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Gemütlicher Törn Nordsardinien - Maddalena Archipel - Südkorsika
 
Gemütlicher Törn Nordsardinien - Maddalena Archipel - Südkorsika
Donnerstag, 16. November 2017
Autor: Georg Schwarz
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Törn von 30.09.2017 bis 14.10.2017 auf einer Oceanis 45 Luxury
Nach 2013 sind wir zum ersten Mal wieder in diesem Revier unterwegs. Gegen Ende des Törns ließen wir die Erlebnisse Revue passieren, dabei sagte ein Crewmitglied „Dies war der bisher schönste und beste Törn“. Recht hat es! Warum?

- Wir hatten 14 Tage nur Sonne
- Wir hatten keinen Flauten-Tag
- Wir segelten nur kurze Schläge und lagen lange vor Anker in den herrlichen Buchten.
- Wir waren in dem landschaftlich schönsten Revier unterwegs, das ich kenne und haben praktisch ausschließlich in attraktiven Buchten mit türkisem, glasklarem Wasser geankert.
Tag 1 - 30.09.2017
Warten in der Marina
Die Bootsübernahme gestaltete sich zäh: obwohl unsere Ankunftszeit mit Sonnabend um10:00 Uhr von Master-Yachting dem Stützpunkt korrekt kommuniziert wurde, und wir bereits um 9:30 Uhr in der Marina del Sardi waren, brauchte die im Übrigen sehr freundliche Truppe von North Sardinia Sail bis zum Sonntag um 11:30 Uhr, um das Schiff in einem funktionsfähigen Zustand zu übergeben.

Vom Provianteinkauf abgesehen bedeutete dies 1,5 Tage herumgammeln in der Marina. Zwar ist die Marina sehr gepflegt und die Mitarbeiter von NSS sehr freundlich, wir waren aber zum Segeln gekommen und nicht zum Herumliegen in dem schönen Garten der Marina. Unser Schiff, eine Oceanis 45 war einerseits, z.B. mit Leinen überdurchschnittlich gut ausgestattet. Andererseits fehlten Dinge: So gab es z.B. von Korsika nur einen Übersegler, keine detaillierteren Seekarten.

Stichwort Proviant: Zum Einkauf braucht man entweder einen Mietwagen, oder man nimmt den kostenlosen Shuttleservice der Marina in Anspruch. Den gibt es aber ausschließlich an Samstagen.
Tag 2 - 01.10.2017
Endlich geht es los!
Isola di Mortorio
Am Sonntagmittag ging es dann endlich los. Erster Zwischenstopp war die Südbucht der Insel Mortorio. Ein Traum in türkis! Nach dem Mittagessen und ausgiebigem Baden in dem herrlichen Wasser verholten wir uns in die Cala di Volpe, blieben aber im äußeren, westlichen Teil vor dem Strand von Celvia. Dort verbrachten wir eine ruhige Nacht vor Anker.
Tag 3 - 02.10.2017
Cala Giorgio Marino
Von der Cala die Volpe ging es zunächst nach Cala Gavetta. Dort kann man an der äußeren Pier kostenlos Wasser tanken. Einer unserer Tanks war bei der Schiffsübernahme nicht voll. Nach einer kurzen Runde durch den pittoresken Ort mit einem Stopp an der Eisdiele ging es weiter in die Cala Giorgio Marino.

Das Badevergnügen in dieser nach wie vor betörend schönen Bucht war heuer durch kleine Quallen getrübt, deren unbeabsichtigte Berührungen schmerzhafte Hausausschläge verursachten. Wir ankerten im nördlichen, zentralen Teil dieses herrlichen Fleckchens Erde. Unbedingt zum Spiaggia del Cavaliere an der nach Osten gerichteten Nase von Budelli schwimmen oder mit dem Dingi fahren. Ein surrealer Traum aus hellem Strand und klarem, türkis changierendem Wasser.
Tag 4 - 03.10.2017
Palau
Heute fahren wir nach Palau, wo wir mit Monteuren von NSS verabredet sind. Eins der beiden Elektro-WCs ist verstopft. Außerdem wird das Großsegel ausgetauscht. Das Achterliek ist stark verschlissen und wir fürchten, dass es nicht mehr bis zum Törnende halten wird. Die freundlichen Monteure beheben beide Probleme.

