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Kanaren-Törn 2017
 
Kanaren-Törn 2017
Freitag, 21. April 2017
Autor: Alexander Paulus
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Törn von 18.03.2017 bis 25.03.2017 auf einer Sun Odyssey 509 | BJ 2015
Bereits zum vierten Mal geht es im Frühjahr zum Segeln auf die Kanaren.
Las Galletas auf Teneriffa ist ein idealer Ausgangshafen, um die westlichen Kanaren zu erkunden, und so starten wir unseren Segeltörn in der Marina del Sur. Über Master Yachting haben wir bei ECC Yacht eine Jeanneau 509 gechartert, eine geräumige und schnelle Segelyacht.
Tag 1 - 18.03.2017
Und los geht´s
Die Yacht beim Check-In
Las Galletas ist ein idealer Ausgangspunkt aufgrund seiner Nähe zum Flughafen und den guten Einkaufsmöglichkeiten in der Umgebung, jedoch kein Hafen in dem man längere Zeit verbringen möchte.
Aufgrund des reibungslosen Check-Ins der Yacht konnten wir, nachdem alle Einkäufe getätigt waren, den Starthafen auch schon verlassen. Leider erwartete uns zu Beginn unseres Törns erstmal hohe Dünung und kein Wind - so waren wir gezwungen den Dieselmotor seine Arbeit verrichten zu lassen, um den ersten Schlag nach Los Gigantes zu schaffen.
Nach Einbruch der Dunkelheit erreichten wir unser Ziel und warfen den Anker vor der atemberaubenden Kulisse der Masca-Schlucht.
Während des Check-Ins waren alle technischen Geräte der Yacht voll funktionstätig, gaben
Die Yacht beim Check-In
jedoch bereits nach einer Stunde den Geist auf und quittierten für die ganze Woche den Dienst. Für uns stellte das keine weiteren Probleme dar, im Gegenteil, es machte eine Menge Spaß ohne GPS, Wind- und Tiefenmesser sowie Logge über den Atlantik zu segeln und zu navigieren. Natürlich bedeutete dies auch erhöhte Aufmerksamkeit bei den Ankermanövern auf dem überwiegend felsigen Untergrund.
Tag 2 - 19.03.2017
Überfahrt nach La Palma
Morgens vor der Masca-Schlucht
Auch über die Nacht nahm der Schwell kaum ab und so wurden wir ordentlich durchgeschaukelt, wofür wir aber am nächsten Morgen belohnt wurden. Im morgendlichen Tageslicht bestaunten wir die imposante Steilküste von Los Gigantes und setzten mit dem Dinghi über zur Masca-Schlucht. Eigentlich sollte man für diese Schlucht einen ganzen Tag einplanen, doch unser Tagesziel lautete La Palma.
So beschränkten wir unseren Landausflug auf knapp zwei Stunden und nutzen den aufkommenden Passatwind, um mit über 8,5 Knoten Fahrt in gerade einmal 8 Stunden die knapp 70 Seemeilen nach Santa Cruz de La Palma zurückzulegen. Immer wieder wurden wir von verspielten Delphinen und Schweinswalen begleitet.
In der Marina La Palma erwartete uns wie gewohnt ein freundlicher
Masca-Schlucht
Marinero, eine unkomplizierte Abwicklung der Hafenformalitäten und eine äußerst gepflegte Marina-Anlage.
Müde von dem langen Segeltag fielen wir zeitig in unsere Kojen.
Blick zurück auf Los Gigantes
Tag 3 - 20.03.2017
Landausflug auf La Palma
Roque de los Muchachos
Nach einem ausgiebigen Frühstück organisierten wir bei der nächsten Autovermietung zwei Autos, um die Insel in vollem Umfang erkunden zu können. Die zahlreichen Passstraßen führten uns auf den höchsten Gipfel von La Palma, den Roque de Los Muchachos, auf dem mehrere Sternwarten imposant auf dem Felskamm ihren Platz gefunden haben.
An diesem Tag fingen sich die Wolken am Gipfel, sodass wir keinen Weitblick wie im Jahr zuvor auf die Nachbarinseln La Gomera, El Hierro und Teneriffa genießen konnten, trotzdem bot sich uns ein grandioser Blick über La Palma und die uns umgebenden Schluchten.
Zurück ging es über die Westküste mit ihren zahlreichen Steilküsten und kleinen Dörfern. In einem Dorf mit grandiosem Meerblick auf über 1500 Metern Höhe ließen
Observatorium auf La Palma
wir uns mit Tapas und weiteren heimischen Spezialitäten verwöhnen.
Nachdem wir die Autos wieder zurückgebracht hatten, stand natürlich noch eine kurze Besichtigung von Santa Cruz auf dem Programm sowie ein kleiner Zwischenstopp in einer Bar, schließlich gab es noch einen Geburtstag in der Crew zu feiern.
Westküste von La Palma
Tag 4 - 21.03.2017
Überfahrt nach La Gomera
Marina La Palma am Morgen
Entsprechend spät legten wir an diesem Tag erst gegen 11 Uhr ab und mussten auch erst einmal noch abwarten, bis das eintreffende Kreuzfahrtschiff angelegt hat.
