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Korfu und Ionisches Meer vom 2. - 16.09.2017
 
Korfu und Ionisches Meer vom 2. - 16.09.2017
Montag, 13. November 2017
Autor: Max-Günter Michelsen
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Törn von 02.09.2017 bis 16.09.2017 auf einer Sun Odyssey 379 | BJ 15-17
Während unsere beiden vergangenen Törns in die Ägäis führten, 2015 Oneway Piräus - Kos und 2016 Mykonos - Rhodos, wollten wir dieses Mal in einem 2 Wochentörn einen Teil des Ionischen Meeres ab Korfu kennen lernen. Die Entscheidung, auch hinsichtlich der Jahreszeit, erwies sich als sehr sinnvoll. Wir verlebten wunderschöne Segeltage.

Boot:
Sun Odyssee 379, BJ 2014 – „Oyster-Shell“, Vercharterer KIRIACOULIS Athen über Master-Yachting Sommerhausen
Länge (LüA) / LOA: 10,98 m
Breite / beam: 3,76 m
Tiefgang / draft: 1,50 m
Verdrängung / displacement: 6,920 t
Segelfläche / sail area: 70 m²
Dieseltank / fuel: 130 l
Wassertank / fresh water: 330 l
Motorleistung Diesel / engine power: 30 PS
Kabinen 3
Nasszellen 1
Solarmodule auf Bimini
Bugstrahlruder

Crew
Max-G. (Skipper, Bordmusiker)
Dieter (Co-Skipper, Bordtechniker)
Günter (Navigator, Rudergänger, Koch )
Arthur, (Rudergänger, Bordkasse, Seemannschaft)
Thomas (Koch, Rudergänger, Seemannschaft)

Routen:
Korfu, Marina Gouvia – Bucht Valtou (Festland) 19 sm
Valtou - Lakka Paxos 22 sm
Lakka - Gaios 7 sm
Gaios - Nidri, Bucht Vlycho, Lefkas 46 sm
Vlycho - Vathy Bucht, Ithaki 23 sm
Vathy - Porto Spilia, Meganisi 26 sm
Porto Spilia- Gaios, Paxos 56 sm
Gaios - Syvota, Karvouno Bucht (Festland) 16 sm
Syvota - Petriti, Korfu 14 sm
Petriti - Gouvia, Marina 19 sm
Gesamtstrecke 248 sm
Tag 1 - 02.09.2017
Sa., 02.09. Anreise nach Korfu
Warten auf das Gepäck im Flughafen
Günter, Artur und Max fahren mit dem Zug und wollen sich in Würzburg zum ICE nach Frankfurt treffen. Günter, der bereits gegen 11:30 in Markt Bibart in die Mainfranken-Bahn nach Würzburg eingestiegen ist, trifft in Kitzingen auf Skipper Max, der ebenfalls um 11:57 in den gleichen Zug nach Würzburg einsteigt. In Würzburg heißt es umsteigen in den ICE nach Frankfurt. Dort treffen sie auf Arthur, der einen ICE früher nach Frankfurt fahren wollte, dieser jedoch so viel Verspätung hatte, dass er nunmehr ebenso in den gleichen ICE nach Frankfurt nehmen muß. In Frankfurt besteht nur 7 Minuten Umsteigezeit, in der jedoch der Wechsel zum Gleis 5 problemlos gelingt. Der ICE steht bereit und wenige Minuten später fahren wir über Mannheim nach Stuttgart,
Unsere "Oister-Shell"
wo der Zug auch pünktlich eintrifft. Wir haben 12 Minuten Zeit um in den Tiefbahnhof zur S-Bahn zum Flughafen/Messe zu gelangen. Es geht wegen des Umbauens über Treppen und lange Provisorien. Gepäckhilfen gibt es nicht. Mit der S-Bahn erreichen wir nach 40 Minuten Fahrzeit die Eingangshalle des Flughafens, wo wir auf unsere Segelkameraden Dieter und Thomas treffen, die mit Dieters Wohnmobil von Bad Kissingen aus nach Stuttgart gekommen sind. Mit dem Wohnmobil ist dann auch die Rückfahrt am Ende des Törns geplant. Unsere Crew (5) ist damit komplett. Der Flug mit Condor geht pünktlich um 17:40 Uhr raus und wir landen nach 2Std. 10 Min. in Korfu. Infolge der Zeitverschiebung um eine Stunde ist es dort bereits 21:50 Uhr. Wir nehmen die Buslinie 15 zum Busbahnhof Innenstadt San Rocco Platz. Dort steigen wir in die Linie 7 um, die nahe des Krankenhauses von Gouvia, Kontokali hält. Nach 10 Minuten Fußmarsch sind wir am Nordeingang der Marina, von dort sind es noch ca. 300 m zur Basis von Kiriacoulis. Das Büro ist nicht mehr besetzt, der Stützpunktleiter ist telefonisch nicht zu erreichen. Das Boot, die Oyster-Shell finden wir dann doch, der Schiffsname war durch die Gangway verdeckt. Nach Einräumen des Gepäcks suchen wird die nahe gelegene Taverne Takis in Kontokali auf, wo der freundliche Wirt uns um 23:00 Uhr noch ein gutes Essen serviert. Danach geht’s gleich zurück zum Schiff und nach einem „Absacker“ suchen wir die Kojen auf.
Tag 2 - 03.09.2017
So., 03.09. – Hafentag
Liegeplätze an der Charterpier
Der westliche Steg ist stark frequentiert, zahlreiche Crews bereiten sich aufs Auslaufen vor. Die Sanitärgebäude sind bestens gepflegt und hinterlassen einen sehr guten Eindruck. Wir melden uns zunächst im Büro an, die freundliche Mitarbeiterin Nadine, nimmt unsere Unterlagen entgegen und händigt uns nach Hinterlegung der Kaution von 2000 Euro (per Visa Card) die Bordpapiere aus. Nach kurzer Zeit kommt auch George, der uns in das Boot in englischer Sprache einweist und den Übergabe-Check durchführt. Das Beiboot findet sich bereits an Deck, der Außenborder ist montiert und wird ebenfalls überprüft. Wir füllen nochmal Wasser nach, damit wir mit vollen Tanks auslaufen können. George teilt uns mit, dass der Dieseltank nicht gänzlich gefüllt ist.
Unser Boot
Wir sollen beim Auslaufen bei der Tankstelle vor der Marina nachtanken, ebenso den 10 Ltr. Kanister für den AB auffüllen lassen, auf Rechnung des Vercharterers. Um die Mittagszeit könnten wir eigentlich auslaufen, jedoch sind nahezu alle Läden am Sonntag geschlossen, sodass wir den Großeinkauf verschieben und nur in einem kleinen Shop das Nötigste einkaufen können. Gegen 18:00 Uhr gehen wir zum Essen in die Taverne Gereko, wo wir gut bedient werden. Nach dem Abendessen fahren Thomas, Dieter und Arthur mit dem Bus in die Stadt. Günter und Max gehen zurück an Bord und lassen den Abend mit einem Bierchen und Gitarrenmusik ausklingen.