Palau selbst gibt nicht viel her, auf uns wirkt es wie eine Retortenstadt mit wenig Charme.
Tag 5 - 04.10.2017
Anse de Fazzulo
Cala Corsara
Nach einem ausgiebigen Zwischenstopp in der herrlichen Cala Corsara (Isola Spargi) nehmen wir Kurs auf Bonifacio. In der capitainerie wollen wir einen Liegeplatz für den nächsten Tag reservieren. Für morgen ist ein heftiger Mistral angekündigt und wir fürchten, dass wir nicht die einzigen sind, die hier Zuflucht suchen.

Es ist immer wieder ein Erlebnis, durch den schmalen Fjord zwischen den Kreidefelsen Bonifacio anzulaufen! Anschließend verholen wir uns in wunderbare Anse de Fazzulo.

Diese wunderschöne Bucht haben wir für uns allein, lediglich Ausflugsboote kommen ab und zu durch.

Nachdem das Schiff sicher mit Buganker und Heckleine liegt, genießen wir auch hier das in diversen Türkisnuancen schimmernde, glasklare Wasser zwischen
Anse de Fazzulo
den Kreidefelsen. Nach dem Abendessen beobachten wir einen fantastischen Mondaufgang über den Felsen.
Anse de Fazzulo
Tag 6 - 05.10.2017
Lustsegeln in der Straße von Bonifacio und Einlaufen in diese herrliche Stadt
Da wir heute nur nach Bonifacio wollen, verbringen wir noch den halben Tag planschend in dieser schönen Bucht. Anschließend segeln wir bei 20 Knoten Wind ein bisschen zum Spaß vor der grandiosen Kulisse der weißen Steilküste hin und her, bevor wir wieder Bonifacio anlaufen.

Wir hätten keinen Platz reservieren brauchen, der Hafen war nur zu zwei Dritteln belegt. Um es mit Reinhard Mey zu sagen „Ich liebe das Ende der Saison“. Die Crew zerstreut sich, jeder erkundet diese fantastische Stadt auf eigene Faust. Der Autor war auf dem sehenswerten Friedhof und auf der Südwestspitze dieser fantastischen Stadt www.bonifacio.fr
Hafen von Bonifacio
Bonifacio
Tag 7 - 06.10.2017
Wanderung auf der Steilküste zum Capo Persuato
Für heute sind über 30 Knoten Wind angekündigt. Wir lassen die Yacht im Hafen und wandern oben auf der Steilküste zum Capo Persuato.

Abends essen wir in der empfehlenswerten Cantina Doria in der Oberstadt. Angenehme Bedienung, schmackhaftes Essen und zivile Preise.
Capo Persuato
Tag 8 - 07.10.2017
Von Bonifacio in den Golfe de Santa Manza
Hafen von Bonifacio
Heute wollen wir nach einer Mittagspause in der Piantarellabucht in die Rondinara-Bucht segeln. Der Schwell ist aber noch so stark, dass ein Crewmitglied seekrank wird. Wir laufen kurzfristig den völlig ausgestorbenen Port de Cavallo an.

Nach einer Ruhepause möchte die Crew nur noch in den etwas näher gelegenen Golfe de Santa Manza. Dort liegen wir in absoluter Ruhe.
Hafen von Bonifacio
Capo Persuato
Tag 9 - 08.10.2017
Baie de San Ciprianu & Porto Vecchio
Landzunge zwischen Porto Vecchio & der Baie de San Ciprianu
Heute geht es nach Porto Vecchio. Zunächst machen wir aber eine ausgiebige Badepause in der Baie de San Ciprianu. Am Strand dieser herrlichen und „zivilatorisch erschlossenen“ Bucht gibt es mehrere Bars und einen landschaftlich sehr schönen Übergang zu dem hinter dem Strand liegenden Etang. Ein Landgang zu Strand lohnt!

