Klessmann, Rüdiger: Im Detail die Welt entdecken - Adam Elsheimer 1578 - 1610. Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main: 17. März - 5. Juni 2006, National Gallery of Scotland, Edinburgh: 23. Juni - 3. September 2006 , Dulwich Picture Gallery, London: 20. September - 3. Dezember 2006 , [anläßlich der Ausstellung "Im Detail die Welt Entdecken. Adam Elsheimer 1578 - 1610]. : Mit Beitr. von Emilie E. S. Gordenker, Christian Tico Seifert. Wolfratshausen: Edition Minerva, 2006. 4°, 302 S. mit zahlr. Ill., Broschiert. Bestellnr: 701130 Schönes, frisches Exemplar. - Mit Literaturverz. - Adam Elsheimer gehörte zu den berühmten Malern seiner Zeit. Seit Generationen beschäftigen sich die Kunsthistoriker mit seinem bedeutenden Werk, das aber noch auf die Entdeckung durch das breite Publikum wartet. Dies hat sich unsere Ausstellung zum Ziel gesetzt. Es gilt, einen Maler kennenzulernen, der mit seiner Erzählweise sowie in der Landschaftsund Innenraumdarstellung neue Wege beschritt und deshalb von berühmten Zeitgenossen wie Rubens, Rembrandt und Claude Lorrain verehrt wurde. Genau 40 Jahre nach der letzten monographischen Ausstellung ist es nun an der Zeit, Elsheimers Werk wieder einem breiten Publikum nahezubringen. Darin werden wir von einem der maßgeblichen Elsheimer-Forscher bestärkt: »Jede Epoche hat sich ihren eigenen Elsheimer geschaffen, und es ist an der Zeit, das Werk eingehender zu betrachten, um herauszufinden, ob bestimmte Zuschreibungen zurückgenommen werden können und sich dieser Art der wahre Künstler eindeutiger erkennen läßt.« Diese Worte setzte Keith Andrews, von 1958 bis 1985 Keeper of Prints and Drawings an der National Gallery of Scotland, an den Beginn seiner wegweisenden Monographie zu Adam Elsheimer von 1977. Der damals bedeutendste Elsheimer-Forscher hatte sich zum Ziel gesetzt, das (Euvre des Künstlers kritisch zu sichten und die charakteristische Handschrift dieses in seiner Zeit berühmten Malers herauszuarbeiten. In der 1938 erschienenen ersten Monographie von Heinrich Weizsäcker waren es noch rund sechzig Werke, die Elsheimer zugeschrieben wurden. Bereits 1966 wurde diese Zahl erheblich reduziert, als Ernst Holzinger, damaliger Direktor des Stadel, in Frankfurt die erste Elsheimer-Ausstellung organisierte. Aber erst die intensive Forschungsarbeit von Andrews erbrachte als Resultat eine nochmals gekürzte Werkliste des Künstlers, die bis heute weitgehend anerkannt ist. - Adam Elsheimer (getauft am 18. März 1578 in Frankfurt am Main; † 11. Dezember 1610 in Rom) war der bedeutendste deutsche Maler des 17. Jahrhunderts. Während seiner Lehrzeit in Frankfurt dürfte Elsheimer von Gemälden von Albrecht Dürer (Heller-Altar), Hans Holbein d. Ä. und Mathias Grünewald beeinflusst worden sein. In Venedig lernte er die Arbeiten von Tintoretto und Veronese kennen und arbeitete bei Hans Rottenhammer als dessen Werkstattgehilfe. In Rom wiederum sah er die Hell-Dunkel-Malerei Caravaggios. Seine meist kleinen Bilder sind – wie bei Rottenhammer – überwiegend auf Kupfer und in miniaturhaft feiner Ausführung unter Zuhilfenahme einer Lupe gemalt. Seine Federzeichnungen und Radierungen zeugen von Einfühlungsvermögen und künstlerischer Selbständigkeit. Er bevorzugte religiöse und mythologische Themen, häufig verbunden mit Landschaften in „romantischer“ Beleuchtung und poetischer Stimmung. Mit dieser verband er einen neuen Realismus und begründete damit einen neuen Stil in der europäischen Landschaftsmalerei. Elsheimer markiert damit die Abkehr vom Manierismus. Infolge seines frühen Todes ist sein Lebenswerk nur klein geblieben, auch weil er nur sehr langsam arbeitete und Depressionen ihn behinderten. Dennoch belegen seine Gemälde eine ganz ungewöhnliche künstlerische Spannweite: in der Taufe Christi verband er altdeutsche Landschaftsmalerei mit hochbarockem Raumgefühl; seine Procris nahm die Erotik Poussins und Rubens’ vorweg; vor Elsheimer gab es keine Darstellung der himmelweiten Landschaft wie in der Aurora; die Nachtstücke wie Der Brand Trojas, Ceres, Flucht nach Ägypten waren wegweisend, und der ‚kleine’ Tobias sowie das intime Interieur bei Philemon und Baucis dienten 50 Jahre später Rembrandt als Vorlage und Anregung. Von seinem Werk ist ein weitreichender Einfluss ausgegangen (auch durch die Kupferstiche Goudts), der sich besonders in Italien (Claude Lorrain) und den Niederlanden (Rubens, Rembrandt) auswirkte. Dies lässt sich auch an der großen Zahl von Kopien ablesen, die von seinen Gemälden angefertigt wurden. ISBN 3938832061 Elsheimer Adam, Malerei, 17. Jahrhundert, Deutschland, Künstler
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