Tag 3 - 04.09.2017
Mo., 04.09. – Valtou (19 sm)
Die Bucht Valtou
Nach dem Frühstück an Bord fahren Günter, Arthur und Thomas mit dem Bus zum nächstgelegenen Lidl um den Törnproviant einzukaufen. Um 10:30 hält ein Kleinwagen vor dem Boot, Günter und Arthur steigen aus und reichen die Einkäufe über die Gangway. Da bei Lidl kein Taxi zu bekommen war, alle Taxen unterwegs, hat sich ein Einheimischer bereit erklärt, die Einkäufe zur Marina zu fahren. Die beiden fahren sofort nach Entladen wieder weg, um die zweite Fuhre zu übernehmen. Die trifft dann auch bald ein, der Transporteur ist mit 40,00 Entlohnung einverstanden, dann werden die Vorräte in Bilge und Schaps verstaut. Im geräumigen Kühlschrank werden alle lleicht verderblichen Waren und ein Grundbestand an Getränken verstzaut. Nach Einweisung in die Technik
Blick über die Bucht nach Norden
des Bootes und Anrpobe der Schwimmwesten und Lifebelts heißt es um 12:30 bei bestem Sonnenschein endlich Leinen los. Nach langsamer Fahrt aus der Marina geht es zunächst ½ sm nördlich zur Tankstelle. Bei leicht auflandigem Wind legen wir an backbord an und füllen den Dieseltank und den Benzinkanister für den AB. Erst nach Anruf in der Basis des Vercharterers ist der Tankstellenbetreiber bereit, die Leinen wieder zu lösen. Um 12:50 sind wir dann endlich auf Ostkurs 65 ° zur vorgelagerten Insel Vidos. Wir haben für unser Ziel idealen Wind aus N mit 4,5 – 6 kn. Mit Blick auf Hafen und Burg lassen wir diese steuerbords liegen und schwenken danach auf 125° Richtung Ormos Valtou ein. Wir haben nun Wind von Achtern und können auch teilweise unter
Franken-Segler
Schmetterling bei einem Wind von 9 – 17 kn gut segeln. Um 17:00 Uhr erreichen wir die aus drei Armen bestehende Bucht. In der ersten Bucht befindet sich eine Fischzucht, in der zweiten liegen zwei Segler, wir entscheiden uns für die dritte Bucht in der nur eine Motoryacht ankert. In der Nähe des Südufers, wo auch Fischer einige Boote liegen haben, lassen wir den Anker auf 4 m fallen. Dieser hält sofort. (N 39.31.277 – E 020.11.474). Wir gehen baden, obwohl das Wasser etwas eingetrübt ist. Thomas bereitet für das Abendessen Hähnchen-Kebab vor.
Tag 4 - 05.09.2017
Die., 05.09. – Lakka, Paxos (22 sm)
Die Bucht vor Lakka
Wieder ein sonniger Tag. Um 09:40 geht unser Anker hoch, Arthur übernimmt das Ruder heute. Zunächst nur Wind mit 2 – 3 kn sodass wir den Motor dazu nehmen müssen. Nach Überqueren der Bucht mit Sicht auf Igomenitsa legen wir Kurs 185 ° Richtung Nordspitze Insel Paxos an. Auf Höhe der Südspitze Paxos nimmt der Wind auf 32 kn aus NW zu. Wir reffen Vorsegel und Groß je ½. Im weiteren Verlauf holen wir das Groß komplett ein und segeln ausschließlich mit gerefftem Vorsegel da der Wind von Achtern kommt. Um 13:30 Uhr erreichen wir Lakka mit der gleichnamigen Bucht. Nach einer kleinen Orientierungsfahrt durch die Bucht stellen wir fest, dass an der Mole kein Platz mehr ist. Viele Segler ankern deshalb einfach in der Bucht. Es herrscht Schwell, der durch
ruhiger Ankerplatz unterhalb des westlichen Ufers
die Einfahrt in die Bucht, die nach Nord offen ist, hereindrückt. Wir suchen uns einen Ankerplatz im Westen der Bucht vor einem Steilabfall, an dessen Rand sich Felsen befinden. Auf 4 m fällt der Anker und hält gut. Mit zwei Heckleinen, die Dieter ausbringt und an den Felsen befestigt, liegen wir sicher. Unsere Nachbarboote zur Rechten und Linken haben die gleiche Variante gewählt. Unsere Position ist N 39.14.333, E 020.08.029. Dieter macht das Schlauchboot klar und erkundet einstweilen die Bucht. Gegen 17:00 Uhr setzen wir mit dem Schlauchboot zum kleinen Hafen über und suchen zunächst das Gartenlokal „La Piazza“ auf. Die freundliche Wirtin erklärt uns, dass erst um 18:00 Uhr geöffnet wird. Wir laufen noch ein wenig die Mole entlang auf der Ostseite und kommen zu einer Taverne wo wir uns unter Bäumen einen Drink gönnen. Beim Verlassen der Taverne treffen wir auf eine Crew aus Österreich, wohl 2 Paare und eine Frau, mit denen wir ins Gespräch kommen und die uns noch abends auf dem Boot besuchen wollen. Sie liegen nur zwei Boote weiter. Kurz nach 18:00 Uhr sind wir wieder im „La Piazza“ und werden sehr gut verköstigt. Es gibt u.a. auch Lamm am Spieß. Letztendlich treffen auch die Österreicher zum Essen ein. Im Nu ist der Garten gefüllt. Nach dem ausgiebigen Essen geht es zurück an Bord und Max packt die Gitarre aus und wir singen aus seinem „Bordbuch“, eine Zusammenstellung von bekannten Seemannsliedern und alten Schlagern. Als wir schon unsere Kojen aufsuchen wollten, kommen schließlich unsere österreichischen Nachbarn im Schlauchbot angefahren, wollen jedoch nicht mehr an Bord kommen. Mit „Fürstenfeld“ von STS werden sie verabschiedet. Wir erleben eine ruhige Nacht.
