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Mit dem Meltemi durch die Kykladen
 
Mit dem Meltemi durch die Kykladen
Dienstag, 07. November 2017
Autor: Alex F.
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Törn von 15.07.2017 bis 29.07.2017 auf einer Sun Odyssey 42i Bj 2010 super flotte
Tag 1 - 15.07.2017
Anreise mit Aegean Airlines und Bootübernahme
Nach der Landung per Taxitransfer (EUR 40.00) vom Airport zur Marina Alimos, Begrüssung durch Nautica Charter, danach auf das Boot, welches lustigerweise "ALEX" heisst, wie der Skipper. Danach Check-in mit Georges und noch rasch Einkaufen inklusive Delivery-Service ans Pier.
Um 18 Uhr hätten wir noch raus können, die Insel Aegina, ca 9sm entfernt wurde uns empfohlen. Es bliess jedoch mit 25-28kn Nordwind und wir wollten erst einmal richtig ankommen, ist ja schliesslich Urlaub. Also Füsse hoch und nichts mehr machen.

Als wir gerade Essen gehen wollen, sehen wir, wie eine Yacht von einer zweiten Yacht in den Hafen geschleppt wird. Wir waren noch kurz beim Anlegemanöver behilflich, angeblich Motorenprobleme...

Abends sind wir in die "Kitchen Bar" im Hafen. Sehr lecker gespiesen und preislich ok.
Tag 2 - 16.07.2017
Athen - Serifos
Heute sind wir früh aufgestanden, Ziel ist die Insel Serifos, welche ca. 70sm entfernt liegt. Nach dem Frühstück fahren wir um 0630 Uhr aus der Marina. Wir setzen das Gross und testen vor der Marina gleichzeitig Reff 1 und Reff 2. Es geht dermassen schwer und die Umlenkrollen im Grossbaum ächzen unter der Last. Übung halt, ich muss mir das mal ansehen... Keine Ahnung wo das alles herkommt und alles verklemmte (siehe Foto) aber jetzt läuft alles.
Es bläst bereits ordentlich mit 4-5 Bft. Nordwind und wir kommen gut voran. Um 12 Uhr haben wir die Insel Kythnos querab. Der Wind nimmt weiter zu bis 6 Bft. und um 16 Uhr setzen wir den Anker in der Bucht Koufalas im Süden der Insel Serifos.

Es gibt an Bord Pouletspiesschen, mit Pasta an einer Pestosauce, dazu Salat und Tzatziki-Dressing.

In der Nacht sind wir oft wach, das Vertrauen in das Ankergeschirr ist noch nicht wirklich vorhanden. Wir liegen zwar ruhig in der Bucht aber draussen heult es die ganze Nacht mit bis zu 34kn Wind und die Ankerkette ist öfters gespannt als entlastet (warum gibt es an Bord keine Ankerentlastung?).
Tag 3 - 17.07.2017
Serifos - Ios
Nach dem Frühstück ziehen wir um 0900 Uhr den Anker hoch, Ziel die 50sm entfernte Insel Ios. Heute ist der Meltemi schwächer, 4 Bft. stehen jedoch an und wir segeln an der Insel Sifnos und Paros vorbei und erreichen nach 1800 Uhr unseren Ankerplatz Milopoutamou unterhalb von Felsen. Anker greift super und wir schwimmen noch eine Runde vor dem Nachtessen. Neben uns ankert die SY ONE LIFE eine schöne dunkelblaue 70 Fuss Yacht.

Bordküche: Angus-Beef, Reis mit Tomatensauce. Dazu Griechischer Salat, lecker.
Tag 4 - 18.07.2017
Ios - Thira (Santorini)
Nach einer ruhigen Nacht, ziehen wir kurz vor 0900 Uhr den Anker hoch, um unser südliches Reiseziel Thira (Santorini) zu erreichen. Dies ist nochmals 20sm entfernt und wir freuen uns, in den versunkenen Vulkankrater zu segeln (wo gibt es denn so was...)
Der Meltemi meldet sich mit 20kn Wind zurück und wir erreichen die Nordhuk von Thira noch vor 1200 Uhr. Danach motoren wir von Norden her im Krater herum, die Felswände fallen beinahe senkrecht herab und nur wenige Meter entfernt zeigt das Echo bereits Tiefen über 100 Meter an. Beim Hauptort stehen zwei Kreuzfahrtriesen, welche per Beiboote tausende von Leuten ans Land bringen. Segler nicht erwünscht. In der Mitte vom Krater haben sich nach der letzten Eruption in den Jahren 1707-1711 nochmals zwei Inseln gebildet "Palea Kameni" und "Nea Kameni".
Wir verlassen den Krater südlich und finden nach dem Red Beach einen schönen Ankerplatz, Akrotiri mit Sand wo wir auf 3-4 Metern den Anker fallen lassen.

Dinghy zu Wasser, Motor montiert - Landgang zum Restaurant Nikolas Cave, Essen heute auswärts.
Tag 5 - 19.07.2017
Ruhetag in Santorini
Wir sind heute mit dem Bus zum Hauptort (Thira) gefahren. Die Busstation befindet sich gleich neben dem Ankerplatz Akrotiri und für zwei Euro erhalten wir ein Ticket. Das frühe Aufstehen hat sich definitiv gelohnt und wir flanierten durch fast menschenleere Gassen mit den weissgetünchten Häusern, erhaschen tolle Fotomotive und gönnen uns gegen Mittag im Restaurant Avocado ein kühles Getränk.
Am Nachmittag sind die Gassen dann voll mit tausenden Kreuzfahrtschiff-Touristen, es ist heiss und die 4km zurück werden zur Challenge. In der Nähe der Busstation kaufen wir noch im Supermarkt für die kommenden Tage ein und fahren anschliessend zurück zum Boot.
Als alles an Bord verstaut ist, kühlen wir uns erstmal im Meer ab und besichtigen anschliessend noch die über 3500 Jahre alte Ausgrabungsstätte von Akrotiri. Der Eintritt von EUR 12.00 lohnt sich absolut.
Tag 6 - 20.07.2017
Thira - Milos
Nach dem Frühstück heben wir gegen 0800 Uhr den Anker um die Insel Milos zu erreichen, welche ca. 56sm entfernt liegt. Der Meltemi ist bereits nach Sonnenaufgang mit 5Bft. präsent und legt bis 1000 Uhr aus Richtung Norden auf 6 Bft. zu. Können einen Am Wind Kurs fahren und sollten so Milos erreichen. Gegen 1400 Uhr nimmt der Wind weiter zu und wir haben bereits 7 Bft. mit 30kn auf der Anzeige. Noch knapp 20sm bis Milos, leider ist die Abdrift mittlerweile grösser als erwartet und wir können Milos nicht mehr direkt ansteuern.

Nach 1600 Uhr sind wir ca. 5sm südlich von Milos und Suchen eine sichere Ankerbucht in unserem extra mitgeführten 540 Seiten dicken und 3kg schweren Griechenland-Handbuch. Die Auskunft ist ernüchternd, nur die nach Norden offene Bucht mit den Hauptorten ist beschrieben. Auf dem Plotter gibt es auf der ganzen Südseite der Insel ein Ankerzeichen (Ormos Provatos) und das steuern wir somit auch an. Der Meltemi tobt mittlerweile mit 7-8 Bft. und wir rollen die Genua ein und motoren noch eine Stunde Richtung Ankerplatz. Die Wellen die gegen unser Schiff schlagen, gehen bis über das Bimini Top drüber und man kommt sich vor wie in einer Waschmaschine... Kurz vor 1700 Uhr setzen wir den Anker auf 5m Wassertiefe in der Bucht Provatos, wo bereits ein Zweimaster liegt. Beim Grosssegel versorgen bemerke ich, dass der oberste Mastrutscher gebrochen ist. Wir sind müde und froh, einen ruhigen Ankerplatz gefunden zu haben.

Bordküche zum Ersten:
Pouletgeschnetzeltes an Currysauce mit Reis und Salat. Poulet riecht verdächtig komisch... Wir haben keine Lust auf Magenprobleme, also weg damit.
Bordküche die Zweite:
Entrecote mit Reis an Tomatensauce, dazu Tomaten/Mozzarellasalat.

In der Nacht lässt der Meltemi nach und wir liegen ruhig vor den Klippen von Milos.
Tag 7 - 21.07.2017
Besichtigung der Caves in Milos
Heute wollen wir die bekannten Höhlen in Milos besichtigen, Kleftiko Caves, Sykia Caves usw...
Leider ist weder in unserem Handbuch noch auf dem Kartenplotter irgendetwas vermerkt, Internet haben wir gerade auch nicht in Reichweite.
Erst mal Frühstücken, danach beschliessen wir, mit dem Dinghy zum Dorf Provatos zu fahren und evtl. per Bus zu den Höhlen zu kommen. In der Strandbar erhalten wir Wifi und erkundigen uns nach den Caves. Gleichzeitig treffe ich am Strand noch zwei andere Skipper, welche Daycharter betreiben und Gäste zu den Höhlen bringen. Diese erklären mir, dass Kleftiko nur ca. 5-6sm entfernt und per Boot gut zu erreichen sei. Sandiger Ankergrund, alles kein Problem. Die Sykia Caves seien bei diesen Windverhältnissen nicht ansteuerbar, bis zu 50kn Wind sei dort zu erwarten (okey...).

Wir fahren mit dem Dinghy zurück zum Boot, verstauen alles ordentlich und um 1000 Uhr ziehen wir den Anker hoch, um der Südküste entlang nach Kleftiko zu motoren. Die Logge zeigt bereits über 30kn Wind an und wir denken uns, dass es Fallböen sind, welche über die Insel fegen. Um uns herum sind drei weitere Segelboote unter Motor, sowie ein Ausflugs-Motorboot. Also weiter geht's.
Gegen 1030 Uhr bläst es mit 8 Bft. 38-40kn und wir krängen mit ca. 10-15 Grad ohne ein Segel gesetzt zu haben. Das Meer brodelt und gleicht einem Whirlpool, um unser Boot herum weisse Schaumsteifen, Gischt fliegt über das Deck... Vor einer Stunde waren wir doch noch im Dinghy unterwegs, es ist unglaublich aber der Wind nimmt weiter zu und erreicht 9 Bft. 45-47kn Wind steht da auf unserer Windanzeige!!! An Tagen wie diesen, wird einem wiedermal bewusst, welche Kraft die Elemente besitzen und man kommt sich winzig klein vor auf diesem Planeten Erde. Kurz vor 1200 Uhr erreichen wir die Bucht von Kleftiko mit ihren zahlreichen Felsentoren, kleinen Stränden und schützenden Felsvorsprüngen und setzen den Anker auf 6-7 Metern Wassertiefe. Das Wasser ist ruhig und türkisblau. Draussen tobt immer noch der Meltemi. Wahnsinn...
Nun wollen wir aber die Höhlen erforschen, also Dinghy runter, Motor dran. Brrr, Brrr, Brrr... Nichts. Benzin ist drin, nochmals. Brrr, Brrr, Brrr, läuft nicht an, Dinghy-Motor zurück auf das Schiff, Zündkerze raus, Kontrolle. Zündfunke haben wir ebenfalls... Vielleicht Wasser im Benzin? Tank geleert, neu gefüllt. Motor will nicht anspringen, Schade. Wir beschliessen die Höhlen per Ruder zu erkunden, trauten uns wegen dem Wind jedoch nicht zu weit nach aussen. Unsere kleine Tour war trotzdem schön und nachdem alles wieder verstaut war, segelten wir gegen 1800 Uhr mit der Genua zurück nach Provatos, wo wir kurz nach 1900 Uhr den Anker am gleichen Ort wie am Vorabend fallen liessen.

Bordküche: Spaghetti aglio e olio, dazu Tomaten/Mozzarella Salat

Wir hätten eigentlich noch Spiele und Lektüre dabei aber auch nach Tag 7 sind wir vor 2200 Uhr so müde, dass wir nur noch in die Koje kriechen und sofort einschlafen...
Tag 8 - 22.07.2017
Milos - Antiparos
Der Meteo-Check vom Vortag meldete immer noch Meltemi mit 5-7 Bft. Nordwind für die kommenden Tage.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, heben wir kurz vor 1000 Uhr den Anker um in Richtung Naxos zu fahren, welche ca. 50sm von Milos entfernt liegt.
Mit Gross und Genua im zweiten Reff begrüsste uns der Meltemi mit 25-30kn Nordwind, wo wir einen Am Wind Kurs zuerst Richtung Folgeandros, danach Richtung Naxos steuern können.
Der ganze Tag war wieder sehr anspruchsvoll und wir entschieden uns Antiparos statt Naxos anzusteuern, was ca. 10sm westlicher und somit näher liegt. Um 1700 Uhr haben wir unseren Ankerplatz im Visier und lassen 20 Minuten später den Anker in der Bucht Despotiko auf 3-4 Metern Wasser fallen. Nach sechs Seetagen haben wir bereits 256sm gemacht.

Bordküche: Spaghetti aglio e olio vom Vortag, dazu griechischer Salat.

Schöne Bucht mit kleinem Strand, wir lagen die ganze Nacht ruhig.
Tag 9 - 23.07.2017
Antiparos - Kythnos
Ja, wir müssen uns weiter mit dem Nordwind Richtung Norden kämpfen. Es ist Sonntag und es gibt erstmal ein reiches Frühstück mit Butterzopf vom Skipper gemacht, Spiegeleier usw.
Danach heben wir den Anker kurz vor 0800 Uhr, um zur Insel Kythnos zu segeln, welche wieder ca. 50sm entfernt liegt.
Der Meltemi hat ein wenig an Kraft verloren und es wird ein Traumtag mit 4-6 Bft. Nordwind bei einem Am Wind Kurs. Wir lösen uns all Stunde am Steuer ab, trimmen die Sun Odyssey 42i perfekt und machen daraus einen Wettbewerb nach versegelter Ein-Stunden Distanz. Meine Freundin hat mich mit 7.9sm zu 7.7sm nach einer Stunde am Steuer knapp geschlagen (well done). Um 1520 Uhr erreichten wir die Südhuk von Kythnos und mussten aufgrund des neuen Kurs die Genua einrollen. 1630 Uhr, Anker ab in der Bucht Phykiada.

Bordküche: Tomatenrisotto mit geschnittenen Landjägerwürfeln, Zwiebeln, Peperoni und Pilzen. Dazu Rotwein "Atlantis" aus Santorini
Tag 10 - 24.07.2017
Ruhetag in Kythnos
Wir rudern noch vor dem Frühstück mit dem Dinghy an den Strand und spazieren über den Sandstreifen hoch zur Kapelle. Zurück an Bord frühstücken wir, schwimmen um das Boot und an den Strand und geniessen den Tag.
Am Nachmittag gehen wir in das nahegelegene Restaurant und wollen eigentlich das Meteo für die kommenden Tage abrufen, es gab jedoch kein Wifi. Das Bier hat trotzdem gut geschmeckt und eine kleine Portion mit griechischen Köstlichkeiten haben wir uns auch noch gegönnt. Da wir keinen Hunger haben, fällt das Nachtessen heute aus.
Tag 11 - 25.07.2017
Kythnos - Kea - Sounion
Heute wollen wir rüber zur Insel Hydra, ca. 40 Meilen entfernt und stehen deshalb früh auf. Nach einem kurzen Frühstück heben wir um 0700 Uhr den Anker und fahren aus der Bucht Phykiada. Meteo Nord 3 später auf Nordwest 4 drehend. Gross gesetzt und los geht's. Fast kein Wind und erst noch aus Südwesten. Somit ist unser Trip nach Hydra noch vor Beginn gestorben. Wir entscheiden uns nördlich zur Insel Kea zu Segeln, welche nur 13sm entfernt liegt. Bei Kea ist der Wind dann definitiv eingeschlafen und wir motoren den Rest, bis zur Bucht Pisses. Um 1000 Uhr gräbt sich der Anker ein und hält supper. Nach einer kurzen Rudereinlage mit dem Dinghy entsorgen wir unseren Bordmüll in den dafür vorgesehenen Containern am Strand. In der Strandbar melden wir uns wieder einmal zu Hause und checken das Meteo für die kommenden Tage.
Um 1330 Uhr sehen wir tatsächlich ein paar Schaumkrönchen draussen und entschliessen uns das auszunützen und in Richtung Athen zu segeln.
1400 Uhr, Anker hoch und mit einem 4 Bft. herrlichen Südwind in Richtung Sounion, wo wir um 1700 Uhr den Anker unterhalb des Poseidon Tempels eingraben. Wir liegen ruhig und sieben weitere Yachten ankern ebenfalls in der Bucht.

Bordküche: Tomaten-Risotto vom Vortag mit Tomaten Mozzarella-Salat

Mit der Ruhe ist es nach Mitternacht leider vorbei, da der Wind auf West gedreht hat und ein unangenehmer Schwell in die Bucht kommt. Ja wir rollen ganz schön und hören wie das ganze Kücheninventar in den Schapps herumrutscht.
Tag 12 - 26.07.2017
Sounion - Nisides Fleves
Es gab schon ruhigere Nächte an Bord und auch am Morgen bleibt der Wind aus Richtung Westen. Wir beschliessen, den Poseidon Tempel aus dem Jahre 444 v. Chr. zu besichtigen und danach die Bucht zu verlassen. In unserem Handbuch steht, dass man früh los solle, da der Tempel ebenfalls eine beliebte Touristenattraktion sei.
Also Dinghy runter, per Frühsport an den Strand gerudert, zum Tempel hoch. Ja, wir sind die ersten und bereits um 0800 Uhr oben. Leider vor verschlossenen Türen, Öffnungszeiten: ab 0900 Uhr!!! Das stand leider nicht in unserem Griechenland-Handbuch... Egal, eine Stunde wollen wir dann auch nicht warten und die EUR 8.00 pro Person haben wir uns auch noch gespart.
Zurück an Bord, Dinghy wieder hoch, alles Seeklar machen, Anker auf und wir motoren aus der Bucht Sounion. Ein Wind zum Segeln gab es heute leider nicht und wir motoren zu dem 13sm entfernten Inselchen Nisides Fleves.
Wir lassen uns im Osten retour in eine V-Förmige Bucht treiben, Anker ab und haben noch zwei Landleinen am Heck ausgebracht. Das Wasser ist kristallklar, keine Menschenseele weit und breit. Die Insel ist wohl unbewohnt. Eine Runde Schwimmen, Relaxen, beim anschliessenden Yatzy Würfelspiel habe ich kein Glück und nach dem Nachtessen beschliessen wir, an Deck zu schlafen. Alles hält und es war eine sehr ruhige Nacht ohne Geschaukel.
Tag 13 - 27.07.2017
Nisides Fleves - Athen, Marina Alimos
Wir hatten nach der ersten Woche geplant, bereits am Donnerstag zurück in Athen zu sein, da wir am letzten Tag noch die Akropolis in Athen besichtigen wollten.
Nach einem leckeren Frühstück lösen wir die Heckleinen und heben um 1200 Uhr den Anker. Wir sind nur 9sm vom Ziel entfernt und da der Wind ähnlich schwach ist wie am Vortag, lassen wir die Segel verstaut und motoren mit 4-5kn in Richtung Marina Alimos. Da wir ja nur zu Zweit an Bord sind, planen wir schon unser Anlegemanöver im Hafen durch und sind dann doch echt überrascht als um 1300 Uhr der Motor seinen Dienst quittiert und abstellt. Pfeifton, Autopilot Pfeifton...
Natürlich alles in der Nahe einer Untiefe (Vrakhoi Mermikia) steuerbordseitig. Wir rollen sofort die Genua aus und gehen auf Halbwindkurs Richtung Aegina. Diverse Startversuche mit dem Motor funktionieren nicht. Nur langsam kam wieder Fahrt ins Boot und meine Freundin übernahm das Steuer, während ich im Motorraum nach der Ursache suchte. Diesel haben wir noch dreiviertel voll. Ich kontrolliere alles bis und mit Dieselfilter. Der Motor springt kurz an um wenige Sekunden danach wieder abzustellen. Wir segeln jeweils bis an das Verkehrstrennungsgebiet und halsen dann retour in Richtung Marina.
Da wir uns ja in der Nähe der Marina Alimos befinden, versuchen wir Kontakt aufzunehmen. Also ans Funkgerät --> Nichts. Nach mehreren Versuchen haben wir aufgegeben und telefoniert. Der Vercharterer meldete sich, konnte aber in absehbarer Zeit keine Hilfe schicken. Der verantwortliche Georges sei selber noch unterwegs und überführe eine Yacht von Rhodos zurück nach Athen. Wir müssten vier Stunden warten!!!

Da ich nicht mal eben rechts ranfahren und die Pannenblinker einschalten kann, fingen wir an vor dem Hafen aufzukreuzen. Georges meldete sich telefonisch und fragte nach dem Problem. Ich schildere ihm alles und er fragte ob Treibstoff im Tank ist (Ja) wir sollen uns in Landnähe treiben und den Anker mit der ganzen Kette fallen lassen. Das halte dann schon... Der Wind hatte mittlerweile von 4Bft. auf 6 Bft. aufgefrischt, auflandig und ich traute der Sache überhaupt nicht. Wir konnten ja segeln und waren nicht komplett manövrierunfähig... Ich habe deshalb beschlossen den Anker nicht fallen zu lassen. Wenn das nicht gehalten hätte, wären wir an den Strand gespült worden. Wir telefonierten noch ein paarmal mit Georges, den Motor konnten wir trotzdem nicht in Gang bringen.

Also kreuzen wir weitere drei Stunden vor dem Hafen hin und her... Ich versuche immer wieder den Motor zu starten und plötzlich läuft das Ding wieder. Ich habe schwer den Verdacht, dass irgendetwas die Kraftstoff-Zuleitung verstopft hatte. Und da das Problem natürlich jederzeit wieder auftreten könnte, traue ich mich nicht in den Hafen von Athen hinein zu gehen. Wir telefonieren erneut und erklären, dass der Motor jetzt wieder läuft. Ich verlange ein Dinghy oder Zodiac, welches in der Hafeneinfahrt steht und uns im Notfall von den Kaimauern fern hält. JA, das könne sie organisieren, das werde so gemacht.

Angespannt motorten wir in den Hafen, nach den Wellenbrechern kein Mechaniker in Sicht... Ich war stinksauer und enttäuscht aber egal der Motor lief, also weiter zu unserem Pier. Dort war dann der Mechaniker in einem Dinghy und kaute an seinen Fingernägeln rum. Weiss der nicht wo die Hafeneinfahrt ist? Ich fuhr retour Richtung Pier, links von uns stand schon eine Yacht in der Box. Der Typ im Dinghy schaute uns nur zu und machte auch auf Zurufen keine Anstalten uns mit den Heckleinen behilflich zu sein, was bei 4-5 Bft. Seitenwind noch nett gewesen wäre. Beim Retourfahren stellte der Motor erneut ab und ich konnte die Yacht natürlich nicht aufstoppen. Zum Glück hatten wir am Heck zwei Kugelfender ausgebracht und die ganze linke Seite mit acht Fendern abgefendert. Wir berührten leicht das Pier. Wir belegten umgehend eine Leine an die Mittelklampen von unserer Nachbaryacht links von uns. Danach fischte ich die Mooringleine aus dem Wasser und zog das Boot weg vom Pier. Unser "Support" im Dinghy hatte sich mittlerweile bewegt und stand am Steuerstand unseres Bootes und probierte den Motor in Gang zu bringen... Echt jetzt? Wir haben ihm dann deutlich zu verstehen gegeben, was wir davon halten und das er uns lieber bei der Mooringleine behilflich sei.

