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Boots-Messen. Essen & Trinken. Was vergessen?
 
Montag, 04. Dezember 2006

Boots-Messen. Essen & Trinken. Was vergessen?

von Jenny May

Wer, wie erfolgreich auf einer Messe ist, hängt nicht nur vom Produkt ab, das er anbietet.
Du isst, was Du bist. Ich halte nicht viel von so einem Satz. Außer auf Bootsmessen vielleicht? Dort könnte er sich ein bißchen bewahrheiten. Das Thema ist eigentlich keine Marginalie. Angelt man mit Kulinarischem, dem richtigen Getränk, die Kunden zum Gespräch? Sicher auch, doch die Worte "allgemeine Kundenfreundlichkeit" können einige Aussteller nicht einmal buchstabieren, scheint es. Zum Thema "kleine Mahlzeit zwischendurch" sollten sich Anbieter und Händler mal fragen, was würde ich denn hier am liebsten essen? Tatsache ist, dass Gummibärchen oder übersüße "no-name-Kekse" viele Messebesucher "abgreifen", obwohl sie sie sonst nie essen würden. Typisch auch im Angebot: alles, was salzig oder schokoladig ist und man knabbern kann... Eigentlich sind es die Dinge, die den Magen übersäuern und so nicht zum Wohlbefinden beitragen, ja, recht betrachtet sogar die Kommunikation der Gäste zwischen den Schiffen behindern.
Zwischen all den Yachten, Schiffen und der üblichen Messehallenluft verspürt man gelegentlich Lust auf Vitamin C. Frisch gepreßter Orangensaft - genau das Richtige. Doch frisches Vitamin C, so stellt sich heraus, gibt es nur scheinbar. Die Plastikbecher stehen bereits unbestimmte Zeit mit "vorgepresstem" Inhalt auf der Orangenbar. Und somit sind die Vitamine nicht mehr frisch. Der Verkäufer, darauf angesprochen, zuckt die Achseln. Frisch einen Saft pressen? Das lehnt er ab. Nun muss man wissen: So ein großer O-Saft kostet 4,50 Euro. In anderen Gegenden ernährt man davon eine Familie. Glücklicherweise entdeckte ich bei der "Boot und Fun" in Berlin irgendwo einen Apfel. Das heißt, sehr viele Äpfel. Sie lagen in jeweils zwei Knie hohen Vasen zu Fuß eines Messeschiffes in Halle 5. der Berliner Bootsmesse. Lecker... Doch was war das? "Nein, die sind Deko", hieß es da. "Am Sonntag kannst du sie alle haben." Ich wollte einen Apfel. Nicht vierzig am Sonntag. Ehrlich, da vergeht einem die Lust über Schiffe zu schreiben.
Lässig hielt es ein Pizzaservice. Ein Volleyballtrainer auf der einen Seite des Spielfeldes spielt gegen eine Mannschaft auf der anderen "Beachball"-Seite. Gewinnt die Mannschaft, bekommt jedes Teammitglied eine Pizza. Es gewann allerdings meistens der Trainer gegen alle. Trotzdem gute Werbung für die Pizza. (Der Schiedsrichter fotografierte, telefonierte und moderierte übrigens zeitweise gleichzeitig.)
Auch wichtig: die kleinen Werbegeschenke. Das gelbe Quietscheentchen am Stand von "Wassersportfinanz" wird viele Messekataloge überleben. Auch in Badewannen von Erwachsenen. Made in China steht drauf. "Team China" ist übrigens das einzige, das beim America's Cup zur Zeit hinter Deutschland liegt, denken da die Segler.
Mal sehen, was die "boot" in Düsseldorf auftischt. Einen interessanten Messerundgang mit den richtigen kleinen Leckerbissen wünscht Ihnen
Ihre Jenny May
PS: Die 38. boot in Düsseldorf beginnt am 20. Januar 2007.

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