Merkzettel / Clipboard
Language Chooser Language Chooser

 
Auf nimmer Wiedersehen geliebte Unterwasserwelt
 
Montag, 29. Oktober 2007

Auf nimmer Wiedersehen geliebte Unterwasserwelt

von Ralf Küpper

Kanone im karibischen Meer
Die tropischen Regenwälder und ihre Pendants, die Riffe der tropischen Gewässer haben eines gemeinsam: Sie sind von der Vernichtung bedroht. Einer Studie zufolge, in der 1107 Riffe in über 60 Ländern untersucht wurden, erwies sich nur ein einziges in der Nähe Madagaskars als unberührt und gesund. 1000 Riffe wurden sogar als gefährdet bezeichnet. Einer der wichtigsten Gründe für die dramatische Verschlechterung der Lage ist die Überfischung der Regionen.

Neben der Fischerei die jedes Jahr 150 Millionen Tonnen Fisch und andere Meerestiere aus den Ozeanen gewinnt, gehören der Tauchtourismus, die Wasserverschmutzung und vor allem die Wassererwärmung zu den großen ?Bösen? des Riffsterbens. Der Klimawandel streckt somit seine Fühler auf die Unterwasserwelt aus. Das die Industrienationen für diesen Prozess verantwortlich sind, ist inzwischen hinlänglich bekannt.

Die Tourismusbranche hat in den letzten Jahrzehnten einen echten Boom erlebt, mit all seinen positiven und negativen Konsequenzen. Riffgebiete sind Teil dieser Entwicklung, deshalb müsste die Tourismusbranche eigentlich am Erhalt der Riffe interessiert sein. Allein die Einnahmen in der Karibik werden für 2006 auf 10 Milliarden US$ beziffert. Es wird nun Zeit, dass ein Teil dieser Umsätze wieder in den Schutz der einzigartigen Biotope zurückfließt. Damit Koralle als Baumaterial für Hotels keine Chance mehr hat und sich die Fischbestände in den Riffen wieder erholen können.

Dennoch sollte der Riff-Tourismus nicht nur kritisiert werden. Schon Konrad Lorenz bemerkte, dass der Besucher nur das als schützenwert erachten kann, was er kennen und lieben gelernt hat. Wer also einmal an einem Korallenriff wie dem Great Barrier Reef geschnorchelt oder getaucht ist, wird dieses faszinierende Erlebnis aus Vielfalt und Farben nie wieder vergessen und sich vielleicht für seinen Erhalt einsetzen.

Kommentare zu dieser Kolumne

Noch ist kein Kommentar vorhanden. Sie können der erste sein!


Ihr Kommentar

Ihnen gefällt diese Kolumne? Sie sind einer komplett anderen Meinung als der Autor? Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar.

Name
Kommentar
Sicherheitscode: