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Well, Sailing mit Charme und Lust
 
Sonntag, 08. Juli 2007

Well, Sailing mit Charme und Lust

von Robert Fischer

Arm dran die, die nicht mit dürfen ...
Die Lust an der See ist vor allem eine Lust an uns selbst. Vielleicht bei keinem anderen Sport, ganz sicher aber an keinem anderen Ort der Welt sind wir uns und unserer Herkunft so nahe. Damit meine ich nicht allein die evolutionsgeschichtliche Variante, derzufolge wir aus dem Wasser kommen und auch nicht allein das ?Auftauchen? aus dem Mutterwasser bei der Geburt. Ich denke vielmehr, dass die Regeln der Bewegung unterm Wind und den anderen Einflüssen der Natur, Strömung, Wellen, der schwankende Horizont, das Fehlen von Bezugssystemen wie Straßenschildern, Hausfassaden, Bäumen, Wiesen und einem feststehenden Horizont auf festem Grund uns zurückbesinnen lässt. Die Lebensphase des ewig Lernenden, des niemals wissenden, des trotzdem notwendigerweise Handelnden, des selbst im Ungewissen zum Handeln Gezwungenen führt uns auf dem Wasser wie von selbst, ganz spielerisch zu existenziellen Erkenntnissen.
Nicht: Ich denke, also bin ich, sondern, ich überlebe, weil ich handel, und dabei möglichst wenig Fehler mache, heißen die Erfolgserlebnisse. So etwas wird in den Segelschulen auf eine geheimnisvolle und meist den Lerern selbst nicht wirklich bewusste Weise auch gelehrt. Die richtig guten Schulen erkennt man allerdings daran, das diese Ausbildung des Überlebens durch Handeln mit möglichst wenig Fehlern System erhält.
Eine Schule, die ich in diesem Sinn empfehlen möchte, ist die von Richard Jeske. Der Hamburger hat mit ?Well-Sailing? die erste systematisch auf Großsegler gestützte Sportbootführerschein See-Ausbildung organisiert. Seit Jahren trainiert er seine Schüler auf dem russischen Großsegler ?MIR?, seit diesem Jahr erstmals zusätzlich auch auf der ?DAR MLODZIEZY?, dem polnischen Schwesternschiff der MIR, vom selben Schiffsarchitekten, von Sygmund Choren, gebaut.
Wer dort lernt, dem wird nicht nur die Kameradschaft zu einem unvergesslichen Erlebnis. Es ist vor allem die Selbsterfahrung auf See, die ihm für alle Zeiten ein unverzichtbarer Weg zu mehr Toleranz wie zugleich auch mehr Durchsetzungsfähigkeit vermittelt. Denn nur wer weiß, was Handeln ohne Bezugssysteme erfordert, und wie man trotzdem überlebt, wird auch die Schiene der berechenbaren, der irdischen Wege so gehen können, dass er sich nicht das Genick bricht.
In diesem Sinne viel Spaß beim ewigen Lernen auf See
Wünscht
Ihr Robert Fischer

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