Merkzettel / Clipboard
Language Chooser Language Chooser

Kolumne
 
Törnberichte aus den Revieren
 
charterCharts
 
Törnplaner
 
Bordkasse
 


 
Ionisches Meer 30.09.17 bis 07.10.17 Sun Odyssey 419 Bj.2017
 
Ionisches Meer 30.09.17 bis 07.10.17 Sun Odyssey 419 Bj.2017
Mittwoch, 25. Oktober 2017
Autor: Jürgen Himmel
Empfehlen auf: Auf Facebook teilen  
Törn von 30.09.2017 bis 07.10.2017 auf einer Sun Odyssey 419 | BJ 2017
Wir, 2 Ehepaare Ü50, steuern gemeinsam zum sechsten mal Griechenland an. Für mich als Skipper ist es nach Erfahrungen in Kroatien und der Türkei, der achte Griechenlandtörn und sicher noch lange nicht der letzte, ja wir sind Griechenlandfans.

Wie es der Zufall wollte (unser Berater von Master Yachting fand das gewünschte Schiff in Palairos), starten wir diesmal nicht ab Levkas, sondern ab Festland/Palairos.
Palairos ist ein Stück echtes Griechenland, authentisch und touristisch noch nicht ganz erschlossen, man lebt von der Landwirtschaft und eben vom langsam wachsenden Tourismus.
Der Übernahmehafen ist winzig klein und von angenehmer Ruhe. Hier wäre ich auch gerne
vor Jahren als Anfänger gestartet, alles easy going, und am Ende kommt der Tankwagen an den Schwimmsteg. Auch im kleinen Yachtclub nebenan haben wir uns sehr wohlgefühlt.
Tag 1 - 30.09.2017
Anreise aus FRA und Schiffsübernahme in Palairos
Odysseus Yachting heißt der Anbieter unserer Sun Odyssey 419. Eine TOP-Empfehlung geben wir hier ab, auch wenn man uns gebeten hat, das Dingi aufgrund des brandneuen Schiffes
und des empfindlichen Bugfensters (die gewölbte rahmenlose Luke ist in der Tat eine Fehlkonstruktion und man wollte uns vorab einen Schaden ersparen) zu schleppen.
Die Übergabe war bestens, das Dingi haben wir dagelassen. Der Basisleiter hat uns zum Fischessen die Taverne Anna empfohlen (ganz am Ende der "Promenade"/Ortsausgang), es gab wie oft zum Saisonende nur wenig Auswahl, dafür aber frisch und sehr lecker, preiswert sowieso. Wer lieber deftiges mag, ist in der kleinen Altstadt, gleich am Hafen links und schon ist man da, gut aufgehoben. Palairos hat übrigens noch den Vorteil, das man sich die Fahrt durch den Kanal von Levkas spart.
(zumindest wenn man das schon ein,zwei mal gemacht hat)
Ach ja, der Transfer hat wie immer, bei Master Yachting vorgebucht, super geklappt und ist in etwa zeitgleich mit Levkas. (110,- hin u. rück, wird über Odysseus abgerechnet)
Im Express Supermarkt haben wir nur die Grundausstattung an Vorräten gekauft (free deliveri), da wir gerne auf den Inseln nachkaufen und ohnehin überwiegend essen gehen.
Tag 2 - 01.10.2017
Kalamos ist unser Ziel
Kalamos Hafen
Nach einem ausgiebigen Frühstück im kleinen Yacht Club nebenan, heißt es Leinen
los, Ziel ist Kalamos. Beim verlassen des Hafens nicht gleich hart Backbord geben, denn
die Mole wird von einer Sandbank verlängert. Leider fängt der Törn ohne Wind an, wir machen uns mit dem Schiff vertraut und hauen den Autopilot rein, trösten uns mit dem schönen Wetter. Zeitig laufen wir Kalamos an und wie in jedem Törnführer beschrieben steht George auf der Pier und sorgt für Ordnung, es wird ordentlich Kette gesteckt
(gegen ablandige Winde) und nach dem Anlegemanöver in Georges Taverne ein Bierchen getrunken. Hafenkino, Ankersalat gibt`s nicht, wenn man Georges "Anweisungen" einfließen läßt. Georges Taverne ist übrigens nicht nur die erste Taverne wenn man
Kalamos
vom Schiff kommt, sie ist neben DEM Seglertreff auch wirklich gut. Da wir am frühen Mittag eingelaufen sind, bleibt Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang zur alten Windmühle, hier ist auch ein Kieselstrand mit einer kleinen Kneipe, wo man wunderschön verweilen kann. Kalamos hat uns sehr gut gefallen.
Tag 3 - 02.10.2017