Tag 5 - 06.09.2017
Mi., 06.09. – Gaios, Paxos (6 sm)
Naturhafen
Nachdem schwacher Wind aus Nord angesagt ist und das für den Schlag nach Levkada wohl nicht reicht, schlafen wir etwas länger. Thomas holt mit dem Schlauchboot im Ort frisches Brot und wir gehen auch zunächst noch Baden, was unsere Nachbarn auch tun. Um 10:30 lichten wir dann doch den Anker um wenigstens in den wunderschönen Naturhafen Gaios an der Ostküsten von Paxos zu gelangen. Günter ist heute am Ruder. Wind kommt mit aus Nord mit 4,5 – 6 kn. An Loggos segeln wir vorbei und erreichen bald die nördliche Hafeneinfahrt von Gaios. Zunächst passieren wir den Leuchtturm auf der kleinen vorgelagerten Insel Pangia an Backbord und dann den großen Fähranleger an Steuerbord. Unsere Position ist 39° 12.269' N 020° 11.505' E (Einfahrt Nord) Nach einem
Liegeplatz an der Nordpier
Fischerboot und einem kleinen Ausflugsboot sehen wir an steuerbord an einem Betonkai mehrere freie Liegeplätze mit Strom- u. Wasseranschlüssen, so wie im Hafenhandbuch beschrieben. Da Moorings nicht vorhanden sind legen wir über Buganker mit zwei Heckleinen an. Es ist gerade mal 11:45 Uhr, aber für einen weiteren Schlag fehlt der Wind und in Antipaxos gibt es keine sicheren Buchten. Weitere Segler legen neben uns an. Da für Strom u. Wasser eine Chipkarte benötigt wird, die nur im Ort im Bistro Café Deep Blue erhältlich ist, machen sich Dieter und Max auf den Weg dorthin. Für die Chipkarte werden 10,00 Euro fällig, der gleiche Betrag wird für Pfand verlangt. Beim Cappuccino klingelt plötzlich das Handy des Skippers und Günter teilt mit, dass
Schönes Naturhafenbecken
wir den Liegeplatz sofort verlassen müssen, da dieser auf einer Länge von 30 m für Ausflugsboote reserviert ist. Also machen wir uns auf den Weg zurück zum Schiff. Unterwegs sehen wir dann auch die Tafeln und die farbliche Markierung am Kai, welche auf die Sperrzeiten hinweisen. Wir haben aber bereits etwas südlicher einen freien Liegeplatz ausgemacht, auf den wir das Boot nach lösen der Leinen und Aufholen des Ankers umwechseln. Günter versorgt uns mit Wiener Würstchen, Thomas geht nach dem Essen in den Ort um Fleisch für ein Gulasch zu kaufen. Am frühen Nachmittag treffen dann auch mehrere große Schiffe mit Touristen und Badegästen ein. Einige steigen in bereit stehende Busse um, es herrscht reges Treiben am Steg. Wir haben Wasser nachgefüllt und hängen am Landstrom. Am frühen Abend, nachdem die Ausflugsboote wieder abgelegt haben, kehrt Ruhe ein. Eine junge uniformierte Frau der Coastguard kassiert 24,00 Euro Liegegeld. Thomas, Günter und Arthur bereiten ein tolles Abendessen vor, Es gibt Rindsgulasch mit Semmelknödel, wobei die alten Brotreste mit verarbeitet wurden. Dazu gibt es einen gemischten Salat. Anschließend gehen wir zusammen in den Ort, wo reges Treiben herrscht und alle Lokalitäten gut besucht sind. Der ganze Hafen ist voll mit Seglern und Bootsfahrern. An einem Platz in der Nähe der Kirche nehmen wir noch ein Bierchen und gehen zum Schiff zurück. Nach einem Absacker, einem Glas Rotwein, fallen wir in die Kojen.
Tag 6 - 07.09.2017
Do., 07.09. – Bucht Vlycho bei Nidri, Lefkas (46 sm
Um 09:20 heißt es Anker auf und Günter am Ruder bringt uns unter Maschinenfahrt zur nördlichen Hafenausfahrt. Wir legen Kurs 183 ° an. Der Wind kommt direkt aus S, mit nur 9 kn. Wir probieren zu kreuzen mit vollem Groß und Vorsegel. Wir kommen nicht über 2 kn Fahrt hinaus. Um 10:30 sind wir erst an der Südspitze der Insel Antipaxos. Bei einem Wind von 2 – 3 bft aus Süd wird der Motor gestartet und wir laufen mit 7,5 kn in Richtung Lefkas. Evtl. soll am Nachmittag der Wind zunehmen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Um 15:15 stehen wir vor der Einfahrt des Kanals von Lefkas an der Drehbrücke und warten auf die Öffnung. Mittels Anker gehen wir neben der Fahrrinne in Warteposition und überbücken die Zeit bis zur erneuten Öffnung. Endlich um 16:00
Im Kanal an der Drehbrücke
Uhr ertönt das Brückensignal und um 16:05 passieren wir die zur Seite geschwenkte Drehbrücke.
Wir fahren weiter unter Maschine, vorbei an der Marina und dem Stadthafen von Lefkas Wir passieren Lygia, Nikiana und Nidri, gehen schließlich in der Bucht Vlycho auf der Ostseite um 17:45 Uhr vor Anker. Wir waren 7,5 Stunden, überwiegend unser Maschinenfahrt 46 sm unterwegs. Unsere Pos. 38.41.896 N 20.42.332 E. Thomas und Dieter machen das Schlauchboot klar und erkunden die Bucht, die von Seglern recht zahlreich frequentiert ist. Leider stellen wir beim Baden fest, dass dunkelbraune Quallen mit kurzen Tentakeln (vermutlich Spiegeleiquallen) im Wasser treiben. Dies lässt nur ein kurzes Vergnügen zu. Nach dem Abendessen an Bord bleibt noch Zeit
'Bucht von Vlychon
für die Ouzo-Singers.
