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Und wieder ein Jahrhundertsommer
 
Dienstag, 29. August 2006

Und wieder ein Jahrhundertsommer

von Ralf Küpper

Sag Harbor, Long Island , New York State
Es ist Hochsaison und es sind die schönsten Wochen des Jahres, denn unvergessliche Törns mit Freunden und Familie erwarten uns. Sanfte Winde wehen über das Meer. Sie bringen uns an unser festgelegtes Ziel. Jeden Tag laufen wir in malerische Häfen ein. Der Himmel ist blau, das Meer ist blau. Doch wir Segler lieben es ganz besonders, wenn Himmel und Meer am Horizont miteinander verschmelzen. Satte Entspannung durchströmt uns in solchen Momenten.
Nach langer Zeit der unverlässlichen Wetterverhältnisse haben auch wir, in unseren Breiten, tropische Hitzeverhältnisse. Schon bei der Anreise zum Hafen bekommen wir das zu spüren. Manche Autobahnen wurden diesen Sommer so weich, dass sie für den Verkehr gesperrt werden mussten. Angekommen an Bord, bekleiden wir uns vollständig, um der erstarkten Sonne wenig Angriffsfläche zu bieten. Da wo sie die Haut erfasst, wird sie mit Sonnencreme Faktor 30 in die Schranken gewiesen.
Gleichwohl kein heißer Sommer ohne Sommergewitter. Manchmal schießen große Blitze vom Boden in die Wolken hinauf. Die Luft um den Blitz wird dabei bis auf 30.000 Grad erhitzt und explodiert in einem lauten Knall. Doch das ist noch nicht alles. Heftige Sturmböen ziehen über uns hin weg. Der Regen kommt vor dem Wind. Wer allerdings an Bord einer tüchtigen und ordentlich vorbereiteten Yacht einen Sturm abwettert muss, wird keine Gefahr für Leib und Leben fürchten.
Nicht zuletzt hat die Hitze auch ihre Vorteile. Eigner eines Stahlschiffes wissen um die ungeahnten Möglichkeiten, Speisen platt auf dem Deck zuzubereiten. Wem der Erfolg bisher versagt blieb ? dieses Jahr wird es gelingen. Wie sagte noch der amerikanische Dichter und Erzähler Mark Twain, der bekanntlich im heißen und schwülen Süden seines Landes lebte: ?Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.? In diesem Sinne, eine gute Heimkehr.

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