Nach Kioni ohne Wind, Badestopp auf Atokos
Atokos
Nachdem der Wetterbericht nahe Null-Wind gemeldet hat, heißt es ausschlafen, gemütlich an Land frühstücken und statt einem längeren Schlag segeln, planen wir einen Bademittag.
Hierzu bietet sich die Insel Atokos an, zumal ideal auf dem Kurs nach Kioni/Ithaka gelegen. Die One House Bay ist gut gefüllt, so das wir noch einen kleinen Schlenker Süd-Süd-West machen, wo der Anker auf 20m Halt findet und das Risiko aufgrund von null Wind
und fast glatter See vertretbar war um ein paar Runden ums Schiff zu schwimmen. (Wasser ca. 23 Grad) Kioni liegt zum greifen nah, und wer schon mal da war, weiss, der kleine Hafen ist schnell gefüllt und nach 15 Uhr wird's eng (und ohne Dingi mit Landleine fast unmöglich). Überhaupt ist das Revier für diese Jahreszeit
Kioni
überdurchschnittlich gut gebucht, das ist sicher auch der Entwicklung in der Türkei und der teilw. Abzocke in Kroatien geschuldet (nur meine Meinung). Auch für uns wird`s in Kioni eng, eine Flottille ist bereits im Hafen und schon überwiegend mit Landleinen vertäut. Mein "Geheimtipp" neben den Fischerbooten, wo für viele die Wassertiefe vermeintlich nicht reicht (am Anfang sind es noch 2m), ist belegt, so das wir eine ganze Weile umher tuckern. Letztlich halten wir mit allem was unsere Kette hergibt, schräg auf das Leuchtfeuer der Mole zu, fahren den Anker gut fest und machen die Heckleine und eine Mittelspring im Bereich des Anlegers für Ausflugsboote so fest, das wir an Land übersteigen können.(bis 11 Uhr am nächsten Morgen muß man
Fähranleger Kioni
ablegen) Oberhalb der Mole ist eine terrassenförmig angelegte Taverne mit sensationellem Ausblick, hier nehmen wir unser Anlegerbier. Zum Abendessen empfiehlt man uns die beiden Tavernen ganz links und rechts in der kleinen Hafenbucht. Kioni war für uns der schönste Stopp.
Tag 4 - 03.10.2017
Hurra der Wind ist da! Segeln vor Ithaka, festmachen im Port Vathi/Ithaka
Kioni ist herrlich, wir frühstücken in der Morgensonne, bunkern frisches Brot, Thunfisch
Tomaten,Zwiebeln und Weißwein für die obligatorischen Häppchen unterwegs und legen rechtzeitig ab, um den Fähranleger frei zu machen. Heute haben wir ordentlich Wind, es geht mit gerefften Segeln aufs Meer. Unter Halbwind segeln wir auf und ab nur um des Segelns Willens, da wir die letzten Tage komplett unter Motor unterwegs waren, welch ein Genuß. Leider nur ein kurzes Vergnügen, nach rund 2 Stunden schläft der Wind förmlich ein, so wenig Wind in Summe habe ich in diesem Revier/Urlaub bisher noch nicht erlebt.
Also laufen wir in Port Vathi ein, unsere Damen wollten mal wieder in ein größeres Örtchen. Der Hafen macht einen recht vollen Eindruck, daher
NE Quay Vathi/Ithaka
biegen wir gleich nach Backbord ab zum NE Quay, man läuft zwar einen odentl. Spaziergang ins Zentrum, hat dafür aber ruhige Nächte. Ein Steinwurf vom Wasser entfernt ist eine rustikale Taverne mit ein paar Tischen auch am Wasser, der Sohn des Hauses hat in Mainz studiert, spricht also auch deutsch. Hier trinken wir unser Anlegerbier und den Morgen-Cappucchino. In der kleinen Fußgängerzone von Vathi herrscht Betriebsamkeit am frühen Abend, die Tavernen sind zu 60 Proz. besucht, die Auswahl ist halt relativ groß. Wir sehen, die Liegeplätze zentral sind alle belegt. Der Lauf zurück zum Schiff ist ein schöner Verdauungsspaziergang, noch ein Absacker an Bord und wir genießen die Nachtruhe.
Tag 5 - 04.10.2017
Halbzeit, es geht Richtung Norden. Sivota/Levkas
Sivota
Beim letzten Törn (Herrentörn Mai 17), hatten wir eine schöne Zeit bei Stavros in der Taverne in Sivota, außerdem liegt man an seinem Schwimmsteg gut geschützt, mit Wasser und Strom versorgt an Murings. (wer bei Stavros ißt zahlt kein Liegegeld) Man sitzt wunderbar (1.OG) mit schönem Blick und wird hervorragend bedient, der Red Snapper war ein Traum. Meine Crew, die zum ersten mal hier war, hat Sivota als Tipp bestätigt.