Tag 7 - 08.09.2017
Fr., 08.09. Ithaka (23 sm)
Co-Skipper Dieter, unser Schlauchbootpilot
Thomas holt mit dem Schlauchi bereits kurz nach 07:00 Uhr frisches Brot. An ein ausgiebiges Bad im Meer ist nicht zu denken, da bei Wasserbewegungen am Boot sofort die Quallen auftauchen. Erst jetzt ist ersichtlich, dass diese in der ganzen Bucht vorhanden sind. Zeit-weise zählen wir 8 Stück um die Oyster-Shell herum. Wir verlassen die Bucht um 09:45 Uhr bei leichtem Regen, der jedoch nach 10 Minuten wieder aufhört. Dieter ist heute am Ruder, bei 2 kn Wind aus S. Wir fahren unter Motor durch die Bucht bis Insel Skorpios die wir nördlich umrunden um uns ein Bild von der ehemaligen Insel des Großreeders Onassis zu machen. Die Erben haben die Insel für 99 Jahre an einen russischen Milliardär verpachtet. Das Betreten der Insel ist verboten, sie
Die weitläufige Bucht Vathy
wird von Sicherheitskräften die mit Schlauchbooten unterwegs sind, überwacht. Wir erkennen einen Hubschrauberlandeplatz und mehrere Gebäude, auch eine größere Anlegestelle für Versorgungsboote. Wir richten unseren Kurs nach Süd in Richtung Insel Meganisi und setzen um 11:30 Uhr alle Segel bei SE 1 – 3 kn, was uns immerhin mit 4,5 kn Fahrt voran bringt. Vorbei an der Ostseite der kleinen Insel Thilia passieren wir die Straße zwischen Levkada und Meganisi. An der östlichen Südspitze von Levkada richten wir Kurs auf die Insel Arkoudi die wir steuerbords liegen lassen. Zwischenzeitlich hat der Wind auf 20 kn zugenommen und wir reffen 1/3 Vor- u. Großsegel. Schließlich erreichen wir die große, nach Südosten offene Bucht, Kolpos Vathy, an der Ostseite
Skipper Max auf dem Weg nach Vathy
von Ithaka an deren Ende der Ort und Stadthafen Vathy liegt. Nach Einholung der Segel schwenken wir jedoch vorher nach der vorgelagerten Felseninsel in die Bucht Kastro ein und wollen am Dexa Strand vor Anker gehen. Dort liegt bereits ein österreichischer Segler. Eine Leuchtboje auf der Westseite markiert ein unterirdisches Kabel. Wir halten deshalb gut Abstand. Der Ankergrund greift nicht. Erst beim 4. Versuch auf ca. 6 m gelingt das Ankermanöver. Es ist bereits 15:15 Uhr und wir haben 23 sm hinter uns, unsere Position ist 38.22.429 N, 020.42.135 E. Das Wasser ist sauber und wir gehen Baden. Dieter kontrolliert mittels Schnorchel und Taucherbrille den Anker. Die Gebäude am Ufer sind wohl kleinere Pensionen bzw. Hotels, eine Taverne etc. können wir nicht ausmachen. Auf einer felsigen Anhöhe südlich liegt das Hotel Olympias House. Eine Straße läuft am Ufer vorbei in Richtung Vathy. Dieter setzt gegen Abend Arthur, Günter und Thomas mit dem Schlauchboot zur Straße über. Sie laufen nach Vathy, wo wir uns zum Abendessen treffen wollen. Dieter lädt Skipper Max ins Schlauchboot und sie fahren in den Stadthafen von Vathy, wo kurze Zeit später auch die anderen Segelkameraden eintreffen. Zahlreiche Boote liegen in der weitläufigen Bucht oder mittels Buganker an der langen Stadtmole des Hafens. Nach einem kurzen Rundgang lassen wir uns vor der Kalkanis Taverne nieder wo wir gut bewirtet werden. Als wir das Lokal verlassen, sind alle Plätze gut belegt. Wir schlendern noch ein wenig durch die Gassen, kaufen das eine oder andere Souvenir und machen uns auf den Rückweg. Es ist gegen 20:00 Uhr aber bereits stockdunkel. Wir haben eine Taschenlampe mitgenommen, die uns jetzt auf der Rückfahrt mit dem Schlauchboot gute Dienste leistet. Vorbei an der Lazarettinsel mit der orthodoxen Kapelle inmitten der Bucht von Vathy, erreichen wir kurze Zeit später wieder die Bucht Kastro und gehen an Bord. Dieter holt die anderen Kameraden am Strand wieder ab. Die Ouzo-Singers kommen wieder zum Einsatz.
Wir bemerken jedoch im Westen bereits Wetterleuchten, das zunimmt. Plötzlich ist das Gewitter mit heftigen Sturmböen da. Wir machen uns bereit zum Auslaufen, falls der Anker nicht halten sollte und starten den Motor. Wir treiben bedingt durch die in die Bucht von NW einbrechenden Böen und den Wellengang auf den Strand zu und sind bereits hinter den Bojen die das Badeareal abgrenzen. Wir entlasten mittels Maschinenfahrt den Anker, der offensichtlich gehalten hat. Starker Regen begleitet die Böen und das Gewitter. Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei und es regnet gleichmäßig. Andere Segler, die wohl an anderer Stelle der weitläufigen Bucht vor Anker lagen, fahren Richtung Stadthafen Vathy. Nachdem wir nochmals den Anker überprüft haben, legen wir uns zur Nachtruhe nieder.
Tag 8 - 09.09.2017
Sa., 09.09. – Porto Spilia Meganisi (26 sm)
Porto Spilia
Nach dem Gewitter am Vorabend bzw. i.d. Nacht holen wir erst mal verlorenen Schlaf nach und frühstücken daher an Bord auch etwas später. Es ist bedeckt bei leichtem Regen, Wind 1 – 2 kn aus S. Um 10:30 Uhr lichten wir den Anker und verlassen unter Motor die Kolpos Bucht. Wir steuern dann 9 ° Richtung Durchfahrt Meganisi und Lefkas, vorbei an der Insel Arkoudi. Mittlerweile regnet es nicht mehr und ab und zu reißt die Bewölkung auch auf, obwohl immer wieder dunkle Wolken da sind und Donnergrollen zu hören ist. Da die Windverhältnisse alles andere als ausreichend sind, bleiben wir unter Maschine und laufen um 14:00 Uhr in die Bucht Spartochorion auf der Insel Meganisi ein. Die Bucht bietet mehrere Möglichkeiten zum Anlegen. Es gibt einen kleinen
Stadthafen mit Liegeplätzen, Fähranleger und eine Taverne auf der Westseite, im Süden eine weitere Strandtaverne und auf der Ostseite mehrere Liegeplätze, die wohl zu einem Lokal gehören. Wir entscheiden uns für die Steganlage gleich südlich neben dem Ortshafen, einem größeren Restaurant vorgelagert. Der Chef selber weist uns einen Liegeplatz unmittelbar am Ufer zu, es gibt jedoch Moorings, die uns das Festmachen erleichtern. An den Stegen gibt es ohne Berechnung Strom und Wasser, es wird jedoch erwartet, dass wir im dazu gehörigen Restaurant essen. Hinter dem Restaurant befindet sich eine WC-Anlage mit Duschen. Um 14:10 Uhr liegen wir bei N 38.39.45, E. 020.45.41. Wir füllen gleich unsere Wassertanks nach, da auch der 2. Tank bereits über
Porto Spilia von oben
die Hälfte leer ist. Die Batterien können auch neuen Saft gebrauchen, da die Bordspannung trotz Bimini-Solar unter 11,5 Volt abgesunken war. Wir gehen zunächst mal Baden, Thomas schnorchelt in der Bucht und Dieter schwimmt zu der Strandbar am Südende der Bucht. Mittlerweile ist es wieder sonnig und entsprechend warm. Im Laufe des Nachmittags treffen zahlreiche Segler ein und binnen 2 Stunden sind alle Liegeplätze belegt. Kurz nach 18:00 Uhr begeben wir uns über den kleinen Sandstrand zum Restaurant und nehmen im Innenbereich des Lokals, zum Meer hin jedoch offen, einen Tisch ein. Der freundliche Kellner bittet uns, an der weitläufigen Theke das Essen auszusuchen. Es gibt auch frischen Fisch und zahlreiche Vorspeisen, die immer wieder aus der Küche nachgefüllt werden. Für jeden ist etwas dabei und so genießen wir bei einem guten Glas Rotwein ein ausgezeichnetes Abendessen. Mit Getränken, Vorspeise bezahlen wir im Schnitt 18,00 Euro p.P.
