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Drei, zwei, eins: Meins! Es bleibt alles, wie es ist (Die Versteigerung der Lotseninsel).
 
Samstag, 17. November 2012

Drei, zwei, eins: Meins! Es bleibt alles, wie es ist (Die Versteigerung der Lotseninsel).

von Matt - Muencheberg

Versteigerungsobjekt Lotseninsel: Anlegen zukünftig verboten? Foto: (c) privat.
Also doch. Insel zu versteigern, hieß es am letzten Sonnabend in Berlin-Schöneberg. Versteigerungsobjekt: Die Lotseninsel, beliebter Anlaufpunkt für Segler an der Schleimündung. Zwar besitzt das Kleinod einen Landanschluss. Da dieser jedoch nicht betreten werden darf (das Naturschutzgebiet Oehe-Schleimünde verbietet das Betreten und das Befahren), ist das Eiland nur auf dem Seewege zu erreichen.

Bisher war die Insel mit dem Hafenmeisterhaus, der Giftbude (einer Gaststätte) und dem Lotsenhaus von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes an den Förderverein Naturnaher Wasserwanderrastplatz Schleimünde verpachtet. Dem Förderverein gehören 24 gemeinnützige Segelvereine aus der Region sowie der Verein Jordsand an.

Das hielt jedoch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben BIMA als Eigentümerin der Insel nicht davon ab, das Grundstück zur öffentlichen Versteigerung auszuschreiben. Mindestgebot: 125.000 Euro.

Es folgte ein Machtwort des Bundesfinanzministers: Peer Steinbrück hatte quasi in letzter Minute entschieden, die Lotseninsel aus der Versteigerungsliste zu streichen und Verhandlungen mit den derzeitigen Nutzern aufzunehmen. Doch selbst das half wenig: Der Auktionator, die Deutsche Grundstücksauktionen AG, pochte auf die Einhaltung des schon vorher mit der BIMA geschlossenen Vertrages. Pacta sunt servanda. Basta. Gemeinnützigkeit hin oder her.

Deshalb wurde sie nun also doch versteigert, die Insel an der Schleimündung. Für sage und schreibe 655.000 Euro. Neuer Eigentümer ist die Lighthouse Foundation. Die nennt sich selbst Stiftung für die Meere und die Ozeane. Und pocht darauf, dass auch sie gemeinnützige Ziele verfolgt.

Die Mitglieder des Fördervereins befürchten nun, dass spätestens nach Ablauf der Pachtverträge die derzeitigen Nutzungen nicht mehr aufrecht erhalten werden. Man wird sehen. Eine letzte, klitzekleine Chance gibt es noch: Ob die Foundation neue Eigentümerin wird, oder ob der Förderverein Eigentümer bleibt, hängt nun vom Bundesfinanzminister ab.

Sechs Wochen hat er Zeit, um zu entscheiden. Insider gehen davon aus, dass er sich für die erste Variante entscheiden wird: Die Lighthouse Foundation übererfüllt schließlich die finanziellen Wünsche der BIMA. Diese Summe dürfte das Land nicht bereit und in der Lage sein, für das Inselchen zu zahlen.

Ob die vielen Wassersportler auch zukünftig den kleinen Hafen auf der Lotseninsel werden anlaufen dürfen, bleibt ungewiss, auch wenn von Seiten der Foundation im Anschluss an das Versteigerungsergebnis zu vernehmen war, das alles so bleiben solle, wie es ist, meint Ihr Matt.Müncheberg, info@muencheberg-media.com.


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