Da für den nächsten Tag wieder Windmangel vorhergesagt wurde, beschließen wir hier noch etwas zu verweilen und nur einen kurzen Schlag nach Meganisi zu Motoren.
Fisch satt bei Staphros
Tag 6 - 05.10.2017
Spartachorion/Meganisi heißt die vorletzte Etappe.
Sonne ist da, Wind Null, so beginnt der Tag in Sivota. Also ausschlafen, ins nächste Cafe schlendern und ausgiebig frühstücken. Da es heute nur ein paar Seemeilen Nord nach Meganisi geht, besteht kein Anlass zur Eile. Am Mittag fällt die Muring mit Ziel Port Spilia/Spartachorion, Autopilot rein, kurz vor der Einfahrt zur wunderschönen Bucht fällt der Anker auf 15m zum Badestopp und Vesperpause. Da wir kein Dingi dabei haben, machen wir am Schwimmsteg der Taverne Port Spilia fest. (Muring,Wasser,Strom) Hier wäre das Ankern im hinteren Teil der Bucht in türkisfarbenem Wasser sicher auch eine schöne Alternative. (man kann auch Bugvoraus festmachen in der hinteren Bucht) Das Ankern zum Baden nehmen wir uns dann für den Ablegetag vor. Die Taverne
Port Spilia ist soweit ok, die Erwartungshaltung sollte aber nicht zu groß sein. (da es nur zwei Tavernen in der Bucht gibt, herrscht Betriebsamkeit und Kantinenatmosphäre wenn man unterm Dach sitzt) Das Anlegerbier im Kiesstrand paßt und das Wasser ums Schiff ist so klar, das man hier auch schwimmen kann.
Der Aufstieg ins Dorf Spartachorion ist ein Muß, spektakuläre Aussicht und der Kreislauf kommt auch mal wieder bei den vielen Treppen in Wallung. Hier oben gibt es ein Cafe mit Aussicht, in dem wir am nächsten Morgen auch frühstücken.
Tag 7 - 06.10.2017
Zurück nach Palairos
Kaum zu glauben, aber Wahr, wieder kein Wind. Also verholen wir uns wie geplant nach dem Frühstück oben in Spartachorion, in den hinteren Teil der Bucht, direkt vor die Badebojen, zum Baden und Sonnen. Der letzte Tag auf "See" wird genossen. Mittags geht der Anker auf Richtung Palairos.
Es macht absolut keinen Sinn, die Segel auch nur probeweise auszurollen, ob nicht doch wenigstens 2- Knoten Fahrt zu machen sind, absolute Flaute. Der Autopilot bringt uns unspektakulär in die Bucht vor Palairos, wo wir nochmals auf 8 m Wassertiefe nähe der Hafeneinfahrt einen letzten Stopp ankern. Da der Hauptanreise-Abreisetag hier scheinbar Sonntags ist (viele englische Crews), bekommen wir am Nachmittag unseren Ablegeplatz wieder zugewunken und legen uns am Schwimmsteg an die Muring. Am Abend möchten wir einen guten Fisch essen und so zieht es uns wieder in die Taverne Annas am Ortsausgang.
Tag 8 - 07.10.2017
Frühstück im Yacht Club Palairos und Transfer zum Flughafen Prevezza
Alles ist gepackt, Regen gemeldet, so schließen wir alle Luken, bringen unser Gepäck zur Basis und gehen zum Frühstück. Kaum im Yacht Club angekommen, fällt monsunartiger Regen von allen Seiten, gut das wir bereits trockenen Fußes sitzen. Das ganze Regenspektakel dauert gut eine Stunde und die Sonne zeigt sich wieder als wäre nichts gewesen...
Wir machen einen letzten Spaziergang durch den Ort und staunen über die große Anzahl an einfachen Tavernen, die wenn man sich die Besucher anschaut den Eindruck vermitteln, hier ist die Welt noch in Ordnung und Athen weit weg.
Tja eine Woche kein Wind, kann man das eigentlich Segeltörn nennen ? Es war trotzdem schön und erholsam, wir möchten keinen Tag missen, die Griechen nach wie vor sehr gastfreundschaftlich und immer hilfsbereit. So bleibt auch dieser Törn in guter Erinnerung und wir kommen im nächsten Jahr wieder.
Anmerkung: Liegegebühren gesamt Null.
© by Master Yachting