Tag 9 - 10.09.2017
So., 10.09. – Gaios, Paxos (56 sm)
Unruhiger Liegeplatz im Südhafen
Da wir heute einen größeren Schlag nach Norden geplant haben, stehen wir bereits um 07:00 Uhr auf. Die Toiletten hinter dem Restaurant sind sauber, die Dusche intakt. Der Betreiber verzichtet auf das Duschentgelt von 3,00 Euro, welches angeschrieben ist. Es ist bewölkt, absolut windstill. Nach dem Frühstück laufen wir um 08:30 Uhr bereits aus. Dieter übernimmt für Thomas das Ruder, der sich bei den Vorbereitungen zum Ablegen am Knie eine Prellung zugezogen hat. Wir laufen unter „Dieselwind“ östlich der Insel Skorpios vorbei in Richtung Kanal von Lefkas. Da wir wohl eine größere Strecke mit Motor bewältigen müssen, legen wir an der Tankstelle am Eingang zur Marina Lefkas an. Wir nehmen 50 Ltr. Diesel für 75,00 Euro auf. Als wir wieder ablegen
Südhafen mit Stadtansicht
ist es bereits 10:10 Uhr, die Drehbrücke öffnet erst um 11:00 Uhr. Vor uns warten 2 Segler, wir entschließen uns in Warteposition zu gehen und ankern am Rande der östlichen Fahrrinne. Mittlerweile haben wir einen leichten S-E Wind mit 3 kn. Um 10:50 Uhr heißt es „Anker auf“, jedoch können wir ihn nicht einholen, da offensichtlich im Untergrund festsitzt. Nun ist Eile geboten, da wir ja um 11:00 Uhr die Brücke passieren wollen. Dieter kontrolliert mit Brille und Schnorchel den Anker, der unter einer armdicken Versorgungsleitung die diagonal durch den Kanal verläuft, festsitzt. Weder auf der Seekarte, noch im Plotter waren Leitungen gekennzeichnet. Mittels eines Tampens den Dieter an der Leitung befestigt, ziehen wir diese über eine Klampe am
Idyllischer Naturhafen
Bug hoch, sodass der Anker freikommt. Wir sind erleichtert, kurz darauf ertönt das Brückensignal und wir fahren nach der Einfahrt mit 130 ° in Richtung Nord, Insel Paxos. Wind zunächst mit 2 kn aus NE, später Wechsel auf NW. Das reicht nicht zum Segeln zumal wir bei diesen schwachen Windverhältnissen hart am Wind lägen. Einen Ort am Festland wollen wir nicht anlaufen, deshalb bleibt nur die Maschinenfahrt nach Paxos. Alle zwei Stunden wird am Ruder abgewechselt. Um 16:10 erreichen wir nach einem Schnitt von 7,5 kn/Std. die Bucht Mongonissi im Südosten der Insel. Die Einfahrt ist problemlos, wir fahren in den südlichen Teil der Bucht ein, wo bereits einige Segler vor Anker liegen. Wir suchen einen geschützten Platz, da am nächsten Tag Wind bis bft 7 aus Süd angekündigt ist. Zwei Ankerversuche misslingen da der Untergrund nicht hält. Auf der Ostseite der Bucht an einer Betonmole liegen bereits einige Segler. Wir setzten dorthin über und versuchen mittels Anker und Heckleinen anzulegen. Dies erweist sich als äußerst schwierig, da wir mit dem Heck zur Mole nicht mehr ausreichend Wasser unter dem Kiel und Ruderblatt haben. Dieter stellt dies wieder mittels eines Tauchganges fest. Schließlich brechen wir ab und verlassen die Bucht in Richtung Gaios. Da die Einfahrt zum Südhafen nur 2 m betragen soll, fahren wir über den Nordhafen, den wir bereits von unserem letzten Aufenthalt kennen, in Gaios ein. Die Liegeplätze, auch die für die Ausflugsboote reservierten, sind alle durch Segler bereits belegt. Unmittelbar am Stadtkai ergattern wir einen Liegeplatz, wollen gerade die Heckleinen belegen, als wir feststellen müssen, dass dieser Platz sowie die daneben liegenden gesperrt bzw. reserviert sind. Wir fahren weiter in Richtung Südkai, wo vor dem Museum jetzt um 17:50 Uhr doch noch mehrere Plätze mit Strom- u. Wasseranschluss frei sind. Das Anlegemanöver gelingt beim zweiten Versuch, nach Belegen der Heckleinen stellen wir jedoch fest, dass der Schwell von der Hafeneinfahrt her, in diesen Teil des Hafens drückt. Wir legen daher noch zusätzlich mittschiffs an Steuerbord eine Spring zu den Ringen am Kai. Vorsichthalber taucht Dieter wieder ab und stellt fest, dass wir lediglich 30 cm unter dem Ruderblatt Tiefgang haben, da unterhalb der Mole der felsige Untergrund beginnt. Dieter wird von benachbarten Crews gebeten, auch ihren Tiefgang zu kontrollieren da zu erwarten ist,dass der Schwell im Laufe der Nacht noch nunehmen wird. So lassen wir die Heckleinen nach und ziehen uns mittels des Ankers gut 1 m nach vorne um im Heck mehr Platz zur Mole zu bekommen und eine Grundberührung mit dem Ruderblatt zu vermeiden. Die Gangway wird so eingerichtet, dass ein großer Schritt bzw. ein Sprung erforderlich wird, um ans Ufer zu gelangen. Unmittelbar neben uns liegt eine 4 köpfige Crew aus Bensersiel, Nordsee, die von Parga übergesetzt ist. Schließlich legt bei Einbruch der Dunkelheit noch ein Katamaran östlich von uns an. Er hat natürlich keine Probleme mit dem Tiefgang. Nach einem Rundgang, auf der Suche nach einem erschwinglichen Restaurant, landen wir schließlich im „Thalassa“ unweit unseres Liegeplatzes. Bei Gitarrenmusik live und Gesang genießen wir nach diesem langen Schlag von 56 sm unser Abendessen. Wir kehren zum Boot zurück, wo Max noch mal die Gitarre auspackt und wir, die Ouzo-Singers den Beifall vorbei kommender Touristen ernten. Um 22:30 Uhr ist jedoch Nachtruhe, wir gehen in die Kojen während unsere Nachbarcrew von der Nordsee sich zur Kneipenrunde aufmacht. Erst sehr spät kommt sie zurück, in der Plicht und an Land wird scheinbar weiter gezecht.