Auch heute war der Wind auf unserer Seite und schob uns mit knapp 30 Knoten und wieder über 8,5 Knoten Fahrt in Richtung La Gomera. Während dieser Überfahrt stellten wir fest, dass unser Autopilot doch funktioniert und aus Fleisch und Blut gemacht ist. Unser jüngstes Crewmitglied stand die ganze Zeit über unermüdlich am Steuer und genoß es, die Yacht zielsicher über das Meer zu segeln, während ein Teil der Crew unter vollem Einsatz eine warme Mahlzeit für uns alle zubereitete.
Gegen 18 Uhr, kurz vor Einbruch der Dunkelheit warfen wir den Anker in einer Bucht auf der Südseite von La
Kochen bei Schräglage
Gomera und genoßen die Einsamkeit in dieser schroffen und verlassenen Bucht. Die Nacht war deutlich ruhiger als unsere erste, doch wer spiegelglatte See wie im Mittelmeer im Hochsommer erwartet, der darf auf den Kanaren nicht vergessen, das man auf dem Atlantik unterwegs ist.
Das absolute Tages-Highlight waren drei Delphine, die uns in der Bucht noch einen abendlichen Besuch abstatteten.
Ankern vor La Gomera
Tag 5 - 22.03.2017
Vueltas auf La Gomera
Blick auf Vueltas
Für heute genügte uns ein kurzer Schlag nach Vueltas und nach einigen Reibereien und Missverständnissen mit dem lokalen Hafenmeister sahen wir uns gezwungen nicht wie die letzten Jahre an der Hafenmauer von Vueltas festzumachen, sondern in der angrenzenden Bucht zu ankern. So konnten wir immerhin die Ruhe der Bucht und den herrlichen Blick auf das Dorf genießen, welches idyllisch am Meer im Valle Gran Rey liegt.
Am Nachmittag machten wir uns auf das Dorf und das Tal zu erkunden und einen kleinen Gipfel zu erklimmen. Von dort aus bot sich ein fantastischer Blick auf den Hafen, in dem sich inzwischen ein schwedischer Dreimaster seinen Platz gesichert hat. Am nachfolgenden Morgen sollte uns auch wieder das Kreuzfahrtschiff von La Palma pünktlich
Crew-Wanderung
beim Verlassen des Hafenareals Gesellschaft leisten.
Die Nacht war geprägt von starken drehenden Fallwinden mit deutlich über 30 Knoten, doch unser Anker war bestens eingedampft und versprach sicheren Halt.
Tag 6 - 23.03.2017
Manöver-Tag
Manöver-Tag
Da wir nicht wie sonst immer eine einstimmige Tagesplanung austüfteln konnten, teilten wir das Programm einfach auf. Ein Teil entschied sich auf La Gomera wandern zu gehen und den Rest der Crew juckte der starke Wind draußen am Meer in den Fingern.
Während es in Landnähe noch absolut windstill war, erwartete uns nur wenige Meilen außerhalb Windstärke 7-8.
Für uns war das eine klare Ansage für ein starkes Reff und Schwimmwesten, um die geplanten Boje-über-Bord-Manöver zu segeln. Gesagt, getan und wir fuhren unter vollem Einsatz ein paar Manöver, bis wir nach über zwei Stunden fix und fertig zurück in den Hafen kehrten. Definitiv ein starkes und einprägsames Erlebnis für alle.
Wie abgemacht holten wir am Nachmittag unsere Wanderer ab und motorten
Valle Gran Rey
in eine weitere Bucht auf der Südküste von La Gomera, der Wind war inzwischen komplett eingeschlafen.
In der Bucht angekommen stellte sich das Ankern als schwieriger als erwartet heraus, und wir lagen erst nach mehreren Versuchen sicher eingedampft in der Bucht.
Wir ließen den letzten Abend des Törns in einer Bucht gemütlich ausklingen.
Tag 7 - 24.03.2017
Rückfahrt nach Las Galletas
Nach einer ruhigen Nacht, einem üppigen Frühstück und einer letzten Baderunde im Atlantik, lichteten wir den Anker und setzten die Segel.
Auch an diesem Segeltag begleiteten uns wieder zahlreiche Delphine und wir kehrten pünktlich um 17 Uhr in unserem Ausgangshafen zurück. Dort erwartete uns eine defekte Tankstelle, was uns aber keine Problem bereite, da wir gerade einmal 13 Motorstunden auf dem Tacho hatten und wir somit dem Vercharter einfach die Kosten für den verfahrenen Diesel bar zahlten und einen Hinweis für die nachfolgende Crew hinterließen.
Der Check-Out lief ebenfalls reibungslos und ECC Yacht entschuldigte sich vielmals für die ausgefallenen Instrumente. Jedenfalls war ein Elektriker mehrere Stunden mit der Reparatur beschäftigt.
Zum
Ständige Begleiter
Abschluss gingen wir gemeinsam in ein Fischrestaurant zum Abendessen und ließen den Törn entspannt ausklingen.
Für dieses und zwei weitere Restaurants in Las Galletas kann ich leider keine Empfehlung aussprechen.
Tag 8 - 25.03.2017
Abschied
Der Vercharterer erlaubte uns verhältnismässig spät von Bord zu gehen und so verließen wir gemütlich nach 10 Uhr die Yacht, um der Reihe nach den Weg zum Flughafen und die Rückreise anzutreten.
© by Master Yachting