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Rettung in höchster Not: Von innovativen Flautenschiebern (Gründerpreis für einen Außenborder)
 
Montag, 27. Oktober 2008

Rettung in höchster Not: Von innovativen Flautenschiebern (Gründerpreis für einen Außenborder)

von Matt - Muencheberg

Kleiner Motor schiebt große Yacht: Ein Starnberger Aggregat an einem Drachen. Foto: (c) Schwarz.
Stinkende, laute Motoren haben auf Segelbooten nichts zu suchen, sagt mein Freund Hein. Punktum. Die Skandinavier machten es uns vor, so der alte Seemann, wer schon mal habe mit dabei sein dürfen, wenn etwa die Dänen mit ihren Folkebooten über die Ostsee kommen, um an der Kieler Woche teilzunehmen, und in Schilksee im beengten Hafenbecken unter Segeln in die Box führen (und, wenn kein Anleger frei ist, auf dem Teller drehen und wieder hinaussegeln würden), wisse, was er meine.

Natürlich gebe es Ausnahmen, muss selbst der alte Seebär zugeben. Wenn etwa starker auflandiger Wind ein problemloses Ablegen und Hinaussegeln unmöglich mache, wenn das Rigg defekt sei oder ein Notfall an Bord herrsche, dann, und nur dann, sei, quasi als Rettung in höchster Not, für Hein auch mal ein Manöver unter Motor denkbar. – Andere Segler sehen das offenbar anders. Für sie sind Boxenmanöver generell eine Sache des Flautenschiebers. Zumal diese heutzutage nicht mehr nach Abgasen stinken müssen. Und laut sind sie auch nicht mehr. Dafür sorgten Christoph Ballin und Friedrich Böbel aus Starnberg. Im Jahr 2005 setzten sich der Betriebswirt und der Elektrotechniker ein ehrgeiziges Ziel: Die promovierten Tüftler wollten die besten elektrischen Bootsantriebe der Welt bauen.

Heute, nur drei Jahre später, sind sie ihrem ehrgeizigen Ziel schon ein bedeutendes Stück näher. Zehntausend Einheiten sollen bis Ende 2008 weltweit, das heißt in 37 Ländern, verkauft worden sein. Fünundzwanzig Mitarbeiter leben mittlerweile von Planung, Herstellung, Vertrieb und Service der kleinen Kraftprotze.

Markenzeichen der E-Aggregate: Der leuchtend orangefarbene Propeller am Ende der Welle. In immer mehr deutschen, aber auch internationalen Häfen fallen sie ins Auge, angebaut an Segelyacht-Spiegeln genauso wie an Kanadiern oder Schlauchbooten. Schaut man genau hin, fällt die im Vergleich zu herkömmlichen elektrischen Bootsmotoren wuchtiger dimensionierte Schraube auf. Die ist mit dreißig Zentimetern Durchmesser bis zu sieben Zentimeter größer als vergleichbare Produkte. Auch die Verwendung von drei anstelle von nur zwei Propellerblättern ist außergewöhnlich. Grund: Energieverluste durch lange Übertragungswege und Kraftumlenkungen via Getriebe entfallen, denn wo früher auf Kollektorbasis Kohlestifte und Bürsten die Energie von den Wicklungen sammelten, sind heute elektronische Spulen eingebaut. Der Hochleistungsmagnet (ein sogenannter Seltene-Erde-Magnet), früher im Mittelteil herkömmlicher E-Motore eingebaut, läuft bei Torqeedeo, so der Name der kleinen Starnberger Firma, außen um die Kupferwicklungen herum.

Die Tüftler wollen den Elektroantrieb für Boote von dem verstaubten Image der vergangenen Jahre befreien. Geringe Reichweite, schwache Leistung und riesiger Platzbedarf für schwere Batterien, das sollte Schnee von gestern sein. Aus einem kleinen schwarzen, nur etwa 11 Kilogramm schweren Packsack entnimmt man vier größtenteils aus Kunststoff und Aluminium bestehende Teile und legt diese fein säuberlich nebeneinander auf den Bootssteg: Motor mit Propeller und zweifach umgeklapptem Schaft, Bootsbefestigung, Pinne mit Regler und 24 Volt-Batterieteil. Innerhalb von nur zwei Minuten ist aus diesen Einzelteilen ein kompletter, einsatzbereiter Außenbordmotor mutiert. Zum Schluss wird noch das nur etwas mehr als drei Kilogramm schwere, durch das Stromnetz aufgeladene Batterieelement auf Lithium-Mangan-Basis auf den Gasgriff samt Steuerelement geklickt. So wird selbst ein Flauten-Törn unter Motor mit einem Drachen (siehe Foto) zur problemlosen Rauschefahrt.

Dass solcherart innovatives Engagement auch belohnt wird, zeigte sich unlängst bei der Vergabe des Deutschen Gründerpreises, einer Initiative von Stern, den Sparkassen, ZDF und Porsche. Denn: Der diesjährige Preis in der Kategorie Start Up, der Unternehmen für ihre erfolgreiche Umsetzung des Geschäftsplanes und die Etablierung am Markt auszeichnet, ging von 130 Bewerbern ausgerechnet an das Starnberger Unternehmen von Böbel und Ballin, und damit erstmals an ein Unternehmen aus der Wassersportwirtschaft. Glückwunsch, meint Ihr Matt.Müncheberg, info@muencheberg-media.com.


Kommentare zu dieser Kolumne
Chasemalry06.06.2017 16:11 Uhr
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