen der Großschot und der Bergeleine des Groß halb durchgebrochen. Das sollte nicht passieren.....

Schlag nach Elbe quer zur Dünung

Tag 3 am 14 Sept., 2015

Auch am Montag vormittag hielt der Starkwind noch an, aber dann mittags wagten wir uns doch raus. Die Sonne schien milchig durch die Wolkendecke und es hatte noch ca. 5 Bft.
Allerdings hatte der starke Südwind vom Vortag und der Nacht doch eine unangenehme Dünung hinterlassen, so dass wir auf unserem Weg nach Porto Azurro gewaltig rollten - ein Großteil der Crew musste daher den Fischen Futter geben....
Die Sicht war so diesig, dass wir doch eine ganze Zeit lang weder Festland noch Insel im Blick hatten und uns wie auf dem weiten Meer vorkamen.
Dann gewann aber die Sonne Oberhand und rd. 2 nm vor der Bucht von Porto Azurro kam dann der blaue Himmel raus. Die Wellen wurden auch weniger und das Anlegerbier im Hafen wurde dann bester Stimmung getrunken.
Porto Azurro ist ein sehr nettes Städtchen mit schönen Restaurant und Cafe driekt an der Promenade. Die Marinagebühren sind mit 46,- (36') auch erträglich.

Nordkaprundung

Tag 4 am 15 Sept., 2015

Der Wetterbericht verhieß schon wieder ab dem frühen Nachmittag Südwind bis 7 Bft - aber der Sonnenschein in Porto Azurro hat uns dann doch bis 11:00 festgehalten.
Dann gings los. 500 m aus dem Hafen raus und Motor aus. Die Welle war erträglich der Wind mit ca. 4 Bft aus Süd gut, so dass wir tatsächlich mal Vollbesegelung rausholen konnten.
Bei der Rundung der Nordostspitze schlief er allerding kurzzeitig völlig ein. Mit einigen Motorminuten gings dann aber wieder weiter. Ziel war zunächst eine der beiden ankerbuchten Nisporto oder Nisportino, die sich dann aber bei der Vorbeifahrt als völlig ungeeignet herausgestellt haben. Dei Badeabsperrungen sind relativ weit draußen und der Schutz vor Wind&Wellen dort gering. Wir sind dann noch in dei nächste (namenlose) Bucht mit Öffnung nach Nordwest gefahren (siehe Skizze). Sehr guter Ankergrund, allerdings viel Seegras am Strand. Die brüchige Felswand lädt auch nicht gerade ein, sich ohne Helm zum Sonnenbad darunter zu legen.
Die sonne war dann wieder weg, der Wind aus Süd nahm wie angekündigt zu, aber dei bucht war sicher. Wir ankerten ruhig.

Flucht nach Marina Maricana

Tag 5 am 16 Sept., 2015

Der Vormittag war diesig, ca. 5 Bft aus Süd, zunehmend. So haben wir uns also entschieden, die kommende Nacht lieber wieder in einem hafen zu verbringen - zum Glück, wie sich am nächsten Morgen herausstellte.
wir machten nur einen kurzen Schlag mit ein paar Haken von rd. 10 nm nach Marina Marciana. Langsam wurde es wieder ungemütlich die Gischtkämme länger und länger...
Ankunft dann am frühen Nachmittag. Weiter nach Westen wollten wir nicht, da es dort keine sichern Häfen mehr gibt.
Der Ort ist sehr nett und hat einen schönen Kirchplatz. Also: Kinder zusammengepackt und auf die andere Seite des Hafenbeckens zum Mini-Sandstrand.
...der Wind nahm zu...
Empfindliche Schläfer haben wohl in dieser Nacht aufgrund des lauten Rigg-Gescheppers kaum ein Auge zugetan.

Maximum 9 Bft

Tag 6 am 17 Sept., 2015

Jetzt war er da der Südsturm. Der Windmesser auf der benachbarten Yacht zeigte im Hafen zur Spitze bis zu 46 Kn Wind, d.h. 9 Bft - Sturm. Da muss man nicht lange überlegen, ob man vielleicht doch rausfährt...mit 3 Kindern...
Schon im Hafen baute sich eine Welle auf. Zwei noch vom offenen Meer ankommende Yachten wurden abgewiesen. Und im Vorhafenbecken haben sie ein ums andere Mal Seegras am Anker hochgezogen - arme Teufel bei 8-9 Bft.
Aber im Inneren des Städtchens war der Wind kaum zu spüren.
Und plötzlich - innerhalb von 20 Minuten - war der Spuk vorbei.
Bis wir uns dann zusammengepackt hatten, wars dann doch 15:00 und wir sind nur noch die sher kurze Strecke von 3 nm über die Bucht zu einer sehr netten - an diesem Abend einsamen - Ankerbucht gesegelt.
Der Wetterbericht kündigte eine Winddrehung während der Nacht von Süd auf Nord an, was den nach Norden offenen Ankerplatz ab 4 Uhr früh dann wieder ungemütlich machte...

Zurück aufs Festland flott mit Halbwind

Tag 7 am 18 Sept., 2015

...ja - so ungemütlich, dass wir bei Anbruch der Morgendämmerung aufgebrochen sind. Das kurze Stück genau gegenan nach Norden sind wir dann mit Motor gefahren - dann Halbwind und wieder zunehmende Welle - diesmal von Nord. Also wieder war "Fische füttern" angesagt....
Bei 5-6 Bft Halbwind gings flott dahin. Gerefftes Vorsegel, kein Groß und doch in der Spitze 7 Knoten Fahrt. Nach der Rundung des "Nordkaps" haben wir dann noch einen Cafe-Stop in Cavo eingelegt. Ein netter Ort mit zwei netten Promenaden-Bars.
Wir hatten noch eine kleine Hoffnung, eine paar schöne Abendstunden in der Cala Violina rd. 2-3 nm nördlich von Punta Ala ankernd zu verbringen, daher sind wir doch dann mittag wieder los. Schöne Segelei, erträgliches Rollen, aber doch viel zu viel Wind & Welle, um auch nur an ein Ankern in der Cala Violina zu denken. Wir haben dann schon um 15:00 in Punta Ala festgemacht und sind noch mit dem Auto zum nördlich anschließenden Strand rüber gefahren.
Sehr ärgerlich: Wir wollten, während wir die Yacht räumten, die Kinder am Marina-Strand eine Stunde im Sand spielen lassen - mit Aufsicht eines Erwachsenen. Doch dafür hätten wir 25,- Tagesmiete für einen Sonnenschirm mit Liege zahlen müssen....

Schönstes Wetter - Abreise

Tag 8 am 19 Sept., 2015

Wir konnten noch ohne Stress zusammenpacken; der Check-out war unproblematisch und sehr freundlich.
Fazit: ....und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...
Leider haben wir es aufgrund der starken Südwinde nicht um die Insel geschafft - vielleicht beim nächsten Mal...