Zum Abend verholen wir uns in den Hafen von Porto Vecchio. Ähnlich wie das etwas größere Bonifacio hat auch Porto Vecchio eine schöne Altstadt. Während in Bonifacio aber „nur“ ein starker Tourismus herrscht, habe zumindest ich die Atmosphäre in Porto Vecchio als touristischen Rummelplatz empfunden. Wir essen im vergleichsweise empfehlenswerten A Pergola, wo man in einem schönen Garten sitzt.
Tag 10 - 09.10.2017
Baie de San Ciprianu
Heute fahren wir noch einmal in die Baie de San Ciprianu und bleiben über Nacht.
Tag 11 - 10.10.2017
Piantarella
Piantarella
Heute Segeln wir an die Südostspitze Korsikas und ankern in der riesigen türkisen Fläche von Piantarella Nord. Als der Wind einschläft und die Wasseroberfläche glatt wird, sieht man nur noch jedes Sandkorn am Grund, nicht aber die Wasseroberfläche. Ein interessantes Gefühl beim Hineinspringen!
Gut in die Landschaft eingepasste Villen
Tag 12 - 11.10.2017
Lavezzi & Budelli
Lavezzi
Heute fahren wir zunächst in die Cala Lazarina (Lavezzi), der für mich traumhaftesten aller traumhaften Buchten, die wir während dieses Törns angelaufen haben. Eine märchenhafte Komposition aus wunderschönen Granitfelsen, herrlichen Sandstränden und in diversen Türkisnuancen changierenden, unglaublich klarem Wasser. Das Hineinfahren war nicht so schwierig, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ist man an den Felsen erstmal vorbei, hat man viel Platz zum Ankern. Wir sind dankbar, dieses Paradies so friedlich genießen zu dürfen und denken an die fast 800 Seeleute, die beim Untergang der Sémillante im Sturm hier ertrunken sind.

Per Abstimmungsmehrheit beschließt die Crew, den sanften Abendwind zu nutzen und entspannt über die Straße von Bonifacio
Lavezzi
zurück in den Maddalenenarchipel zu gleiten. Wir machen an einer Mooring vor der Ostküste von Budelli, südlich des Passo die Cecca Morto (Weg der Selbstmörder) fest. (Der Autor wäre gern noch länger auf Lavezzi geblieben, hätte die Nacht in der Piantarella-Süd-Bucht verbracht und wäre am nächsten Tag bei 25 Knoten Wind durch die Straße von Bonifacio gedüst.)
Lavezzi
Tag 13 - 12.10.2017
Cala Coticcio
Cala Gavetta
Auf dem Weg in die Cala Coticcio stoppen wir noch einmal in der Cala Gevetta, tanken Wasser und machen einen Bummel durch den Ort. Im Garten eines Restaurants am Hafen nehmen wir einen Imbiss und genießen ein letztes Mal das Dolce Vita in Italien. SO müsste es immer sein!

Am Nachmittag erreichen wir die legendäre Cala Coticcio. Im warmen Licht der späten Sonne klettern wir in den wunderbaren Felsen und baden ausgiebig – auch wenn ich mich wiederhole – im klaren, türkisen Wasser.
Cala Coticcio
Cala Coticcio
Tag 14 - 13.10.2017
Isola Mortorio & Heimathafen
Cala Coticcio
Heute geht dieser zauberhafte Urlaub endgültig zu Ende. Nach einem Morgenbad setzen wir die Segel und fahren in Richtung Cala dei Sardi.

Kurz davor laufen wir wieder in die extrem türkise Südwestbucht der Isola Mortorio ein. Obwohl es hier recht voll ist, finden wir ein Plätzchen und tauchen immer wieder in dieses türkise Wasser ein. Erst als es wirklich Zeit wird – wir müssen um 18:00 Uhr wieder in der Marina dei Sardi sein – lichten wir den Anker und lassen uns von dem leichten Wind in den Heimathafen schieben.
Cala Coticcio
Cala Coticcio
Tag 15 - 14.10.2017
Bootsübergabe und Abreise
© by Master Yachting