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Geben wir Träumen eine Chance
 
Montag, 25. September 2006

Geben wir Träumen eine Chance

von Ralf Küpper

Tobago Cays
?Man muß träumen wollen, um träumen zu können?, sagte einmal der französische Dichter Charles Baudelaire. So erträumen wir uns im Vorfeld von Segelabenteuern Bilder von einsamen, Palmen gesäumten Sandstränden und Buchten. Vor unserem geistigen Auge erscheinen romantische Bambusbungalows und hinter fantastischen Riffen beißen fette Fische die Haken unserer Angeln. Die Gedanken schweifen hin zur exotischen Küche, die nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Schon bei der Ankunft begrüßen uns nette Menschen mit einem Lächeln im Gesicht und unsere Yacht liegt gut vorbereitet am Steg, proviantiert mit den von uns bestellten Genüssen der Region. Da können wir uns auf den Manager der Marina verlassen.
Wir kennen bereits die klimatischen Verhältnisse. Die trockene Jahreszeit produziert stetige Passatwinde. Weit draußen auf See haben sie einen ordentlichen Schwell aufgebaut, der mit Macht gegen die Küste donnert. Doch die Chancen stehen gut, einige Tage einen tadellosen blauen Himmel, begleitet von einer steifen Brise, zu erwischen. Trotzdem müssen wir ja nicht immer sportlich segeln, den Seemeilen nachjagen, als wenn es das letzte Mal wäre. Im Urlaub tut es ein geschützter Ankerplatz des Abends ebenso.
All das haben wir uns erhofft, ja erträumt. Doch wie so oft im Leben, es kommt wieder ganz anders. Das Wetter könnte kaum schlechter sein und der Transfer vom Flughafen zur Marina versüßt uns ein mürrischer Fahrer, der seinen Ärger in der Familie lieber bei seinen Gästen auslässt. Als wir, völlig erschlagen endlich ankommen, um unsere Yacht in Empfang zu nehmen, ist diese nicht da. Die Träume sind geplatzt, unsere Laune ist am Boden.
Der nächste Morgen präsentiert sich unerwartet sonnig, der Wind ist in Ordnung. Aber das Beste: unser Schiff ist sieben Fuß länger und der Proviant wahrhaft exotisch. Wenn ?Träume wahr werden?, mit diesem Gefühl stechen wir in See. Kurz: Es wird ein herrlicher Törn. Im Grunde hatte sich also doch gelohnt, unsern Veranstaltern eine Chance zu geben. Denn, ?Neue Möglichkeiten ergeben sich erst, wenn man die Hoffnung sterben läßt.? (Friedrich Löchner)

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