Als unsere Yacht an der Mooringleine und den Heckleinen fest ist, schaue ich mir das Heck an und musste feststellen, dass unsere beiden Kugelfender ihren Job exzellent gemacht hatten. Keine Beschädigungen, uffff...

Ca. eine Stunde später kam dann Georges im Hafen an und wir besprachen das ganze Debakel bei einem kühlen Bier. Er entschuldigte sich mehrmals, ja es hätte auch anders ausgehen können. Kurze Zeit später kam dann nochmals eine Yacht am Haken hereingeschleppt (auch Motorenprobleme) auch da halfen wir beim Festmachen am Pier und konnten eine Beschädigung am Rumpf durch das Betonelement am Pier verhindern. Wir hatten plötzlich ein "Deja vu" und erinnerten uns an Tag 1 zurück, wo wir bereis eine abgeschleppte Yacht in den Hafen kommen sahen und halfen.

Trotz allem hatten wir zwei Superwochen in einem sehrschönen Segelrevier.
Tag 14 - 28.07.2017
Besichtigung Akropolis, Athen
1000 - 1500 Uhr, Besichtigung Akropolis inkl. Museum. Für EUR 25.00 sehenswert.

Gegen 1500 Uhr waren wir zurück im Hafen und warteten auf den Check-Out. Georges hatte jedoch sehr viel zu tun und musste drei Boote gleichzeitig für den Folgetag vorbereiten. Zwei Helfer machten mehr Rauch- und Plauderpausen und es war interessant das Treiben zu verfolgen. Meine Freundin und ich kamen zum Schluss, dass ohne Georges nichts läuft. Da wäre noch Potential nach oben...

Der Tankwagen befüllte uns mit 52 Liter Diesel, ganz ok für 381sm.

Gegen 1700 Uhr kam dann mal der Mechaniker an Bord (ja der Mechaniker und Support von gestern) und sah sich das Problem mit der Kraftstoffzufuhr an. Tatsächlich entfernte er ein fingernagelgrosses Plastikteil aus der Kraftstoffzufuhr Leitung, welches sich angesaugt, verklemmt und uns die Motorprobleme beschert hatte.

Um 1800 Uhr war es dann soweit und der Check-Out wurde durchgeführt.
Durch die Aufkreuzerei am Vortag hat die Genua ein wenig gelitten und es hat einen kleinen Cut am Achterliek gegeben (ca. 5-10cm). Der oberste marode Mastrutscher aus Plastik war ja während des Törns ebenfalls kaputt gegangen, was sie uns mit insgesamt EUR 120 bezahlen liessen. Wir waren einfach froh, dass die Yacht "ALEX" wieder heil am Pier stand. Das hätte auch anders ausgehen können, irgendwo den Anker werfen und evtl. das ganze Boot verlieren...

Den letzten Abend liessen wir dann in der Kitchen Bar ausklingen.
Tag 15 - 29.07.2017
Rückreise mit Aegean Airlines
Rückreise mit Aegean Airlines. Alles Tip Top

Fazit:
Es waren mit 295sm unter Segeln auf 381sm insgesamt, zwei anspruchsvolle aber tolle Segelwochen. Mit der Yacht "ALEX" waren wir prinzipiell zufrieden. Hülle, Segel + Stehendes Gut, Luken, Motor, Getriebe, Navi, Autopilot waren i.O.
Warum der Dinghymotor nach zwei Fahrten nicht mehr lief, blieb unaufgeklärt. Mindestens war er im Preis inbegriffen.
Bei der Sauberkeit an Bord mussten wir bei Küche, Toiletten usw. nachhelfen und das laufende Gut haben auch wieder zum "Laufen" gebracht. Eigentlich kleine Sachen aber ein Reff 1 und 2 muss einfach funktionieren!

Wie am Vortag beobachtet kann Georges von Freitagnachmittag bis Samstagnachmittag als "one man show" in dem Betrieb auch nicht alles machen. Dort müsste man vermutlich ansetzen...
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