Tag 10 - 11.09.2017
Mo., 11.09. Gaios (Hafentag)
Zeitvertreib mit Museumsbesuch
Zu dieser unruhigen Nacht hat sich jetzt auch starker Schwell in unserem Hafenbereich eingestellt. Der Wind kommt nun zunehmend von Ost und drückt das Wasser durch die Hafeneinfahrt. Der Wasserstand an der Mole ist um ca. 25 cm angestiegen und das Wasser läuft über den Gehweg auf die Straße. Angesichts des unruhigen Schiffs gehen wir in einem nahe gelegenen Lokal zum Frühstück. Die Taverne verfügt auch über eine WC-Anlage mit Dusche. Unsere Nachbarcrew hält sich überwiegend an Land auf, offensichtlich hat die Seekrankheit nach reichlichem Alkoholgenuss zugeschlagen. Nach dem Frühstück halten wir nach einem besseren Liegeplatz Ausschau, jedoch vergeblich. Lediglich 1 Segler verlässt an diesem Vormittag den sicheren Hafen. Draußen geben sich die Schaumkronen ein Stelldichein. Die Küste des Festlandes ist nicht auszumachen. Immer wieder ziehen dunkle Wolken auf. Dieter startet den Motor und lässt diesen in der unteren Gasstufe leicht mitlaufen. Dadurch ist der Anker entlastet und das Heck bleibt deutlich von der Mole weg. Die Heckleien haben wir dazu weiter gefiert. Gegen 12 Uhr lässt der Wind etwas nach und dreht leicht auf Süd. Dies verstärkt sich dann im Verlauf des Nachmittags, auch der Schwell geht langsam zurück. Plötzlich ist der Strom für ca. 2 Stunden weg. Ein Restaurantbesitzer karrt bereits ein Aggregat an. Von einem zufällig vorbei kommenden Tankwagen übernehmen wir 30 Ltr. Diesel. Als es dunkel wird, bemerken wir Wetterleuchten über dem Festland. Es bleibt jedoch ruhig. Nach einer schmackhaften Kartoffelsuppe zum Abendbrot an Bord, sind die Ouzo-Singers wieder im Einsatz. Um 23:00 Uhr liegen wir jedoch in den Kojen.
Tag 11 - 12.09.2017
Die., 12.09. - Syvota, Festland (16 sm)
Piraten an Backbord
Nach einer ruhigen Nacht werden wir von sonnigem Wetter begrüßt. Die Sicht zum Festland ist klar, der Wellengang hat sich über Nacht beruhigt. Vor dem Auslaufen ist jedoch noch mal „Hafenkino“ angesagt. Wir fürchten um unseren Anker, da Dieter der Meinung ist, dass evtl. 1 bis 2 Boote die relativ unkontrolliert im Hafenbecken den Anker fallen ließen evtl. unsere Ankerkette getroffen haben könnten. Ein auslaufender Segler zieht jedoch die Ankerketten von zwei Nachbarbooten mit hoch. Nach Klärung des Kettensalats legen wir um 10:30 Uhr ab. Unser Anker ist sofort frei, was uns sehr beruhigt. Unter Motor, Skipper Max am Ruder, fahren wir durch den Hafen in Richtung Nord-ausfahrt. Danach übernimmt Thomas das Ruder. Bei Nordwest von 12 – 21 kn setzen
Heute Arthur am Ruder
wir halbes Groß und 2/3 des Vorsegels. Thomas legt Kurs 102 Grad an. Nach der Landabdeckung Paxos wird die See zunehmend unruhiger. Es steht eine große Welle aus West. Erst bei Erreichen der Südabdeckung der Insel Korfu wird die Welle angenehmer. Thomas lässt sich durch Arthur nun am Ruder ablösen. Um 13:45 Uhr ist die Bucht Nisys Syvota erreicht. Die kleine Marina lassen wir an backbord liegen und schwenken in die Nachbarbucht, südlich vom Stadthafen ein. Vor einer weitläufigen Hotelanlage, Edem Appartements, versuchen wir Anker auszubringen. Erst beim 3. Versuch hält der Anker auf ca. 4 m Wassertie-fe. Wir liegen gegenüber der Bucht Agios Nikolaos, unterhalb der Villa Polyxeni, Pos. 39.24.391 N, 020.145.123 E. Weitere Segler kommen
Syvota
in die Bucht, einige machen an der Steganlage des Hotels fest. Daneben befindet sich eine Kanustation, die von einer größeren Gruppe von Kanuten, von See kommend angefahren wird. Dieter macht das Schlauchboot klar mit dem er, sowie Thomas und Arthur um die Ecke in den Stadthafen zum Einkaufen fahren. Nach dem Abendessen und einem Bad im Meer genießen wir die Ruhe der Bucht und haben eine ruhige Nacht.
Tag 12 - 13.09.2017
Mi., 13.09. - Petriti, Korfu (14 sm)
Im Hafen von Petriti
Um 10:20 Uhr Anker auf, und wir verlassen die Bucht von Syvota in Richtung Korfu, Hafen Petriti. Der Wind kommt aus S, jedoch nur mit 1 – 2 kn, was nicht zum Segeln reicht. So muss wieder mal der Dieselwind herhalten. Wir legen erst 300 Grad, nach Erreichen der großen Bucht vor Petriti 240 ° an. Die Bucht muss weit nach Nord umfahren werden, da die Untiefen der Landspitze im Süden weit in die Bucht hinein reichen. Wir merken das, indem wir plötzlich Grund sehen und der Tiefenmesser nur noch 4 m anzeigt. Der kleine Fischereihafen hat am Südende der Mole etwa 6 Liegeplätze für Yachten mit ausreichender Tiefe. Vor dem Hafen ankern schon mehrere Yachten. Wir drehen in das Hafenbecken ein und sehen noch einen letzten freien Platz an der Mole vor
Gegernsätze
den Fischerbooten. Wir bringen den Buganker aus und legen neben einer englischen Yacht um 12:45 Uhr an. Unsere Position ist 39° 27.170' N 020° 0.173' E. Die Wassertiefe hinter der Mole beträgt etwa 2,5 m und nimmt zum Ufer hin ab. Für Boote mit mehr Tiefgang bedeutet das, dass sie vor dem Hafen auf beliebiger Wassertiefe ankern müssen. Der Hafen ist gut geschützt vor Wind und Seegang aus Nordwest. Der noch freie Platz neben uns gehört wohl einem Fischer der dies mit seinen Leinen und einer Boje gekennzeichnet hat. Als ein weiterer Segler dorthin verlegen will, machen wir ihn auf diesen Umstand auf merksam. Dieter taucht sicherheitshalber ab und prüft ob ausreichend Wasser unter dem Kiel ist. Dabei entdeckt er, dass wir uns eine Angelschnur
Unsere Nachbarn auf ihrem Fischerboot
um die Schraube gewickelt haben. Diese wird natürlich mittels Messer sofort entfernt. An der Mole sind Wasseranschlüsse, die jedoch außer Betrieb sind. Bei einem Fischer erfahren wir, dass Wasser nur über das 1. Boot am Anfang der Mole zu beziehen sei. Dazu müssten wir längsseits gehen. Auch die Stromanschlüsse funktionieren leider nicht. Skipper Max geht auf einen Cappuccino in die der Mole am nächsten liegenden Taverna Leonidas. Der freundliche Wirt lädt hierzu auf Kosten des Hauses ein und teilt mit, dass wir sein WC und die Dusche beim Nachbarn benutzen könnten. Max reserviert für den Abend einen Tisch. Nach 15:00 Uhr kommt der Fischer, unser Nachbar an der Mole, mit seinem Boot zurück. Seine Frau war ebenfalls beim Fischen mit draußen. Er spricht Englisch und erklärt uns, dass wir hier liegen bleiben können, der Platz für sein Boot würde ausreichen. Dieter fragt ihn nach frischem Fisch, den wir kaufen würden. Er erklärt uns, dass er seinen nicht allzu üppigen Fang an einen Markt weitergeben müsse, mit dem er einen Vertrag hat. Während seine Frau die vorbereiteten und bestückten Styropor Kisten auslädt, holt er seinen Pkw, den er am Parkplatz an der Mole abgestellt hatte. Sie verladen ihren Fang und fahren weg, teilen uns aber mit, dass sie morgen gegen 05:00 Uhr wieder raus fahren würden. Die Taverne Leonidas, wie könnte es anders sein, direkt am Fischerkai, wartet jeden Abend mit frischem Fisch auf und so entscheiden wir uns für Dorade mit Beilagen. Zufrieden gehen wir nach dem Essen an Bord und die Ouzo-Singers sind, zur Freude der Nachbarn, wieder mal im Einsatz.
