Montag, 25. September 2006
von Klaus Bartels

Klaus Bartels

Es war ein knapp unter der Oberfläche des Atlantiks schwimmender Container, der dem englischen Seglerstar, Ellen Mc Arthur, beim letzten Vendée Globe fast zum Verhängnis geworden wäre. Ein Ruder ihres Open 60 wurde abrasiert. Immer wieder berichten Hochseesegler von Kollisionen mit unbekannten Hindernissen, und es geht nicht immer gut aus, wie der Untergang der Segelyacht?Monsun? während des DaimlerChrysler North Atlantic Challenge bewies. Tatsächlich schätzen Experten die Zahl der auf den Ozeanen treibenden Container auf rund 3000.
Eine Gruppe niederländischer Schiffssachverständiger hatte kürzlich untersucht, warum die Container so leicht von Bord der Frachter fallen. Ihr Ergebnis: Schuld sind die Schiffskonstrukteure, die die Containerfrachter so bauen lassen, dass die Schiffsformen möglichst wenig Volumen haben. Dadurch sparen die Reeder zwar Hafengebühren, aber Container müssen auf diesen Schiffen in mehreren Etagen auf dem Deck gestapelt werden und können durch den Seegang leicht losgerissen werden.
Auf diesen Containerfrachtern zum Sparen von 320 Metern Länge und 30 Metern Breite werden bis zu 8000 Container transportiert.
Die Klassifikationsgesellschaft Germanischer Lloyd kommt in einer Untersuchung zu diesem Thema zu dem Resultat, dass die Schiffsführer auf den Frachtern wegen des grossen Abstandes zum Vorschiff nicht einwandfrei beurteilen können, welche Belastung die gestapelte Last auf dem Vorschiff ausgesetzt ist. Zudem würden enge Fahrpläne und die Reedereien die Kapitäne unter Druck setzen, mit zu hoher Geschwindigkeit zu fahren.
Dann kann etwas geschehen wie auf dem Frachter „APL China“, Während eines Sturms verlor das Schiff 360 Container und weitere 700 wurden beschädigt.
Hoffen wir, dass möglichst viele der großen Kisten so voller schwerer Waren gestopft waren, dass sie schnell auf Tiefe gegangen sind.
Aber auch über den Rest sollten sich Langfahrtsegler nicht allzu viel Gedanken machen. Einen Container mit der Yacht zu treffen ,ist fast so, wie die Nadel im Heuhaufen gefunden zu haben. Aber es geschieht eben. Und da sollte man mit Leckstopfen und Lecksegel sowie einer guten Rettungsinsel und einer Funkboje immer gut vorbereitet sein.

Die Angst der Segler vor dem Container

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