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Globalisierung im Bootsbau
 
Sonntag, 19. August 2007

Globalisierung im Bootsbau

von Ralf Küpper

Nicht alle sind über Dollarschwächen traurig - Das Kapitol in Havana
Deutschland ist ein Exportland nicht nur in so wichtigen Branchen wie dem Maschinenbau, sondern überraschenderweise auch im Bootsbau. Dabei übersteigt der Export von Segel- und Motorbooten aus Deutschland den Import um ein Vielfaches. Fast 1 Milliarde EUR werden durch Bootsexporte umgesetzt. Wichtige Exportländer sind Norwegen, USA, Spanien und Großbritannien. Zu den wichtigsten Importländern gehören Polen, USA, Norwegen, Frankreich und die Niederlande. Zu diesen Umsätzen addieren sich die Erträge für die in Deutschland verkauften Boote, die für Freizeit- und Tourismusaktivitäten inner- und außerhalb Deutschlands genutzt werden.

Jede Branche hat ihre Höhen und Tiefen. Besonders empfindlich für Devisenschwankungen sind die international aufgestellten Märkte. Die Volatilität schafft natürlich Potentiale. So stiegen die Chancen für US-amerikanische Produzenten mit der zunehmenden Stärke des Euro an, sie verkauften mehr Schiffe im europäischen Raum. Auch für polnische Werften wirken sich die Differenzen im Lohnniveau günstig auf die Preise ihrer in Deutschland verkauften Boote aus. Doch wo liegen denn nun die Wettbewerbsvorteile der inländischen Industrie? Sie kann nur über ihre hohe Produktivität überzeugen und so mit ihrem Angebot Kunden im Ausland gewinnen.

Doch nicht immer gibt es Erfolgsfälle. Das zeigt sich am Beispiel einiger südafrikanischer Werften, welche die letzten Jahre die Schwäche des Rand massiv ausnutzen konnten und sich in aller Welt Marktanteile erobert haben ? bevorzugt in den USA. Doch der Siegeszug hielt nicht lange an, bis auf wenige krisenfeste Unternehmen wie Robertson & Caine, verschwanden viele der neu entstanden Firmen. Die Dollarschwäche der letzten Zeit machte den Devisenvorteil wieder zunichte. Wie gut, wenn man auf solide Produktivitätsvorteile bauen kann, oder einfach groß genug ist, die kleinen zu überleben. Und wie schön, wenn man keine Garantieansprüche gegen insolvente Geschäftspartner durchsetzen muss.

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