Tag 13 - 14.09.2017
Do., 14.09. - Petriti (Hafentag)
Achilleon
Heute gehen wir zum Frühstücken in die Taverne Leonidas. Mehrere Varianten stehen zur Auswahl. Die Mehrheit nimmt das „Englische“ Frühstück, Weißbrot mit Butter u. Marmelade bzw. Honig, Rühreier mit Bacon, Brot und Kaffee. Hedute wollen wir was von der Umgebung sehen. Nachdem es in Petriti keine Autovermietung gibt, machen sich Dieter und Thomas per Anhalter auf in die nächstgrößere Ortschaft am Meer um dort fündig zu werden. Günter, Artur und Max gehen zwischenzeitlich am nahegelegenen Kiesstrand Baden. Dort gibt es sogar zwei Duschen, die wir gerne benutzen, da die Duschen am Lokal nicht so einladend waren. Anschließend werden due Vorräte durch Einkauf im nahen Markt aufgefüllt. Wir benötigen insbesondere Getränke einschließlich Wasser, da
Blick auf Korfu
diese stark zur Neige gehen. Gegen Mittag kommen Thomas und Dieter mit 2 Mietwägen zurück. Dieter fährt mit einer Hyundai Limousine, Thomas mit einem offenen kleinen Jeep, vor. Die Autos haben sie in Lefkimis angemietet. Wir starten und wollen zunächst zum Achilleion bei Gastouri. Wir fahren die kurvenreiche und schmale Küstenstraße Richtung Nord, vorbei an kleinen Ferienanlagen und Stränden. In Lefkimis suchen wir zunächst eine Tankstelle auf. Danach geht es am Meer entlang weiter bis plötzlich links ein Wegweiser zum Achilleion den Berg hoch weist. Es geht durch ein Villenviertel und dann begrüßen uns bereits die Touri-Busse am Parkplatz. Wir können an der Straße parken und bezahlen an der Kasse den ermäßigten Eintritt von 7,00 € p.P. Dafür
Innenhof des Museums
gibt es noch einen Audio-Guide am Eingang des „Sissi“ – Schlosses, heute Museum. Der österreichische Konsul Freiherr von Warsberg zeigte Sissi nicht nur alle antiken Stätten auf Korfu, sondern auch die Villa Braila, eine ehemals venezianische Villa. Elisabeth schmiedete gleich Pläne, wie man die Villa in ein Schloss verwandeln könne. So entstand das Achilleion, benannt nach
Achilles, für den die Kaiserin schwärmte. Von 1888 bis zu ihrem Tod 1889 besuchte die österr. Kaiserin mehrmals im Jahr ihr Schloss auf Korfu, mit herrlicher Aussicht über das Meer zum griechischen Festland und auf die Stadt Korfu selbst. Nach unserem Rundgang nehmen wir noch einen Kaffee auf der Terrasse des angrenzenden Lokals mit herrlichem Blick auf die grandiosen Pinien und das vor uns liegende ionische Meer. Dann geht’s mit dem Auto weiter ins Innere der Insel. Vor uns nur Berge und Straßen, die sich in Serpentinen nach oben ziehen. Nach dem Dorf Agii Deka halten wir an und genießen von oben aus nun westlicher Richtung den Blick auf das Achilleion. Die Dörfer wirken teilweise trostlos, nur die Hausgärten haben ihren Charme und dienen wohl auch der Grundversorgung der Bewohner. Ältere Männer sitzen vor den Kneipen beim Wein und Brettspiel. Leider treffen wir immer wieder auf Müllablagerungen am Straßenrand, einschl. abgestellter Autowracks. Nach einer Kurve blicken wir auf das Meer im Westen der Insel, unweit des Pantokratoras, des zweithöchsten Berges von Korfu. Am frühen Abend erreichen wir wieder den Hafen von Petriti. Thomas hat vor der Abfahrt bei einem Fischer noch 6 Makrelen erstanden die aus der Kühlung geholt und von Günter ausgenommen werden. Dieter, Thomas und Arthur sind derweilen noch mal Richtung Südende der Insel mit dem Auto unterwegs. Um 19:00 Uhr sind die Makrelen fertig und mit Kartoffeln und einem deftigen Tomatensalat werden alle satt. Zwischenzeitlich sind unsere Nachbarn vom Fischerboot nochmal mit dem Auto vorgefahren und bringen einen neuen Anker auf ihr Boot. Sie haben heute Morgen die Ankerkette leider kappen müssen, da der Anker nicht mehr aufzuholen war. Sie richten ihn entsprechend vor, damit der Ausfahrt am frühen Morgen nichts mehr im Wege steht. Gerne lassen sich die beiden von Max auf ihrem Boot fotografieren. Gleichwohl verabschieden wir uns von den beiden, da wir morgen früh wieder nach Gouvia zurück müssen. Dieter und Thomas geben die Mietwagen ab und werden vom Autoverleiher wieder zum Hafen zurück gebracht. Bei einem Absacker nach dem Essen betrachten wir noch das rege Treiben ankommender Segler, die nun auch außerhalb der Mole anlegen wollen, was jedoch aufgrund der geringen Wassertiefe Schwierigkeiten bereitet.
Tag 14 - 15.09.2017
Fr., 15.09. - Gouvia (19 sm)
Letzter Schlag Richtung Korfu Stadt
Wir frühstücken wieder in der Taverne und gehen anschließend noch einmal zum Baden ins Meer. Es herrscht purer Sonnenschein, kein Wölkchen am Himmel. Wir laufen um 10:30 Uhr aus. Dieter am Ruder legt Kurs 345 ° in Richtung Korfu an. Wir haben Wind mit 12 kn aus NE, gesetzt Groß und Vorsegel. Auf der Höhe der Bucht von Benitses, mit Blick auf das Achilleion, verlockt das Meer dann doch nochmal zu einem Badestop und nach Einholen der Segel und Abklappen der Badeplattform genießen wir das Wasser des Ionischen Meeres. Weiterfahrt unter Motor, vorbei an der Insel Pondikonisi mit dem gleichnamigen Kloster und der Mäuseinsel, liegt bald die Bucht von Korfu Stadt vor uns, dahinter die alte, venezianische Burg auf einem Felsen. Danach gehen wir auf Kurs
zu weinig Wind
345° Richtung Insel Vido. Backbord am Fährhafen liegen 4 Kreuzfahrtschiffe. Um 15:00 Uhr sind wir in der Warteschleife vor der Tankstelle, wo nun reger Betrieb herrscht. Um 15:30 sind wir jedoch bereits mit dem Auftanken (20 Ltr. Diesel 31,00 Euro) fertig und legen um 15:45 Uhr am Liegeplatz vor der Basis Kiriacoulis an. Dann geht alles sehr schnell. Bereits um 16:15 ist der Rückgabecheck fertig, lediglich der Taucher muss noch kommen. Wir bekommen im Büro die Kautionsquittung zurück und sollen jedoch bis 09:00 Uhr des morgigen Tages das Boot geräumt haben. Da unser Rückflug erst Samstagabend ist, dürfen wir unser Gepäck an der Basis belassen. Später kommt der Taucher und überprüft alle angekommenen Boote des Vercharterers. Wir hatten keinerlei
Alte Festung Korfu
Beanstandungen. Schweren Herzens zelebrieren wir die „Flaggenparade“ sprich Einholen der Fränkischen Fahne, die zwei Wochen an der Backbordsaling uns begleitete.
Wir genießen die Dusche in dem nahe gelegenen, sehr sauberen Sanitärgebäude und packen danach unsere Taschen. Nach dem Abendessen kommen die Ouzo-Singers letztmals zum Einsatz, zur Freude unserer Nachbarn aus Wien, einer Großfamilie mit drei Generationen an Bord, eine 10-köpfige gemischte Besatzung. Um 22:00 Uhr ist dann Nachtruhe, wir wollen morgen früh bald aus den Federn.
Tag 15 - 16.09.2017
Sa., 16.09. - Rückreisetag
Uferstraße mit Festung im Hintergrund
Nach einem kurzen Frühstück an Bord stehen tatsächlich bereits um 08:30 Uhr die Frauen mit Reinigungsutensilien vor dem Schiff und möchten ihre Arbeit verrichten. Wir bringen schnell unser Gepäck nach draußen und verabschieden uns von den österreichischen Nachbarn, die auf Ihren Taxi Bus zum Flughafen warten. Thomas, Arthur und Dieter gehen zu einem nahegelegenen Zweiradverleiher um für eine Tour im Norden der Insel Roller anzumieten. Günter und Max fahren mit dem Linienbus in die Stadt zum San Rocco Platz. Vom Parkplatz Porta Maggiore aus unternehmen beide mit dem Sightseeing Bus eine Stadtrundfahrt gehen anschließend in einem großen Gartenlokal eine Pizza essen und ruhen sich im Park an der Uferpromenade an der Bucht, unterhalb der Burg noch
Weiträumige Bucht an der Promenade
etwas aus. Um 17:00 Uhr sind sie in der Marina zurück und nehmen angesichts der hochsommerlichen Temperaturen nicht den Linienbus sondern ein Taxi zum Flughafen. Unsere anderen drei Segelkameraden waren mit den Motorrollern im Norden der Insel unterwegs und haben u.a. auch den höchsten Berg, den Pantokrator mit 917 m erklommen. Vom Gipfel, zu dem eine Asphaltstraße führt, bietet sich bei klarem Wetter eine weite Sicht nach Albanien und zum griechischen Festland. Es befindet sich dort auch ein Kloster aus dem 17. Jahrhundert, das in den Sommermonaten bewohnt ist. Die griechisch-orthodoxe Kirche ist tags-über frei zugänglich. Gegen 19:00 Uhr treffen wir uns im Flughafen wieder. Es herrscht reger Betrieb, da an diesem Abend wohl mehrere Maschinen
In der Altstadt
in Richtung Deutschland, Österreich und England abfliegen. Unser Rückflug mit Condor nach Stuttgart ist für 21:50 Uhr angesetzt. Wir kommen pünktlich mit der Maschine, einem Airbus A 321, weg, der um 23:30 Uhr in Stuttgart eintrifft. Dieter ruft den Abholdienst an, der uns zu seinem eingestellten Wohnmobil bringt. Arthur als einziger Zugfahrer, begibt sich zur S-Bahnstation Richtung Hauptbahnhof wo gegen 02:00 Uhr morgens der Zug nach Frankfurt weg geht. Er wird erst um 08:00 Uhr in Kitzingen ankommen. Nach flotter Fahrt auf der Autobahn ist Dieter um 02:00 Uhr morgens in Kitzingen und lädt Max vor der Haustür ab. Dann wird Günter in Kirchrimbach abgeliefert und Dieter entlässt Thomas dann in Hausen bei Arnstein, den Rest nach Bad Kissingen schafft er dann allein.
Wieder ist ein unbeschwerter und unfallfreier Törn zu Ende gegangen. Das Ionische Meer ist ein wunderschönes Segelrevier, das sowohl eine imposante Inselwelt, als auch malerische Orte und Buchten an der Küste bietet. Anders als in der Ägäis, waren die Schläge, ausgenommen Lefkas und zurück, in der Regel kürzer. Durch das nahe gelegene Festland waren Häfen und Buchten bei Bedarf oder Änderung der Törnplanung, eher zu erreichen. Manchmal hätten wir uns mehr Wind gewünscht, allerdings wissen wir jetzt auch, warum Odysseus so lange unterwegs war. Im Gegensatz zu den Inseln der Ägäis sind die Orte hier touristisch mehr erschlossen. Dies macht sich auch immer wieder durch Hotelanlagen an den Ufern bemerkbar. Bemerkenswert die griechische Gastfreundschaft und ein reelles Preis-/Leistungsverhältnis. Der Vercharterer hatte uns erwartungsgemäß mit der Sun Odyssee 379 wieder ein ordentliches Boot überlassen. Dies ist ein wesentlicher Faktor zum Gelingen eines Törns, zumal wir 2 Wochen unterwegs waren. Der Service durch die Basis in Gouvia war sehr gut. Mein besonderer Dank gilt den Segelkameraden, den „Frankenseglern“, der Zusammenhalt war wieder prima, es hat einfach Spaß gemacht mit euch unterwegs zu sein.

Mast-und Schotbruch
Euer Max
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