Sonntag, 24. Juni 2007
von Rena M. Schmidt

Sind die Wünsche zu teuer? Such dir einen Beau, der noch Stil hat

Wir Frauen sind ja immer etwas komplizierter und darum möchte ich mich an dieser Stelle auch einmal ganz generell bei den vielen Verehrern entschuldigen, denen ich für die diversen Reiseeinladungen schon einen Korb gegeben habe oder noch geben muss. Es sind halt einfach zu viele. Darüber hinaus gibt es aber einen anderen Grund.
Offensichtlich, weil Frauen es gewohnt sind, sich freihalten zu lassen, und zwar umso mehr, je emanzipierter sie sich vordergründig geben, sind Männer es gewohnt, dafür, dass sie zahlen, auch gewisse Bedingungen zu stellen. Dieses Tabuthema unserer Gesellschaft wird dadurch nicht unzeitgemäßer, dass wir heute mehr über Gleichberechtigung sprechen, als sie zu praktizieren.
Nun bin ich in der glücklichen Situation einer ganzen Serie kleiner Geschäftsideen, die ich schon vor Jahren mit kleinem Aufwand realisiert habe und die meinen Lebensstandard ganz gut halten. Also hänge ich nicht am Tropf des Wohlwollens irgendeines Gönners. Vielleicht ist das auch genau der Grund, dass meine kleine aber feine Text- und Fotoagentur immer gut ausgelastet ist.
Weil das so ist und weil mir das Fabulieren mit meinen Freunden so viel Freude bereitet, hebe ich hier einmal zu einem Appell an, der vieles auf der zwischensexuellen Ebene vereinfachen würde: Frauen, die ihr euch so emanzipiert fühlt, finanziell aber so eingeengt, lasst eurer leutseligkeit doch einmal genau den selben freien Lauf wie weiland bei der sexuellen Revolution den Trieben: Sagt, statt es ?hinzunehmen?, dass für euch bezahlt wird, mit deutlichem Wohlwollen ?danke? und verpsprecht: ?Dafür hast du etwas gut bei mir.? Damit hebt ihr euch wieder auf die selbe Ebene wie der Beau, der dies, sofern er euere Sympathie überhaupt wert ist, niemals ausnutzen wird. Und wenn ihr mal wirklich in der Klemme seid? Dann bittet um Hilfe. Es ist ein kleiner, feiner Schachzug, der durchaus weiblichen Hintersinn hat: Die Bitte um Hilfe entbindet euch der Not, klagen zu müssen, ohne das eigentlich Elend anzusprechen, und euch schlecht zu fühlen, wenn die Gönner dann eurem allzu vordergründigen Buhlen um Geld, das nicht ihr, das sie erarbeitet haben, nachkommen.
Und: Es entbindet euch von dem Generalpardon, den ich oben für so viele meines Geschlechts erbeten habe, für die ich mich wirklich schäme ? so selbständig tun sie, und so abhängig sind sie.
Allen weiblichen Lesern einen unabhängigen Sommer wünscht
Eure
Rena M. Schmidt

Eine Bitte hätte ich noch …

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